9 Maßnahmen, die schnell Schreibblockaden lösen

9ManahmendieschnellSchreibblockaden können vom einfachen Feststecken („Verflixt, wie soll’s hier weitergehen?“) bis hin zur kompletten Selbstsabotage reichen („Was bilde ich mir ein? Ich kann gar nicht schreiben.“). Diese 9 Maßnahmen können helfen:

1. Gewohnheiten ändern

Früher habe ich das Schreiben an unterschiedlichen Orten oft ausprobiert, um Blockaden zu überwinden. Im Café oder im Park, in der Stadtbibliothek oder im Wohnzimmer auf der Couch. Auch das das Ändern der Tageszeit hilft gelegentlich, die Motivation erneuern. Es ist ein hehres Ziel, morgens früh aufzustehen, um zu schreiben. Wenn das aber nach drei Wochen nicht funktioniert, sollte doch eher vielleicht die Mittagspause auf der Arbeit oder die Zeit kurz nach dem Feierabend herhalten.

2. Neue Erzählperspektive

Viele, die mit dem Schreiben beginnen, wählen einen Ich-Erzähler. Wir kennen den aus unserem Alltag, wenn wir selbst etwas berichten. Prinzipiell ist mit dem Ich-Erzähler auch alles in Ordnung. Aber die Perspektive hat ihre Tücken. Eine davon ist die, dass gerade Autoren mit weniger Erfahrung dann dazu neigen, sich mit der Perspektivfigur zu stark zu identifizieren.

Das kann zum Problem werden, ohne dass man es merkt. Mir zum Beispiel geht es beim Schreiben in der Ich-Perspektive immer wieder so, dass ich in der Romanhandlung Konflikten ausweiche – denn ich selbst will ja keinen Stress. Mangelnde Konflikte sind jedoch der Tod für die Spannung und damit auch ein Grund, wieso der Spaß am Projekt verloren gehen kann.

3. Töte deine Liebsten

Bei meinen ersten, unbeendeten Projekten habe ich stets versucht, alle meine guten Ideen in einem Manuskript zu verbraten. Ein anderes Phänomen, nämlich das falsche Festhalten an großen Szenen oder liebgewonnenen Figuren, führte zu aufgeblasenen und komplizierten Plots. Zum Beispiel startete ich ein Projekt als Monster-Horror-Thriller mit einer Krimi-Handlung. Im Laufe des kreativen Prozesses erwies sich die Krimi-Handlung als immer interessanter – aber das tolle Monster, das am Anfang des Projektes stand und schon in stundenlanger Arbeit liebevoll ausgestaltet wurde, passte nicht mehr so ganz hinein.

Mir hat es geholfen, das Monster aus der Handlung zu streichen. Vorher war ich wochenlang blockiert, weil ich versucht habe, den Plot so lange hinzubiegen, bis das Monster wieder hineinpasste, aber am Ende viel zu kompliziert war.

4. Neuer Einstieg

Spät rein, früh raus lautet eine Regel für die Spannung von Szenen. Das Konzept kann auch auf den ganzen Plot erweitert werden. Oft schreibt man sich als Autor warm, braucht eine Handvoll Kapitel um Setting, Plot und Figuren auszubreiten. Manchmal ist man so nach ein paar Kapiteln an dem Punkt, an dem alles etabliert ist und dann kommt die Frage: „Was nun?“.

Ich betrachte dann meistens die bereits fertigen Kapitel als Plot hinter dem Plot und wähle einen ganz neuen, frischen Einstieg, der näher an den Konflikten ist und damit mehr Spaß macht.

5. Klappentexte schreiben

Manchmal fällt es mir schwer, einen Überblick über mein Projekt zu behalten: der Plot ufert aus und entwickelt sich in eine merkwürdige Richtung. Dann hilft es, den Klappentext oder das Exposé für das Buch zu verfassen. Durch den Zwang dazu, den eigenen Plot zu komprimieren, ändert sich meine Perspektive, so dass ich alles mit ganz anderen Augen betrachten kann.

6. Medium wechseln

Manchmal hilft es mir, das bislang Geschriebene einmal auszudrucken oder auf den E-Reader zu packen. Den eigenen Text in den Händen zu halten oder wie ein fertiges Buch zu lesen, kann den Blickwinkel verändern, so dass neue Ideen entstehen.

7. Schreibsprint

Früher verfolgte ich beim Schreiben vor allem qualitative Ziele. Ich schrieb zwar Romane, feilte aber an jedem Satz als wäre ich Lyriker. Bei einem 400-Seiten-Projekt kann diese Vorgehensweise tödlich sein, denn dann rückt das Ziel, das Manuskript auch mal zu beenden, in unerreichbare Ferne.

Hier hat es mir geholfen, mir statt eines qualitativen Ziels, ein quantitatives Ziel zu setzen. So nach dem Motto: „Ich schaue mal, wie viel ich in zehn Minuten schreiben kann.“

8. Mittendrin aufhören

Wenn ich meine Schreibzeit damit beende, auch am Ende eines Kapitels aufzuhören, habe ich es beim Einstieg in der nächsten Sitzung unter Umständen schwieriger, einen Anfang zu finden. Meistens beende ich die Arbeit mitten im Satz. So fällt es mir am nächsten Tag viel leichter, weiterzuschreiben.

9. Spazieren gehen

Klingt simpel, hilft aber zumindest bei mir in den meisten Fällen.

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13 Antworten auf “9 Maßnahmen, die schnell Schreibblockaden lösen”

  1. Bevor ich weiterschreibe, muss ich jeweils ein gutes Stück lesen, ehe ich mich wieder in die Geschichte fallen lassen kann, das wäre eigentlich okay, die Krugs dabei, ich korrigiere dann natürlich heftig am Text herum – und flugs ist meine reservierte Schreibzeit auch schon wieder um. Ich weiss um mein Problem, oh ja. Ich vermute mal, ich tue das, wenn ich wieder mal feststecke und nicht weiss, wie ich eine neue Szene am besten anfange, und das obwohl die Geschichte in meine Kopf steht. Es ist wie: schnell mal den Müll rausstellen, einen Kaffee holen …
    Also hier und jetzt, lieber Markus, um deiner Mühe und deiner Ratschläge willen, werde ich weiterschreiben ohne neu zu texten. Mal sehen, wie viel schneller ich vorankomme.

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  2. Gute Tipps!

    Spazierengehen hilft wirklich!
    Ich werde mal den Tipp mit dem Klappentext ausprobieren, mal schauen wie weit ich damit komme.

    Wirst du auch mal einen Blog Beitrag dazu schreiben, wie man am besten einen Roman auch wirklich beendet?

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  3. Schreibblockaden lösen – Klappentexte schreiben…klingt simpel.
    Ich hatte es mir auch schon vorgenommen, aber irgendwie kam immer was anderes; und meine Hauptfigur steht immer noch am gleichen Platz in der Einöde und wartet – auf mich..

    Vorhin im Bus hats mich dann voll erwischt. Ich weiß nicht woher, aber innerhalb von Minuten hatte ich gedanklich einen Klappentext. Hab ihn vorhin direkt geschrieben und bin baff.
    Das meine Geschichte nun eine solche Form bekommt, hätte ich nie erwartet!
    Hinzu kommt, daß ich auch aus der Ich-Perspektive herausgetreten bin und einen Erzähler zu Wort kommen lasse; ähnlich einem unsichtbaren Begleiter.

    Aber was fürs Lesen gilt, gilt wohl auch fürs schreiben:
    Es gibt Geschichten, deren Zeit noch nicht reif ist…

    Jetzt werde ich mir mal einen festen Arbeitsplan machen und meinen Klappentext erweitern und ausarbeiten.

    Danke für die wertvollen Tips!

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