NaNoWriMo Sommercamp 2014 – So hältst du durch

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Bald ist der 1. Juli und das bedeutet für mich den Startschuss für mein nächstes Manuskript. Denn im Juli findet das NaNoWriMo Sommercamp statt.

Seit 2011 nehme ich jedes Jahr am NaNoWriMo teil. Und da ich bislang jedes Jahr erfolgreich war, bin ich eigentlich ziemlich zuversichtlich, es auch im Camp zu schaffen.

Wobei ich weiß, dass es nicht immer leicht ist, die 50.000 Wörter in einem Monat zu bewältigen. Obwohl es mir bisher immer gelungen ist, heißt das nicht, dass das stets leicht war (oder dass ich diesmal nicht scheitern könnte).

Hier die meiner Meinung nach gröbsten Hindernisse, das Ziel im Juli zu erreichen, und was ich dagegen tue:

1. Der Hänger in der Mitte

Schon mehrfach hier angesprochen, aber immer wieder wichtig:

Anfänge fallen mir leicht. Der Schluss schreibt sich häufig von allein. Spätestens im zweiten Drittel kommt jedoch der Punkt, an dem ich jedes Mal hinschmeißen möchte, wenn ich an einem Manuskript sitze.

Die Lösung für dieses Problem ist der NaNoWriMo selbst. Nur wenn das tägliche Pensum von ca. 1613 Wörtern (mindestens) erfüllt wird, ist das Ziel auch zu erreichen. Das tägliche Pensum ist dazu da, um den inneren Kritiker mundtot zu machen.

Achte ich eher auf die Quantität als auf die Qualität (die ohnehin nicht im ersten Entwurf, sondern erst später bei der Überarbeitung entsteht), dann schalte ich auch meinen inneren Kritiker ab. Die beste Voraussetzung für das Beenden eines Manuskripts.

2. Das verständnislose Umfeld

In den ersten Tagen eines NaNoWriMos sind die meisten Menschen noch wohlwollend. Na klar, einen Roman schreiben, das klingt irgendwie gut. Mach mal.

Je länger die Kiste dann dauert, desto stärker werden die Widerstände.

Schreiben ist harte, tägliche Arbeit, wenn man einen Roman beenden will. Das ist den meisten Außenstehenden nicht klar. Oder sie wissen oder ahnen es irgendwie, aber in der  Praxis sind sie dann doch überrascht, dass sich plötzlich die Wäsche stapelt, der Müll stehen bleibt und die Spüle vor schmutzigem Geschirr nicht mehr zu sehen ist.

Meine Lösung dafür besteht darin, dass ich erstens einfach früher aufstehe. Ich schreibe in der Regel ohnehin in den Morgenstunden, wenn andere noch schlafen. Im NaNoWriMo klingelt der Wecker einfach noch ein wenig früher.

Zweitens schreibe ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Und sei sie auch noch so kurz. Ich habe (nicht nur, aber vor allem) im NaNoWriMo meinen Laptop immer in Reichweite, Scrivener mit meinem Projekt stets geöffnet. Und wenn sich fünf Minuten ergeben, in denen ich Leerlauf habe, dann hacke ich ein paar Dutzend Wörter in meine Datei.

3. Keine Ahnung, wie es weitergeht

Mein größtes Problem, bevor ich vor Jahren zum Outliner wurde. Ich strotze nur so vor Grundideen, mir fliegen Figuren nur so zu, das erste Dutzend Kapitel fließt mir praktisch aus den Fingern – und dann ist es vorbei. Spätestens beim Hänger in der Mitte (s.o.) kommt der Punkt, an dem ich im Plot auch einfach nicht mehr weiter weiß.

Ich deutete es bereits an – die Lösung dieses Problems war für mich der Durchbruch, zum planenden Schreiber, zum Outliner zu werden. Ich kann mir nicht vorstellen, den NaNoWriMo ohne Outline zu schaffen.

Das Gute an der Outline ist: Sie sagt mir jederzeit, was ich als Nächstes zu schreiben habe. Es gibt im NaNoWriMo keine Zeit, im Text zurückzugehen, sich die bisherigen Kapitel noch einmal durchzulesen oder sich zu fragen, wie es denn im Plot weitergeht.

 

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20 Antworten auf “NaNoWriMo Sommercamp 2014 – So hältst du durch”

  1. Hallo Marcus, ich wünsche dir viel Erfolg für das Sommercamp und drücke dir die Daumen für dein neues Manuskript. Ich werde dieses Jahr nicht am Sommercamp teilnehmen, denn ich stecke meine gesamte freie Zeit in die Überarbeitung meines aktuellen Romans, damit er im Herbst bereit, in die weite Welt zu ziehen 🙂

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Karina

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  2. Mein größtes Hindernis ist die Jahreszeit – im Sommer bin ich hauptsächlich draußen anzufinden und mit Ernten und Verarbeiten von Obst beschäftigt. NaNo im Novmeber – kein Problem, Fixtermin seit 2010. Juli? Puh, schwierig, mit den Bedürfnissen eines großen Gartens zu koordinieren. Aber he, als Autor braucht man Fantasie, und ich werde schon eine fantasievolle Lösung finden, wie ich zum Laptop komme. Entweder schreibe ich in der Nacht. Oder ich ernte in der Nacht. Mit Stirnlampe sollte das gehen 😉

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      1. Wenn das Problem mit der Beleuchtung und den Gelsen nicht wäre, hätte ich nichts gegen Nachtarbeit im Garten. Also doch nachts der Laptop, tagsüber Dayjob und Garten, ganz klassisch, wie sonst auch. Und ein Ventilator 😉

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  3. Noch ein Leidensgenosse. XD haha~
    Ich bin dieses Jahr das erste Mal dabei und schon mächtig gespannt ob ich es durchhalte.
    Vor dem Hänger in der Mitte habe ich auch ein wenig bammel. Meistens sind es bei mir immer so kleine Stellen, dass bei mir etwas zwischen zwei Szenen fehlt, wozu mir dann nichts einfallen will. So ein Problem hatte ich gerade letztens gehabt, ich wusste was in der nächsten Szene passiert, aber nicht wie ich die aktuelle zur nächsten überbrücken könnte. Zum Glück ist mir noch was eingefallen, aber das hat ziemlich lange gedauert. Zeit, die ich beim NaNoWriMo wohl kaum haben werde.
    Na ja, ich versuche mich nicht schon im Vorraus verrückt zu machen. XD
    Mit meinem Umfeld sollte es kein Problem geben, bei mir wissen alle, dass ich regelmäßig schreibe und dass sie dann nicht stören dürfen, wenn ich gerade dabei bin. ;D lol
    Aber du hast schon recht mit allem anderen wird es dann schwierig, sauber machen usw. usf.
    Ich denke mal, wenn man sich die Zeit einteilt, klappt aber auch das. =)

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  4. Ja, die Erfahrung, dass bei einem (und vor allem: eineR) emsig Schreibenden der Haushalt plötzlich in die Knie geht, führt immer wieder zu Irritationen im Umfeld. ;->
    Und das, obwohl ich mir mehr Zeit als 1 Monat zugestehe.
    Wünsche auf jeden Fall viel Vergnügen und Erfolg!
    Irja.

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