Wie man als Autor seine Kreativität organisieren kann

WiemanalsAutorKreativ auf Knopfdruck geht nicht? Dir fehl die Motivation zum Romanschreiben? Keine Sorge, dagegen gibt es ein Mittel: Organisation. Hier ein paar Tipps, wie du Schreibblockaden überwinden kannst, auch wenn die Muse gerade nicht küsst und die schon wieder Inspiration fehlen sollte.

1. Verabrede dich mit dir selbst zur kreativsten Stunde

Schreiben sollte ein genau so wichtiger Termin sein wie der nächste Zahnarztbesuch oder eine Verabredung mit Freunden etc. Trage einen Termin fürs Schreiben in deinen Kalender ein (Du hast keinen Kalender und machst prinzipiell keine Termine? Wie willst du je was gebacken kriegen? Glaub mir, Termine machen hilft!).

Lege diesen Termin – wenn es irgendwie möglich ist – in eine Zeit, in der du gerne und gut schreiben kannst. Morgens, abends, in der Mittagspause  … Probiere es aus, wenn du es noch nicht weißt.

2. Nutze die Technik, um deine Kreativität zu organisieren

Du hast ein Handy? Du hast einen Computer (am besten einen Laptop)? Wozu dann noch ein Notizbuch aus Papier mit dir herumtragen. Es gibt haufenweise Apps, die das Notizbuch hervorragend ersetzen können und es in der Funktionalität noch übertreffen. Meistens sind die Notizen-Apps sogar schon im Betriebssystem enthalten.

Auf dem Mac gibt es eine Notizen-App, wie auch auf dem iPhone. Eine Notiz die ich unterwegs auf meinem iPhone mache, habe ich dank Cloudanbindung sofort auf meinem Rechner, sobald ich mich zum Schreiben hinsetze. Kein Suchen nach Kladden mehr, nie mehr einen Stift suchen, kein langwieriges Blättern …

3. Raus an die frische Luft

Autoren neigen dazu, Stubenhocker zu sein. Nicht alle, nicht immer, aber doch … So ziemlich jeder Arzt wird dir bestätigen, dass Spaziergänge für die Hirnfunktion wahre Wunder bewirken. Niederländische Studien haben einen direkten Zusammenhang zwischen Kreativität und sportlicher Aktivität festgestellt.

Unter Umständen ist es also für deine Muse besser, ein paar Runden um den Block zu drehen, als händeringend vor der Tastatur nach Ideen zu suchen.

4. Mach dich frei von negativen Meinungen

Gerade unveröffentlichte Autoren – oder veröffentlichte mit wenig Umsatz – haben das Problem, dass ihre Arbeit kaum anerkannt wird. Zu schnell kommt das Urteil „Zeitverschwendung“, von Menschen, die nicht den Drang verspüren, kreativ tätig zu sein.

Es gibt viele gute Argumente, die man diesen Menschen nennen kann. Lass es lieber. Eine Diskussion hält lange auf und raubt dir Kraft, die du eher zum Schreiben brauchst. Lächle freundlich, nicke und mach dein Ding. Am Ende musst du mit dem glücklich werden, was du tust – und sonst niemand.

5. Mach mal Pause

Pausen sind für jeden Prozess praktisch unerlässlich. Zu intensive zeitliche Belastung schadet nur. Wenn die Kreativität versiegt, kann das auch einfach daran liegen, dass du zu hart arbeitest.

Sowohl vom Schreiben solltest du dir gelegentlich mal eine Auszeit gönnen – aber auch zu viele und zu harte Arbeit auf anderen Gebieten tut auf die Dauer nicht gut. Sich selbst Freiräume zu schaffen, ist nicht nur für dich gut, sondern auch für dein Umfeld, denn sie führen dazu, dass du ein angenehmerer Zeitgenosse wirst.

Wichtig ist nur, es mit den Pausen nicht zu übertreiben. Achte darauf, trotz allem einen regelmäßigen Rhythmus in deinem Schreiballtag zu haben (s. 1.).

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26 Gedanken zu “Wie man als Autor seine Kreativität organisieren kann

  1. Was für mich bei „Blockaden“ sehr gut funktioniert: Schreib was anderes. Es kommt häufiger vor, dass ich vor einem aktuellen Projekt sitze, mir aber einfach nicht einfallen will, wie es weitergehen könnte. Meistens schnappe ich mir dann einfach Zettel und Stift und schreibe ohne nachzudenken drauf los. In den meisten Fällen, kommt dabei natürlich nicht viel Gescheites raus, aber manchmal ergibt sich dadurch sogar die Idee, die mir für das vorliegende Projekt gerade gefehlt hat.
    Generell finde ich es immer mal wieder nützlich, einfach draufloszuschreiben, ohne sich Gedanken zu machen. So ziemlich jede der Kurzgeschichten in meinem Blog ist so entstanden. Sicher keine große Literatur, aber meine Leser scheint es zu unterhalten. Und das ist für mich dann immer noch die Hauptsache.

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  2. Vielen Dank für die wie immer großartigen Tipps. Allerdings bin ich seit Januar vom Laptop auf Notizbücher umgestiegen, um meinem inneren Kritiker den Wind aus den Segeln zu nehmen 😉 Ich glaube, so schreibe ich entspannter. Aber es stimmt, so schleppe ich ganz schön viel mit mir herum…
    Schönste Sommergrüße, a.

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  3. Punkt 4 erscheint mir am wichtigsten, weil es sich dabei nicht nur um inneren, sondern auch um äußeren Druck handelt. Aber an seine Arbeit zu glauben, ist unheimlich wichtig. Zudem bin ich der Auffassung, dass man als Autor gar nicht so schlecht sein kann, wenn man sich dazu aufrafft 500 Seiten zu schreiben. Hinter so einem Drang steckt etwas dahinter.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Martin

    P.S. Mit Pausenmachen habe ich so meine Probleme 😉

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  4. Toller Artikel. Ich halte Punkt 4 auch für sehr wichtig. Wie oft habe ich schon gehört: „Mach doch mal was vernünftiges mit deiner Freizeit.“ Das demotiviert und deswegen rede ich nur noch selten mit meinen Mitmenschen über das Schreiben. Aber irgendwo muss auch Bestätigung herkommen, das ist für jeden Bereich wichtig. Mit der Motivation kommt auch die Lust Romane und Kurzgeschichten zu schreiben bzw. dranzubleiben.

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    • Freut mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat. Ja, es ist ermüdend, sich immer und immer wieder für das Schreiben vor anderen rechtfertigen zu müssen. Auf der anderen Seite: Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie jemand seine Zeit mit Angeln verbringen kann.

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      • Ich musste schmunzeln, als ich diesen Kommentar gelesen habe! Liegt wohl daran, dass ich neben Belletristik auch Angelbücher schreibe und mir keine bessere Kombination vorstellen könnte. Es ist sehr inspirierend für die eigenen Romanprojekte, wenn man am nebelverhangenen Flussufer entlang watet und Forellen beim Steigen beobachtet. Das bezieht sich insbesondere auf´s Fliegenfischen inmitten unberührter Naturlandschaften. Für mich pure Erholung, um die eigene Kreativität wieder neu anzukurbeln 🙂

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    • Das kenne ich auch. Gerade als jemand, der noch nichts veröffentlich hat und dessen Ansätze auch schon oft im Sande verlaufen sind, bekomme ich das auch von meiner Familie öfters zu hören. Für Außenstehende ist das Schreiben oftmals einfach Zeitverschwendung, weil ja „nichts dabei herumkommt“. Andere Hobbys wie Malen, Musizieren oder Fußballspielen werden da viel ernster genommen, obwohl die in der Regel auch nicht zu einträglichen Ergebnissen führen.

      Ich denke, die negativen Meinungen sind eines der Haupthindernisse, gegen die man als Autor ankämpfen muss, sofern man noch keinen messbaren Erfolg hatte.

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  5. Bei mir scheitert das Ganze an Punkt 1.
    Ein iPod habe ich nicht und werde ich nicht haben. Außerdem bin ich sowieso die meiste Zeit zuhause, und wenn ich draußen was erlebe, schreibe ich das hinterher gleich auf. Am Computer, logo.
    Negative Meinungen zu dem, was ich tue, gibt’s in meinem Leben nicht. Wären mir auch schnuppe.
    Pausen waren noch nie mein Problem, und spazieren gehe ich möglichst täglich: „Solvitur ambulando – es löst sich beim Gehen“ – eine äußerst heilsame Erfahrung, die mich schon seit Jahren begleitet.

    Aber Punkt 1.
    Schreibtermine mit sich selber zu machen, ist keine schlechte Idee, nur kommt mir da mein Job in die Quere: Ich bin Literaturübersetzerin, schreibe und denke also schon von Berufs wegen mehrere Stunden täglich. Die beste Zeit für eine solche Tätigkeit ist bei mir vormittags bis spätestens 15 Uhr. Wenn ich aber dann mit meinem Übersetzerpensum durch bin, ist mein Gehirn regelrecht platt gewalzt. Dann kann ich alles andere, bloß nicht schreiben (Tagebuch schreiben schon, aber das ist was anderes). Das dauert mehrere Stunden an, und dann ist Abend, und da hab ich schon gleich gar keine Energie mehr, mich anzustrengen. Bleiben nur die Wochenenden, und das ist einfach zu selten.
    Wenn ich nämlich was Kreatives machen will, was auch noch nachhaltig ist, brauche ich ungeheuer viel freie Zeit, um in Stimmung zu kommen, „in den Fluss zu steigen“. Und auch drin zu bleiben.
    Ich wünsch mir einen Elfenbeinturm.

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  6. Ich stelle gerade fest, dass ich die besten Freunde der Welt habe. Noch nie musste ich mich fürs Schreiben rechtfertigen, im Gegenteil, es wird eher so oft gefragt, wie weit ich denn mit dem neuen Projekt bin, dass das schon in Stress ausartet zum Teil. 😉 Das ist dann allerdings positiver Stress, denn es motiviert ungemein, wenn ich weiß, dass da jemand auf die nächsten Werke wartet. 🙂

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