5 Tipps, die Szenen mehr Pep verleihen

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In einem Roman gibt es manchmal Szenen, die für den Plot notwendig sind, in denen es aber schwierig ist, Spannung aufzubauen. Folgende Tipps helfen mir, langweilige Abschnitte aufzupeppen:

1. Spät rein, früh raus

Eine Regel, die aus dem Drehbuchschreiben stammt und über die ich in einem eigenen Artikel bereits genauer geschrieben habe. Hier nur so viel: Es trägt zur Spannung bei, wenn ich als Autor weiß, wo in einer Szene der Konflikt beginnt und wo er endet.

Habe ich diese wesentlichen Punkte gefunden, sollte ich versuchen, die Szene so kurz wie möglich vor dem Konflikt zu beginnen und sie auch so schnell wie möglich am Ende des Konflikts wieder zu verlassen.

2. Bedeutung

Die Perspektivfigur kauft sich ein Eis?

In einem Kinderbuch kann das zum Abenteuer werden. In einem Thriller fragt sich der Leser: Wozu muss ich das miterleben?

Andererseits: Wie viele Thriller gibt es, in denen die Figuren sich Hot Dogs kaufen oder zur Currywurstbude pilgern? Wenn ich genau darauf achte, was in solchen Szenen wichtig ist, dann ist es nicht die Nahrungsaufnahme.

Vielleicht kann ich z.B. Informationen über die Perspektivfigur vermitteln? Jemand, der zehn Minuten vor der Theke steht und immer noch nicht weiß, was er nehmen soll und darüber Schweißausbrüche bekommt, besitzt andere Persönlichkeitsmerkmale als jemand, der sich beherzt drei Kugeln Schokolade bestellt.

Hierbei ist wichtig, dass diese Information nicht für sich stehen darf, sondern zu einem späteren Zeitpunkt des Romans eine Rolle spielen muss (wenn beispielsweise die Perspektivfigur lernt, ihre Entscheidungsschwäche in einer dramatischeren Situation zu überwinden).

3. Fokus

Jede Szene besitzt drei Aspekte:

  1. Plot vorantreiben,
  2. Figur entwickeln und
  3. Setting transportieren.

Jeder dieser Aspekte muss in einer Szene eine Rolle spielen, damit sie eine Daseinsberechtigung für den Roman hat.

Eine dieser Funktionen muss ich in der Szene in den Mittelpunkt rücken, damit sie nicht zerfasert.

4. Im Zweifelsfall weglassen

Wenn es mir nicht gelingt, in einer Szene den Fokus zu finden, wenn ich keine übergeordnete Bedeutung für den Plot, die Figuren oder das Setting ausmachen kann und es mir auch nicht gelingt, die Szene zu verdichten, indem ich Überflüssiges am Anfang und am Ende streiche – dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie gar keine Berechtigung in meinem Roman hat.

Oft gibt es Szenen, an denen mein Herz hängt, weil sie mir beim Schreiben viel Spaß gemacht haben. Erkenne ich aber, dass sie außer mir Vergnügen zu bereiten, gar keine Funktion für den Roman haben, dann fliegen sie aus dem Manuskript raus. Man kann nicht immer alles verbessern.

5. Nicht zu viel auf einmal

Eine Szene mit den Tipps eins bis vier aufzupeppen ist keine Aufgabe, die ich beim Schreiben meines ersten Entwurfs erledige. Gerade die Frage, ob ich eine Szene lieber weglassen sollte, entscheide ich relativ spät – und zwar erst, wenn ich den Blick für das Große und Ganze meines Romans habe.

Das ist in der Regel erst bei der ersten oder zweiten Überarbeitung der Fall. All diese Tipps sind nicht dafür da, beim Schreiben des ersten Entwurfs befolgt zu werden. Das würde nur dazu führen, dass ich den inneren Kritiker Futter gebe. Und der ist schon dick genug.

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9 Gedanken zu “5 Tipps, die Szenen mehr Pep verleihen

    • Nein. Sorry. Danke für die Korrektur. Obwohl ich kein Gegner der Rechtschreibreform bin, gehören für mich die Schreibweisen von Flop und Pep im Gegensatz zu Stopp und Tipp zu den nicht nachvollziehbaren Entscheidungen der Kommission. Zumal es ja dann einheitlich floppen, aufpeppen, tippen und stoppen heißt.

      Es ist in meinen Augen immer gut, sich zu fokussieren. Eine Szene mit zu vielen Aufgaben zu überfrachten, kann dazu führen, dass der Leser irritiert wird.

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      • Hätte ja sein, dass man Pep heute Pepp mit 3 P (eines vor dem E und zwei danach) schreiben könnte.

        Es kommt immer darauf an, wie man es macht. Beim Leser darf es nicht überladen wirken, aber wenn man alle 3 Sachen sinnvoll verbinden kann, ist es doch am besten.

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