Der Selfpublisher – wichtiges Magazin, nicht nur für Selfpublisher

der selfpublisherSeit einigen Tagen ist das Magazin »Der Selfpublisher» erhältlich. Mit einer Teaserausgabe kündigte sich diese Publikation für Autoren, die ihre Bücher gerne selbst verlegen, bereits auf der Frankfurter Buchmesse 2015 an und schürte so bei mir hohe Erwartungen. Zu Recht, wie ich jetzt beim Studieren der ersten Ausgabe feststellen durfte.

Die Nummer eins steht im Zeichen der Selbstvermarktung. Eine kluge Entscheidung, wie ich finde, denn das Thema dürfte für viele Autoren der schwierigste Teil ihrer Tätigkeit sein. Menschen, die gerne Monate einsam an ihrem Schreibtisch an umfangreichen Texten basteln, dürften in den seltensten Fällen die geborenen Marketing-Experten sein.

Die ersten beiden Artikel steigen voll in dieses Thema ein. Annika Bühnemann liefert die Theorie, Jasmin Zipperling zeigt an einigen Beispielen, wie diese in der Praxis funktionieren kann. Ein kluges Konzept, hervorragend geschriebene, informative Artikel, die ich geradezu verschlungen habe – und das, obwohl ich schon so Einiges zum Thema in vielen anderen Quellen gelesen habe.

Matthias Matting führt in die Tricks und Kniffe von Preisaktionen ein. Ein heikles Thema, aber ein gutes Instrument, um seine Buchverkäufe anzukurbeln, wenn man weiß, wie es einzusetzen ist. Und nach der Lektüre des Artikels weiß man es.

Kerstin Brömer stellt einige PR-Agenturen vor, die auch Selfpublisher vertreten oder sich auf diese spezialisiert haben. Hier erfährt man nicht nur, wo man sich hinwenden kann, sondern bekommt auch noch wichtige Tipps zur Zusammenarbeit und zu dem, was man bereits mitbringen sollte, wenn man eine Agentur für die Vermarktung eines Buches anstellen will.

Mein persönlicher Lieblingsartikel der ersten Ausgabe: »Klappe zu, Meerschweinchen Tot« – ein Text von Susanne Pavlovic über das Verfassen von Klappentexten. Ich liebe komprimierte, auf den Punkt gebrachte »How to«-Artikel. Und dieser hier ist einer der lustigsten und gleichzeitig lehrreichsten, den ich je gelesen habe. Das Thema ist ohnehin für alle Autoren wichtig.

Beispielhaft am Entstehungsprozess eines gedruckten Lesezeichens erläutern Agnes Köhler und Susanne Pavlovic, wie man gedrucktes Werbematerial für seinen Roman herstellen (lassen) kann.

Susanne Pavlovic gibt darüber hinaus noch in einem weiteren Artikel einen Einblick in die Möglichkeiten, die Lesungen auch Selfpublishern bieten.

Thomas Friess zeigt in seiner Personalunion als Autor und Pressemensch in einem Interview, wie er an die Vermarktung seines selbstpublizierten Krimis herangeht.

Sehr gefreut und interessiert hat mich das Interview mit meinem geheimen Lieblingsautor Phillip P. Peterson, der mit seinem Roman »Paradox« 2015 vollkommen zu recht den Kindle-Storyteller-Award gewann. In dem Interview offenbart er, dass er nicht nur ganz hervorragende SF-Romane schreiben kann, sondern auch ein unglaublich sympathischer Zeitgenosse ist.

Stephan Waldscheidt darf natürlich in so einem Heft nicht fehlen. Er stellt seine Methode des Crowdfindings vor, sozusagen eine Mischung aus Crowdfunding und Lektorat, die ausgesprochen interessant wirkt.

Leider konnte mich selbst Wolfgang Tischer in seiner fundierten und detaillierten Vorstellung der Software Papyrus Autor nicht von den Vorzügen des Programms überzeugen. Ich werde wohl bei Scrivener bleiben.

Fazit: Auch wenn mich nicht jeder Artikel gleichermaßen begeistern konnte, habe ich aus jedem etwas mitgenommen. Einige Artikel, wie Susannes Pavlovics Anleitung zum Erstellen von Klappentexten machen es für mich zu einem Muss, das Heft zu archivieren und zum geeigneten Zeitpunkt hervorzuholen, um die Theorie in die Praxis umzusetzen.

Der Selfpublisher ist jeden Cent wert, auch für Autoren, die nicht ihre Romane selbst publizieren wollen. Marketing ist ein Thema, mit dem sich wohl oder übel inzwischen auch Verlagsautoren auseinandersetzen müssen. Allein die ersten beiden Artikel des Heftes sollten also jeden, der ernsthaft Romane veröffentlichen möchte, interessieren.

Bleibt mir nur noch die kleine Spitze zum Schluss: Ich finde es persönlich etwas befremdlich, dass ich ein Magazin über Selfpublishing nicht auch auf meinem Kindle lesen kann – soll heißen, ich vermisse das Abo als E-Paper. Aber in die – für mich persönlich – saure Zitrone, dass ich das Heft in Papierform lesen muss, beiße ich angesichts des hervorragenden Inhalts gerne.

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18 Gedanken zu “Der Selfpublisher – wichtiges Magazin, nicht nur für Selfpublisher

  1. Hallo Marcus,

    schöne Zusammenfassung der ersten Ausgabe. Ich habe sie mir bereits bestellt und dein Artikel lässt mich noch ungeduldiger auf diese warten. 🙂

    Was mir auffällt: Du hast keine Teilen-Buttons mehr. Ich vermute, dass hängt mit dem Urteil des Like-Buttons zusammen. Für WordPress gibt es ein Plugin „Shariff“, das den Datenschutz berücksichtigt und wo der Besucher trotzdem mit einem Klick Artikel teilen kann. Auf meinem Blog habe ich den auch schon „eingebaut“.

    Gruß
    Sascha

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    • Was die Sharing-Buttons angeht hast du leider recht. Allerdings kann ich keine Plugins installieren, da ich einen bei WordPress.com gehosteten Blog und keinen habe, den ich selbst hoste.

      Hier wäre prinzipiell die Rechtsauskunft mal interessant, ob das Urteil auch für WordPress.com-gehostete Blogs gilt, denn die liegen ja vielleicht in Amerika und auf keinem deutschen Server? Spielt das eine Rolle?

      Ich kenne mich da leider zu wenig aus.

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        • Nun ja, es geht um Datenschutz, und darum, dass die Like-Buttons ohne das Wissen der Nutzer Daten sammeln. Ich kann das Urteil insofern schon verstehen. Schade ist halt nur, dass User wie ich, leider keine Alternative haben, was bedeutet, dass ich entweder darauf verzichten muss, dass meine Artikel in den Netzwerken empfohlen und geteilt werden, oder halt dazu übergehen muss, meinen Blog selbst zu hosten.

          Letzteres schließe ich noch aus, da das viel Arbeit ist. Die Zeit möchte ich eigentlich lieber ins Schreiben und nicht in die Arbeit an meinem Blog investieren. Mal schauen, wie sich die Sache entwickelt.

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  2. Einen wunderschönen guten Morgen, dieser Artikel war wirklich meines Erachtens nach sehr lehrreich insbesondere wenn man ernsthaft darüber nachdenkt selbst Bücher zu veröffentlichen. Dieses Geschäft ist sehr schwer und ich denke, dass genau diese Tipps auch ausschlaggebend für den Erfolg sein können. 😉

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    • Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass Marketing ein Baustein für Erfolg ist – einer von vielen und leider nicht der größte. Das bedeutet nicht, das Marketing unwichtig ist, sondern nur, dass man auch kein zu großen Hoffnungen darin haben sollte.

      Zwei Dinge bleiben meiner Meinung nach wesentlich wichtiger:

      – Glück und
      – viele, harte Arbeit.

      Und zwar in der Reihenfolge. Dummerweise ist in meiner Einschätzung Glück der größte Faktor, den man selbst auch wenig beeinflussen kann.

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    • Dafür bewundere ich ja den Selfpublisher. Er ist nicht so ein semiakademisches Schnarchmagazin, wie so viele anderen im Buchbereich. Ihr mischt mit dem Heft die Landschaft auf. Ich hoffe, dass das ausstrahlt.

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  3. […] https://marcusjohanus.wordpress.com/2016/03/12/der-selfpublisher-wichtiges-magazin-nicht-nur-fuer-se… zu lesen. Der Autor, der an jedem Samstag einen Artikel mit Schreibt’s in sein Blog stellt, findet den Auftakt gelungen ist aber befremdet darüber, dass das Magazin nicht als Epaper abonniert werden kann. Das ist für mich sehr bedauerlich, denn auch ich hätte gern die Möglichkeit die vielseitige und interessante Zeitschrift gern mit der Kindleapp gelesen. Denn Zeitungen lassen sich nach wie vor meist besonders schlecht einscannen. […]

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