Triff mich beim Berliner Regionaltreffen des Selfpublisher-Verbandes

 

 

Für Kurzentschlossene: Wenn du morgen, Freitag, den 22.09.2017, zwischen 19 und 22 Uhr nichts vorhast und in Berlin bist, dann schau doch beim Regionaltreffen des Berliner Selfpublisher-Verbandes rein. Zusammen mit Axel Hollmann halte ich da eine Präsentation zum Thema »YouTube für Selfpublisher«.

Ort:

Lettrétage – das Literaturhaus in Berlin Kreuzberg – Mehringdamm 61 – 10961 Berlin

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Wenn du dir einen Eindruck vom Buch verschaffen möchtest, kannst du hier das erste Kapitel lesen.

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Warum ich Selfpublisher geworden bin

warum ich selfpublisher geworden bin

Vor ziemlich genau fünf Jahren habe ich an dieser Stelle einen Beitrag darüber verfasst, warum ich mich (noch) gegen den Selbstverlag entscheide. Inzwischen ist von mir nicht nur die Novelle »Lelana« im Selfpublishing erschienen, sondern auch mein neuer Roman »Entfesselter Tod«. Ich bin sogar dem deutschen Selfpublisherverband beigetreten. Was hat mich dazu bewogen, meine Meinung zu ändern?

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass meine Vorurteile gegenüber dem Selfpublishing ganz typisch entstanden sind: Ich habe etwas abgelehnt, ohne es selbst zuvor gemacht zu haben.

Deswegen war »Lelana« für mich ein wichtiger Schritt, den ich auch ganz bewusst gegangen bin. »Lelana« ist ja eine Novelle. Das Risiko und der Zeitaufwand waren also überschaubarer als bei einem Romanprojekt. Und das Experiment hatte mir gezeigt: Ja, Selfpublishing hat seine Nachteile – aber eben auch Vorteile. Genauso, wie die Veröffentlichung in Zusammenarbeit mit einem Verlag.

Seit »Lelana« hat es mich schließlich gereizt, den Schritt zu wagen, auch eine größeres Projekt im Selfpublishing zu verwirklichen. Das Manuskript von »Entfesselter Tod« kam mir da sehr gelegen.

Als frühes Fazit kann ich folgende Punkte festhalten, die mich vom Selfpublishing überzeugt haben:

1. Selfpublishing gehört die Zukunft

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Selfpublishing in einem noch größeren Maße verbreiten wird, als es bereits der Fall ist. Der Weg zum Selfpublishing wird immer einfacher. Die Angebote für Selfpublisher werden immer besser und günstiger.

Verlage erfüllen viele wichtige Funktionen auf dem Buchmarkt und werden das auch in Zukunft noch weiter tun. Ich denke allerdings, dass sie auf lange Sicht eine entscheidende verlieren werden – und zwar die des Gatekeepers.

Bisher ist bzw. war es so, dass die Verlagslektoren darüber entschieden habe, welche Projekte ins Programm übernommen werden und welche nicht. Das bedeutet, dass sie nach ihren Maßstäben entscheiden mussten, welches Manuskript Potenzial hat und welche Autorin gut genug ist, um veröffentlich zu werden.

Inzwischen ist immer häufiger zu beobachten, dass Verlage erfolgreiche Selfpublisher unter Vertrag nehmen. Eine logische Entwicklung. Statt risikoreich selbst Autorinnen aufzubauen, können Verlage dank Selfpublishing in der Praxis sehen, was funktioniert, um dann die vielversprechendsten Kandidatinnen ins Programm zu nehmen.

Anstatt eine zentrale Person darüber entscheiden zu lassen, wer veröffentlichenswert ist und wer nicht, wird dieser Prozess auf absehbare Zeit sozusagen demokratisiert. Das passt in eine liberale Gesellschaft, die aus selbstbestimmten Menschen bestehen, die für sich entscheiden können, was sie gerne lesen. Ich bin ein großer Fan der liberalen Gesellschaft und selbstbestimmter Menschen.

2. Sooooooo schwierig und zeitaufwändig ist Selfpublishing nun auch wieder nicht – und es lohnt sich

Ja, es kostet Ressourcen, sich mit Selfpublishing zu beschäftigen, die für das Schreiben verlorengehen. Das lässt sich nicht beschönigen. Die Frage ist allerdings, was man dafür im Gegenzug erhält.

Rückblickend bereue ich es nicht, mich mit Selfpublishing beschäftigt zu haben. Im Gegenteil. Es hat mir großen Spaß gemacht und ich habe eine Menge gelernt.

Am Ende ist Selfpublishing ein wichtiger Teil der Digitalisierung. Sich mit dieser nicht auseinanderzusetzen, halte ich für einen großen Fehler. Denn ich bin überzeugt, dass sie unser aller Leben noch viel, viel massiver beeinflussen wird, als wir das jetzt noch für möglich halten.

Mit dem Federkiel im stillen Kämmerlein seine Manuskript auf Pergament zu kritzeln mag aus verschiedenen Gründen seinen Reiz haben – aber auf diese Weise läuft man Gefahr, die wichtigsten Entwicklungen auf dem Buchmarkt zu verpassen.

Als Selfpublisher erwirbt man Fähigkeiten und Know How, das auch jenseits der Autorinnentätigkeit wertvoll ist. Das ist mir auf jeden Fall die Zeit wert.

Abgesehen davon sind all die Tätigkeiten, die man als Selfpublisher neben dem Schreiben ausüben muss, auch keine Hexerei. Es gibt viele Angebote und viel nutzerfreundliche Software, die einem das Leben da sehr leicht machen können.

3. Alle Autorinnen werden zunehmend auch Selfpublisher sein

Niemand wird auf Dauer von dieser Entwicklung verschont bleiben. Die Verlagsautorin, die nur noch schreibt und sich darauf verlässt, dass der Verlag Lektorat, Korrektorat, Coverdesign, Marketing, Vertriebswege usw. schon in seinem Sinne erledigt, ist ein Auslaufmodell wie der VW Diesel.

Ja, es gibt sie noch. Aber diese Autorinnen werden zunehmend aus der Welt der Bücher verschwinden.

Als Nachwuchsautorin wird auch schon heute von Verlagsseite erwartet, in all diesen Bereichen kräftig mitzumischen. Und je mehr Ahnung man von Verlagsdingen hat, desto besser.

Verlage werden sich in Zukunft immer mehr darauf verlassen, dass ihre Autorinnen zum Beispiel auch kompetent darin sind, sich in den sozialen Medien zu bewegen. Der Unterschied zwischen Selfpublishern und Verlagsautorinnen, aber auch klassischen Verlagen, E-Book-Verlagen, digitalen Imprints und Print on Demand wird immer weiter verschwimmen.

Autorinnen werden in Zukunft vermehrt Hybridautorinnen sein, die sowohl selbst ihre Bücher verlegen, als auch mit Verlagen zusammenarbeiten.

Dieser Themenkomplex bildet das Umfeld, in dem sich Autorinnen eigentlich auch schon heute bewegen müssen. Deswegen sollte man sich damit auch auskennen und wissen, was man tut.

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