Mein idealer Schreibplatz

Mein idealer Schreibplatz

In einem Interview mit dem Blog Mordsbuch wurde ich neulich gefragt, wo ich denn am liebsten schreibe. Ich habe eine ganze Weile über diese Frage nachgedacht und mich dann dafür entschieden, kurz zu antworten, wo ich tatsächlich die meiste Zeit schreibe: In meinem Wohnzimmersessel. Doch eigentlich ist das nich die richtige Antwort.

Ich schreibe im Wohnzimmersessel, weil es der Ort im Haus ist, an dem ich in Anbetracht der Umstände am besten schreiben kann. Ein Idealer Ort der gar mein Lieblingsschreibort ist er nicht.

Meinen Lieblingsschreibort hatte ich vor Jahren in einer anderen Wohnung. Es war ein relativ großer Schreibtisch, der vor einem großen Fenster stand. Ich konnte rausgucken, sah dann ein paar Pflanzen auf dem Balkon, die Baumwipfel des gegenüberliegenden Parks und vor allem den leeren Himmel.

Der Schreibtisch stand in meinem Arbeitszimmer. In ihm befand sich nichts weiter als Bücher in Regalen und eben der besagte Schreibtisch mit einem Computer darauf und ein Schreibtischstuhl.

Wenn ich so recht überlege, dann war ich an diesem Ort am produktivsten. Das lag auch daran, dass ich damals auch andere Lebensumstände hatte, die mir mehr Zeit zum Schreiben ließen. Aber der Schreibort hat auch etwas dazu beigetragen.

Der richtige Schreibort ist die beste Weg, um Aufschieberitis zu bekämpfen und Schreibblockaden zu überwinden.

Warum war dieser Schreibort damals für diese Zwecke idealer als der Wohnzimmersessel heute?

Das Wohnzimmer ist ein zentraler Ort des Alltags. Hier entspannen wir alle gemeinsam, spielen, empfangen Besuch usw. Natürlich steht hier kein Schreibtisch. Ich schreibe mit dem Laptop auf den Knien. Meistens ist das Wohnzimmer nicht so richtig aufgeräumt. Spielzeug liegt herum oder die Spuren des Besuchs vom letzten Abend sind noch überall zu sehen.

Das ist eigentlich kein Ort fürs kreative Arbeiten. Kreatives Arbeiten erfordert es, in den Fluss zu kommen, neudeutsch auch »Flow« genannt.

Wie man sich das genau vorstellen kann, beschreibt Cal Newport in seinem Buch »Konzentriert arbeiten«, das im Original treffender »Deep Work« heißt, sehr anschaulich am Beispiel C.G. Jungs.

Der berühmte und auch durchaus exzentrische Psychologe, aber sehr produktive Jung hatte sich für sein Arbeit sozusagen eine Festung der Einsamkeit bauen lassen: einen Turm mitten in der Natur ohne Strom. Dorthin zog er sich zurück, um an seinen Schriften zu arbeiten.

Das ist natürlich etwas extrem, aber im Prinzip sieht so der ideale Schreibplatz aus: fernab vom Alltag, ohne Ablenkungen.

Nun sind wir alle nicht dazu in der Lage, uns einen Turm in der Natur bauen zu lassen. Ich schaffe es nicht einmal, einen Schreibtisch vor ein Fenster zu stellen. Aber trotzdem kann man mit den Mitteln, die einem verbleiben, Einiges tun, um in den Flow zu kommen.

Generell ist es gut, einen Schreibtisch zu haben, auf dem möglichst nichts anderes ist, als das, was man zum Schreiben benötigt. Und auch hier ist es eine gute Idee, alles Überflüssige wegzulassen. Das ist der Grund dafür, dass ich nicht mit vielen Notizblöcken, Pinnwänden und Zetteln, physischen Karteikarten usw. arbeite.

Ich verwende auch aus diesem Grund nur meinem Laptop und Scrivener. Für mich ist das die Konzentration auf das Wesentliche.

Ich habe über die Jahre gelernt, in den Flow zu kommen, auch unterwegs und an nicht so idealen Orten. Es gelingt mir nicht immer, aber doch meistens. Eine gute Unterstützung sind für mich Apps wie Noizio, die akustisch dafür sorgen, dass ich meine Umwelt aussperren kann. Visuell habe ich ja ohnehin das Computerdisplay vor mir, das mein Sichtfeld ausfüllt.

Eben deswegen ist es für mich auch so wichtig, keine physischen Notizzettel oder Ähnliches zu verwenden. Müsste ich diese suchen, in ihnen blättern usw. wäre ich aus dem Flow wieder raus. Alles, was ich für das Schreiben benötige, muss auf meinem Display stattfinden, sonst erkenne ich die Störungen in der Umwelt. Ich verlasse dann sozusagen meinen Turm.

Wie du deine unverwechselbare Autorinnenstimme findest

Wie du deine unverwechselbare Autorinnenstimme findest

Die eigene unverwechselbare Stimme zu finden ist eine schwierige Übung – gerade für beginnende Autorinnen. Die unverwechselbare Stimme ist ein Alleinstellungsmerkmal, das durchaus darüber entscheiden kann, ob dein Buch Leserinnen findet oder nicht.

Was ist deine unverwechselbare Autorinnenstimme?

Die unverwechselbare Autorinnenstimme ist nicht mit dem Stil zu verwechseln. Dein Stil ist die Art und Weise, wie du schreibst. Ausschweifend oder knapp, satirisch oder ernsthaft, romantisch oder nüchtern. Stil und Autorinnenstimme haben viel miteinander zu tun, sind aber nicht genau das Gleiche.

Ebenfalls solltest du nicht deine unverwechselbare Autorenstimme mit der Perspektive verwechseln. Perspektive entsteht, wenn du die Welt deiner Romanhandlung aus dem Blickwinkel einer Romanfigur beschreibst – entweder in der Ich-Perspektive oder in einer personalen Perspektive. Je nach Perspektivfigur kann der Stil einer Geschichte sich verändern – deine unverwechselbare Autorenstimme wird jedoch trotzdem erkennbar bleiben.

Die unverwechselbare Autorenstimme ist eine Kombination aus deinem Stil, der Perspektive und deiner Persönlichkeit.

Deine Autorenstimme entscheidet darüber, was du in deinen Romanen zeigst und was du weglässt. Sie ist etwas sehr Subtiles, schwer Greifbares. Sie ist sozusagen ein Teil deiner Persönlichkeit, der in deinen Roman einfließt, weil nur du ein Thema auf eine ganz bestimmte Weise mit einer ganz bestimmten Sprache behandeln kannst.

Hier eine Handvoll Tipps, wie du entspannt und gleichzeitig effektiv deine unverwechselbare Autorinnenstimme finden kannst:

1. Denke beim ersten Projekt nicht über deine Stimme nach

Das Schreiben eins Romans ist eine so große und fordernde Aufgabe, die auf so vielen Ebenen Anstrengungen erfordert, dass deine Autorinnenstimme etwas ist, dass du am Anfang vernachlässigen kannst.

Plot, Figuren, Spannung … Das sind zunächst einmal für einen Unterhaltungsroman wesentlich wichtigere Elemente, an denen Erstautoren arbeiten müssen.

Überhaupt lesbar zu schreiben, ist zunächst eine Herausforderung.

Deine Autorinnenstimme sollte nur bedingt etwas sein, worüber du bewusst nachdenkst. Es wird einfach viel Übung erfordern und einige Romane dauern, bis du sie gefunden hast.

2. Schreibe von deinen Vorbildern ab

In der bildenden Kunst ist es üblich, dass Studenten erst einmal abmalen, bevor man mit eigenen Bildern beginnen.

Bands covern häufig erst ihre Lieblingssong, bevor sie eigene schreiben.

Nur in der Literatur ist es aus unerfindlichen Gründe verpönt, von Vorbildern abzuschreiben, bevor man eigene Romane schreibt. Dabei ist es eigentlich eine gute Idee.

Lies ein Kapitel oder eine Szene eines Romans deiner Lieblingsautorin. Lies den Text intensiv, wenn es sein muss mehrmals.

Schlag danach das Buch zu und versuche den Text so getreu wie möglich aufzuschreiben.

Der Text, den du auf diese Weise produzierst, wird in gewisser Weise deine Version des ursprünglichen Textes  sein, in dem schon eine Menge von deiner eigenen Stimme steckt. Nur fängst du eben auf diese Weise nicht bei null an.

Wiederhole diese Übung viele Male mit unterschiedlichen Texten verschiedener Autorinnen, die dich aber gleichermaßen faszinieren. Auf diese Weise wird deine Autorinnenstimme geschult.

Um es noch einmal zu betonen: Dieser Tipp soll dich dazu anregen zu üben – nicht Romane abzuschreiben, um sie hinterher zu veröffentlichen.

3. Schreibe frei

Wenn du genug abgeschrieben hast, schreibe einfach drauflos. Irgendwas. Denke nicht über Plot oder Figuren nach. Versuche in einen Fluss zu kommen. Auch dieser Text ist nicht dazu da, damit daraus ein veröffentlichungsreifer Roman entsteht.

Stattdessen solltest du ihn dir nach einer gewissen Pause aufmerksam lesen. Was gefällt dir? Was missfällt dir? Versuche Muster zu erkennen und arbeite an ihnen.

Wenn du Tagebuch schreibst, dann nimm dir das vor. Versuche deinen eigenen Text zu analysieren. Welche Passagen gefallen dir, welche vielleicht nicht?

4. Beschäftige dich mit Grammatik

Deine unverwechselbare Autorinnenstimme hat auch damit zu tun, dass du grammatikalische Regeln brichst oder zumindest dehnst. Bevor du gegen Grammatik verstößt, solltest du auch genau wissen, was du da eigentlich treibst.

Wenn du dich mit Grammatik auskennst, kannst du auch manche Phänomene, die dir gefallen, genauer benennen, analysieren und auch verfeinern.

5. Beschäftige dich mit Moral

Da deine Autorinnenstimme sozusagen deine Persönlichkeit ist, die in deine Texte einfließt, kann es helfen, deine eigene Weltsicht genauer zu reflektieren:

Was ist für dich das Wichtigste im Leben? Was sind die Dinge, die dich aufregen und bewegen? Was erwartest du von einer guten Geschichte? Soll sie das Leben abbilden, wie es ist oder wie es sein sollte?

Warum halb-realistische Monster am besten funktionieren – Ein Gastartikel von John Paxing

Warum halb-realistische Monster am besten funktionieren

Vor knapp zwei Monaten erschien der erste Gastartikel des Horror-Autors John Paxing auf meinem Blog: »Warum wir Monster lieben«. Ich freue mich sehr über Johns Rückkehr. Viel Spaß mit diesem Artikel, von dem ich viel lernen konnte. Mehr über John auf seinem lesenswerten Blog Jpaxing.wordpress.com.

Die Stimmung passt, die Protagonisten sind interessant, die Geschichte fängt vielversprechend an. Zeit für das, was in vielen Horror-Storys irgendwann kommen muss: Das Monster. Bei der Erschaffung von Monstern können Autoren ihre Kreativität Amok laufen lassen, schließlich gibt es sie ja nicht wirklich – oder?

Es stimmt: Grenzen gibt es eigentlich nicht. Ob Riesen-Seeschlange, Zombie oder Killer-Teddy – richtig eingesetzt kann alles gruselig sein. Aber es gibt einen Trick, dessen sich John Carpenter, Stephen King und andere Monster-Erschaffer immer wieder bedienen. Der Trick besteht darin, sich nicht zu weit von dem zu entfernen, was wir aus unserer Umwelt kennen. Am gruseligsten sind für Menschen auf der ganzen Welt diejenigen Monster, die auf einer realen Gefahr basieren – und damit nur zum Teil unrealistisch sind. Dieses Phänomen ist sogar der wissenschaftlichen Forschung bekannt: Unsere Angst vor Monstern rührt nämlich von einer sinnvollen, tief in uns verankerten Emotion her, und das ist die Angst vor unseren drei wichtigsten Feinden: Fressfeinde, Gifttiere und aggressive Mitmenschen .

Diese Angst hat sich über millionen von Jahren in der Evolution des Menschen als erfolgreiche Strategie etabliert, dank derer wir diesen Gefahren erfolgreich ausweichen können, ohne erst riskantes Versuch-und-Irrtum -Lernen durchlaufen zu müssen. Mit anderen Worten: Die Angst vor dem bösen Wolf ist genetisch festgelegt. Denn ein Kind, das zum ersten Mal einem tödlichen Tier gegenüber steht, sollte nicht erst nachdenken müssen, bevor es wegläuft. Angst ist unser angeborenes Alarmsystem, und mit guten Horror-Geschichten lässt sich der Alarm genauso auslösen wie im realen Leben durch den Anblick gefährlicher Tiere.

Wenn man sich klar macht, dass unsere Angst vor dem Monster einer Horror-Geschichte nichts anderes ist als die Urangst vor feindlichen Menschen und Tieren, versteht sich von selbst, dass wir für die Erschaffung eines Monsters gar nicht weit ausholen müssen. Selbst Stephen King, dem es nun wirklich nicht an Fantasie mangelt, verwurzelt seine erfolgreichsten Monster in der Realität, oft sogar im Menschen selbst: Das überirdische Monster in »Es« erscheint seinen Opfern als Clown, der kleine Gage kehrt vom »Friedhof der Kuscheltiere« als fieses, untotes Kind zurück, und in »The Shining« ist es der Vater, der durchdreht und seine Familie umbringen will. Auch Tiere verwandelt Stephen King immer wieder in Monster, ohne sie groß zu verändern: »Cujo« ist beispielsweise ein tollwütiger Hund, und »Das Mädchen« wird – ACHTUNG SPOILER! – in letzter Sekunde vor einem gewöhnlichen Bären gerettet.

Waren es früher Werwölfe, so boomt der Markt in letzter Zeit mit Zombies und Vampiren, also Wesen, die teils Mensch, teils Fiktion sind. Dass wir uns vor solch halb-realistischen Wesen fürchten, obwohl wir wissen, dass es sie nicht geben kann, liegt daran, dass unser Alarmsystem nur auf eine schwammige »Schablone« des Feindes ausgerichtet ist. Es liefert kein 100%ig festgelegtes Bild vom Feind, denn es muss flexibel und lernfähig bleiben, damit wir uns an neue Gefahren in unterschiedlichen Umgebungen anpassen können.

Vampire und Zombies beispielsweise sprechen unsere Angst vor dem aggressiven Mitmenschen an, und unserem Gehirn ist grundsätzlich egal, warum dieser Mensch uns töten will. Ob durch einen uralten Fluch in Rage versetzt, mit einem verhaltensändernden Virus angesteckt oder weil er gerade im Poker verloren hat. Solange er es auf uns abgesehen hat und gefährlich wirkt, löst er in uns die Urangst aus, die den Menschen über die gesamte Evolutionsgeschichte hat überleben lassen. Dasselbe gilt entsprechend für tierische Feindbilder: Große, gut bewaffnete oder giftige Tiere lösen recht undifferenziert Angst aus. Sagen wir, es gibt die Schablone »großer Fressfeind mit Klauen und Fell«. Ob wir nun von einem gewöhnlichen Braunbären oder Tiger angegriffen werden, oder von einem fliegenden Leoparden mit glühenden Augen: Sie sind alle nur Varianten des Arche-Angst-Typs »Fressfeind mit Klauen und Fell«.

Warum schlechte Rezensionen auf Amazon auch gut für dich sind

Warum schlechte Rezensionen auf Amazon auch gut für dich sind

Du hast deinen Roman endlich veröffentlicht. Nach der vielen Arbeit ist die Aufregung groß. Nichts wünschst du dir mehr als tolle Rezensionen. Und dann trudeln Drei-, Zwei oder sogar nur Ein-Stern-Rezensionen ein. Der Weltuntergang?

Eine Frage der Perspektive

Das Ärgerliche an schlechten Rezis – du wirst dich mit ihnen mehr beschäftigen, als dir guttut. Das gehört zum Autorenalltag. Du kannst noch so viele Vier- oder Fünf-Sterne-Rezensionen haben – diese eine miese Rezi wird dich nachts nicht schlafen lassen.

Einerseits ist das ganz normal. Andererseits ist es an dieser Stelle wirklich wichtig, sich immer wieder klar zu machen, dass man es als Autorin nun einmal nicht allen Leserinnen recht machen kann oder sollte. Ein paar schlechte Rezensionen im Verhältnis zu einigen guten zeigen eigentlich nur, dass du es richtig gemacht hast.

Welches großartige und erfolgreiche Werk wird nicht negativ bewertet? In der Regel gilt: Je erfolgreicher und beliebter ein Roman ist, desto heftiger wird er auch angegriffen. Sebastian Fitzek hat nicht nur Fans, sondern auch Leute, die seine Bücher wirklich, wirklich mies finden. Trotzdem stehen die Leute auf den Buchmessen kilometerweit für seine Signierstunden an.

Schlechte Rezis sagen dir also nicht unbedingt, dass dein Roman schlecht ist. Sie sagen vor allem erst einmal, dass es Leserinnen gibt, die nichts mit deinem Roman anfangen können, ihn aber trotzdem gelesen haben. Das ist eigentlich nichts Schlechtes.

Die Wahrheit steckt zwischen den Zeilen

Häufig äußern sich Leserinnen nicht direkt in Rezensionen, manchmal vielleicht, weil sie selbst nicht so genau wissen, was ihnen nicht gefällt. Das ist okay. Leserinnen müssen ja (zum Glück!) keine studierten Literaturkritiker sein. Sie können häufig nur sagen, was ihnen nicht gefallen hat, nicht warum. Es ist deine Aufgabe als Autorin, deinen Frust über die miese Bewertung herunterzuschlucken und dies herauszufinden und für dich die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Bedenke: Immerhin hat sich die Rezensentin die Mühe gemacht, eine Kritik zu schreiben. Das tut sie nicht, um dein Autorenleben noch schwerer zu machen, als es ohnehin schon ist. Dein Roman ist ihr nicht gleichgültig. Er hat sie bewegt. Natürlich wäre es schöner, er hätte sie begeistert, aber die Welt ist nun einmal nicht perfekt.

Was genau hat sie so sehr bewegt? Warum? Ist das schlechte Gefühl, das hinter der Rezension steckt, vielleicht sogar gut für dich?

Patricia Bloch, die Hauptfigur meiner Young-Adult-Romane »Tödliche Gedanken« und »Tödliche Wahrheit«, bekommt gemischte Reaktionen. Von »Patricia trifft genau mein Lebensgefühl, ich kann mich super mit ihr identifizieren.« bis hin zu »Patricia ist total nervig.« habe ich Statements zu ihr in Rezensionen gesammelt.

Natürlich ist es schade, wenn Leserinnen die Hauptfigur nervig finden und dem Roman deswegen drei oder zwei Sterne geben. Andererseits: Patricia ist eine hochbegabte, junge Erwachsene, die sich unverstanden fühlt, ihren Weg in der Welt finden will, unsicher ist und in dieser Unsicherheit in eine Verteidigungshaltung verfällt, die sie häufig anecken lässt. Wenn eine Leserin so eine Figur als nervig empfindet, dann heißt das eigentlich nur, dass ich die Persönlichkeit der Figur auch gut getroffen habe.

Manchmal haben schlechte Rezis auch weniger etwas mit der Qualität deines Romans und mehr mit der Erwartungshaltung der Leserinnen zu tun. Rezis wie: »Schon ganz spannend, aber eigentlich mag ich solche Bücher gar nicht.« weisen darauf hin, dass dein Roman nicht die richtige Zielgruppe gefunden hat. Hier kannst du überlegen, ob vielleicht das Cover deines Romans geändert werden sollte oder er in anderen Kategorien bei Amazon einsortiert werden muss.

Aber sind schlechte Rezensionen nicht schlecht für deine Verkäufe?

Ja und nein. Eigentlich haben Rezensionen und Verkäufe nicht unmittelbar etwas miteinander zu tun. Wichtiger als Fünf-Sterne-Rezensionen ist die Sichtbarkeit des Romans. Wie du diese erreichst, ist ein anderes Thema.

Es kann sogar besser sein, wenn dein Roman neben tollen Rezensionen auch durchschnittliche und ein paar schlechte hat. Dies wirkt auf viele potenzielle Kunden ehrlicher. Unter manchen ist die Haltung verbreitet, mit einem Roman, der nur Fünf-Sterne-Rezensonen hat, stimme etwas nicht.

Sieh dir einfach die Top-100-Romane bei Amazon an und du wirst sehen, dass die meisten davon durchaus gemischte Rezensionen haben.

Neuer YouTube-Channel: Crime und Co – eine Viertelstunde Verbrechen

 

Mein bester Freund, Autorenkollege und Writing Buddy Axel Hollmann und ich haben einen neuen Youtube-Channel ins Leben gerufen. Mit den SchreibDilettanten produzieren wir ja jede Woche eine neue Folge für Autorinnen. Das neue Format Crime und Co. wendet sich nun an Leserinnen, vor allem von Krimis und Thrillern.

Axel und ich stellen in Crime und Co. wöchentlich jeder ein Buch, einen Film, eine Fernsehserie, Spiel oder was auch immer aus dem Bereich Krimi und Thriller vor, die uns beeindruckt haben.

Schau doch mal vorbei. Und wenn dir die erste Folge gefällt, würde ich mich freuen, wenn du den Channel abonnieren, liken und/oder weiterempfehlen würdest.

Viel Spaß!

 

Meine Leipziger Buchmesse 2017 #lbm17

Für am 25.03.2017 machte ich mich auf den Weg von Berlin nach Leipzig. Es war so früh, dass es zwar gerade mal hell war, aber die Gaslaternen bei mir noch brannten.

Am S-Bahnhof Treptower Park angekommen, musste ich feststellen, dass meine S-Bahn dort endete und nicht, wie auf der App ausgewiesen, bis zum S-Bahnhof Ostkreuz fuhr. Also musste ich die Strecke laufen. Prinzipiell keine so große Hürde – wenn ich nicht darauf angewiesen gewesen wäre, meinen Zug nach Leipzig pünktlich am Hauptbahnhof zu erwischen.

Das sorgte schon ein wenig für morgendliche Aufregung.

Immerhin verschaffte mir der Spaziergang die Gelegenheit, schicke Fotos zu machen. Auch gut.

Knapp erwischte ich die S-Bahn am Bahnhof Ostkreuz und schaffte es bis 7:25 Uhr rechtzeitig zum Gleis 2 auf dem Hauptbahnhof … um zu erfahren, dass mein Zug nach Leipzig Verspätung hat …

Wieder einmal habe ich auf diese Weise mit der Reise zum Hauptbahnhof innerhalb Berlins länger gebraucht als mit dem Zug nach Leipzig. Aber was soll’s.

Auf dem Messegelände angekommen gab es den nächsten Dämpfer: Trotz meiner Autorentätigkeit für den Selfpublisher wollte man mich dort nicht akkreditieren. Schade. So kam ich nicht in den Genuss eines Presseausweises. Und ich brauchte länger, um die Messe zu kommen, was dazu führte, dass ich schon mal die ersten spannende Dinge verpasste.

Nicht verpasst habe ich Axel Hollmann und diese Zuschauer der SchreibDilettanten.

Und Axel und ich haben es geschafft, rechtzeitig beim Meet & Greet des Autorensofas einzutreffen und ein paar Fotos zu schießen.

Dort trafen Axel Hollmann und ich auch noch Elvira Ziegler und Chris Karlden. Eine sehr angenehme und sympathische Gesprächsrunde, die nach einer Wiederholung und Vertiefung schreit.

Anschließend sahen Axel und ich beim Stand von Midnight by Ullstein vorbei und trafen dort Roland von Büchergefahr.de, der ein Interview mit uns führte.

Natürlich konnten Axel und ich es uns auch nicht verkneifen, ein typisches Messefoto zu schießen.

Im Anschluss schwirrte Axel, der schon am Freitag zur Messe angereist war, wieder ab in Richtung Heimat. Doch er hat seine Spuren auf der Messe hinterlassen. Zum Beispiel am Stand von Papyrus Autor.

Ich verbrachte noch eine Weile am Stand der BartBroAuthors und traf dort auf weitere Zuschauer und Zuschauerinnen der SchreibDilettanten, Fans meiner Bücher und Leserinnen meines Blogs. Vielen Dank an dieser Stelle an das viele tolle Feedback. Hat mich umgehauen.

Nach meinem Standdienst schnackte ich noch ein wenig mit Sandra Uschtrin von der Federwelt und dem Selfpublisher und machte mich dann auf zum Meet & Greet der BartBroAuthors – das ich nicht fand.

Die Zeit drängte, mein Zug nach Berlin fuhr schon um 17:20 Uhr vom Hauptbahnhof in Leipzig ab, sodass ich auch nicht länger suchen konnte. Sehr schade. Noch mehr nette Menschen und tolle Gespräche verpasst.

Aber zum Glück ist ja auch Frankfurt schon wieder gar nicht mehr so lange hin und auch die nächste Leipziger Messe kommt bestimmt. Ich freue mich jedenfalls drauf und schwelge jetzt schon in Erinnerungen an die diesjährige Leipziger Messe.

Wie du deine Leserinnen von den Socken haust (erfährst du in Annika Bühnemanns WOW-Kurs)

Wirklich fesselnde Bücher zu schreiben, die deinen Leserinnen am Ende im Gedächtnis bleiben, ist keine Zauberei, sondern Handwerk. Annika Bühnemann zeigt dir in ihrem Online-Kurs.

Falls du einen inhaltlichen Ausblick gewinnen willst, worum es in dem Kurs geht, findest du auf Annikas Website eine Kurzfassung in Textform:

Die Anmeldung ist noch bis zum 31.03.2017 möglich.