Vom Finale der TV-Serie LOST können Autoren viel über die Erwartungshaltung des Publikums lernen

VomFinalederTV-SerieIch bin ein großer Fan der Serie LOST. Keine andere TV-Serie und kaum eine andere Geschichte hat mich je so stark gefesselt. Ich liebe die Figuren und die Mysterien der Serie und ziehe ob der Erzählstrukturen, die die Autoren verwenden, ehrfurchtsvoll meinen Hut.

Und weil ich eben ein so großer Fan bin, habe ich mir neulich die Serie ein zweites Mal angeschaut.

Bis dahin hatte ich mich stets gefragt, warum viele Zuschauer vom Finale der Serie enttäuscht waren. Jetzt, beim zweiten, analytischeren Gucken, fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Im Endeffekt gibt es zwei wesentliche Faktoren, die erklären, wieso das Ende nicht der Erwartungshaltung vieler Zuschauer entsprach – obwohl es im Gegensatz zu vielen Kritikermeinungen vollkommen folgerichtig und von der ersten Folge an konsequent vorbereitet ist und sich wie ein roter Faden durch die komplette Serie zieht.

ACHTUNG: Von hier an besteht die Gefahr milder Spoiler! Nur für den Fall, dass du LOST noch nicht gesehen hast.

1. Genre-Mix

LOST ist im Prinzip eine Mystery-Fantasy-Science-Fiction-Drama-Soap-Opera-Horror-Serie mit einer spirituellen Thematik.  Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass viele die erste Staffel gerne gesehen haben und dann im Laufe der zweiten, spätestens dritten Staffel abgesprungen sind, weil sie von den zunehmend auftauchenden SF-Elementen enttäuscht waren.

Das waren Leute, die LOST hauptsächlich als qualitativ hochwertige Soap-Opera gesehen haben. Und tatsächlich ist LOST in den ersten Staffeln hauptsächlich genau das.

Die Autoren ließen sich viel Zeit damit, die Figuren einzuführen, ihre Hintergrundgeschichten auf geheimnisvolle Weise zu erzählen und Beziehungen zwischen ihnen aufzubauen.

Zuschauer, die genau deswegen die Serie verfolgten, ignorierten alle Anzeichen für Übersinnliches und hofften, dass es für alles eine realistische Erklärung geben würde.

Mir persönlich gefällt der Genre-Mix von LOST, umfasst er doch alles, was ich gerne mag. Aber die meisten Menschen sind halt entweder Soapa-Opera- oder SF-Fans – eher selten beides zugleich.

Das Ende der Serie hingegen beinhaltete zwar durchaus SF-Elemente, spielte sich aber wiederum nahezu komplett auf der Figurenebene ab. Nur waren die Zuschauer, die ein solches Ende zu schätzen gewusst hätten, schon längst abgesprungen.

2. Überlänge

LOST ist schlichtweg zu lang (nicht zu verwechseln mit langweilig – das ist die Serie zu keinem Zeitpunkt).

Damals habe ich das nicht gemerkt, weil mich Folge um Folge, Woche für Woche gefesselt hat. Aber beim zweiten Gucken fiel mir auf, wie viel langsamer – im Bezug auf den Hauptplot – die ersten Staffeln waren und wie massiv das Tempo schließlich zum Ende hin anzog.

Der Vorteil dieser Erzählweise ist, dass die Autoren sich sehr viel Zeit für die Figuren nehmen konnten.

Der Nachteil: Der Zuschauer wird extrem lange zappeln gelassen. Nahezu drei Staffeln lang werden Mysterien tröpfchenweise aufgedeckt – aber nichts vom Hauptplot enthüllt. Das hat natürlich dazu geführt, dass nahezu jeder Fan seine eigenen Theorien entwickelte.

Einerseits ein gewünschter Effekt.

Andererseits steigerte dies die Erwartungshaltung der Fans ins Unendliche.

Von Anfang an ist – wenn man die Serie zum zweiten Mal und ohne große Pausen zwischen den Folgen und mit dem Ende im Hinterkopf sieht – die spirituelle Thematik klar erkennbar. Und jeder Subplot, jedes Rätsel und jede Andeutung laufen eigentlich auf das Finale hinaus.

Nur hat man das damals aufgrund der langen Pausen zwischen den Folgen und den Staffeln, der langsamen Erzählweise und den vielen kleinen Subplots – von denen man ja noch nicht wissen konnte, ob sie denn nun Subplots oder Teil des Hauptplots sind – schlichtweg anders wahrgenommen. Die offene Erzählweise, die keine klaren Antworten gibt, sondern mittels Show-Don’t-Tell dem Zuschauer stets seine eigenen Schlüsse ziehen lässt, tut ihr Übriges.

Fazit: Eigentlich ist LOST ein kleines Wunder. Ich staune immer wieder darüber, wie eine dermaßen unkonventionelle Serie, die viel, viel Ausdauer und Mitdenken vom Zuschauer verlangt, je ein Erfolg werden konnte.

Aber als Autor kann man von LOST lernen: Mysterien sind gut, sie binden das Publikum an die Story. Aber sie vergraulen auch viele, wenn sie zu lange aufrecht erhalten und in einem Genremix präsentiert werden, der praktisch alles offen lässt.

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30 Antworten auf “Vom Finale der TV-Serie LOST können Autoren viel über die Erwartungshaltung des Publikums lernen”

  1. Hallo Marcus,

    ich habe die Serie damals verschlungen und jeder weiteren Folge entgegen gefiebert. An die Staffelenden mag ich nicht zurückdenken, das war ja kaum auszuhalten. Lost werde ich mir auf jeden Fall auch nochmal „am Stück“ anschauen.

    Gruß
    Sascha

    4 8 15 16 23 42

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    1. Eine typische Reaktion, Sascha. Ich kann sie nach wie vor nicht verstehen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich auch beim zweiten Gucken zum Schluss geheult habe wie ein Schlosshund, ist das Ende in meinen Augen absolut folgerichtig. Das heißt nicht, dass ich es damals vorhergesehen oder erwartet hätte.

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  2. Hi Marcus,
    ich bin ebenfalls großer Fan der Serie (habe sie schon mehr als 5 mal komplett gesehen) und stimme dir im Großen und Ganzen zu. Eine Sache ist mir aber damals aufgefallen, während ich im Internet Theorien verfolgt und selber aufgestellt habe, warum viele vom Ende enttäuscht waren. Den meisten Zuschauern störte es vor allem, dass die Mysterien nicht ausreichend aufgedeckt wurden (Jacobs Hütte) oder nur halbherzige Erklärungen geliefert wurden (4 8 15 16 23 42). Ich kann das sogar nachvollziehen, denn teilweise wirkte es auch für mich so, als hätten die Autoren sich etwas in ihren eigenen Rätseln verheddert.
    Als Autor lehrt uns das wohl, dass Fragezeichen in einer Geschichte immer gut sind, aber eben auch nur so gut wie die Antworten, die geliefert werden.

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    1. VORSICHT SPOILER!

      Das ist das Problem: Die Mysterien waren so dicht, dass die Erwartungshaltung so groß wurde, dass sie bei erfüllt werden konnten. Ich weiß nicht, ob die Autoren die Rätsel nicht ausreichend aufgedeckt oder halbherzig erklärt wurden. Ich denke wirklich, die meisten haben einfach nur mehr erwartet, als die Autoren je geplant haben.

      Ganz simpel ausgedrückt, ist LOST eine Geistergeschichte. Für Vieles in der Serie gibt es keine rationale Erklärung, außer halt die Tatsache, dass die Insel eine Verbindung ins Jenseits herstellt. Wenn es Menschen gibt, die mit Geistern kommunizieren können, wieso sollte es dann nicht auch Hütten geben, die von einem Ort zum anderen springen? Für eine Geistergeschichte kein ungewöhnliches Motiv.

      Das Problem ist nur, dass viele bei LOST keine Geistergeschichte erwartet haben, obwohl sehr, sehr viel darauf hindeutetet (allein schon das Design des Vorspanns, die Musik, die Gestaltung der DVDs usw.). LOST deutet halt eben auch viele andere Genres an, z.B. SF. Und das hat halt auch SF-Fans auf den Plan gerufen, die rationale Erklärungen erwartet haben – die es aber in einer Geistergeschichte gar nicht geben muss.

      Der Fairness halber muss man aber auch sagen, dass die Showrunder tatsächlich einen riesigen, unverzeihlichen Fehler gemacht haben: Sie haben im Rahmen der PR diese unterschiedlichen Erwartungshaltungen halt eben auch noch geschürt. Ich vermute, aus kommerziellen Gesichtspunkten. Da liegt für mich das eigentliche Problem und die „Sünde“ der Autoren, weniger im Storytelling der Serie.

      Speziell die Zahlen beispielsweise, finde ich nicht halbherzig erklärt, wenn man z.B. der Erklärung ein magisches Weltbild zugrunde legt. In der Numerologie haben Zahlen halt nun einmal nicht Bedeutung, sondern sind auch magisch aufgeladen und können, wie bei Hugo, auch das Schicksal beeinflussen. Das ist – im Rahmen der Story – keine halbherzige Erklärung, da sie sich in das Gesamtbild einfügt, finde ich jedenfalls.

      Sie ist nur unbefriedigend für jene, die gehofft hatten, eine logischere und naturwissenschaftlichere Erklärung zu bekommen. Ich gestehe, dass ich beim ersten Gucken der Serie und vor allem auch nach diversen Äußerungen von Damon und Caroline auch daran geklaubt hatte, dass hinter den Zahlen „mehr“ stecken würde.

      Jetzt – nach fünf Jahren, ohne den ganzen Hype und am Stück geguckt – kann ich an der Erklärung der Zahlen nichts Enttäuschendes mehr erkennen. Sie fügt sich ins Gesamtbild. Wenn man akzeptiert, dass LOST halt vor allem eine Geitsergeschichte ist.

      Gefällt 2 Personen

      1. Ja, ich sehe das ähnlich. Nur ging/geht es vielen Zuschauern nun mal nicht so. Gerade nach der fünften Staffel stand im Internet der tenor, dass jetzt endlich die Staffel mit den ganzen Auflösungen kommt. Ich habe das an dem Punkt sowieso nicht mehr erwartet und hatte auch kein Problem damit. Ich kann hervorragend mit den gebotenen Auflösungen leben und auch mit dem Ende konnte ich mich direkt anfreunden, obwohl mir da eine etwas unspirituellere Herangehensweise lieber gewesen wäre.
        Es ist aber eben, wie du richtig sagst, auch von den Machern der Serie einfach eine riesige Erwartungshaltung geschürt worden, die niemals zu erfüllen war. Damon Lindeloff hat daraus ja offensichtlich gelernt und bei seiner neuen Serie „The Leftovers“ direkt gesagt, dass es nicht um die Mysterien geht, sondern um die Charaktere und deren Geschichte. Das hätte man bei Lost vielleicht auch mal erwähenen sollen, dann wären vielleicht viele nicht so enttäuscht gewesen.

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        1. Das haben sie eigentlich auch getan. Allerdings sind die Mysterien natürlich eher das, was die Leute bei der Stange hielt. Deswegen haben sie dazu in den meisten Interviews und Pressemitteilungen halt Stellung bezogen.

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          1. Wie gesagt, mich stört es nicht wirklich. Ich finde die Serie auch so top. Aber ich kann schon verstehen, warum der ein oder andere enttäsucht war. Wobei dann Sätze wie „6 Jahre meines Lebens dafür verschwendet“ für mich sowieso zu weit gehen. Selbst wenn man mit dem Ende nicht zufrieden ist, wurde man ja trotzdem 6 Jahre lang sehr gut unterhalten. Und nur die wenigsten Serien haben ein wirklich gutes Ende. Da ist Lost sowieso eher ein positives Beispiel.

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            1. Solche Kommentare zeigen ja eher das Gegenteil. Offenbar hat diese Kritiker LOST so sehr berührt, dass es am Ende zu einer heftigen Reaktion kam. Ich denke, dass LOST somit ein wenig Opfer seines eigenen Erfolgs geworden ist. Bei den Zuschauern haben sich so viele Emotionen aufgebaut, so konkrete Erwartungen gebildet, dass es am Ende menschenunmöglich war, diese auch zu befriedigen.

              Es ist natürlich auch eine Folge dieser offenen Erzählweise. LOST hält nun wirklich das Prinzip Show don’t tell hoch. Das bewirkt, dass sich die Zuschauer auf nahezu alles selbst einen Reim machen muss. Im Prinzip hat jeder Fan so seine eigene Version von LOST, die mit denen der anderen Fans und der Macher nicht viel zu tun haben muss. Das macht es schwierig, ein befriedigendes Ende zu finden.

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              1. Das stimmt natürlich. Ich finde allerdings auch, dass gerade dieses offen lassen einiger Fragezeichen perfekt zu der Serie passt. Schließlich ging es auch immer darum, selbst Theorien aufzustellen und Dinge zu interpretieren. Da wäre ein komplett abgeschlossenes Ende ohne zumindest teilweise offene Fragen der Serie nicht gerecht geworden. Gerade die Tatsache, dass man selbst nach der Serie noch für sich selber interpretieren kann, was denn jetzt eigentlich genau da passiert ist, passt einfach super zu der Serie. Selbst wenn bei vielen komischerweise immer noch die Theorie vorzuherschen scheint, dass sie alle direkt beim Flugzeugabsturz gestorben sind. Das ist ja nun mal eindeutig nicht der Fall.

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                1. Gebe dir in allen Punkten recht. Den Sturm der Entrüstung nach dem Finale, der in die Richtung ging „Buuuuuh, es wurde ja gar nicht alles erklärt“ kann ich nicht verstehen. Ich kann nachvollziehen, dass manche prinzipiell davon enttäuscht sind, dass beim Battle Wissenschaft gegen Spiritualität die Wissenschaft verloren hat. Aber dass nicht alles Mysterien „erklärt“ werden, haben Damon und Carlton von Anfang an gesagt.

                  Und mit erklären meine ich: Explizit als Infodump. Das haben sie zwar auch gemacht, gerade im Epilog, aber es überwiegt eigentlich das Show don’t tell – was ich gerade bei spirituellen Themen vollkommen angebracht finde.

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                  1. Ja, sehe ich genau so. Außerdem muss man natürlich auch bedenken, dass eine TV-Serie nicht funktioniert, wie zB ein Roman. Während man beim Roman alle Fäden selbst in der Hand hat, ist man beim Fernsehen eben auch Umständen ausgesetzt, die von einem selbst nicht beeinflussbar sind. Wenn da ein Adewale (Mr. Eko) aus der Serie rausgeschrieben werden will, oder eben in Staffel 4 die Autoren streiken, muss man da eben etwas umkrempeln, wodurch nun mal kleine Logiklücken entstehen, oder am Ende vielleicht manche Sachen nicht mehr ganz so viel Sinn ergeben, wie es ursprünglich geplant war. Eigentlich ist es ja sowieso ein Phänomen, dass die Serie überhaupt so lange lief und man den Autoren so viel Zeit gegeben hat, ihre Geschichte zu erzählen, die Charaktere zu entwickeln und Dinge aufzuklären. Im TV ist da meistens ja auch ganz schnell lustig. Vor allem bei solchen „Experimenten“ wie Lost. Alleine deshalb wird die Serie auch immer ganz weit oben bei meinen Favoriten stehen. Mittlerweile eigentlich nur abgelöst an der Spitze von Breaking Bad.

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                    1. Ich auch nicht unbedingt. Aber erfolgreich waren eben auch nur wenige. Ich trauere ja beispielsweise immer noch FlashForward nach. Das hatte noch einiges an Potenzial.

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    1. Na ja, der Zeitaufwand ist halt wie bei jeder anderen Serie mit sechs Staffeln auch. Aber es lohnt sich schon, finde ich jedenfalls. Mein Tipp: Wirklich nichts über die Serie im Internet usw. lesen, keine Theorien googeln etc. Das schaukelt die Erwartungshaltung extrem hoch.

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  3. Hat die Serie nicht etwas über 100 Folgen? Mit dieser Folgenzahl lässt sich eine Serie in den USA besser verkaufen und es wirtschaftlicher, das wirkt sich aufs Erzähltempo auf.

    War Lost nicht von Anfang Mystery? Ich habe sie nie ganz gesehen.

    Was kann man noch lernen? Viele Leser übersehen oder überlesen Hinweise.

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    1. VORSICHT SPOILER!

      Ja, 120 oder so, denke ich.

      Ich denke nicht, dass das von Anfang an die Idee war, die Serie unbedingt auf diese kritische Marke von 100 Folgen zu bringen. Ich weiß es natürlich hauch nicht genau, aber so weit ich mich erinnere, war von Anfang an die Zukunft der Serie eher ungewiss. Gerade die ersten drei Staffeln hangelten sich die Autoren immer von Mid-Season zu Mid-Season, weil LOST halt auch aufgrund des Drehorts eine wirklich teure Serie war.

      Das war natürlich auch noch eine sehr, sehr große Schwierigkeit für die Autoren, dass sie anfangs einfach auch gar nicht wissen, wie viel Zeit sie für das Erzählen ihrer Geschichte haben. Erst so um die Mitte der dritten Staffel rum wurde ihnen zugesichert, dass es insgesamt sechs Staffeln geben sollte, wenn ich mich recht erinnere. Von da an merkt man auch deutlich, dass das Erzähltempo anzieht.

      Ich persönlich mag beide Phasen. Ich könnte noch 10 Staffeln lang mehr über die Figuren erfahren. Aber ich mag ja auch Filme wie Citizen Kane (von dessen Erzählweise LOST massiv inspiriert ist). Die stringentere Betonung des Plots nach der dritten Staffel mochte ich ebenfalls, da hier praktische erst damit begonnen wurde, die bedeutenden Mysterien aufzuklären.

      Ja, LOST ist, wie ich bereits unten schrieb, wenn man es genau betrachtet eine Geistergeschichte. Viele Mysterien ließen sich jedoch nicht so schön entfalten, wenn dies die Autoren von Anfang an sowohl innerhalb ihrer Erzählung als auch in Interviews schlichtweg zugegeben hätten. Das ist der eigentlich Fehler, das implizit sowohl in der Story als auch sozusagen im realen Leben der Eindruck erweckt wurde, hinter LOST stünde mehr.

      Und ja, du hast in gewisser Weise recht. Nur würde ich nicht unbedingt sagen, dass bei LOST insgesamt viele Hinweise übersehen wurden. Eher im Gegenteil. Irgendwann waren die Fans so heiß auf Infos und Theoriebildung, dass praktisch alles für einen bedeutsamen Hinweis gehalten wurde. Wenn, dann war das sozusagen ein Fall von „Hide in plain sight.“. Eigentlich liegt bei LOST alles auf dem Präsentierteller. Aber die Fans waren damals irgendwann einfach so wild am Interpretieren, dass bei praktische jedem Informationstizel viel zu viel Bedeutung reingesteckt wurde. Siehe weiter oben meinen Kommentar zur Hütte. Die Hütte ist schlichtweg eine Geisterhütte, die von Ort zu Ort springt, ein bisschen wie bei Baba Jaga.

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  4. Bei „Under The Dome“ läuft’s ähnlich. Ich hab die neue Staffel aufgezeichnet und wollte sie mir kürzlich ansehen. Nach den ersten Folgen hab ich gemerkt, dass ich zwischendurch zwei Folgen bei Aufzeichnen verschwitzt hab. Ich hab mich nur kurz geärgert und dann beschlossen, die Serie abzubrechen. Obwohl immer mal wieder was Neues dazukommt, tritt die Handlung auf der Stelle bzw. dreht sich im Kreis. Mein Interesse erlahmt zusehends. Ein oder zwei, maximal drei Staffeln hätten gereicht, aber das Pferd wird halt immer wieder totgeritten.

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    1. Das würde ich bei LOST so gar nicht sagen. Under the Dome kann ich nicht so beurteilen. Da habe ich erst die ersten beiden Staffeln gesehen. Die haben mir bisher ganz gut gefallen.

      Aber bei LOST ist es nicht unbedingt ein „auf der Stelle treten“, sondern ein Verschieben des Fokus‘ von der Figuren- auf die Handlungsebene. Ging es in den ersten drei Staffeln ganz massiv um die Figuren und nur andeutungsweise um die Inselmysterien, so drehte sich das halt ab der dritten Staffel massiv um.

      Auch das muss man ja mögen. Ich mag halt beides. Viele bevorzugen bei einer Geschichte aber eindeutig entweder die Plot- oder die Figurenebene.

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      1. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich LOST abgebrochen habe. Die ersten Staffeln haben mir gut gefallen, aber dann hat mein Interesse nachgelassen. Wenn es um einen begrenzten Raum geht – Insel oder Kuppel – wiederholen sich die Abläufe irgendwann, selbst wenn es immer neue Varianten gibt. Das Schema bleibt gleich, und das hält (für mich) die Spannung nicht ewig aufrecht. Anders ist es z.B. bei Game of Thrones, weil es mehrere weit auseinander liegende Handlungsebenen gibt und immer wieder auch neue dazukommen, ganz abgesehen von den Figuren.

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        1. Ging mir bei LOST vor allem im zweiten Durchgang nicht so, zumal ja auch immer mehr neue Schauplätze hinzu kamen. Ich glaube eher, die Gefahr war gerade bei LOST, dass es lange Pausen zwischen den Staffeln und Folgen gab. Da vergisst man eine Menge. Und bei LOST kommt’s nun wirklich auf die Kleinigkeiten an.

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  5. Endlich habe ich die Erklärung dafür, warum mir die letzten beiden Lost Staffeln nicht mehr gefallen haben. Ich habe mir Lost auf einem Streaming Dienst angeschaut. Meist drei Folgen hintereinander. Am nächsten Arbeitstag konnte ich den Feierabend zum Lost weiter schauen nicht abwarten. Ähnlich gefesselt war ich auch von den Serien: Six feet under, Sopranos und Breaking Bad. Alles Serien in denen auch „gebrochene“ Menschen gezeigt werden und wie die weitermachen. Da konnte ich viel für mich selber mitnehmen.

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  6. Damals kam’s mir verquast vor bzw. hatte ich den EIndruck, dass die Schöpfer*innen selbst nicht so genau wussten, worauf sie hinauswollten. Außerdem versprach es ellenlang zu werden, und darauf hatte ich keine Lust. Also habe ich nach der ersten Staffel Schluss gemacht. Da ich SF/F und Drama eigentlich als Mix gut leiden mag (und selbst produziere), war’s nicht der Genre-Mix, der mich abgehalten hat.

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  7. Ich mochte bis auf die letzte Staffe alle. Mich störte auch nicht der Genre-Mix von Realität und SiFi. Und obwohl ich den versch. Wirklichkeiten nicht richtig folgen konnte, bannte mich die Serie. OK, wenn es möglich ist, eine Insel zu verschieben, warum dann nicht Parrallel-Welten/-Leben? So meine Erklärung. Aber als das alles noch zusätzlich ins Mystische abdriftete, war es für mich too much und ich blieb nicht nur mit einem sondern gleich einem Dutzend Fragezeichen zurück.
    Die letzte Staffel hat für mich den guten Eindruck der vorigen sehr verwässert.

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