Vom Heftromanautor zum Selfpublisher – Ein Gastbeitrag von Martin Barkawitz

Martin Barkawitz Vom Heftromanautor zum Selfpublisher

(c) Foto: Sonia Wohlfarth

Ich freue mich sehr darüber, mal wieder einen Gastbeitrag präsentieren zu dürfen. Der erfahrene Heftromanautor und Selfpublisher  Martin Barkawitz gibt einen Einblick in seinen Werdegang als Autor und in sein Schaffen.

»Heftromane schreiben ist doch eierleicht!« Stimmt genau – und zwar aus denselben Gründen, die einen gut trainierten Läufer bei einem Marathon nach 42,195 Kilometern problemlos über die Ziellinie preschen lassen. W
er jeden Monat kontinuierlich zwischen 60.000 und 80.000 Wörter (oder mehr) zu Papier bringt, für den fühlt sich diese Tätigkeit als das an, was sie ist – gewohnte Arbeitsroutine.

Als ich 1997 für die Jerry Cotton Serie zu schreiben begann, war von Selfpublishing noch keine Rede. Wer damals ein Buch auf eigene Faust herausbrachte, hatte schlicht und einfach keinen Verlag gefunden. Meistens deshalb, weil sein Manuskript zu grottig oder zu abseitig war. Oder beides. Damals wie heute sind Verlage nämlich keine Wohltätigkeitsunternehmen, obwohl einige Newcomer-Autoren das immer noch zu glauben scheinen.

Von den fast dreihundert Romanen, die ich bis heute produziert habe, liegen die Veröffentlichungsrechte von so manchem Buch inzwischen wieder bei mir. Außer Krimis habe ich auch diverse andere Genres ausprobiert: Western, Horror, Young Adult, Fantasy, Steampunk. Meine heutige Soko-Hamburg-Serie um die Kommissarin Heike Stein erschien ursprünglich als Taschenheft in einem mittlerweile in Konkurs gegangenen Verlag. Was lag also näher, als die Krimis noch einmal auf eigene Faust herauszubringen?

Als Heftromanautor muss man sich allerdings weder über Werbung noch über Cover oder Lektorat den Kopf zerbrechen. Man gibt sein Manuskript beim Verlag ab, das dann (bei Stammautoren) meist ungelesen angekauft wird. Eine Woche später ist das Pauschalhonorar auf dem Konto. Wenn man Glück hat, wird der Roman Jahre später erneut aufgelegt, wofür es noch einmal Zaster gibt. Aber ansonsten kann man sich ganz auf das Schreiben konzentrieren. Man bekommt auch den Roman nicht zum Überarbeiten zurück, wie es bei Taschenbüchern und Hardcovern üblich ist. Dafür fehlt im Heftromangeschäft einfach die Zeit, denn die Serien erscheinen ja wöchentlich oder vierzehntägig. Wenn der Lektor die Story als zu schlecht/ungeeignet ansieht, wird das Manuskript einfach abgelehnt.

Wenn ein Autor beispielsweise in einem Roman Jerry Cotton sterben lassen würde, lägen die Veröffentlichungschancen bei Null.

Den größten Vorteil beim Selfpublishing sehe ich darin, dass man in einem ähnlich schnellen Rhythmus wie beim Hefteschreiben veröffentlichen kann. Du wirst kaum einen Verlag finden, der mit dir zwölf Taschenbücher pro Jahr macht. Als Selfpublisher kannst du dieses Pensum problemlos bewältigen, du musst nur einen guten Lektor und einen guten Coverdesigner haben. Außerdem ist es Dank SP auch möglich, mit Kurzgeschichten nennenswerte Beträge zu verdienen, was im traditionellen Verlagsgeschäft illusorisch ist.

Viele Heftromanautoren, die ich kenne, haben sich heutzutage mit SP ein solides finanzielles Standbein aufgebaut. Selbst Romane, die Flops zu sein scheinen, bringen über die Jahre hinweg ein stetiges (passives) Einkommen: Einnahmen von zehn Euro würden wohl die meisten Selfpublisher als mickrig betrachten. Doch wer hundert Romane in dieser „Preisklasse“ hochgeladen hat, kriegt Monat für Monat immerhin tausend Ocken aufs Konto überwiesen.

Ich schreibe immer noch für mehrere Verlage und möchte diese Zusammenarbeit nicht missen. Doch mit dem Selfpublishing hat sich für Autoren eine fantastische Möglichkeit aufgetan, der eigenen Kreativität ungezügelten Lauf zu lassen. Man muss sie nur richtig nutzen und darf den kontinuierlichen Lernprozess nicht scheuen.

Mehr Infos über Martin Barkawitz sowie ein kostenloses E-Book gibt es hier: www.autor-martin-barkawitz.de

Entfesselter Tod

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7 Antworten auf “Vom Heftromanautor zum Selfpublisher – Ein Gastbeitrag von Martin Barkawitz”

  1. Der Erfolg gibt ihm Recht. Das fällt mir als Erstes ein, nachdem ich seinen Roman „Brückenteufel“ soeben beendet habe. Absolut nicht meinem Geschmack entsprechend. Die Tatsache, dass er damit Geld verdienen konnte und immer noch kann (ich nehme dabei jetzt mal an, dass seine übrigen Romane vergleichbar sind), lässt aber vermuten, dass es eben doch Leute gibt, die nichts Anspruchsvolleres wollen. Das bestätigen im Übrigen auch die Bewertungen auf Amazon, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann.

    Wenn ich irgendwann mit Schreiben anfange (damit meine ich jetzt Romane, nicht Blog-Kommentare), dann sind Autoren wie Barkawitz wohl der Grund dafür.

    Gefällt 1 Person

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