Rivalität und Rationalismus: Die Ursprünge von »Entfesselter Tod«

Entfesselter Tod Preview Klappentext

Romane entstehen nicht aus dem Nichts heraus. Mein demnächst erscheinender Thriller »Entfesselter Tod« bildet da keine Ausnahme. Ich bin einmal in mich gegangen und habe darüber nachgedacht, was mich eigentlich alles zum Schreiben des Romans gebracht hat. Hier ein paar der wichtigsten Quellen, die mich inspiriert haben:

Eine der wichtigsten Inspirationen für »Entfesselter Tod« war für mich die Biografie Harry Houdinis. Wer sich mit ihr beschäftigen möchte, macht mit der Min-TV-Serie »Houdini« nichts falsch. Sie ist dramatisch, spannend, hat schöne Bilder, fängt die Zeit und das Milieu Houdinis gut ein und ist damit nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch lehrreich.

Das Interessante an Harry Houdini ist für mich weniger, dass er ein hervorragendes Bühnenmagier war. Was ihn besonders wichtig macht, ist sein Talent zur Selbstvermarktung. Was die Medienwirksamkeit angeht, war er nicht nur auf der Höhe der Zeit, sondern eher seinen Zeitgenossen weit voraus.

Sich zum Beispiel aus einer Zwangsjacke zu befreien, ist kopfüber von einer Kette über den Straßen der Großstadt hängend nicht schwieriger als im Stehen auf einer Bühne. Aber Houdini war sehr bewusst, dass die Wirkung einfach spektakulärer war. Also tat er das, was andere nur im Varieté zeigten, in der Öffentlichkeit zur Mittagsstunde in einem außergewöhnlichen Rahmen und warb damit perfekt für seine Shows und natürlich für seinen eigenen Mythos, an dem er selbst stets unermüdlich feilte.

Für mich besonders interessant: die enge Verbindung zwischen Harry Houdini und Arthur Conan Doyle. Gerade als Krimi- und Thriller-Leser und vor allem als großer Sherlock-Holmes-Fan, fasziniert es mich, dass diese beiden so unterschiedlichen Figuren miteinander bekannt, ja sogar befreundet waren.

Zentral ist hier für mich das unterschiedliche Verhältnis zwischen Houdini und Doyle zum damals so populären Spiritismus. Arthur Conan Doyle, der mit Sherlock Holmes den rationalen Detektiv erfunden hatte, der die Naturwissenschaft mit Ermittlungsarbeit verband, war ein große Anhänger des Spiritismus, wohingegen Houdini ein radikaler Skeptiker war.

Das empfinde ich schon fast als einen Witz der Geschichte. Der geistige Vater der Detektivgeschichte, die auf Logik setzte, glaubte an Geister, wohingegen der Zauberer, der auf der Bühne so tat, als gäbe es Magie, in Wirklichkeit ein Verfechter  der Wissenschaft war und sich sogar darum bemühte, Spiritismus als die Scharlatanerie zu entlarven, die sie war.

Sherlock Holmes ist dabei ein weiteres gutes Stichwort. Gerade in seiner aktuellsten und bekanntesten Inkarnation, in der TV-Serie »Sherlock« begeistern mich diese klassischen Detektivgeschichte und vor allem die Figur des Meisterdetektivs selbst. In jeder meiner Romanfiguren steckt ein kleiner Teil Sherlock, so auch in dem Protagonisten von »Entfesselter Tod«, Christopher Vanick.

Das wiederum verbindet den Entfesselungskünstler meines Romans mit einem anderen berühmten Serienhelden, nämlich mit dem Ermittler Patrick Jane aus »The Mentalist«. Eine Serie, die ich geradezu verschlungen habe. Die Mischung aus Arroganz und Warmherzigkeit, dem Drang zur Aufklärung und dem Individualismus, mit dem sie verfolgt wir, standen bei meinem Helden Christopher Vanick unleugbar Pate.

Weitere wichtige Einflüsse waren für mich zahlreiche Filme über Bühnenmagier, angefangen von »The Prestige«, einem meiner Lieblingsfilme schlechthin, über »The Illusionist« bis hin zu »Die Unfassbaren«, um nur drei populäre Beispiel zu nennen. Ich gehe in jeden Film, der Bühnenmagie thematisiert.

»The Prestige« gibt wunderbare Einblicke in die Welt der Magie und zeigt zwei besessene Zauberer, die über ihre Rivalität auf der Bühne zu Erzfeinden werden und sich das Leben zur Hölle machen, bis hin zur absoluten Selbstaufgabe und auch zur Selbstvernichtung. Dieses Kernthema steckt auch tief im Plot von »Entfesselter Tod« und lenkt zu einem gewissen Teil die Figuren.

An »Die Unfassbaren« faszinierte mich die Leichtigkeit, der Humor und das Tempo, mit der das Thema Bühnenmagie in all ihren Facetten thematisiert wird. Der Film krankt ein wenig daran, dass manche der Tricks reine Fantasy sind, aber trotzdem ist er eine extrem spaßige Auseinandersetzung mit dem Thema und eine wirklich große Geschichte. Seine Leichtigkeit und Schnelligkeit haben mich ebenfalls beim Schreiben von »Entfesselter Tod« geleitet.

Neben diesen Haupteinflüssen gibt es noch viele andere, die mich beim Schreiben des Romans inspiriert haben. Bei vielen bin ich mir bestimmt nicht einmal bewusst. Das hier sind nur ein paar, die wichtigsten und vielleicht auffälligsten.

Wenn du wie ich ein großer »Sherlock«-Fan bist, »The Mentalist« gerne gesehen hast, dich die Filme wie »The Prestige« und »Die Unfassbaren« ins Kino gelockt haben und du schon immer das Wirken und Leben von Harry Houdini faszinierend fandest und du auch noch gerne Krimis und Thriller liest – dann dürfte »Entfesseltet Tod« für dich auch interessant sein.

Rezi-Exemplare zu vergeben

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2 Gedanken zu “Rivalität und Rationalismus: Die Ursprünge von »Entfesselter Tod«

  1. Haha, so gut. Patrick Jane … eine der wohl überhaupt besten Rollen, die jemals fürs TV geschaffen wurden. Deine Ausführungen zu Holmes, Trickkünstler und die Filme zeigen mir, dass wir wohl voll auf der gleichen Wellenlänge sind.

    Ich hoffe ja sehr, dass es für ein Rezi-Exemplar reicht. Und wenn nicht, ich nicht zu lange warten muss, bis der entfesselte Tod als epub erhältlich ist.

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