Coverdesign, YouTube und Bloggen: der selfpublisher Nr. 6 ist da!

Coverdesign, YouTube und Bloggen: der selfpublisher Nr. 6 ist da!

Die Juni-Ausgabe des selfpublishers, dem Printmagazin für Selfpublisher, ist bei mir eingetroffen. Und sie ist randvoll mit wichtigen und interessanten Themen.

Natalja Schmidt vertritt in ihrem Beitrag »Selfpublisher in Verlagen«die These, dass Selfpublisher immer mehr Chancen haben, auch bei großen Publikumsverlagen unterzukommen. Die erfahrene Lektorin und ehemalige Literaturagentin betrachtet den Selfpublishing-Markt als Talentschmiede und einen Indikator für neue Trends. Eine Einschätzung, der ich auf jeden Fall zustimmen würde.

Passend zum aktuellen Vlog der SchreibDilettanten beschäftigt sich in dieser Ausgabe Monika Dennerlein mit einem Vergleich zwischen Selfpublishing und Verlag. Ich schwöre, dass das ein Zufall ist. Sehr praktische Ergänzung zu unserem Video: eine vergleichende tabellarische Übersicht der Vor- und Nachteile der jeweiligen Publikationsformen.

Steffen Meier stellt in seinem Text »Alles bewegt sich fort und nichts bleibt« interessante Thesen zur zukünftigen Entwicklung des Buchmarkts angesichts des Phänomens Selfpublishing auf. Er prophezeit einen grundlegenden Wandel und hält die Wahrscheinlichkeit für gegeben, dass Verlage sogar in absehbarer Zeit verschwinden könnten. Sehr lesenswert und bestimmt kontrovers, wobei ich den meisten seiner Argumente zustimmen würde.

Persönlich hat mir der Artikel der Autorin und Buchbloggerin Stefanie Hasse sehr gut gefallen. Sie klärt darüber auf, was Selfpublisher beim Finden von Buchblogs, die ihre Romane besprechen wollen, falsch machen.

Matthias Matting macht auf Buchpreise für Selfpublisher aufmerksam und rührt dabei ein wenig die Werbetrommel für den überaus attraktiven Deutschen Selfpublisher-Preis, den man sich auf jeden Fall einmal angesehen haben sollte, stellt aber gleichberechtigt auch den Indie Autor Preis und den Kindle Storyteller Award dar. Jeder Selfpublisher sollte hier auf jeden Fall einen Blick riskieren, denke ich.

Ein echter Lebensretter kann der Text von Rainer Dresen sein, der eine neue Reihe »Recht für Selfpublisher« startet. Im ersten Teil geht es darum, wie man Zitate rechtlich einwandfrei einbindet. Solche Artikel machen den Selfpublisher als Magazin zu einer echten Langzeitressource, die man gründlich studieren sollte.

Das Interview mit der Hybrid-Autorin und Bestseller-Selfpublisherin Catherine Shepherd sollte man sich genauso wenig entgehen lassen, wie den sehr charmanten Text von Caroline Brinkmann über die größten Facebook-Fehler, die Sefpublisher so machen. Hier gefällt mir vor allem die entspannte Haltung zum Thema Social Media Marketing, die man am Ende der Lektüre gewinnt.

Im letzten Viertel beschäftigt sich das Heft intensiv mit der visuellen Seite des Selfpublishings: Coverdesign, Video-Lesungen, Buchtrailer und deren Präsentation auf YouTube werden von Andreas Barth und Markus Weber, deren Agentur unter anderem auch das Cover zur deutschen Ausgabe meines Lieblingsbuchs »Ich bin kein Serienkiller« von Dan Wells entworfen hat, Laura Newman und Annika Bühnemann behandelt. Abgerundet wird dieser Themenschwerpunkt mit einem ausführlichen Test des kostenolosen Videoschnittprogramms Shotcut von Jennifer Juffern.

Abgeschlossen wird das Heft mit der kompetenten Genredefinition von Science Fiction von Susanne Pavlovic. Hier fehlt mir allerdings ein wenig der konkrete Bezug zum Selfpublishing. Mich hätte ganz besonders interessiert, welchen Stellenwert und welche Marktchancen SF auf dem Selfpublishermarkt im Vergleich zum traditionellen Buchmarkt hat. Diese Lücke füllt ein wenig dieser Artikel von der Selfpublisherbibel.

Unterm Strich also wieder einmal ein wirklich hervorragendes Heft. Der Selfpublisher ist in meinen Augen wirklich eine unverzichtbare Ressource für alle, die an diesem Thema interessiert sind. Und das sage ich nicht nur aus Eigeninteresse, weil ich ebenfalls mit einem Artikel im Heft vertreten bin. Man findet in dem Prinzmagazin Informationen, die man entweder im Netz vergeblich sucht oder selbst lange recherchieren muss.

»der selfpublisher« Nummer 4 ist da!

sp der selfpublisher

»der selfpublisher« ist mit seiner vierten Ausgabe bereits zu einer Institution herangewachsen. Mit seiner gewohnt ausgewognen Mischung aus Beiträgen zum Handwerkszeug, Orientierungswissen, Einblicken in die Szene und handfestem Know-How, das praktisch unentbehrlich ist, begeistert mich auch die vierte Ausgabe fast durchgängig.

Hier ein Blick ins Heft:

Gleich den erste Beitrag »Die Botschaft macht’s« habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen. Es handelt sich um ein Interview mit dem Mentaltrainer Thomas Baschab. Freimütig gibt er selbst zu, kein Romanautor und Marketingexperte zu sein, meint aber im gleichen Atemzug, die beste Marketingstrategie sei es, eine Vision zu haben, die Welt zu verändern, dann würden die Leserinnen schon den Weg zum eigenen Buch finden.

Dieser Gedanke ist mir weder neu noch fremd, aber ich bezweifle ihn. Ich muss jedoch auch gestehen, dass ich Mentaltrainern eine gewisse Grundskepsis entgegenbringe. Ich sehe das etwas kritischer und bin ehrlich gesagt gegenüber Menschen mit Visionen immer etwas misstrauisch und halte es da eher mit Helmut Schmidt. Ein paar Anregungen habe ich aus diesem Interview jedoch trotzdem mitnehmen können.Lesens- und bedenkenswert ist das Interview allemal.

Weitere gemischte Gefühle löst bei mir der nächste Beitrag aus: »Ein Jahr ›der selfpublisher‹«. So sehr ich mich für das Magazin freue, diesen Meilenstein erreicht zu haben und so interessant es ist, die Macher hinter der Zeitschrift in dem Artikel kennenzulernen, so traurig macht es mich auch, dass dies die letzte Ausgabe unter der Leitung von Ingrid Haag ist. Andererseits bin ich schon sehr gespannt, wie sich »der selfpublisher« fortan unter Nicole Neuberger entwickeln wird.

Unter dem Titel »Zeitmanagement für Selfpublisher« widmet sich Shirley Michaela Seul neun typischen Schreibkillern und liefert Ideen, was man gegen sie unternehmen kann. Hier würde ich jedes einzelne Wort fett unterstreichen. Sehr lesenswert und sofort umsetzbar.

Reiseführer-Autor und Steuerexperte Frank Rösner klärt über »Buchführung und Steuern für Selfpublisher« auf. Der Artikel macht, was sein Titel verspricht. Einer der Beiträge, die dafür sorgen, dass ich diese Ausgabe in Griffweite neben meinem Schreibtisch aufbewahre, um den Text später nochmals gründlicher zu studieren.

Wolfgang Tischer argumentiert, wieso »Die eigene Website« auch in Zeiten von Facebook und Tumblr einfach zu selbstpublizierenden Autorinnen gehört wie der E-Bookreader und Jill Noll rezensiert den heiteren Ratgeber »Self-Publisher-Blues« von Luise Link. Wie auch in der letzten Ausgabe gibt es einen Überblick wichtiger E-Book-Distributoren und Stefanie Ross informiert über das ja für alle Autorinnen brisante Thema Piraterie.

Fest zum Selfpublisher gehört die Doppelseite von Susanne Pavlovic, der es auch diesmal gelingt ein Genre knapp und humorvoll auf den Punkt zu bringen: diesmal Liebesromane. Für mich, der mit dem Genre ziemlich wenig zutun hat, sehr informativ und gleichzeitig amüsant.

Ingrid Haag gibt im Interview der Hybridautorin Jennifer Benkau die Gelegenheit, sich selbst und ihr Bücherlabel INK REBELS vorzustellen – und löst damit das Rätsel, wer die Dame auf dem Cover ist.

In einer umfassenden Darstellung widmet sich Holger Reibold der Notizen-App »Evernote«. Ich habe schon viele Versuche hinter mir, mit Evernote warm zu werden und auch schon viel darüber gelesen. Auch Holger Reibolds Artikel habe ich gerne gelesen – bin aber am Ende immer noch nicht überzeugt, wo genau der Mehrwert von Evernote gegenüber der bereits in iOS und MacOS installierten Notizen-App ist, die ich bereits intensiv nutze. Aber allen, die mit dieser oder ähnlichen Funktionen ihres Betriebssystems unzufrieden sind oder bisher keine elektronischen Notizbücher genutzt haben, kann dieser Text vielleicht eine Entscheidungshilfe sein, sich diesem Thema doch einmal zu widmen. Ich kann das prinzipiell nur empfehlen – mit welcher App auch immer. Elektronische, cloudbasierte Notizbücher sind in meinen Augen ihrem Gegenstück in Papierform weit überlegen und wesentlich praktischer.

Die letzte Seite gehört Andrea Dunkler, die dort Qindie vorstellt.

Ich kann mein Fazit der letzten Ausgaben nur wiederholen: »der selfpublisher« ist und bleibt mein Lieblingsmagazin für Autorinnen. Meiner Meinung nach ist die Zeitschrift auf der Höhe der Zeit und damit eigentlich eine unentbehrliche Lektüre, ganz gleich ob man Self-Publisher oder Verlagsautor ist. Und das würde ich auch schreiben, wenn ich nicht selbst in der Ausgabe mit einem Text vertreten wäre. Ehrlich.

sp – der (neue) Selfpublisher Nummer 3: Fast eine Rezension

der selfpublisher #2Die neue Ausgabe des Magazins der selfpublisher (sp) ist seit dem 3. September erhältlich und endlich bin ich auch dazu gekommen, ihn zu lesen. Die Ausgabe hat es in sich und lohnt sich auf jeden Fall – aber ich möchte nicht den Eindruck erwecken, hier eine neutrale Rezension zu verfassen, da ich selbst mit einem Artikel im Heft vertreten bin.

Ein Dilemma, aber ich nutze meinen Blog trotzdem, um meine Leseerfahrung der aktuellen Ausgabe hier zu teilen. Das Heft ist zu gut und potenziell interessant für die meisten Leserinnen meines Blogs, deswegen muss ich hier ein paar Worte darüber verlieren und umreiße im Folgenden so neutral, wie es geht, den Inhalt

Frankfurter-Buchmesse-Survival-Guide 

Ein wunderbarer Artikel von Linda Schipp, in dem gezeigt wird, was alles möglich und vielleicht auch nötig ist, um als Autor (nicht nur als Selfpublisher) Buchmessen nicht nur irgendwie zu besuchen, sondern auch effizient zu nutzen. Ich sehe den Beitrag als einen wertvollen Ideengeber, was so alles möglich ist. Einige erfolgreiche Autoren werden hier zitiert, um Einblick in ihre Messevorbereitungen zu geben.

Am Ende fand ich den Tipp von D.B. Granzow am besten, sich auch nicht verrückt machen zu lassen und die Messe vor allem zu genießen. Es ist wie mit allen Tipps – jeder ist wertvoll und bedenkenswert, was man am Ende mit ihnen macht, muss zu einem passen und realistisch sein. Ideen bekommt man auf jeden Fall von Linda Schipp mehr als genug.

E-Book-Distributoren stellen sich vor

Wieso gab es so was nicht früher – und warum habe ich es bisher nicht vermisst? Im Ernst: Ein wirklich essenzieller Beitrag, der die verschiedenen zur Zeit in Deutschland erhältlichen Print-on-Demand-Anbieter miteinander vergleicht. Für Selfpublisher lebensnotwendig. Für alle anderen mindestens interessant.

Das perfekte Autorenfoto

Profifotografin Birgit-Cathrin Duval zeigt, wie es gemacht werden sollte – und wie vor allem nicht. Verdammt. Muss dringend neue Fotos machen …

Social Media – Zeitspartools

Martina Troyer informiert in ihrem Beitrag über Strategien für Autorinnen, sich auf den Social-Media-Kanälen zu präsentieren. Aber auch darüber, wie man Apps einsetzen kann, um seine Strategie zeitsparend umzusetzen.

Mir persönlich hat dieser Artikel nicht viel gebracht, da ich alle Apps schon kenne, teilweise auch schon benutzt und wieder verworfen habe. Sie haben alle viele Vorteile, aber auch den Nachteil, dass sie (wie Troyer auch schreibt) nicht unbedingt wenig Geld kosten, wenn man sie ausreizen will. Mich hat der Nutzen dieser Tools bislang nicht überzeugt. Aber vielleicht werde ich ja noch eines Besseren belehrt.

Die Krux mit der ISBN

Frank Rösner hat den Artikel geschrieben, den ich immer gesucht, aber nirgendwo sonst gefunden habe. Was genau ist eigentlich eine ISBN, wozu braucht man sie, woher bekommt man sie, was kostet sie und welche Alternativen gibt es?

Ein Thema, das sonst immer schnell unterschlagen wird, wenn darüber berichtet wird, wie einfach und kostengünstig Selfpublishing doch ist. Der Teufel steckt im Detail – und die ISBN ist ein sehr entscheidendes Detail. Ich vergebe diesem Text das Prädikat lebensnotwendig.

Erste Bestsellerliste für Print und Digital

Schöner Hinweise darauf, dass es inzwischen eine ehrliche Bestsellerliste gibt, die nicht nur Verkaufszahlen renommierter Printverlage einbezieht, sondern auch Selfpublisher – und siehe da, auch diese sind manchmal auf Platz eins.

In den Rubriken finden sich Artikel zum Thema Plotten (von mir), eine Vorstellung des Thriller-Genres (von Susanne Pavlovic), ein Autorenportrait von Frank Röster, der Newsticker, die Vorstellung der Alliance of Independent Authors (ALLi) von Andrea Gunkler und ein Praxistest der Satzsoftware Scribus.

Fazit:

Gäbe es den sp nicht, müsste man ihn erfinden. Sicherlich kann man sich einen Großteil der Informationen auch im Netz selbst irgendwie zusammensuchen. Doch das dauert und ergibt kein Wissen, das dermaßen gut zusammengestellt und auf den Punkt gebracht ist.

Obwohl ich kein Print-Zeitschriftenleser bin und mir meine Infos lieber selbst zusammensurfe oder im Digitalformat lese, wird bei mir der sp (gleich neben der Federwelt) sorgsam archiviert. Das Magazin steckt voller wertvoller, eigentlich überlebenswichtiger Infos.

Ich kann mich nur wiederholen: Wie auch die ersten beiden Ausgaben ist der sp für alle Autoren – ob Selfpublisher oder Verlagsautor – sein Geld wert. Es schadet nicht, über Vertriebswege und den Herstellungsprozess von Büchern informiert zu sein oder zu wissen, wie ein gutes Autorenfoto aussieht und in sozialen Meiden effizient verbreitet werden kann.