Wie du deine unverwechselbare Autorinnenstimme findest

Wie du deine unverwechselbare Autorinnenstimme findest

Die eigene unverwechselbare Stimme zu finden ist eine schwierige Übung – gerade für beginnende Autorinnen. Die unverwechselbare Stimme ist ein Alleinstellungsmerkmal, das durchaus darüber entscheiden kann, ob dein Buch Leserinnen findet oder nicht.

Was ist deine unverwechselbare Autorinnenstimme?

Die unverwechselbare Autorinnenstimme ist nicht mit dem Stil zu verwechseln. Dein Stil ist die Art und Weise, wie du schreibst. Ausschweifend oder knapp, satirisch oder ernsthaft, romantisch oder nüchtern. Stil und Autorinnenstimme haben viel miteinander zu tun, sind aber nicht genau das Gleiche.

Ebenfalls solltest du nicht deine unverwechselbare Autorenstimme mit der Perspektive verwechseln. Perspektive entsteht, wenn du die Welt deiner Romanhandlung aus dem Blickwinkel einer Romanfigur beschreibst – entweder in der Ich-Perspektive oder in einer personalen Perspektive. Je nach Perspektivfigur kann der Stil einer Geschichte sich verändern – deine unverwechselbare Autorenstimme wird jedoch trotzdem erkennbar bleiben.

Die unverwechselbare Autorenstimme ist eine Kombination aus deinem Stil, der Perspektive und deiner Persönlichkeit.

Deine Autorenstimme entscheidet darüber, was du in deinen Romanen zeigst und was du weglässt. Sie ist etwas sehr Subtiles, schwer Greifbares. Sie ist sozusagen ein Teil deiner Persönlichkeit, der in deinen Roman einfließt, weil nur du ein Thema auf eine ganz bestimmte Weise mit einer ganz bestimmten Sprache behandeln kannst.

Hier eine Handvoll Tipps, wie du entspannt und gleichzeitig effektiv deine unverwechselbare Autorinnenstimme finden kannst:

1. Denke beim ersten Projekt nicht über deine Stimme nach

Das Schreiben eins Romans ist eine so große und fordernde Aufgabe, die auf so vielen Ebenen Anstrengungen erfordert, dass deine Autorinnenstimme etwas ist, dass du am Anfang vernachlässigen kannst.

Plot, Figuren, Spannung … Das sind zunächst einmal für einen Unterhaltungsroman wesentlich wichtigere Elemente, an denen Erstautoren arbeiten müssen.

Überhaupt lesbar zu schreiben, ist zunächst eine Herausforderung.

Deine Autorinnenstimme sollte nur bedingt etwas sein, worüber du bewusst nachdenkst. Es wird einfach viel Übung erfordern und einige Romane dauern, bis du sie gefunden hast.

2. Schreibe von deinen Vorbildern ab

In der bildenden Kunst ist es üblich, dass Studenten erst einmal abmalen, bevor man mit eigenen Bildern beginnen.

Bands covern häufig erst ihre Lieblingssong, bevor sie eigene schreiben.

Nur in der Literatur ist es aus unerfindlichen Gründe verpönt, von Vorbildern abzuschreiben, bevor man eigene Romane schreibt. Dabei ist es eigentlich eine gute Idee.

Lies ein Kapitel oder eine Szene eines Romans deiner Lieblingsautorin. Lies den Text intensiv, wenn es sein muss mehrmals.

Schlag danach das Buch zu und versuche den Text so getreu wie möglich aufzuschreiben.

Der Text, den du auf diese Weise produzierst, wird in gewisser Weise deine Version des ursprünglichen Textes  sein, in dem schon eine Menge von deiner eigenen Stimme steckt. Nur fängst du eben auf diese Weise nicht bei null an.

Wiederhole diese Übung viele Male mit unterschiedlichen Texten verschiedener Autorinnen, die dich aber gleichermaßen faszinieren. Auf diese Weise wird deine Autorinnenstimme geschult.

Um es noch einmal zu betonen: Dieser Tipp soll dich dazu anregen zu üben – nicht Romane abzuschreiben, um sie hinterher zu veröffentlichen.

3. Schreibe frei

Wenn du genug abgeschrieben hast, schreibe einfach drauflos. Irgendwas. Denke nicht über Plot oder Figuren nach. Versuche in einen Fluss zu kommen. Auch dieser Text ist nicht dazu da, damit daraus ein veröffentlichungsreifer Roman entsteht.

Stattdessen solltest du ihn dir nach einer gewissen Pause aufmerksam lesen. Was gefällt dir? Was missfällt dir? Versuche Muster zu erkennen und arbeite an ihnen.

Wenn du Tagebuch schreibst, dann nimm dir das vor. Versuche deinen eigenen Text zu analysieren. Welche Passagen gefallen dir, welche vielleicht nicht?

4. Beschäftige dich mit Grammatik

Deine unverwechselbare Autorinnenstimme hat auch damit zu tun, dass du grammatikalische Regeln brichst oder zumindest dehnst. Bevor du gegen Grammatik verstößt, solltest du auch genau wissen, was du da eigentlich treibst.

Wenn du dich mit Grammatik auskennst, kannst du auch manche Phänomene, die dir gefallen, genauer benennen, analysieren und auch verfeinern.

5. Beschäftige dich mit Moral

Da deine Autorinnenstimme sozusagen deine Persönlichkeit ist, die in deine Texte einfließt, kann es helfen, deine eigene Weltsicht genauer zu reflektieren:

Was ist für dich das Wichtigste im Leben? Was sind die Dinge, die dich aufregen und bewegen? Was erwartest du von einer guten Geschichte? Soll sie das Leben abbilden, wie es ist oder wie es sein sollte?

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2 Gedanken zu “Wie du deine unverwechselbare Autorinnenstimme findest

  1. Das ist keine Aufgabe für angehende Autoren, denn die eigene Stimme entwickelt sich mit der Routine. Möglicherweise hilft es, sich die Stilmittel anzusehen, um zu schauen, was man alles verwenden kann.

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