Die 4 wichtigsten Dinge, die man als Autor über das Bloggen wissen sollte

Die4wichtigstenDinge-2

Ich kann jedem nur dazu raten, als Autor auch zu bloggen. Wie man vielleicht sehen kann, macht mir das Bloggen großen Spaß. Hier die vier wichtigsten Dinge, von denen ich nach rund drei Jahren bloggen überzeugt bin, dass man sie als bloggender Autor beherzigen sollte:

1. Nützlichkeit

Ganz gleich, ob du als Autor über das Schreiben selbst, über ein anderes Sachthema oder über deine Haustiere bloggst – im Vordergrund sollte nicht stehen, dich zu präsentieren, sondern für andere etwas Nützliches zu bieten.

Dabei geht es weniger darum, was du bloggst, sondern wie du es tust. Handliche Tipps und Erfahrungsberichte machen sich meiner Meinung nach besser als Selbstdarstellung aus dem Elfenbeinturm.

Für deine Homestory gibt es andere Plattformen, wie beispielsweise Facebook. In einem Blog sollte es hauptsächlich um nützliche Informationen gehen, finde ich.

Zur Nützlichkeit gehört auch eine gewisse Zeitlosigkeit. Wer möchte, dass seine Artikel auch noch in ein, zwei Jahren für Leser, die neu auf den Blog stoßen, interessant sein können, darf nicht (ausschließlich) Kommentare zum aktuellen Zeitgeschehen liefern, die nach ein paar Wochen schon von gestern sind.

2. Persönlichkeit

Authentizität ist beim Bloggen wichtig, um sich von der Masse abzuheben. Es gibt unzählige Blogs im Netz. Der einzige Weg, sich Gehör zu verschaffen, ist, das zu bloggen, was nur du auf deine ganz spezielle Weise sagen kannst.

Versuche nicht, dich zu verbiegen, um ein bestimmtes Bild von dir zu transportieren oder dich hinter deinen Blogeinträgen zu verstecken. Denn das wirkt schnell hölzern und wenig attraktiv auf Leser.

Das bedeutet nicht, dass die intimsten Dinge im Internet präsentiert werden sollten. Aber Leute kommen auch auf deinen Blog, um zu gucken, was für ein Typ du bist. Ich sehe Blogs ein wenig wie den Smalltalk auf einer Party.

3. Regelmäßigkeit

An vielen Stellen wird empfohlen, täglich zu bloggen. Autoren wie beispielsweise John Scalzi demonstrieren auch, wie das erfolgreich gemacht werden kann. Bei den meisten von uns, die keine Vollzeitautoren sind, grenzt tägliches Bloggen jedoch an Selbstausbeutung.

Hier ist es wichtig daran zu denken, dass Bloggen nur eine (kleine!) Facette des Autorendaseins ist. Wenn ich eigentlich Romane schreiben will – und nicht das Ziel habe, aus meinen Blogartikeln ein Buch zu machen, was natürlich auch geht -, dann muss ich einen Rhythmus finden, der mir als Autor noch genug Zeit dafür lässt, meiner eigentlichen Tätigkeit nachzugehen.

Ich habe für mich festgestellt, dass sich wöchentliche Updates gut machen. Wenn sich Leser halbwegs darauf verlassen können, dass an einem bestimmten Wochentag ein neuer Artikel erscheint, reicht das. Zur Not gehen bestimmt auch größere Zeitabstände. Ich empfinde wöchentlich allerdings schon als ein Minimum.

4. Kürze

Blogartikel von mehr als 1000 Wörtern haben es schwer, ihre Leser zu finden. Zumindest mir geht das so, dass ich selten als Leser bei solchen Artikeln durchhalte. Ein Blog ist eben kein Buch. Das Internet ist ein schnelles Medium.

Weniger als 500 Wörter finde ich als Autor schwierig, um die meisten Themen zu entfalten. Irgendwo dazwischen sollte sich also ein Artikel bewegen, was auch bedeutet, dass manche Themen einfach nicht angemessen behandelt werden können, da sie zu komplex sind.

Advertisements

21 Antworten auf “Die 4 wichtigsten Dinge, die man als Autor über das Bloggen wissen sollte”

  1. Das mit den 1000 Wörtern kann ich bestätigen. Ich finde es meist mühsam und halte selten durch.
    Auch 500 sind mir oft zu viel. Allerdings liegt sehr viel an der Augenfreundlichkeit des Layouts.

    Gefällt mir

  2. Hat dies auf SchreibZen rebloggt und kommentierte:
    Hallo Marcus,
    ich kann dir in allen Punkten nur zustimmen.
    Längere Artikel kann man dann auch ruhig mal aufteilen und eine kleine Serie über 2-3 Wochen machen.
    An der Regelmäßigkeit muss ich persönlich arbeiten, obwohl ich hier unendliche lange Listen mit Themen liegen habe. Aber dazu war bei mir in den letzten 1 1/2 Jahren zu viel los (Geburt meiner Tochter, Heirat). Das soll im neuen Jahr aber alles besser werden, was auch meine neue Domain symbolisieren soll. Alles auf Start sozusagen.
    Dir und deiner Familie ein Frohes Fest und einen Guten Rutsch! 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. Ich habe Dein Punkte gelesen und bin mit Punkt 1 überhaupt nicht einverstanden. Nützlichkeit? Ein Blog muss doch nicht nützlich sein und wenn ihn gemand als Tagebuch gebrauchen möchte und viele Menschen das gerne lesen, wo ist dann das Problem. Ich bin selber Autorin, Schriftstellerin und Redaktorin und das Schöne am Blog ist doch – es gibt eben KEINE REGELN (ausser Mobbing oder Drohungen) und man DARF ALLES auf dem Blog. Schreibstil – egal, Grammatik – egal, Wortanzahl – egal und Kommaregeln – egal. Schau doch mal in meinem Blog vorbei – ich halte mich nicht an Deine Regeln, habe aber unzähige Klicks, Follower und 2 Anfragen von Verlagshäusern, die aus meinem Blog ein Buch machen wollen (es erscheint übrigens im März). Also bitte, diese Nützlichkeit stelle ich doch sehr in Frage. Ein schönes Wochenende, Daniela 🙂

    Gefällt mir

  4. Kann ich fast so unterschreiben. Nur bei dem Rat auf Tagesakuelles zu verzichten, teile ich nicht. Relevante, gesellschaftliche Debatten bleiben doch im Gedächtnis haften, so dass ältere Artikel über damals Aktuelles nicht unbedingt an Gehalt und Lesbarkeit anbüßen müssen.

    Gefällt mir

  5. Das mit der Artikellänge kommt immer sehr darauf an, was das für ein Blog ist, wie der Text aufgebaut ist und ob er flüssig zu lesen ist. Ich lese eigentlich viele Blogs, die mehr als 1000 Wörter haben (schätzungsweise) und auch meine Artikel überschreiten diese Zahl fast immer. Wenn ich meinen Statistiken glaube, laufen diese Artikel sogar besser als de kürzeren, weil ich viel tiefer in die Materie einsteigen kann. Ich würde also sagen es ist wie immer ein „kommt drauf an“.

    Gefällt mir

    1. Ja, das stimmt. Manchmal lässt es sich auch einfach nicht vermeiden. Viele meiner Artikel sind auch länger. Allerdings ziehe ich allerspätestens bei 1000 Wörtern die Notbremse. Ist für mich die absolute Schmerzgrenze. Die Struktur ist auf jeden Fall das Wichtigste. Aber wenn ich mir 500 Wörter vornehme, stehen die Chancen gut, dass ich später bei ca. 700 oder so lande. Ist jedenfalls bei mir so.

      Gefällt 1 Person

  6. Lieber Marcus

    Deine Artikel haben mir schon mehrmals entscheidend weiter geholfen. Die Länge wird sehr subjektiv wahrgenommen. Wenn einen das Thema brennend interessiert, würde man gerne noch mehr erfahren. Deine Artikel haben jedenfalls meistens die richtige Länge.

    Gefällt mir

  7. Ich kann der Länge der Texte überwiegend zustimmen. Meine Leseproben zum Buch werden weniger gelesen als die Prosalyrik oder Lyrische Prosa bzw. Kurzgeschichten oder Parabeln. – mit einer Ausnahme („Anastasias Kolibri“). Bei den Lesern entscheidet jeder für sich selbst, was für ihn „nützlich“ oder interessant ist. Inzwischen habe ich immer mehr Aufrufe aus Brasilien, Schweiz, Amerika usw., was mich sehr wundert. Deine Tips sind für mich ganz interessant. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein besinnliches Weihnachtsfest. Liebe Grüße, Sylvia

    Gefällt mir

  8. Vielen Dank für diesen Artikel, Marcus.

    Vor ein paar Wochen habe ich ja mit dem Bloggen begonnen und das hier hilft noch einmal sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

    Liebe Grüße
    Martin

    P.S: Zwei Leser haben sich schon zu mir verirrt 😉

    Gefällt mir

  9. Es gibt nichts Schlimmeres als ellenlange Artikel. Da hat man immer das Gefühl, die hören nie auf. Deswegen lasse ich die meistens aus… 😉
    Als Autor sollte man auf alle Fälle präsent sein und sich auch angewöhnen, auf Kommentare zu antworten.

    Gefällt mir

  10. Hallo Marcus,
    deine Tipps kann ich im Großen und Ganzen unterschreiben. Nutzen für die Leser muss auf jeden Fall geboten werden. Zumindest, wenn das Ziel Leser an sich zu binden. Ich empfinde das allerdings als die größte Herausforderung, wenn ich nicht gerade Sachbücher schreibe. Ich schreibe humorvolle Romane. Daher möchte ich am liebsten Fans ebendieses Genres anlocken. Da kämpfe ich noch um die richtigen Themen.
    Herzlichen Gruß,

    Vera

    Gefällt mir

    1. Humorvolle Romane erfordern meiner Meinung nach auch humorvolle Blogartikel. Da würde ich mir gar nicht so große Gedanken über die Themen machen, Hauptsache, die Blogbeiträge sind witzig und haben im weiteren Sinne etwas mit den Romanen zu tun. Es gibt z.B. einige Leute auf Twitter, denen ich nur Folge, weil sie einfach lustig, nicht, weil sie informativ oder sonst irgendwie wichtig sind.

      Gefällt mir

  11. Lieber Marcus,

    herzlichen Dank für diesen interessanten Beitrag. Leider bin ich erst jetzt auf deine Seite und die vielen nützlichen Hinweise und Tipps aufmerksam geworden und auch erst jetzt habe ich damit begonnen, Axels und Deinem Podcast zu lauschen – plötzlich machen Abwaschen und Staubsaugen auch wieder Spaß 🙂 Warum ich nicht schon viel früher über die Schreibdilettanten und Eure Blogs gestolpert bin weiß wahrscheinlich nur Google. Das hätte mir den einen oder anderen Schweißausbruch vor der Tastatur erspart.
    Sei’s drum.

    Zum Thema Bloggen stimme ich Dir größtenteils zu. Ich denke, ein Blog kann durchaus dazu dienen, das eigene Profil als Autor zu schärfen und sich in einem Genre auch außerhalb der Prosa zu festigen und zu präsentieren.
    Aber auch wenn ich Dir zustimme, muss ich im gleichen Atemzug sagen: Das schaffe ich leider nicht. Meine bisherige Publikation ist eine spannende (das wurde mir zumindest gesagt) und politisch aktuelle bis brisante Mischung aus Kurzgeschichte und fiktiver Dokumentation. Mein Blog greift das hier und da auf (Themen wie Integration, Pegida und Islamophobie), aber trotzdem schreibe ich auch Glossen über meine Erfahrungen als Vater zweier junger Kinder, thematisiere meine Eindrücke beim Schreiben, teile Gedanken über das Publizieren und meine Schreibprojekte (SciFi und Fantasy) und veröffentliche humorvolle Kurztexte zu unterschiedlichen Themen.

    Schärft das mein Profil als Autor?
    Nein, auf gar keinen Fall. Und am liebsten würde ich noch journalistische Texte mit einfließen lassen.

    Aber es macht trotzdem Spaß. Manchmal denke ich, dass es vielleicht sinnvoller wäre, verschiedene Blogs zu betreiben, aber dann würde wieder der Punkt der Regelmäßigkeit auf der Strecke bleiben.

    Wo ich Dir jedoch widerspreche oder zumindest eine andere Seite offerieren möchte, ist die Länge der Artikel. Zumindest eine Analyse der erfolgreichsten viral verbreiteten Textbeiträge in Blogs zeigt wohl, dass es gerade Texte mit sogar mehr als 2000 Wörtern sind, die populär werden. Mir wäre das zwar auch zuviel, aber gesagt werden sollte es trotzdem mal. Der von mir zitierte Artikel deckt sich ansonsten aber größtenteils mit Deinen Argumenten.

    So, nun muss ich mich entscheiden: Lese und höre ich jetzt weiter Ratschläge zum Schreiben, oder bringe ich Scapple und Scrivener wieder zum Rauchen?
    So oder so:
    Es grüßt Dich vielmals
    Jens

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s