E-Book-Piraterie ist schlimmer als Schwarzfahren

E-Book-Piraterie ist schlimmer als Schwarzfahren3 Euro 99, 9 Euro 99 oder gar noch mehr für ein E-Book ausgeben? Für eine Datei? Also für etwas, das ich auch einfach „nur so“ kopieren und teilen kann, das keine physische Präsenz besitzt und damit doch nichts „wert“ ist? Wozu? Gibt’s ja auch kostenlos. Man muss nur wissen, wo man suchen muss.

Mein Eindruck ist, dass viele bei Piraterie im künstlerischen Bereich ähnlich denken wie beim Schwarzfahren. So nach dem Motto: Es gibt ja eh genug, die zahlen, wieso also ausgerechnet ich?

Was Menschen mit dieser Einstellung übersehen: Öffentliche Verkehrsmittel werden über Steuern subventioniert. Wenn ich jedoch Bücher, Musik oder Filme illegal und kostenlos irgendwo herunterlade, versiegt damit die einzige Quelle, die diese Produkte überhaupt ermöglicht. Künstler werden nicht subventioniert.

E-Book-Piraterie ist also kein Schwarzfahren, sondern Zeche prellen. Und wie meine Stammkneipe oder mein Lieblingscafé zumacht, wenn alle zwar was trinken, aber keiner zahlt, so werden auf Dauer keine Filme, Musik oder Bücher mehr produziert werden, wenn niemand bereit ist, für ihren Konsum zu bezahlen.

Teilweise die identischen Personen beschweren sich z.B., dass Hollywood nur noch große Blockbuster produziert, die alle irgendwie gleich sind und es keine kleineren intelligenten Filme mehr gäbe. Dabei sind die Blockbuster das Äquivalent zu den öffentlichen Verkehrsmitteln: teilweise über Filmfonds finanziert und eine halbwegs sichere Bank, die wenigstens noch Eltern mit ihren Kindern gucken und halt eben auch die Kinokarte dann bezahlen.

Wer mehr intelligente, kleine Filme, interessante Musik und eine größere Bandbreite an qualitativ hochwertigen Büchern haben möchte, muss dafür einfach auch Geld ausgeben und eben nicht den bequemen, billigen Download wählen.

In einer Welt, in der Menschen für Konzertkarten ohne mit der Wimper zu zucken 80,- Euro und mehr ausgeben, in der ein Kaffee für 5 Euro gekauft wird, der für 20 Cent oder weniger zu Hause auch aus meiner Maschine kommt und in der statt der Tiefkühlpizza für 99 Cent lieber die Pizza vom Lieferservice bestellt wird, die 9,99 kostet, die Chips lieber an der Tanke für 2,99 statt für 69 Cent beim Discounter schnell mal geholt werden … Da muss es doch möglich sein, für ein Buch, einen Film oder eine CD mal nen Zehner hinzublättern (plus/minus ein paar Euro, je nach dem).

Ich jedenfalls höre meine CDs rauf und runter, lese meine Bücher durchaus mehrmals und gucke die Filme, die ich mag, immer und immer wieder. Das sind Stunden, um Stunden, um Stunden, die Künstler damit mein Leben bereichern, mir Vergnügen bereiten, neue Erfahrungen und Gedanken vermitteln, mich mit anderen Menschen zusammenbringen und teilweise tief in meinem Inneren berühren, bewegen und begeistern.

Das ist mir einfach Geld wert, denn diese Künstler haben mich in gewisse Weise unterstützt, es ist nur recht und billig, dass ich mich dafür revanchiere.

Wobei das Geld bei genauer Betrachtung nicht der schlimmste Verlust ist, der durch Piraterie entsteht.

Geld ist nur gespeicherte Zeit. Ich verbringe meine Zeit mit Arbeiten, um Geld zu verdienen, kann in dieser Zeit keinen anderen Dinge nachgehen, wie z.B. mich mit Freunden treffen, mich meiner Familie widmen oder was auch immer mich vielleicht glücklicher macht, als meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Künstler hinter gestohlenen Produkten haben viel Arbeit und damit Lebenszeit in ihre Projekte gesteckt. Zeit, die unwiederbringlich verbraucht ist.

Zeit – Lebenszeit – ist das Kostbarste, was wir zur Verfügung haben, denn es gibt keine Zeitkonten, keine Möglichkeit Zeit aufzuschieben, nachzuholen oder irgendwie zu verwalten – so wie halt eben Geld. Meine Zeit kann jeden Moment um sein.

Wer Zeit in ein künstlerisches Produkt steckt, steckt damit auch einen bedeutsamen Teil seiner Existenz hinein.

Das erklärt für mich, warum so viele Indieautoren, -musiker und -filmemacher zu recht so aufgebracht sind, wenn sie von der Piraterie ihrer Produkte erfahren. Vordergründig mag man die Zahlen sehen und sich darüber ärgern, dass man nie vom Schreiben, Musizieren oder Filmemachen leben kann, weil so viele Werke illegal verbreitet werden.

Eigentlich geht es aber, wie ich vermute, um ein ganz anderes, viel beklemmenderes Gefühl.

Internet-Piraten sind in Wirklichkeit Zeitvampire und damit echte Schmarotzer des wertvollsten Guts, das uns zur Verfügung steht und begehen damit eine der größten Respektlosigkeiten und Demütigungen, die ich mir vorstellen kann.

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39 Antworten auf “E-Book-Piraterie ist schlimmer als Schwarzfahren”

  1. Im digitalem Sektor ist das schon normal. So blöd wie das klingt. Das muss man schon mit einberechnen.
    Ich kaufe keine EBooks. Die Preise sind einfach zu hoch für eine Datei. Für das Geld bekomme ich teilweise schon Hardcoverbände.
    Diese Preise verlocken zu illegalen Taten. Der Rest macht es als Sport… 😦

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      1. Das Eine hat mit dem Anderen doch nichts zu tun. Auch besch**** Bücher kosten 20 Euro und Gute nur 5. 😉

        Eine Datei kann ich nicht ins Regal räumen und die Herstellung der Datei selbst ist sehr preisgünstig. 2 Euro – mehr würde ich nicht ausgeben. Und bitte jetzt keine Frage, wovon der Autor leben soll. 95% der deutschen Autoren können vom Schreiben nicht leben.

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        1. Das ist absolut lächerlich. Die Herstellung eines gedruckten Buches und eines eBooks unterscheiden sich am Ende, nämlich das eine wird gedruckt und das andere compiliert. Anschließend werden beide einer Qualitätskontrolle unterworfen. Und davor? Das Buch wird geschrieben, überarbeitet, lektoriert (von einem Lektor, der bezahlt wird übrigens), weiter überarbeitet, dann korrigiert (ja macht auch eine andere Person) und dann geht es in den Satz.

          95% aller Autoren können vom Schreiben nicht leben – bei Dir klingt das, als wäre das ein Gesetz. Wäre es so schlimm wenn der Prozentsatz schrumpfen würde, wenn eBooks 4.99€ oder 7.99€ kosten würden?

          Ich finde es nur frech, wenn die Verlage bei Neuveröffentlichungen das eBook nur 2€ günstiger als das Hardcover machen. Aber bei 10€ schlage ich zu.

          Besten Gruß
          Hannes

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          1. Das ist kein Gesetz, das ist Tatsache. Ob der Prozentsatz sinken würde? Keine Ahnung. Wäre ich Hellseher, würde ich mein Geld anders verdienen.
            Du darfst da gerne zuschlagen Hannes. Bei 10 Euro kauf ich mir lieber ein richtiges Buch. Nicht umsonst stehen bei uns 10 Regale voll mit Büchern.

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        2. … schon mal darüber nachgedacht, WARUM die meisten Autoren vom Schreiben nicht leben können? Könnte nicht auch genau die Einstellung, ein digitales Buch auf die Herstellungskosten zu reduzieren, der Grund sein. Wir reden hier von ARBEIT im kreativen Bereich!

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            1. Wenn sich das Buch oft genug verkauft. Bei 15 Euro ist es leichter in die Gewinnzahlen zu kommen. Je geringer der Preis für ein Buch, umso mehr muss man verkaufen, dass der Autor davon leben kann.

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              1. WENN es sich verkauft und vor allen Dingen anhaltend 😉
                Ich glaube kaum, dass einer von denen, die sich hier so künstlich aufgeregt haben, Verkaufszahlen von Minimum 1000 + vorzuweisen haben. Unter dem kann man von persönlichem Erfolg reden aber nicht von Verkaufserfolg.

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                1. Gerade bei unter 1000 verkauften Exemplaren schmerzen 1000 illegale Bücher umso mehr.
                  Wenn man ein Buch nicht kaufen will, dann muss man es nicht, aber das gibt einen nicht das Recht, es zu klauen.
                  Bei unter 1000 rede ich ja auch nicht von einem Bestseller.

                  Bei Axel wäre ich mir nicht so sicher, ob er nicht mit ein paar Büchern schon die 1000-Grenze erreicht hat.

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                    1. Dann sind wir uns ja einig. 🙂

                      Ich kann den Standpunkt „Für eine Datei zahle ich doch kein – oder nicht so viel (wie viel das dann auch immer ist) – Geld“ nicht nachvollziehen.

                      Zunächst einmal wird der Preis eines Produktes weniger nach seinen Herstellungskosten bestimmt, sondern in einer freien Marktwirtschaft vor allem durch Angebot und Nachfrage. Das stimmt für Bücher nicht so ganz, da es die deutsche Buchpreisbindung gibt, aber im Großen und Ganzen gilt das auch für den Buchmarkt.

                      Das Argument, dass eine Datei in der Herstellung weniger koste als ein gedruckte Buch, kann also nicht greifen. Ich glaube auch nicht, dass jemand, dass ein Pirat sich so was sagt, wie: „Oh, dieser Preis für das Buch ist nun aber angemessen, na, dann zahle ich aber auch und lade mir die Datei nicht illegal herunter.“

                      Hinzu kommt, dass ein E-Book einem Papierbuch eigentlich überlegen ist. Mal abgesehen von Habit/Geruch und ähnlichen für den einzelnen aus emotionalen Gründen wichtigen Argumenten, kann das E-Book viel mehr und hat eigentlich nur Vorteile.

                      Ich habe viele Funktionen eines E-Books, die es einfach praktischer machen: Ich kann Notizen und Markierungen vornehmen, ohne dass ich einen Stift brauche. Ich kann im Text schneller suchen, schneller von einer Stelle zur anderen springen. Ich brauche keine Lesezeichen. Wir kennen die Argumente alle und es sind noch viele, viele mehr.

                      Ein Auto mit vielen Extras ist in der Regel auch teurer als das Exemplar ohne Klimaanlage und Radio. Nur für Bücher soll ein umgekehrtes Gesetz gelten? Das erschließt sich mir nicht.

                      Das Problem der Piraterie hängt also meiner Ansicht nach eigentlich nicht am Preis fest, denn dann müssten ja die hochpreisigen E-Books im Vergleich zu denen der Selfpublisher wesentlich häufiger illegal kopiert werden. Ich weiß nicht, ob das der Fall ist, wage das aber zu bezweifeln.

                      Piraterie ist auch nicht vergleichbar damit, dass ich für meinen Bruder mal ein Tape von der neuesten U2-Platte ziehe und es ihm mitgebe. Dass Medien wie Bücher, Schallplatten und Filme kopiert und innerhalb der Familie und dem Freundeskreis weitergereicht werden, war schon immer so. Und das ist auch okay. Wieso sollte ich nicht innerhalb meines sozialen Umfelds CDs verleihen oder in der Familie gemeinsam die Zeitung lesen? Kein Mensch würde für jedes Familienmitglied den Spiegel extra abonnieren. Es würde auch nie jemand auf die Idee kommen, das zu verlangen.

                      Verlage haben schon immer damit gerechnet, dass ihr jeweiliges Produkt nicht nur einen, sondern ca. ein halbes Dutzend Leser hat. Jeder kann damit auch gut leben.

                      Piraterie bedeutet, dass ich anonym eine Datei zur quasi unbegrenzten Vervielfältigung einer Masse von Menschen zur Verfügung stelle. Der wirtschaftliche Schaden ist also ungleich größer, praktisch unbegrenzt, weil es außer einem diffusen Unrechtsbewusstsein einzelner Nutzer eigentlich keinerlei Schranken für diese Vervielfältigung gibt.

                      Es ist halt wie beim Schwarzfahren. Ich komme auf diesen Vergleich nicht, weil ich Schwarzfahren für eine Bagatelle halte, sondern weil ich in Diskussionen mit notorischen Schwarzfahrern ein entsprechendes mangelndes Unrechtsbewusstsein festgestellt habe. Es zahlen doch eh die anderen, wieso also ich?

                      Der Unterschied zum Schwarzfahren ist halt nur der, dass das Angebot zwar in beiden Fällen eingeschränkter und die Bedingungen für diejenigen, die im System arbeiten, schlechter wird, aber der Staat im Zweifelsfall dafür sorgen muss, dass Busse und Bahnen noch fahren.

                      Bei Büchern und anderen Unterhaltungsmedien ist das in der Regel nicht so.

                      Ich kenne die Situation von Musikern relativ gut. Wer sich fragt, warum seine Lieblingsband kein neues Album herausbringt, bekommt oft das Argument zu hören: Weil es sich nicht mehr rechnet. Mit Tonträgern lässt sich nur noch sehr wenig Geld verdienen, zu wenig für die meisten Interpreten, die eben nicht regelmäßig in den Top 10 zu finden sind.

                      Es wäre schade, wenn dieser Trend sich weiter verfestigt und sich in alle anderen Unterhaltungsbereiche fortsetzt. Bisher stemmt sich der Buchmarkt noch dagegen, aber nur, weil das E-Book noch keine so große Akzeptanz finde, wie der mp3-Download. Aber das wird sich unweigerlich ändern.

                      Letztlich stimmt das Argument, dass die meisten Autoren von ihren Büchern nicht leben können. Aber das ist weder der Punkt in der Diskussion, noch der entscheidende Punkt für das Phänomen.

                      Das Geld, das für ein Buch gezahlt wird, ist eine Form der Anerkennung. Ein Autor hat, wie ich in dem Artikel bereits schrieb, wertvolle Lebenszeit in sein Projekt gesteckt. Natürlich ist das sein eigenes Risiko. Wie Engel auch richtig schreibt, muss und kann jeder Autor zähneknirschend damit leben, wenn ein Buch beim Publikum durchfällt (glaube ich zumindest, wenn ich von mir und denen ausgehe, die ich kenne). Meistens lassen sich dafür wenigstens im Nachhinein auch gute Gründe finden.

                      Es ist aber etwas anderes, ob mein Produkt auf Desinteresse stößt, oder ob es konsumiert wird, die Anerkennung für meine investierte Lebenszeit aber entzogen wird. Der Autor hat Tausende von Stunden in ein Buch gesteckt. Einen echten Stundenlohn kann es – von wenigen Bestsellerautoren abgesehen – als Anerkennung also gar nicht geben.

                      Der Leser muss für die 2,99 oder 3,99 oder meinetwegen auch 9,99 maximal eine Stunde arbeiten. Hier herrscht einfach ein Ungleichgewicht an Investition, wenn nicht einmal diese kleine Anerkennung gewährt wird. Zumal man ja mitansehen muss, dass z.B. für eine Tasse Kaffee oder eine Tüte Chips ähnlich viel oder sogar noch mehr Geld ausgegeben wird.

                      Eben weil die meisten Autore nicht von ihrer Tätigkeit leben können, ist das Argument der mangelnden Achtung ein viel, viel triftigeres. Meiner Ansicht nach die eigentliche Dramatik des Problems, bei der ich auch die moralische Keule schwinge.

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        3. Würde dann ein Spiel für die Play Station 4 nach deiner Argumentation auch nur 2, 3 oder 5 Euro kosten anstatt 59,99 EUR? Mit dem hohen Preis bezahlst du die Entwicklung, Programmierung, Promotion und Vertrieb. Warum sollte das bei einem Buch anders sein?

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            1. Da erklär´ich mich gerne: Das erste Exemplar, der Prototyp, wenn du so möchtest, kostet ein Vermögen. Jede Kopie (ob auf Papier oder digital) davon sehr viel weniger. Und dennoch trägt jedes verkaufte Exemplar zum gleichen Teil zum Gesamterlös und der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit der ganzen Sache bei. Deswegen: eine Kopie nach den Kosten der Vervielfältigung zu beurteilen ist zu kurz gegriffen. Weil die Kopie zum Beispiel auch zu „Satz und Layout“ oder „Umschlaggestaltung“ beitragen muss. Und das ist bei Playstation und Buch nicht so verschieden.

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        4. Wenn jemand es schafft, Interesse für seine Arbeit zu wecken, soll er für seine Arbeit und sein Risiko entlohnt werden. Wenn es niemand lesen will, muss der Autor damit leben, dann hat er sich verzockt, vielleicht erhält er ein Stipendium, wenn Leute ihn für literarisch wertvoll halten.
          Ein Buch zu schreiben, ist nämlich Arbeit, viel Denkarbeit und der Autor geht vor allen Dingen ein hohes Risiko, weil man nie weiß, ob sich das überhaupt rentiert. Und je höher das Risiko, umso höher muss auch der mögliche Gewinn sein.

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          1. Das „Risiko“ eines Autoren ist immer gleich. Egal was er schreibt. Das Risiko, es umsonst zu schreiben, weil es kein Verlag für gut erachtet 😉 Da gibt es keine Risikoerhöhung oder -minderung.

            Ich hab keine Ahnung, wie hoch die Ablehnungsrate in Deutschland ist aber wenn ich sehe, was alles ins Deutsche übersetzt wird und auf den Mark geworfen wird… braucht man sich nicht wundern, dass deutsche Autoren es recht schwer haben.

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            1. Dass er nicht veröffentlicht werden kann, ist ja das Risiko des Autors. Er geht auch das Risiko ein, dass niemand das Buch lesen will.
              Dafür kann es im Erfolgsfalle dann extrem viel geben. Erfolgsfall meint in diesem Fall Bestseller. Das ist der Deal.
              Illegale Download machen diesen Deal zunichte.

              Das Risiko bei anderen Tätigkeiten kann ja durchaus geringer sein.

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    1. „Oh Nein! Jemand hat eine andere Meinung, als ich selbst! Schnell, zerreißt diese in der Luft!“ Willkommen im Internet…

      Ich selbst bevorzuge auch ein Hardcover (Bitte, bitte schlagt mich nicht! -.-) und greife ebenfalls nicht zu E-Books. Ob das nun einen finanziellen oder sentimentalen Grund hat, ist in erster Linie völlig irrelevant, solange ich mir die Werke auf legale Art und Weise beschaffe.

      „… schon mal darüber nachgedacht, WARUM die meisten Autoren vom Schreiben nicht leben können? Könnte nicht auch genau die Einstellung, ein digitales Buch auf die Herstellungskosten zu reduzieren, der Grund sein. Wir reden hier von ARBEIT im kreativen Bereich!“
      Ähm… was? Vor den E-Books hatten die Autoren es also so viel leichter? Ich wage es mal, dies in Frage zu stellen.

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      1. „Ähm… was? Vor den E-Books hatten die Autoren es also so viel leichter? Ich wage es mal, dies in Frage zu stellen.“

        Nein natürlich nicht, aber da hat auch niemand verlangt, ein Buch für 99Ct zu verticken, weil, was weiß ich die Schriftgröße kleiner ist und damit Papier gespart wird.
        Ich will nur darauf hinaus, dass der Druck und die lagerosten nicht 90% der Kosten eines Print-Buchs ausmachen und deshalb kann der Preis sich beim eBook nicht so stark unterscheiden.

        Und wer lieber gedruckte Bücher mag, der kann das doch. Verteufel nicht Papierleser, sondern die Forderung, dass eBooks einfach „nichts“ kosten dürfen. Das hat mit dem Printbuch überhaupt nichts zu tun.

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  2. Vielleicht sollten diejenigen, denen eine Datei zu kaufen seltsam erscheint, einfach zur Printausgabe greifen. Aber derjenige, der gerne digital liest, muss dann andererseits auch die Abstraktionsebene aufbringen dafür ebenso Geld auszugeben.

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  3. Wann immer ich davon lese, werde ich traurig. Traurig darüber, dass es so viel Unverständnis zu diesem Thema gibt, und das es wohl immer Subjekte auf dieser Welt geben wird, die mein nicht von dein unterscheiden können. Ich habe meiner Wut darüber letztes Jahr in meinem Blog mal Luft gemacht: http://uwealexi.de/2015/07/21/ebook-piraterie/

    Wir sollten nie müde werden, dieses Thema anzusprechen und Aufklärung zu betreiben! Ich verfolge sehr gerne deinen Blog!

    Beste Grüße
    Uwe K. Alexi

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  4. Der Bäcker muss damit leben, wenn die Käufer seinen Kirschkuchen nicht essen wollen, und deshalb nicht kaufen. Womit der Bäcker nicht leben muss, dass sein Kirschkuchen geklaut wird. So einfach ist das. Genauso ist es mit dem Autor und seinen Romanen.
    Man kann ja sagen, der Kuchen ist weg, aber der Roman ist noch da. Wen kümmert’s? Zu einfach gedacht. Da verkennt man die Tatsache, dass sich die Kunden des Romans den Preis für die Herstellung des Romans teilen, es muss viele Kunden geben, damit der Autor davon leben kann. Natürlich ist auch etwas Gewinn dabei, aber bei solch risikoreichen Projekten ist der Gewinn immer vergleichsweise hoch.

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  5. Hat dies auf Mein Traum vom eigenen Buch rebloggt und kommentierte:
    Wieder einmal findet sich bei Marcus Johanus ein Artikel, der es wert ist, sich darüber Gedanken zu machen. Vor allem, weil ich behaupte, dass es ein Thema ist, mit dem jeder in der einen oder anderen Form oft in Kontakt gerät. Es geht um das Thema Raubkopien, natürlich insbesondere um die Piraterie an E-Books.

    Wieso kommt jeder oft damit in Kontakt? Ganz einfach: weil es auch im Jahr 2016 immer noch Usus ist, dass man dem besten Kumpel oder der besten Freundin das tolle Album aufnimmt, das man sich gekauft – oder auch schon von einem Freund bekommen hat. Weil viele Menschen über mehr oder weniger Ecken jemanden kennen, der ohne Probleme an eine „kostenlose“ Version von Windows oder Office herankommt. Und eben auch, weil es keine gesteigerten Probleme macht, jemanden zu finden, der einem mehrere DVDs mit E-Books besorgen kann. Harry Potter, Twilight, Stephen King … alles da! Und eben auch jede Menge Selfpublisher. Ist ja nichts dabei, sind ja nur Dateien!

    Das Thema Raubkopien ist uralt. Seit die Technik in der Lage ist, Kulturgüter zu reproduzieren, werden sie hergestellt. Das lässt sich sogar Jahrhunderte weit zurückverfolgen. Und es ist sehr schwer, dem Thema noch neue Nuancen abzugewinnen.

    Deswegen finde ich Marcus‘ Artikel so gelungen, weil er eine Verknüpfung zur Lebenszeit der Urheber herstellt. Natürlich geht es auch um Geld und Anerkennung, aber es geht nicht zuletzt auch um investierte Zeit.

    Viele Menschen können sich kaum vorstellen, wie viel Zeit es dauert, ein Buch wirklich veröffentlichungsreif zu bekommen. Oder was es heißt, eine CD einzuspielen, einen Film zu produzieren oder sonst irgendetwas künstlerisches zu schaffen.

    Ich muss zugeben, dass ich das auch nicht immer gesehen habe. Softwarepiraterie war für mich lange Zeit etwas, was ganz normal war. Wer hat sich schon für seinen Heimcomputer Originale gekauft? Ich kannte keinen. Und Filme? Es gab eine Menge Filme, die ich mir anschauen wollte, die aber in Deutschland wegen der Jugendschutzbestimmungen nicht (so einfach) zu bekommen waren. Also habe ich sie mir auf anderen Wegen besorgt.

    Ich kann von mir behaupten, niemals Musik oder Bücher raubkopiert zu haben. Die Gelegenheit war natürlich, wie beschrieben, da. Aber es hätte mich nicht befriedigt. Diesen Sammeltrieb in mir, den jeder bestätigen würde, der mal einen Blick in meine „Mediathek“ geworfen hat.

    Inzwischen liegt das alles weit über zehn Jahre hinter mir und ich kaufe mir, was ich haben möchte. Notfalls im Ausland. Aber deswegen kenne ich die Argumente der Raubkopierer und weiß auch, dass viele davon vorgeschoben sind. Für Dateien zahle ich kein Geld? Bullshit! Für MP3-Downloads tut man das auch! Oder für das Netflix-Abo. Ich finde es bezeichnend, dass solche Diskussionen immer aufflammen, sobald es um dieses Thema geht. Der Artikel von Marcus macht da keinen Unterschied.

    Wie steht ihr zum Thema? Könnt ihr den Gedanken des Zeitvampirismus nachvollziehen? Ich bin sehr gespannt, hier oder drüben bei Marcus davon zu lesen!

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  6. Hat dies auf Theater geeks Film rebloggt und kommentierte:
    Internet-Piraterie von künstlerischen Werken ist tatsächlich „eine der größten Respektlosigkeiten und Demütigungen“, die es (zumindest für einen Künstler) gibt. Gut gesagt, Marcus Johanus.

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  7. Letztlich ist es doch egal, ob man ein Buch als Hardcover oder als E-Book stiehlt – Diebstahl ist Diebstahl und fügt immer jemandem Schaden zu!
    Gegen Verleih spricht gar nichts, ich verleihe auch Bücher und höre mir die CD eines Freundes an, aber wenn ich es/sie behalten will, d.h. mehr als einmal hören/lesen will, kaufe ich das Produkt.
    Es werden ja sogar E-Books, die für 99 Cent angeboten werden, kopiert, also geht es hier nicht um den Wert des Inhalts.
    Wer stiehlt, verübt eine Straftat. Fertig.

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