Warum schlechte Rezensionen auf Amazon auch gut für dich sind

Warum schlechte Rezensionen auf Amazon auch gut für dich sind

Du hast deinen Roman endlich veröffentlicht. Nach der vielen Arbeit ist die Aufregung groß. Nichts wünschst du dir mehr als tolle Rezensionen. Und dann trudeln Drei-, Zwei oder sogar nur Ein-Stern-Rezensionen ein. Der Weltuntergang?

Eine Frage der Perspektive

Das Ärgerliche an schlechten Rezis – du wirst dich mit ihnen mehr beschäftigen, als dir guttut. Das gehört zum Autorenalltag. Du kannst noch so viele Vier- oder Fünf-Sterne-Rezensionen haben – diese eine miese Rezi wird dich nachts nicht schlafen lassen.

Einerseits ist das ganz normal. Andererseits ist es an dieser Stelle wirklich wichtig, sich immer wieder klar zu machen, dass man es als Autorin nun einmal nicht allen Leserinnen recht machen kann oder sollte. Ein paar schlechte Rezensionen im Verhältnis zu einigen guten zeigen eigentlich nur, dass du es richtig gemacht hast.

Welches großartige und erfolgreiche Werk wird nicht negativ bewertet? In der Regel gilt: Je erfolgreicher und beliebter ein Roman ist, desto heftiger wird er auch angegriffen. Sebastian Fitzek hat nicht nur Fans, sondern auch Leute, die seine Bücher wirklich, wirklich mies finden. Trotzdem stehen die Leute auf den Buchmessen kilometerweit für seine Signierstunden an.

Schlechte Rezis sagen dir also nicht unbedingt, dass dein Roman schlecht ist. Sie sagen vor allem erst einmal, dass es Leserinnen gibt, die nichts mit deinem Roman anfangen können, ihn aber trotzdem gelesen haben. Das ist eigentlich nichts Schlechtes.

Die Wahrheit steckt zwischen den Zeilen

Häufig äußern sich Leserinnen nicht direkt in Rezensionen, manchmal vielleicht, weil sie selbst nicht so genau wissen, was ihnen nicht gefällt. Das ist okay. Leserinnen müssen ja (zum Glück!) keine studierten Literaturkritiker sein. Sie können häufig nur sagen, was ihnen nicht gefallen hat, nicht warum. Es ist deine Aufgabe als Autorin, deinen Frust über die miese Bewertung herunterzuschlucken und dies herauszufinden und für dich die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Bedenke: Immerhin hat sich die Rezensentin die Mühe gemacht, eine Kritik zu schreiben. Das tut sie nicht, um dein Autorenleben noch schwerer zu machen, als es ohnehin schon ist. Dein Roman ist ihr nicht gleichgültig. Er hat sie bewegt. Natürlich wäre es schöner, er hätte sie begeistert, aber die Welt ist nun einmal nicht perfekt.

Was genau hat sie so sehr bewegt? Warum? Ist das schlechte Gefühl, das hinter der Rezension steckt, vielleicht sogar gut für dich?

Patricia Bloch, die Hauptfigur meiner Young-Adult-Romane »Tödliche Gedanken« und »Tödliche Wahrheit«, bekommt gemischte Reaktionen. Von »Patricia trifft genau mein Lebensgefühl, ich kann mich super mit ihr identifizieren.« bis hin zu »Patricia ist total nervig.« habe ich Statements zu ihr in Rezensionen gesammelt.

Natürlich ist es schade, wenn Leserinnen die Hauptfigur nervig finden und dem Roman deswegen drei oder zwei Sterne geben. Andererseits: Patricia ist eine hochbegabte, junge Erwachsene, die sich unverstanden fühlt, ihren Weg in der Welt finden will, unsicher ist und in dieser Unsicherheit in eine Verteidigungshaltung verfällt, die sie häufig anecken lässt. Wenn eine Leserin so eine Figur als nervig empfindet, dann heißt das eigentlich nur, dass ich die Persönlichkeit der Figur auch gut getroffen habe.

Manchmal haben schlechte Rezis auch weniger etwas mit der Qualität deines Romans und mehr mit der Erwartungshaltung der Leserinnen zu tun. Rezis wie: »Schon ganz spannend, aber eigentlich mag ich solche Bücher gar nicht.« weisen darauf hin, dass dein Roman nicht die richtige Zielgruppe gefunden hat. Hier kannst du überlegen, ob vielleicht das Cover deines Romans geändert werden sollte oder er in anderen Kategorien bei Amazon einsortiert werden muss.

Aber sind schlechte Rezensionen nicht schlecht für deine Verkäufe?

Ja und nein. Eigentlich haben Rezensionen und Verkäufe nicht unmittelbar etwas miteinander zu tun. Wichtiger als Fünf-Sterne-Rezensionen ist die Sichtbarkeit des Romans. Wie du diese erreichst, ist ein anderes Thema.

Es kann sogar besser sein, wenn dein Roman neben tollen Rezensionen auch durchschnittliche und ein paar schlechte hat. Dies wirkt auf viele potenzielle Kunden ehrlicher. Unter manchen ist die Haltung verbreitet, mit einem Roman, der nur Fünf-Sterne-Rezensonen hat, stimme etwas nicht.

Sieh dir einfach die Top-100-Romane bei Amazon an und du wirst sehen, dass die meisten davon durchaus gemischte Rezensionen haben.

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Triff mich auf der Leipziger Buchmesse 2017!

Triff Marcus Johanus auf der Leipziger Buchmesse 2017

Wer mich gerne treffen möchte, um ein wenig zu schnacken, ein Buch signieren zu lassen oder eine der beliebten Cover-Postkarten und/oder ein »Tödliche Gedanken«-Lesezeichen abzustauben, der hat dazu auf der Leipziger Buchmesse die Gelegenheit.

Postkarten und Leszeichen Tödliche Gedanken und Tödliche Wahrheit

Ich werde den ganzen Samstag, den 25.03.2017 auf der Messe sein. Man findet mich dann entweder im Schlepptau mit Axel Hollmann oder auch alleine irgendwo in den Hallen orientierungslos herumirren. Gute Chancen hat man auch, mich am Stand von Midnight by Ullstein oder beim Uschtrin-Verlag zu erwischen, wo ich mich ebenfalls ein wenig herumtreiben werde.

Garantiert wird man mich am Stand D318 in Halle 5 meiner BartBrothers-Kollegin Kia Kahawa zwischen 14 und 15 Uhr antreffen.

Ich freue mich schon darauf! Bis bald in Leipzig.

Challenge: 31 Tage Autorenwahnsinn, Tag 29 – Ein Zitat aus meinem aktuellen Manuskript

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