(Nicht nur) tolle Dinge geschehen, wenn du ernsthaft mit dem Schreiben beginnst

Nicht nur tolle Dinge geschehen, wenn du ernsthaft mit dem Schreiben beginnstSchreiben ist für uns Autoren eine Leidenschaft. Und wie das mit Leidenschsft so ist – sie dient bestenfalls bedingt dazu, die Rechnungen zu zahlen.

Wenn es schon immer dein Bedürfnis war, zu schreiben und du dich ernsthaft dazu entschließt mit den Roman, der schon immer in dir schlummerte, auch zu beginnen, wird dein Leben sich in vielen Beziehungen zum besseren verändern.

Aber nicht nur.

Beides, eine Fokussierung auf die negativen Seiten der Autorentätigkeit, wie auch eine Glorifizierung, können dazu führen, dass diese auch schnell wieder endet.

Was bedeutet es, ernsthaft zu schreiben?

Ernsthaft zu schreiben bedeutet, eine feste, regelmäßige Zeit zu haben, wann du schreibst und/oder zu schreiben, was immer es zeitlich auch nur im entferntesten passt.

Ernsthaft schreibt man nicht nur mal im Urlaub oder in den Ferien. Oder für eine Stunde am Wochenende. Oder wenn einen die Muse gerade küsst. Oder wenn man halt nichts Besseres zu tun hat.

Ernsthaft zu schreiben bedeutet zum Beispiel, dass du sieben Tage die Woche mindestens eine Stunde schreibst – oder zwölf Stunden am Wochenende. Ernsthaft schreiben bedeutet, dass du mit dem Laptop auf den Knien im Wartezimmer beim Zahnarzt schreibst, in der U-Bahn.

Du verstehst, worauf ich hinauswill.

Ernsthaft zu schreiben bedeutet darüber hinaus, dass du dein Handwerk auch erlernen willst. „Nur“ schreiben reicht halt eben nicht.

Du wirst Bücher darüber lesen müssen, wie man Romane schreibt. Du wirst Seminare besuchen, in denen du mehr über das Schreiben erfährst, das Internet nach Blogs, Podcasts und YouTube-Channeln durchsuchen, die dir mehr zum Thema verraten und du wirst dir eine Schreibgruppe, Testleser und einen Mentor suchen, die dich auf deinem Weg begleiten.

Du wirst schnell und besser lernen als je zuvor

Wenn du in diesem Sinne ernsthaft schreibst, wirst du feststellen, dass dir manche Dinge wie Schuppen von den Augen fallen. Du wirst mit offenen Augen lesen und schreiben, Zusammenhänge und Hintergründe verstehen, die dir vorher entweder gar nicht bewusst oder rätselhaft waren.

Du wirst merken, dass das alles am Anfang etwas mühselig ist. Und hin und wieder wird es auch immer mal wieder mühselig sein. Aber mit der Zeit wirst du feststellen, dass du besser und besser wirst, dir Dinge, an denen du dir vorher die Zähne ausgebissen hast, plötzlich leicht fallen.

Dafür wirst du dich anderen, neuen Herausforderungen stellen müssen, die dich zum Verzweifeln bringen.

Wenn du endlich begriffen hast, wie man sympathische Figuren erschafft und sie dir leicht aus der Feder fließen, deine Plots dir zufliegen und deine Texte sprachlich schon nach wenigen Überarbeitungsschritten auf hohem Niveau sind – dann kommst du (spätestens) an den Punkt, an dem du Exposés verfassen musst, Anschreiben an Agenten formulieren wirst usw.

Deine Perspektive auf nahezu alles wird sich verändern

Ernsthaft zu schreiben bedeutet, die Welt als Geschichte und die Menschen als Romanfiguren wahrzunehmen. Was treibt deinen Gegenüber an? Welche Leichen hat er im Keller? Wieso verhält er oder sie sich gerade so und nicht anders?

Wo will die Frau, die dir in der S-Bahn gegenübersitzt hin? Wieso hat sie so ein komisches Tattoo? Worüber tuscheln die beiden Jugendlichen da hinten? Warum fährt ein so gut gekleideter Mann mit einem Aktenkoffer mit der Bahn und hat kein eigenes Auto oder gar einen Chauffeur?

Autor zu sein, bedeutet, bei jedem Thema, dem du dich näherst, bei jedem Ereignis, das dir passiert, wenigstens im Hinterkopf die Frage zu bearbeiten: Was wäre wenn?

Was wäre, wenn die Frau mit dem komischen Tattoo dieses nicht freiwillig bekommen hat? Was wäre, wenn sie gerade auf dem Weg zu demjenigen wäre, der es ihr verpasst hat, um sich an ihm zu rächen? Was wäre, wenn die Jugendlichen einen Plan aushecken, um sich in das Netz eines großen Computerherstellers zu hacken? Was wäre, wenn der gut gekleidete Mann mit dem Aktenkoffer in Wirklichkeit nur ein Betrüger ist, auf dem Weg zu seinem nächsten Coup?

Du wirst (sehr wahrscheinlich) weniger Geld haben

Schreiben kostet Zeit. Diese Zeit muss irgendwo herkommen. Du kannst sie nicht in eine andere Karriere stecken. Wenn du keine berufliche Karriere machst, bleibst du in deinem Job unter Umständen unter deinen Möglichkeiten und wirst weniger Geld haben.

Manche sind so radikal und kündigen ihren Job um zu schreiben.

Es gibt Wege, die irgendwo dazwischen liegen.

So oder wirst du an den Punkt kommen, an dem du dich entscheiden musst: Ernsthafter schreiben oder ein gut gefülltes Bankkonto besitzen?

Ja, mit Schreiben kann man Geld verdienen. Nein, es wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht deine Verdienstausfälle kompensieren, die du in deinem Brotjob in Kauf nehmen musst.

Manche Menschen werden sich von dir abwenden

Nicht jeder in deinem Freundeskreis oder in deiner Familie wird akzeptieren können, dass du dich zum Schreiben entschließt. Von einem rationalen Standpunkt, ist das auch nur schwer nachzuvollziehen. Schreiben wird dir erst einmal weder Prestige, noch Geld, noch eine sichere Zukunft usw. bringen – alles Werte, die für viele Menschen eine große Rolle spielen.

So lange du nicht viel Geld mit deinen Romanen verdienst und in der Presse oder auf Bestsellerlisten auftauchst, dein Name auf vielen Buchcover in allen Buchhandlungen der Republik prangt, werden viele Menschen glauben, dass du ganz schön verrückt bist.

Teilweise werden das auch Menschen sein, die du gern hast.

Manche Menschen aus deinem inneren Zirkel werden bedauern, dass du weniger Zeit für sie hast. Auch das ist nicht leicht auszuhalten.

Du wirst neue, spannende Leute treffen, die du sonst nie kennengelernt hättest

Wenn du ernsthaft mit dem Schreiben beginnst, musst du dich auch dorthin begeben, wo andere Autoren und Leser sind. Du wirst auf Buchmessen und zu Lesungen gehen, Gespräche suchen oder dich Gesprächen stellen. Du wirst auf Facebook, Twitter, Pinterest und anderen sozialen Netzwerken Kontakte anbahnen und sie auch offline kennenlernen.

Einerseits sind alle Autoren ein kleines bisschen verrückt (Das schreibe ich natürlich nur aus Höflichkeit. In Wirklichkeit sind sie eher ziemlich verrückt.). Andererseits sind sie interessante Originale, die spannende Dinge zu erzählen haben.

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37 Antworten auf “(Nicht nur) tolle Dinge geschehen, wenn du ernsthaft mit dem Schreiben beginnst”

  1. Sehr schön beschrieben. Auch beim Schreiben gilt: Ohne Fleiss, kein Preis. Da aber jeder Schreiben in der Schule lernt, denkt auch jeder, das Schreiben keine richtige „Arbeit“ ist. Doch Schreiben ist ein Handwerk und um ein Handwerk richtig zu machen, muss man auch die entsprechenden Stunden investieren. Eröffnet einer eine Bäckerei, erwartet auch keiner, dass er dafür nur 1-2 Stunden wöchentlich arbeiten muss.

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        1. Handwerklich sauber wäre es, wenn du Kalligraphien veröffentlichen würdest.
          Sicherlich benutzt du ein paar Tricks und Kniffe, um die Leser an der Stange zu halten, aber die meiste Arbeit macht das Denken aus, das Ausdenken, das Durchdenken.
          Und trotz aller Kniffe und Tricks will niemand einen Schreiben nach Zahlen-Roman lesen,

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          1. Kalligraphie ist nun etwas vollkommen anderes.

            Und auch „Schreiben-nach-Zahlen“ ist etwas anderes als Handwerk. Gerade Hobby-Maler, die ihr Handwerk nicht verstehen, müssen zu Malen-nach-Zahlen greifen. Beim Schreiben ist das meiner Meinung nach nicht anders.

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            1. Künstler sind keine Handwerker, sie schaffen nichts Nützliches und arbeiten auch nicht immer körperlich, Künstler sind Spieler, sie tun so als ob. Sicherlich ist es hilfreich zu wissen, welche Kniffe, Tricks und Regeln sie anwenden können, um eine Wirkung zu erzielen, aber am Ende bleibt es ein Spiel, bei der eine gezielte Regelverletzung die größte Wirkung erzielen kann.

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              1. Erstens würde ich fundamental widersprechen, dass Künstler nichts Nützliches schaffen. Kunst hat einen extrem hohen Nutzen: Unterhaltung, Weltverständnis, Entspannung – um nur drei Nutzen zu nennen.

                Zweitens: Ja, Regelverletzung ist ein wirksames Mittel. Aber eben um diese affektreich einsetzen zu können, muss ich mein Handwerk extrem gut beherrschen.

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                1. Ich sage dazu eher Spielregeln. Ich bin ja auch dafür, dass man Tricks und Kniffe kennt, um mit ihnen zu spielen.

                  Ich hätte primär nützlich schreiben sollen. Natürlich unterhält Literatur, erweitert unser Weltverständnis, sorgt für Diskussion. Sie ist nicht sinnlos, auch nicht zwecklos, aber primär nützlich?

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  2. jedes Ziel was man erreichen möchte muss man ernsthaft betreiben – mal 5Minuten am Abend geht da nicht – man muss sich entscheiden und sehr diszipliniert das Ding durchziehen – ohne Zeiteinteilung geht bei mir gar nichts – wer einen „Brotjob“ hat ist mit seiner Zeit noch ärger dran – das man nicht jeden Tag sich in kreativen Ergüssen auslassen kann ist ganz normal – geht mir auch so, aber andererseits kommen immer ein paar Funken von Ideen die dann schnell aufs Papier skizziert / notiert werden – wer schreiben will der tut es auch und muss dabei einen sehr langen Atem haben, bis ein Verlag JA zu ihm sagt

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  3. Zumindest zwei von den Punkten treffen bei mir zu:

    Deine Perspektive auf nahezu alles wird sich verändern
    Du wirst neue, spannende Leute treffen, die du sonst nie kennengelernt hättest

    Allein schon deshalb lohnt es sich, ernsthaft zu schreiben.

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  4. Man lernt auf so vielerlei Weise, wenn man sich ernsthaft mit dem Schreiben befasst… Das stimmt. Dazu zählt auch das Recherchieren. Und mir Geschichten über die Menschen auszudenken, denen ich untertags begegne, das mache ich leidenschaftlich gerne… 🙂

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  5. Aber überwiegen nicht schließlich doch die positiven Dinge? Das mag optimistisch klingen, aber für das Gefühl, eine Welt erschaffen zu haben, Figuren kreirt zu haben mit denen sich Menschen identifizieren können und um die man sich sorgt, und dann irgendwann einen Roman vollendet zu haben (nicht nur den ersten Entwurf, aber schon das Gefühl ist toll!) – Ja, für dieses Gefühl nehme ich gerne einige Strapazen auf mich. Und im Umkehrschluss: Allen Menschen auf dieser Welt steht gleichviel Zeit zur Verfügung. Durch das Schreiben gewöhnt man sich auch einige schlechte Angewohnheiten des Prokrastinierens (Fernseher um Punkt 8 anschalten) ab und wird dadurch vielleicht kurzfristig weniger glücklich. Aber auf lange Zeit gesehen: Möchte ich lieber 10000 Stunden vor dem Fernseher oder an der Arbeit an meinem Roman verbracht haben.

    Mit den besten Grüßen und Dank für diesen Artikel

    Martin

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    1. Ja, ich denke auch, dass das Positive überwindet, sonst würde ich es nicht tun. Wollte bei dem Artikel den Fokus auch nicht auf die Schattenseiten legen, doch die gibt es halt auch. Wobei ich ja finde, dass die mit der Zeit ihren negativen Charakter verlieren. Wer sich von mir abwendet, weil ich schreibe, versteht mich ohnehin nicht. Auf der anderen Seite, lernt man halt viele neue Leute kennen, mit denen man halt große Gemeinsamkeiten teilt. Und man lernt, dass Geld halt nun einmal nicht alles ist.

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      1. Vollkommene Zustimmung. Ich glaube gerade künstlerische Tätigkeiten (mit dem Komponieren verhält es sich doch ähnlich oder mit dem Malen) offenbaren doch immaterielle Güter, die man nur durch die Ausübung dieser Tätigkeiten erlangen kann und dadurch über den äußeren Gütern (Geld, Ansehen) stehen, die im Idealfall zusätzlich kommen können, aber nicht müssen. Bei den Menschen, die sich von einem abwenden, muss man sich vielleicht einfach fragen, welche Güter ihnen wichtiger sind…

        Ein spannendes Thema.

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  6. Schreiben ist ein Handwerk, das gelernt werden muss. Wer will schon ein Fenster von einem Metzger? Wobei es natürlich sein kann, das des Metzgers Fenster kreative Möglichkeiten eröffnet. Aber ob man DAS will?
    Zum Handwerk gehören Grundsätzliches (Rechtschreibung/Grammatik/Zeichensatz usw.).
    Doch auch ein gewisses „technisches“ Verständnis ist von Vorteil´(damit kann man SPIELEN)
    Kreativität unter Ausnutzung der basics bringt Lesbares, das gefällt, Phantasie anregt, Zeit vergessen lässt und vieles mehr.

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  7. Soweit kann ich den McKinsey’s dieser Welt durchaus Folge leisten:
    Wer Geld „verdienen“ will, muss Waren oder Dienstleistungen anbieten, die andere begehren und dafür bereit sind zu zahlen.
    Unter diesem Blickwinkel scheint es mir völlig egal, ob es sich bei diesem Angebot um etwas „nützliches“ handelt, ein Möbel, ein Brot oder eine Behandlung beim Zahnarzt oder ob es sich um eine schwer fassbare intellektuelle Leistung handelt.
    Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass in dieser real existierenden Welt die größten Vermögen mit solchen Waren oder Dienstleistungen verdient werden, deren Nützlichkeit durchaus fraglich ist und von dem ein oder anderen sogar bestritten wird. Womit hat Eugen Münch seine Millionen verdient? Was ist wohl nützlich daran, wenn Banken und Hedgefonds auf den Niedergang der griechischen Volkswirtschaft spekulieren und am Ende damit unvorstellbare Vermögen verdienen?
    In meinen Augen ist die Fähigkeit, die Welt vor innerem Auge zu sehen, das Gesehene mental zu bearbeiten und zurück zu projezieren in die Realität der bahnbrechende und entscheidende Durchbruch, den die Evolution mit der Erfindung dieser einzigartigen Eigenschaft des Menschen getätigt hat. Nur so kommt nach meiner Meinung die Chance in die Welt, diese unter den vermeintlich wenig nützlichen Aspekten „Vernunft“, „Menschlichkeit“ oder gar „Liebe“ zu gestalten. Und nur so ist es möglich, diese Gestaltung nicht jeder für sich, sondern „sozial“ oder gemeinsam zu machen.
    Es wird sich noch zeigen, ob die Menschheit in der Lage sein wird, ihre evolutionären Errungenschaften auch zum Guten einzusetzen. Es wird die Ansicht vertreten, dass sie nicht einmal auf dem Wege sei. Wir werden sehen.
    Künstler und im speziellen Fall Autoren leisten ihren Beitrag an dieser Front. Sie verhelfen wichtigen Attributen der spezifisch menschlichen Existenz zum Durchbruch in die real existierende Welt (mehr oder weniger) und bieten nebenbei dem Autor auch noch die Chance, an der Gestaltung der Welt mitzuwirken. Welche anderen Chancen hätte ich dann noch?

    @Marcus Johanus
    Mit dem, was du schreibst, verfehlt du die Aufgabe, die ich dir in meiner Welt zugedacht habe. Du sollst mir doch Mut machen! Und jetzt bekomme ich beinahe den Eindruck, dass an dir und deiner Mission unüberhörbare Zweifel nagen. Wie viel größer müssen der meine Zweifel werden?

    Willi A.

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    1. Es wundert mich ein wenig, dass dir der Artikel so vorkommt, als würde ich zweifeln. Das Gegenteil ist der Fall. Wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Und ich habe mich eigentlich darum bemüht, im Artikel beides darzustellen.

      Ich finde die vielen „Lebe deinen Traum und alles wird gut.“-Artikel, die im Netz so herumwandern, ja einerseits ganz gut, wenn sie Menschen motivieren. Aber ich finde es eigentlich nie gut, die rosarote Brille aufzusetzen und alles auszublenden, was beim Schreiben halt eben auch weniger angenehm ist.

      Die Vorteile wiegen für mich die Nachteile auf jeden Fall auf. Ich habe jedoch den Eindruck, dass viele die Flinte ins Korn werfen, wenn sie merken, dass Schreiben halt eben auch z.B. Anstrengung und Verzicht bedeutet. Darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man ernsthaft mit dem Schreiben beginnt.

      Das heißt nicht, dass man sich davon abhalten lassen sollte.

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  8. Hey Marcus,
    danke für diese Seite und dein Engagement, über das Schreiben zu schreiben. Ich lese deine Blog-Einträge gern.
    Und dazu haben ich Fragen …
    Deine Vorschläge fürs dran bleiben, verstehe ich, aber Seminare kann ich mir nicht leisten Schreibgruppen sowie Mentoren finden, wie mache ich das?
    Weißt du da Rat?
    Gruß …

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    1. Bist du sicher, dass du dir Schreibseminare nicht leisten kannst? Es gibt von der Volkshochschule bestimmt auch bei dir im weiteren Umfeld entsprechende Kurse und die sind in der Regel nicht teuer.

      Auf die Dauer kommt man nicht drum herum, ins Schreibe auch Geld zu investieren, wenn man es ernsthaft betreiben will. Sei es für Literatur, Seminare, Messebesuche oder das richtige Schreibgerät.

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  9. Hey Marcus,

    genau das, was du hier schreibst, habe ich mir letztens auch überlegt – und ich finde mich (fast) überall in den von dir erwähnten Punkten wieder. Aber Freunde habe ich (glaube ich – hoffe ich?) noch alle; wobei, wenn ich nicht merken würde, dass mir welche fehlen, wäre es um die ja auch nicht schlimm … 😉

    Aber ganz “schlimm” finde ich ja, wie ich Filme und Bücher nur noch im Analyse-Modus gucken bzw. lesen kann. Ich muss mich regelrecht zwingen, nicht immer an Szenen oder Satzbau herumzustudieren. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte noch so unvoreingenommen lesen, wie früher. Aber vielleicht legt sich das ja auch irgendwann mal wieder.

    Jedenfalls danke für den Artikel. Schön zu sehen, dass es ja irgendwie allen gleich geht. 🙂

    Liebe Grüsse
    Yvonne

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    1. Ich finde es nicht Schlimm, Filme und Bücher im „Analyse-Modus“ zu konsumieren. Im Gegenteil. Ich finde es toll, wie ich merke, dass mir auch immer mehr auffällt und ich immer mehr entdecken kann, je analytischer und aufmerksamer ich mich diesen Dingen widme.

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  10. Hallo Marcus,
    ich habe vor fast fünf Jahren ernsthaft mit dem Schreiben angefangen. Ich dachte damals: pah, so ein Roman schreibt sich doch von selbst, kein Problem, ich habe ja genug Ideen! Schreibe meine Blogs, kann „tolle“ Kurzgeschichten verfassen und bin ein wahnsinnig kreativer Briefeschreiber. Aber das alles reichte nicht, um einen lesenswerten Roman zu verfassen.

    Nach und nach merkte ich, dass ich ohne Handwerkszeug, ohne Hilfe von kompetenten Mitstreitern, die auch mal einen kritischen Blick auf meine Texte werfen, anstatt sie in den Himmel zu loben, kein Weiterkommen ist. Ich habe also Seminare (jedes Jahr eins, weil sie wirklich teuer sind) besucht, eine Schreibgruppe gegründet, viele interessante Blogs im Netz durchforstet und mich durch die verschiedensten Schreibratgeber gequält, nur um festzustellen, dass mich das neu gelernte Wissen meinen Schreibfluss einschränkte. Einige Zeit konnte ich kein Wort mehr zu Papier bringen, ohne dass mein innerer Zensor die Alarmanlage betätigte. Mit dem Alarm kamen die Zweifel, mit den Zweifeln kam der Gedanke, alles an den Nagel zu hängen und mir ein anständiges Hobby zu suchen 🙂

    Aber wer ernsthaft schreiben möchte, der muss auch durch Durststecken gehen! Mittlerweile, viele hunderttausend Zeichen später (ich habe nicht daran gedacht, aufzugeben!!!!), kann ich das gelernte Wissen anwenden, ohne darüber nachzudenken. Es ist wie mit jeder neu zu erlerndenen Sache, Autofahren, Fahrradfahren, Musikinstrument erlernen … anfangs ist es mühsam, aber irgendwann kommt man an einen Punkt, wo sich automatisiert.

    Ich lese gern in deinem Blog, gerade weil du neben vielen hilfreichen Tipps (die Schneeflockenmethode hat mir zum Beispiel in meinem aktuellen Projekt die Freude am Schreiben zurückgegeben, nach fast neunmonatigem Stillstand!!!) auch realistisch und kritisch mit dem Thema Schreiben umgehst und die, wie war das so schön „Lebe deinen Traum und alles wird gut“-Theorie hinterfragst. Ich denke, wenn man die Schattenseiten des Schreibens kennt, kann man die lichten Momente viel besser genießen.

    Viele Grüße und herzlichen Dank
    Sandra-Maria

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    1. So sehe ich das auch, Sandra-Maria. Vielen Dank für die interessanten Einblicke. Ich denke, deine Biografie ist ganz typisch. Zumindest finde ich mich selbst darin ziemlich gut wieder.

      Weiterhin viel Erfolg!

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