Triff mich beim Berliner Regionaltreffen des Selfpublisher-Verbandes

 

 

Für Kurzentschlossene: Wenn du morgen, Freitag, den 22.09.2017, zwischen 19 und 22 Uhr nichts vorhast und in Berlin bist, dann schau doch beim Regionaltreffen des Berliner Selfpublisher-Verbandes rein. Zusammen mit Axel Hollmann halte ich da eine Präsentation zum Thema »YouTube für Selfpublisher«.

Ort:

Lettrétage – das Literaturhaus in Berlin Kreuzberg – Mehringdamm 61 – 10961 Berlin

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Lass sie dir nicht entgehen: Die neue Ausgabe des Selfpublishers

Ich weiß, ich weiß … Ich schreibe das jedesmal, wenn eine neue Ausgabe des Selfpublishers in meinen Briefkasten flattert. Und ich bin auch nicht der neutralste Leser, das gebe ich zu. Aber die aktuelle Ausgabe mit dem Schwerpunkt auf Apps und Gadgets für Selfpublisher ist wirklich der Hammer. Was kann ich dafür, wenn sich die Redakteure jedesmal selbst übertreffen?

Los geht es mit einem Artikel zum NaNoWriMo, der erfreulich differenziert und ausführlich ist. Jenny Karpe lässt hier keine Fragen offen. Sie präsentiert erfreulich viel Drumherum, das auch für NaNoWriMo-Vetrereanen noch interessant sein dürfte.

Susann Pavlovic stellt sehr amüsant »Write or Die« vor. Eine App, die gegen Schreibblockaden helfen soll. Ihren Text muss man gelesen haben. Ob man auch die App braucht, weiß ich nicht … Aber ich habe die Review sehr genossen.

Eine Auswahl an Cloud-Programmen stellt Horst-Dieter Radke vor. Ein Basis-Artikel für alle, die nichts oder nur wenig darüber wissen, welche Vorteile und Fallstricke Cloud-Anwendungen für Autorinnen bereithalten. Obwohl das Thema für mich nicht neu ist, habe ich hier und da doch Überraschendes erfahren und fand es gut, noch einmal einen Überblick zu erhalten. Jedenfalls hat Horst-Dieter Radke mich dazu angespornt, zukünftig mehr in der Cloud zu arbeiten.

Als echten Knaller empfand ich Nina MacKays Vorstellung von Communitys.  Manche kenne und nutzte ich, andere wiederum waren mir neu, da habe ich bestenfalls den Namen schon mal gehört. Ich vermute, es geht vielen Leserinnen meines Blogs ähnlich. Für Selfpublisher auf jeden Fall Gold wert.

Stefan Stern verspricht, dass man mit seinen zehn Tipps zum guten E-Book gelangt. Sein Beitrag ist einerseits sehr basal, andererseits aber auch detailliert genug, um auch erfahreneren Selfpublishern vielleicht noch den einen oder anderen Hinweis mitzugeben. Hat mir sehr gut gefallen. Wie so häufig einer der Texte, für den es sich so richtig lohnt, das Heft zum Nachschlagen zu archivieren.

Entfesselter Tod

 

Rund um den Buchsatz und die entsprechende Software, die man dazu benötigt, informiert Corinna Rindlisbacher. Wiederum liefert Rindlisbacher wie die anderen Autorinnen der Ausgabe einen sehr gelungenen Überblick. Allerdings hätte ich mir hier und da mehr Details gewünscht. Andererseits soll der Beitrag ja kein Handbuch ersetzen.

In ihrem Beitrag »Vom Verlag zum Selfpublishing« berichtet Sandra Henke, wie es ihr dabei ergeht, als Verlagsautorin sich als Selfpublisher zu beweisen. Ein Text, der zum Nachdenken anregt.

In seiner Artikelserie »Recht für Selfpublisher« informiert Rainer Dresen diesmal über Persönlichkeitsrechtsverletzungen. Wiederum wichtig. Bestimmt nicht einer der prickelndsten Texte der Ausgabe (wie das nun einmal mit rechtlichen Geschichten so ist), deswegen aber nicht weniger wichtig und interessant.

Das Interview mit Julia Jenner, das Ingrid Haag führte, fand ich persönlich sehr aufschlussreich. Jenner ist nicht nur Selfpublisher, sondern auch Drehbuchautorin. Es dürfte für Leserinnen meines Blogs ja kein Geheimnis sein, dass ich der Ansicht bin, dass Drehbuchschreiben für Romanautorinnen durchaus interessant ist.

Wie es gelingen kann, als Selfpublisher das eigene Buch im Ausland zu veröffentlichen, erläutert Susanne Mühlhaus. Ein Thema, das bei mir zwar noch lange nicht ansteht, aber über das man als Selfpublisher durchaus nachdenken sollte, selbst wenn man keine konkreten Pläne hat.

Abgeschlossen wird diese Ausgabe mit einem neuen Beitrag der Kolumne »Coverwerkstatt« von Andrea Barth und Markus Weber. Sehr wichtig für alle Selfpublisher, die ihre Cover selbst gestalten wollen oder beurteilen wollen, ob ihre Freelancer gute Arbeit abliefern.

Entfesselter Tod Preview Klappentext

 

 

»Ausgeklügelte Handlungsstränge für Freunde trickreicher Krimis, genug Action sodass auch bei Hardboiled-Fans keine Langeweile aufkommen dürfte und Charaktere mit denen man mitfiebert, lassen die Seiten nur so vorüberfliegen.«

Jan Butte

Lohnen sich digitale Imprints?

Lohnen sich digitale Imprints

Ich erinnere mich noch gut. Als Midnight, das digitale Imprint des Ullstein-Verlags, vor drei Jahren gegründet wurde, stellte sich Marguerite Joly, Projektleiterin digitale Verlagsprogramme bei den Ullstein Buchverlagen. im Rahmen eines Pub’n’pub in Berlin den Fragen des Publikums zu dieser damals recht neuen Form der Veröffentlichung. Um es mal so zu sagen: Sie wurde vom Publikum nicht unbedingt auf Händen getragen.

Für diejenigen, an denen die Entwicklung digitaler Imprints vorbeigegangen ist, hier eine kurze Erklärung: Digitale Imprints sind E-Book-Sparten der Publikumsverlage. Bastei, Carlsen, Knaur, Ullstein und andere Verlage haben in den letzten Jahren »E-Book-Only-Plattformen« gegründet, in denen Autorinnen nicht im regulären Katalog des Verlags erscheinen. Sie werden nicht über den Buchhandel vertrieben und auch nicht – oder zumindest nicht im herkömmlichen Sinne – gedruckt.

So ähnlich hatte auch damals Joly ihre Projekte Midnight und Forever im Rahmen des Berliner Ullstein-Verlages vorgestellt. Die meisten anwesenden Autorinnen – meinem Eindruck nach überwiegend Selfpublisher und/oder Blogger – löcherten Joly mit kritischen Fragen und wirkten – um es vorsichtig zu formulieren – skeptisch.

Heute, drei Jahre später, gewinne ich den Eindruck, dass digitale Imprints keinen guten Ruf genießen. Kritiker meinen, Digitalimprints kombinieren die Nachteile der Verlagsveröffentlichung mit denen des Selpublishings und haben bei Leserinnen einen schlechten Ruf. Es fällt auf, dass Bücher digitaler Imprints nicht ganz vorne in den Bestsellerlisten dabei sind.

Die Frage ist also, lohnt es sich für dich, dein Manuskript bei einem digitalen Imprint einzureichen? Haben die Skeptiker recht? Oder ist diese Form der Publikation besser als ihr Ruf?

Ich würde sagen: Jein.

Kritiker übersehen, dass digitale Imprints durchaus große Vorteile bieten.

Amazon verzerrt in gewisser Weise die Perspektive auf den E-Book-Markt, weil sich hier in den Top 100 häufig Kindle-E-Books tummeln. Nur, wen wundert es, dass bei Amazon vor allem Amazon-Bücher erfolgreich sind und E-Books anderer Anbieter nicht?

Bislang wurden Autorinnen, die nicht direkt bei Amazon veröffentlichten, sondern den Umweg über Digitalimprints wie die des Ullstein-Verlages nahmen, deswegen belächelt.

Aktionen wie Amazon Prime Reading dürften bei einigen dieses Lachen im Halse stecken lassen. Sie zeigen, wie fragil der Erfolg bei Amazon ist, denn er steht und fällt mit den Konditionen die Amazon anbietet – und jederzeit ändern kann und es auch schon mehrfach getan hat.

Digitale Imprints sind hier vielleicht etwas behäbigere Partner, die auch keine so große Gewinnbeteiligung wie Amazon ermöglichen – dafür aber verlässlicher sind und dein E-Book von vornherein wesentlich breiter aufstellen.

So manche Autorinne bei digitalen Imprints verkaufen sich auch ganz ordentlich und stecken einige Selfpublisher mit ihren Absätzen in die Tasche. Es stimmt, echte Bestseller sind bisher noch nicht über ein Digitalimprint veröffentlicht worden – allerdings ist ja bekanntlich auch nicht jeder Selfpublisher automatisch Bestseller-Autorin. Vielleicht ist dies nur noch ein Frage der Zeit, vielleicht ist dies tatsächlich ein strukturelles Problem. Das wird die Zukunft zeigen.

Meiner persönlichen Meinung nach lohnen sich digitale Imprints auf jeden Fall für Erstautorinnen, die keine geübten Coverdesigner sind, selbst nicht in Vorkasse gehen wollen, um Lektorat und Korrektorat zu bezahlen und die keine geborene Marketingexperten sind. Wir reden immerhin über insgesamt rund 3.000 Euro, die ein Selfpublisher in die Veröffentlichung seines Buches investieren muss.

All dies sind Dinge, die Digitalimprints einer Autorin abnehmen. Hier funktionieren sie wie richtige Verlage: Sie entlasten eine Autorin eigentlich um alle wesentlichen Aufgaben, die nicht mit dem Schreiben zu tun haben.

Gut, ums Marketing muss man sich beim digitalen Imprint in gewisser Weise selbst kümmern. Doch das gilt heutzutage eigentlich für alle Autorinnen, ganz gleich, wo und wie sie veröffentlichen. Man denke nur daran, wie viele abgefahrene Marketingaktionen sich Sebastian Fitzek einfallen lässt, obwohl man vielleicht glauben sollte, dass er das nicht „nötig“ habe oder dass diese eigentlich sein Verlag organisieren müsste.

Du solltest nicht vergessen: Bekommst du die Gelegenheit, bei einem Digitalimprint zu veröffentlichen, arbeitest du mit Verlagsprofis zusammen. Du wirst von denselben Leuten betreut, die auch die Autorinnen des Printbereichs betreuen. Du erhältst nicht nur ein professionelles Cover, sondern auch einen professionellen Klappentext, Lektorat, Korrektorat und wirst über die digitalen Kanälen eines Publikumsverlags vertrieben und beworben.

Fazit: Ja, es hat Nachteile bei einem digitalen Imprint zu veröffentlichen. Doch Nachteile lauern überall. Die Vorteile digitaler Imprints sollten nicht zu leichtfertig abgetan werden. Natürlich sind diese Vorteile nichts für jemanden, der ohnehin gerne und gut alle Aufgaben, die eine Veröffentlichung mit sich bringt, erledigen kann und will. Für alle anderen sind digitale Imprints in meinen Augen durchaus mehr als eine Veröffentlichungsform dritter Klasse.