Die Checkliste für das packende Finale deines Romans

Die Checkliste für das packende Finale deines RomansDer Anfang deines Romans gilt gemeinhin als sein wichtigster Teil. Nach den ersten Seiten entscheiden nicht nur Leser häufig, ob Sie deine Geschichte lesen – und somit dein Buch kaufen – wollen. Vor allem auch Agenturen und Verlagsmitarbeiter prüfen anhand des Anfangs, ob ein Manuskript für sie in Betracht kommt.  Doch wenn du einen nachhaltigen Eindruck beim Publikum hinterlassen willst, musst du ein sensationelles Finale schreiben.

Das Finale entscheidet darüber, wie dein Roman in Erinnerung bleibt.

Wichtig: Es hat wenig mit der Qualität deines kompletten Buches zutun.

Du kannst ein hervorragendes Buch mit einem mittelmäßigen Ende schreiben – und die meisten Leser werden deinen Roman als mittelmäßig in Erinnerung behalten.

Schlimmer noch: Dein Roman kann der spannendste und anspruchsvollste aller Zeiten sein – stimmt das Ende nicht, werden die allermeisten ihn zornig in die Ecke werfen und jedem von seiner Lektüre abraten.

Menschen sind so. Für uns zählt weniger das Erlebnis selbst als die Erinnerung an ein Erlebnis. Soll heißen: Auch wenn sich deine Leser großartig mit deinem Roman amüsieren, ruiniert ein schlechtes Finale Ihr komplettes Erlebnis in ihrer Erinnerung. Wie viel Spaß sie bis dahin mit einem Roman hatten, verschwindet einfach aus ihrem Bewusstsein.

Darüber kann man lange philosophieren und lamentieren. Aber es ist einfach so.

Wenn du also nachhaltigen Erfolg mit deinen Büchern erzielen möchtest, musst du vor allem viel Zeit und Energie in das Finale deiner Romane investieren.

Kurze Randbemerkung: Leider funktioniert das Umgekehrte nicht. Ein mittelmäßiger oder schlechter Roman wird in der Erinnerung deiner Leser leider nicht dadurch besser, dass du ihm ein sensationelles Ende verpasst. Schlechter Erinnerungen wiegen bei den meisten Menschen einfach schwerer als positive.

Nachdem deutliche geworden sein sollte, wie überlebenswichtig ein wirklich mitreißendes Finale für deine Autorenkarriere ist, stellt sich natürlich die Frage, was denn eigentlich ein wirklich tolles Finale ist.

Leider ist diese Frage weitaus schwieriger zu beantworten, denn natürlich hat hier jeder Leser mehr oder weniger seine eigenen Maßstäbe und sein eigenes Empfinden.

Das Finale eines Romans besteht in der Regel aus der letzten großen Konfrontation, die zu der Lösung des Hauptkonflikts führt und allem, was danach kommt. Das Finale kann also aus über mehrere Kapitel erzählt werden. Es kann allerdings auch nur aus einer großen Szene bestehen.

Denke zum Beispiel an das Finale der Herr-der-Ringe-Filmtriologie »Die Rückkehr des Königs«. Das Finale besteht hier aus einem guten Dutzend Szenen, die zumindest gefühlt so lang sind wie ein ganzer Film.

Demgegenüber haben beispielsweise die meisten Actionfilme eine große Szene, in der die Konfrontation mit dem Schurken abgehandelt wird, und vielleicht noch maximal eine Handvoll Szenen, in denen gezeigt wird, was mit den Figuren nach der Bewältigung des Hauptkonfliktes geschieht. Nimm eine beliebige Folge der Die-Hard-Serie.

Besteht dein Finale aus der größten Auseinandersetzung der Geschichte? Kein anderer Konflikt des Romans darf das Finale überstrahlen, sonst verpufft seine Wirkung. Die finale Konfrontation ist nicht nur die emotionale Belohnung für den Helden deiner Geschichte, sondern auch für deine Leser. Sie fühlen sich betrogen, wenn sie am Ende nur den zweitbesten Konflikt erfahren.

Lernt dein Held durch die letzte Konfrontation etwa Entscheidendes? Seine Persönlichkeit sollte sich aufgrund der Erfahrungen, die er im Finale macht, verändern.

Werden die losen Enden des Plots im Finale aufgegriffen und befriedigend beantwortet? Es darf nichts Neues an dieser Stelle eingeführt werden. Kann der Held den Hauptkonflikt nur deswegen lösen, weil er sprichwörtlich ein weißes Kaninchen aus dem Hut zaubert, das der Leser zuvor nie zu Gesicht bekommen hat, ist das keine befriedigende Lösung. Das bedeutet auch, dass der Held den Konflikt selbst lösen muss. Er darf durchaus Unterstützung erfahren, aber es darf keinen Deus ex machina geben, der für ihn das Finale bewältigt.

Ist das finale verblüffend, ohne aus der Luft gegriffen zu wirken? Ein packendes Finale muss im Nachhinein für den Leser gleichermaßen überraschen wie nachvollziehbar sein. Eine gute Geschichte liefert alle Puzzleteile zur Lösung des Hauptkonfliktes, ohne jedoch zu verraten, wie sie angeordnet werden müssen.

Das Finale muss der spektakulärste Moment deines Romans sein, der den Leser wie keine anderer erstaunt und begeistert, aber auch mit dem beruhigenden Gefühl hinterlässt, dass alles, was er gelesen hat, einen Sinn ergibt.

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10 Antworten auf “Die Checkliste für das packende Finale deines Romans”

  1. Hallo Marcus – mir begegnet das so oft…als Leser merke ich oft wie die Geschichte im letzten Drittel nur noch zu Ende sein möchte. Die oder der Autor sprinten dann beinahe zusammenhangslos auf das Ziel zu ohne auf ihre Leser zu achten – wie schade.

    Ein Satz hat mich sehr beeindruckt „Menschen sind so.“ Den werde ich gerne zitieren.

    Grüße Andi

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      1. Das verstehe ich. Ich finde, der Leser darf am Ende eines Buches nicht in der Luft hängen. Aber wenn es wie in meinen „Geschichten aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ einen darunterliegenden globalen Plot gibt, sollte das Ende eine Vorahnung darauf enthalten, wie die Geschichte weitergehen könnte. 😉

        Gefällt 1 Person

  2. Hat dies auf Nekos Geschichtenkörbchen rebloggt und kommentierte:
    Bei der Kunst eines guten Ende kanns man sich übrigens auch bei den Star Wars Filme inspirieren lassen.
    Andererseits gibt es auch ein paar andere Dinge die man am Ende beachten sollten. Unter anderem gehört das Auflösen wichtiger Handlungsstränge dazu.
    Ich persönlich mag Geschichte nicht, die sich erst aufbauen und dann mit einem Knall zu einem Ende geführt werden, wo man das Gefühl hat, dem Autor ist die Luft ausgegangen.
    Ein packendes Finale gehört genauso zur Gänze zum Buch wie der Rest.

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  3. Danke für den Beitrag, war für mich gerade sehr gut, mir das durchzulesen und dahingehend mein zukünftiges Romanende zu überprüfen…
    Ich persönlich, und da scheiden sich auch die Geister, liebe offene enden… Also nicht in dem Sinne, dass offen bleibt, ob der Konflikt gelöst wird, ich finde das meistens nicht sehr wirkungsvoll… Aber in die Richtung, dass der Konflikt gelöst wird, aber gleichzeitig in einer gewissen Weise ein Schlag in die magengrube ist(was nicht heißt dass es unbedingt schlecht ausgeht) und man dann abrupt aufhört, sodass man als Leser dasitzen und denkt WTF…
    Aber wie gesagt, das. Mögen auch nicht alle ^^

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    1. Ich weiß genau, was du meinst. Ja, ich liebe solche Enden auch. Aber alle meine Testleser schlagen dabei immer die Hände über den Kopf. Und auch Lektoren und Verlagsmitarbeiter sind nach meiner Erfahrung von solchen Enden nicht begeistert.

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