7 Tipps, die dabei helfen, mehr zu lesen

7Tippsdiedabei-2Lesen ist für Autoren die zweitwichtigste Tätigkeit, um ihre Schreibfähigkeiten zu entwickeln. Oft ist dazu ein intensives Lesen notwendig. Die genaue Analyse von Texten hilft dabei, das eigene Schreiben zu verbessern. Gleichzeitig muss ich als Autor aber auch wissen, was innerhalb meines Genres passiert und auch hier und da mal über den Tellerrand schauen. Mit diesen Tipps gelingt es mir, mein Lesepensum zu erhöhen.

1. Ich lese nur, was mir wirklich gefällt

Es gibt keine Ich-muss-dieses-Buch-zu-Ende-lesen-Polizei. Jedes Buch hat bei mir ein Ultimatum, bis es mich gefesselt haben muss, oder ich lege es zur Seite. Das heißt nicht, dass ich ihm nicht vielleicht später eine zweite Chance gebe. Für manche Bücher muss die Zeit reif sein. Bei anderen bin ich mir sicher, dass sich kein zweiter Blick lohnt.

Meistens entspricht mein Ultimatum ziemlich genau der Länge einer Leseprobe eines Kindle-E-Books …

2. Ich überblättere Langweiliges

Ich lese viel, gerade auch viel Genre-Literatur. Mit der Zeit entwickelt man da ein Gefühl für wichtige Passagen. Oder interessante. An manchen Büchern fasziniert mich nur ein Handlungsstrang. Merke ich später, dass der zweite (oder dritte usw.) doch wichtig wird, blättere ich halt zurück und hole ihn (oder sie) nach.

Das ist ja das Schöne am Buch. Ich bin der Herr über die Geschichte und kann sie so konsumieren, wie ich das für richtig halte. Der große Unterschied zum Film, Hörbuch oder Theater, wo mir eine Geschichte präsentiert wird.

3. Ich setze mir Ziele

Ein Leseziel kann dabei helfen, einen inneren Ansporn zu entwickeln, um mehr zu lesen. Ich nehme mir zwei bis drei Romane pro Monat vor. Im Schnitt komme ich so auf rund 30 Bücher pro Jahr. Ich empfinde das persönlich als ein Minimum, das ich als Autor lesen muss.

4. Ich habe eine Leseliste

Finde ich ein potenziell interessantes Buch, lade ich mir eine Leseprobe runter. Manche kaufe ich auch gleich, weil ich mir sicher bin, dass sie interessant sind. Auf diese Weise entsteht ein Pool an Büchern, aus denen ich mir eins aussuchen kann, wenn ich das nächste Buche brauche und verschwende keine Zeit mir der Suche.

5. Ich mache mich über das Buch schlau, bevor ich es lese

Bevor ich einen Roman ernsthaft zu lesen beginne, erkundige ich mich, wer der Autor ist, von welchem Verlag es stammt, lese Inhaltsangaben, schaue mir Buchtrailer an und/oder recherchiere ein wenig zum Thema des Romans. Es besteht zwar die Gefahr, mich zu spoilern. Auf der anderen Seite finde ich so schneller ins Buch und kann unter Umständen schon entscheiden, dass der Roman doch nichts für mich ist, bevor ich mit dem Lesen beginne.

6. Ich erfasse Sätze, keine einzelnen Wörter

Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn ich einen Text wirklich Wort für Wort lese. Dann empfinde ich ihn als anstrengend oder leide gerade an einer Konzentrationsschwäche. In ganz seltenen Fällen begeistert mich ein Buch auch sprachlich so sehr, dass ich jeden Buchstaben genieße. Oft erfasse ich Texte, indem ich querlese oder eben satzweise lese, nicht wortweise. Das erhöht das Lesetempo.

7. Ich lese (und höre) mehrere Bücher parallel

Da ich ohnehin beruflich viel lesen muss (was ich nicht in mein Lesepensum für meine Autorentätigkeit einrechne), lese ich automatisch mehrere Texte parallel. Aber ich sorge zum Beispiel auch dafür, immer ein Hörbuch bei mir zu haben, wenn ich das Haus verlasse oder gerade andere Dinge erledigen muss, bei denen ich zwar meine Hände und Augen brauche, aber den Kopf frei habe (Hausarbeit, Rasen mähen, Joggen usw.).

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10 Gedanken zu “7 Tipps, die dabei helfen, mehr zu lesen

  1. Die Sache mit der Leseliste finde ich eine tolle Idee, da ich sowieso ein Freund von Listen bin. (Besonders die zum abhaken 😉 )
    Da ich Freund des gedruckten Buches bin, sieht meine Leseliste sehr plastisch aus: Ein Stapel auf meinem Nachttisch, der mit der Zeit immer kleiner werden muss, damit ich noch an meine Brille und meinen Wecker komme. 😉

    Liebe Grüße

    Martin

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  2. Hey! Vielen Dank für diese schönen Hinweise zur Lesekultur. Ich habe mir nie großartig Gedanken über die „Ich-Muss-Bücher-Lesen-Polizei“ gemacht, aber nachdem man diesen Beitrag gelesen hat, lohnt es sich, inne zu gehen und kurz auf die eigenen Lesegewohnheiten zu horchen. Top!

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  3. Ich werde es mal mit Deinen Tipps, versuchen, Marcus. Ein paar davon beherzige ich ja schon, aber trotzdem lese ich viel zu wenig, was mich echt frustriert. Ich habe schon damit angefangen, mich mehr Kurzgeschichten und dünneren Romanen zuzuwenden, weil ich die wenigstens in angemessener Zeit auslese. Davon abgesehen lehrt die kurze Form, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

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  4. Hallo Marcus,

    ich gehe deine Liste mal Punkt für Punkt durch:

    1) Früher habe ich mich dazu gezwungen Bücher bis zum Ende zu lesen. Aber man wird klüger, wenn man sich durch einige Bücher gequält hat. Wenn ich heute feststelle das mich ein Buch langweilt, dann fliegt es ruckzuck in die Tonne.

    2) Überblättern mache ich nicht. Ich spule z.B. auch keine Filme auf DVD vor. Es gilt wieder Punkt 1: langweilig? -> Tonne

    3) Ein ganz wichtiger Punkt. Bis letztes Jahr (Geburt meiner Tochter) habe ich ein Buch pro Woche gelesen. Aktuell komme ich auch „nur“ auf 1 Buch/14 Tage

    4) Mein (e)SuB wächst und wächst. Aber dadurch habe ich wirklich zu jeder Zeit ein für mich interessantes Buch parat.

    5) Autor und/oder die Inhaltsangabe sind für mich ausschlaggebend, ob ich ein Buch lese oder nicht.

    6) Das ist der für mich interessanteste Punkt in deiner Liste. 😉 Ebooks lese ich neuerdings viel auf meinem Smartphone mit „Spritz“ http://www.spritzinc.com/ Es ist faszinierend, wie schnell man lesen kann, wenn man nur einzelne Wörter angezeigt bekommt.

    7) Ich habe auch immer ein Hörbuch parallel am Start.

    Gruß
    Sascha

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  5. Satzweise zu lesen, ist ein interessanter Ansatz. Aber ich habe festgestellt, dass man dabei zwar den Inhalt einer Geschichte gut erfassen kann, aber auch einige schriftstellerische Feinheiten überliest oder nur halb erfasst.

    Ich lese zum Beispiel im Moment ein Buch von Tana French, eine Autorin, die über eine überaus eindrucksvolle und bildhafte Sprache verfügt. Und ich ertappe mich immer wieder beim Lesen, wie ich ehrfurchtsvoll innehalte angesichts ihres treffenden und bildgewaltigen Sprachstils.

    Würde ich hier mit satzweisem Lesen durchhecheln, hätte ich den 740-Seiten Schinken zwar schon längst durch, allerdings wäre mir auch einiges an Lesegenuss entgangen.

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  6. Danke für die Tipps!
    Ich versuche gerade mehr zu lesen, habe aber eine, wie ich finde, langsame Lesegeschwindigkeit. Hast du Tipps, wie man schnelleres lesen lernen kann? Wie z.B. dein Punkt 6?

    Ich habe auch immer das Problem, dass ich Gedanklich abschweife und dann feststelle, dass ich von den Geschehnissen der letzten 2 Seiten gar nichts mitbekommen habe.

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