Der #NaNoWriMo ist eine gute Gelegenheit, um das Nein-sagen zu trainieren

dernanowrimoisteine-2Nein ist ein unglaublich wichtiges und vollkommen unterschätztes Wort. Nicht nur, aber vor allem für Autorinnen:

  • Nein beschützt deine Schreibzeit.
  • Nein bewahrt dich davor, dich zu verzetteln, zu übernehmen und auszubrennen.
  • Nein verleiht dir Souveränität.

Häufiger mal nein sagen zu können ist etwas, das du im NaNoWriMo sehr gut trainieren – und dann in die Zeit danach hinüberretten – kannst.

Die Begründung »Du weißt doch, ich kann jetzt nicht. Es ist NaNoWriMo.« fällt leichter als nur zu sagen: »Ich schreibe jetzt. Lasst mich bitte in Ruhe.« Es fällt vor allem leichter, wenn man dies im Vorfeld gut kommuniziert.

Insofern ist der NaNoWriMo eine gute Lektion in Show don’t Tell. Du sagst deiner Umwelt nicht nur, dass du gerne schreiben würdest. Du zeigst ihr auch mit dieser Verpflichtung, wie wichtig dir Schreiben ist. Indem du deinen Wordcount in deinen Freundelsisten auf Facebook und Co. oder auf nanowrimo.org veröffentlichst, dokumentierst du öffentlich, wie groß deine Leidenschaft ist.

Am Ende bekommst du ein Abzeichen, eine Urkunde als ein nach außen sichtbares Signal für die Ernsthaftigkeit, mit der du schreiben willst und auch in Zukunft weiter am Ball bleiben möchtest.

Häng das auf, wo alle es gut sehen können. Nimm dies als Argument, um deinen zukünftigen Neins mehr Nachdruck zu verleihen. »Sieh her, das habe ich im November erreicht. Aber all die Mühen waren umsonst, wenn ich jetzt den Text nicht vervollständige, überarbeite und reif für  eine Veröffentlichung mache. Deswegen kann ich jetzt nicht.«

Entschuldige dich nicht fürs Neinsagen. Bitte um Verständnis, aber entschuldige dich nicht. Du tust nichts Falsches oder Verbotenes. Du tust das Richtige. Du nimmst dir Zeit für dich, für das, was dir wichtig ist. Damit wirst du zu einem besseren Menschen. Am Ende ist so allen gedient.

Natürlich wirst du mit deinem Nein anecken. Es wird Streit geben. Vor allem, wenn es dein Umfeld nicht gewohnt ist, dass du Nein sagst. Nein zu sagen eröffnet immer einen Konflikt, weil du damit Beziehungen einer Belastungsprobe aussetzt. Es ist leicht, gemocht zu werden, wenn du immer ja sagst. Ob eine Beziehung belastbar ist, entscheidet sich erst daran, ob sie auch ein Nein aushält. Das ist heikel.

Schließe Kompromisse und Verabredungen, aber weiche nicht davon ab, was dir wirklich wichtig ist. Es ist nicht das Ziel, Beziehungen zu zerstören.

Der Vorwurf, dass du egoistisch bist, wenn du Nein sagst, wird kommen wie das Amen in der Kirche.

Aber Egoismus ist hier gar keine Kategorie – wenn du dich darum bemühst, Verabredungen zu treffen und Kompromisse einzugehen. Es geht nicht darum, auf Biegen und Brechen deinen eigenen Kopf durchzusetzen und dein Schreibzeit auf dem Rücken von anderen zu gewinnen. Es geht darum, das zu verwirklichen, das dir wirklich wichtig ist.

Demonstriere, wie wichtig und aufrichtig dein Nein ist, indem du auch zu Dingen Nein sagst, die für sich schmerzhaft, aber entbehrlich sind. Verzichte auf Fernsehzeit, Computerspiele, den Kochkurs am Wochenende oder irgend etwas anderes Liebgewonnenes, auf dass du allerdings verzichten kannst, weil dir das Schreiben wichtiger ist. Das gibt deinem Nein mehr Glaubwürdigkeit und beugt dem Vorwurf, egoistisch zu sein, vielleicht etwas vor. Wirklich schützen wird es dich dafür nicht, aber deiner Argumentation kannst du so mehr Nachdruck verleihen.

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4 Gedanken zu “Der #NaNoWriMo ist eine gute Gelegenheit, um das Nein-sagen zu trainieren

  1. Verstehen kleine Kinder nur leider nicht. Die nehmen weder Rücksicht auf den nächtlichen oder Mittagsschlaf. Es gibt keine Entlastung. Keine Omas und Opas die die Kids mal nehmen. Man funktioniert jeden Tag nur noch. Das Leben fühlt sich als reine Verpflichtung an. Das Schreiben hält mich über Wasser. Ist mein einziges positives Ziel.

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