7 Kapitelenden, die helfen spannend zu schreiben

7Kapitelendendiehelfen-2

Das Kennzeichen eines verdammt spannenden Romans ist für mich, dass ich am Ende eines Kapitels das Buch nicht aus der Hand legen kann, sondern einfach weiterlesen muss. Jeder, der Thriller oder spannende Krimis schreiben will, möchte auch diesen Effekt erzielen. Diese sieben Möglichkeiten, Kapitel zu beenden, können dabei helfen, noch spannender zu schreiben:

1. Entscheidungen

Wenn die Hauptfigur eine folgenschwere Entscheidung trifft, kann es sehr effektvoll sein, exakt in dem Moment, in dem sie diese Entscheidung getroffen hat, aber bevor die Konsequenzen dieser Entscheidung einsetzen, das Kapitel zu beenden.

2. Gefahren

Ein No-Brainer. Das Kapitel mit der Ankündigung einer Gefahr zu beenden, ist immer gut. Kann man auch mehrmals im Roman machen. Allerdings ist es sinnvoll, die Gefahr von Kapitel zu Kapitel immer größer werden zu lassen.

3. Enthüllungen

Ein besonders beliebter Effekt in Krimis, der aber wohl dosiert eingesetzt werden muss. Eine schockierende Enthüllung am Ende des Kapitels greift sich schnell ab und wirkt eher parodistisch, wenn man es übertreibt.

4. Unerwartetes

Unerwartete Wendungen am Ende eines Kapitels machen sich immer gut. Sie verunsichern den Leser und erzeugen auf diese Weise Spannung und ein besonders starkes Interesse daran, wie es weitergeht.

5. Wendepunkte

Sowohl in der Entwicklung einer Figur als auch in der Handlung kann es Wendepunkte geben, also große Ereignisse, nach denen nichts mehr so ist wie zuvor.

6. Rätsel

Besonders effektvoll – kann aber auch nicht zu häufig gemacht werden. Wird am Ende eines Kapitels den Figuren ein Rätsel gestellt, gibt das dem Leser nicht nur die Motivation zum Weiterlesen, sondern vielleicht auch die Chance mitzuraten.

7. Sex

Amouröse Angebote, die Andeutung eines verheißungsvollen Abends zu zweit oder auch der explizite Hinweis darauf, dass die Figuren Sex haben können oder werden, verspricht immer den kleinen Adrenalinschub extra beim Leser. Hier würde ich persönlich nur darauf achten, in welchem Genre ich mich bewege.

Mit diesen sieben Punkten hat man schon einige Variationsmöglichkeiten, um Kapitelenden abwechslungsreich zu gestalten. Mein Tipp: Es muss auch nicht jedes Kapitel mit einem absoluten Brüller enden. Es kann auf die Dauer auch ermüden, wenn jeder Abschnitt mit einem Cliffhanger abgeschlossen wird.

Wie immer besteht der Schlüssel zum wirklich spannenden Roman in der Abwechslung. Auf ruhige Kapitel sollten spannende folgen, auf ein reißerisches Ende eines Abschnitts vielleicht ein etwas sanfterer Übergang.

Auf der sicheren Seite ist man meiner Meinung nach mit der Scence-Sequel-Struktur.

Advertisements

11 Antworten auf “7 Kapitelenden, die helfen spannend zu schreiben”

  1. Hmm. Liegt wohl auch an meinem Genre, dass ich selten in Kapiteln plane. Mein aktuelles Projekt ist aus ökonomischen Gründen vom Verlag zum Zweiteiler gemacht worden, obwohl es eigentlich entweder einen großen oder drei kleine Plotbögen hat. Ergo mussten da auf einmal Kapitel rein, um die Zeitsprünge aufzufangen. Falls ich deswegen jemals noch einmal mit einer Lektorin diskutieren muss, hast du mir hier ein paar sehr schöne Argumentationshilfen an die Hand gegeben, die mein „meh“-Gefühl in Worte fassen. Dankeschön.

    Gefällt mir

  2. Hi Marcus,

    man kann meinen, dass das total offensichtliche Dinge sind, aber wie so oft auch denkt man gerade an diese einfachen Kleinigkeiten nicht, wenn man im Kopf hoch oben in den komplexen Sphären seines Plots schwebt.

    Werde an die Tipps auf jeden Fall denken!

    Grüße!

    Yannick

    Gefällt mir

  3. Ich schreibe grundsätzlich in Kapiteln, das habe ich mir so angewöhnt und verwende auch gerne hin und wieder passende Cliffhanger, wenn es sich anbietet. Ich finde es gut, dass du mal ein paar mögliche Kapitelenden aufgelistet hast.

    Liebe Grüße,
    Sandra

    Gefällt mir

  4. Hallo Marcus,

    ich finde deine Kapitelende echt super! Das kommt mir auch gerade passende, da ich gerade meinen neuen Roman überarbeite. Generell finde ich deinen Blog super.

    Wie ich gesehen habe hast du auch „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ gelesen. Das Buch ist wirklich klasse, auch wenn ich noch nicht fertig bin, aber es liegt gerade neben mir und lächelt mich schon wieder an.

    Liebe Grüße
    Micky

    Gefällt mir

    1. Vielen Dank für das Kompliment. Ja, der Frey war für mich ein wirklich wichtiges Buch, wobei ich The Key von ihm noch besser finde.

      Weiterhin viel Spaß beim Lesen und vor allem viel Erfolg beim Schreiben.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s