Was macht eigentlich eine Literaturagentur und brauchst du eine?

Was macht eigentlich eine Literaturagentur und brauchst du eine?

Vielleicht stellst du dir vor, dein Manuskript einem Verlag zu schicken, wenn es fertig ist. Das ist jedoch inzwischen ein höchst unwahrscheinlicher Weg, veröffentlicht zu werden. Verlage nehmen in der Regel keine unverlangten Manuskripte an – sie verlassen sich meistens auf jene, die ihnen Literaturagenturen vermitteln.

Agenturen haben in den letzten Jahrzehnten die Rolle übernommen, die früher noch Verlagslektorinnen hatten: Das Sichten von Manuskripten neuer Autorinnen.

Die meisten Agenturen prüfen unverlangt eingesandte Manuskripte und melden sich bei dir, wenn ihnen dein Manuskript gefällt und nehmen dich dann unter Vertrag.

Das bedeutet, sie nehmen die Rolle eines Vermittlers zwischen dir und Verlagen ein und vertreten dich in allen wichtigen Bereichen. Sie holen Angebote rein, prüfen Verträge und versuchen das Bestmögliche für dich herauszuholen.

In der Regel gilt, dass eine Agentur wesentlich bessere Konditionen verhandeln kann, als du selbst. Erfahren Literaturagenten kennen alle Fallstricke des Vertragsrechts. Sie wissen, worauf zu achten ist, wenn es um das Verhandeln von Hörbuch-, Lizenz- und Filmrechten für einen Roman geht, und haben auch eine Idee, bei welchen Verlagen ein Manuskript auf welche Weise am chancenreichsten angeboten werden kann.

Darüber hinaus betreuen dich viele Agenturen intensiv. Sie vermitteln deine Manuskripte nicht nur, sie helfen auch dabei, sie so zu überarbeiten, dass sie auf dem Markt die besten Chancen haben.

Kurzum: Agenturen helfen dir, das für dich beste Angebot zu finden, professioneller aufzutreten und deine Interessen zu vertreten. Dafür wollen sie einen gewissen Prozentsatz des Autorenhonorars (meistens etwas zwischen zehn und zwanzig Prozent), wenn es gezahlt wird. Seriöse Agenturen wollen keine Vorschüsse.

Klingt gut? Ist es auch. Eine gute Agentur hilft dir, dich in allen Bereichen zu entwickeln und will dafür eigentlich relativ wenig.

Warum verzichten dann manche Autorinnen trotzdem auf eine Agentur?

Das kann viele Gründe haben. Manche wollen tatsächlich das Geld sparen, das eine Agentur kostet. Andere wiederum haben das Glück, andere Verbindungen zu Verlagen zu haben oder kennen sich selbst so gut in dem Milieu aus, dass sie keine Literaturagentin brauchen. Wieder andere wollen von vornherein im Selfpublishing verlegen – und dann können Agenturen relativ wenig für einen tun.

Es ist allerdings durchaus interessant, dass selbst manche Autorinnen, die bereits viel veröffentlicht haben – auf eigene Faust bei Verlagen oder als Selfpublisher – frühe oder später dann doch eine Agentur beauftragen, sie zu vertreten. Selbst nachdem ein Manuskript schon von einem Verlag akzeptiert worden ist, engagieren manche Agenturen, um für sie dann die Details des  Vertrags auszuhandeln.

Ob du also eine Agentur brauchst oder nicht, hängt davon ab, wie viel von der Arbeit, die sie erledigt, du dir selbst zutraust.

Bleibt noch die Frage offen, wie du an eine Agentur gelangst. Auch das ist ein sehr individueller Weg. Manche Autorinnen habe auch hier bereits Verbindungen, die sie nutzen können, andere müssen sich bewerben, ganz so, wie man es früher bei Verlagen getan hat, indem man unverlangt ein Anschreiben mit Exposé und Leseprobe versendet.

Literaturagenturen findest du, indem du sie einfach im Netz suchst. Jede Agentur hat auch eine Website, über die du Kontakt aufnehmen kannst. Ob eine Agentur für dich geeignet ist, erfährst du schon, wenn du dir ihren Internetauftritt genau ansiehst. Meistens wird hier auch schon gesagt, welche Genres die Agentur vertritt.

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14 Gedanken zu “Was macht eigentlich eine Literaturagentur und brauchst du eine?

  1. Es ist echt witzig, deine Beiträge kommen immer genau zur richtigen Zeit. Mein Manuskript ist fertig, das Exposé geschrieben und nun stellte sich mir die Frage: Was mache ich damit? Einfach unverlangt einschicken oder eine Agentur suchen? Gibt es da wohl auch irgendwo im WWW eine Literaturagenturen-Übersicht, ähnlich wie bei den Verlagen? Oder oute ich mich mit dieser Frage als völliger Grünschnabel im Literaturbetrieb? *Lach*

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    • Die Frage, ob es im Netz solche Listen gibt, ist lustig. Du bräuchtest nur „Liste Literaturagenturen“ zu googeln – und schon kommen -zig davon. Hier ist einer der vielen Links zu Agenturlisten: http://www.text-manufaktur.de/agenturliste.html
      Übrigens ist der o. a. Satz „Die meisten Agenturen (…) melden sich bei dir, wenn ihnen dein Manuskript gefällt und nehmen dich dann unter Vertrag.“ ein wenig mit Vorsicht zu genießen. Niemand sollte heute, da allzu viele Leute glauben, zum Schriftsteller berufen zu sein, ohne die geringste Ahnung vom dazu notwendigen Handwerkszeug zu haben, glauben, Agenturen wären weniger wählerisch als Eingangslektorate von Verlagen. Dem ist nicht so.

      H. Dieter Neumann

      http://www.hdieterneumann.de

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  2. eine Agentur findet man auch, wenn man sich das Handwerkszeug eines Autors zulegt: das Handbuch für Autorinnen und Autoren. Da stehen neben Verlagslisten nach Genre auch die Listen der Literaturagenturen – und natürlich ganz viele andere Tipps und Tricks. Und die Agentursuche? Bestimmt genauso mühsam wie Manuskripte bei Verlagen einreichen: was habe ich mal gelesen? Von 1000 eingereichten Manuskripten pro Jahr nimmt eine Agentur vielleicht 8 – 10, die sie vermittelt.

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    • Vielen Dank für Ergänzungen, Marie.

      Nein, leider ist die Agentursuche leichter, als direkt auf Verlage zuzugehen. Was du schreibst, stimmt. Zumindest kenne ich ähnlich Zahlen. Aber bei Verlagen sieht es noch viel, viel schlechter aus. Die nehmen in der Regel halt einfach gar keine Manuskripte direkt an.

      Wohlgemerkt: Damit meine ich große Publikumsverlage im Privatbereich. Kleinverlage und E-Book-Only-Verlage sind sehr viel leichter zu erreichen.

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  3. Statt bei den Verlagen stapeln sich die Manuskripte nun bei den Agenturen, aber was bringt das für die Autoren? Die Chance veröffentlicht zu werden steigt dadurch nicht, stattdessen hat man nur noch jemand anderes der sich einen Teil vom Einkommen abzwackt. Da wundert es nicht, wenn Autoren/ Autorinnen bewusst als Selfpublisher veröffentlichen.

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    • Im Prinzip hast du recht. Die Verlage haben das Sichten neuer Manuskripte ausgelagert. Allerdings ist es halt, so wie es jetzt ist, wahrscheinlicher mit Hilfe einer Agentur veröffentlicht zu werden, anstatt sich direkt an einen Verlag zu wenden.

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  4. […] Wahrscheinlich hast du aber, wie die meisten Schreibenden den Traum, dein Buch bei einem Verlag unterzubringen. Du möchtest dein Buch im Buchhandel sehen und von vielen Menschen gelesen werden.Der Weg dorthin führt heute meist über eine Literaturagentur, weiß der Thrillerautor Marcus Johanus: „Verlage nehmen in der Regel keine unverlangten Manuskripte an – sie verlassen sich meistens auf je….“ […]

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  5. Vor einiger Zeit hatte ich eines meiner Manuskripte bei Literaturagenturen angeboten. Leider kamen keine Rückmeldungen oder nur Absagen. Durch diesen Artikel werde ich jetzt einen neuen Versuch wagen. Vielleicht klappt es ja dieses Mal.

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