Comics mit dem Kindle lesen

Als Comic-Fan und E-Book-Enthusiast bin ich stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, Bildergeschichten auch auf meinen Lesegeräten zu genießen. Die Comixology-App war eine der ersten, die ich auf meinem iPad installierte (um ehrlich zu sein, war sie einer der Gründe, weshalb ich mir so ein Ding gekauft habe). Um den Kindle als Comic-Lesegerät habe ich bisher einen Bogen gemacht. Ein Fehler, wie ich neulich festgestellt habe.

Zunächst ist es wichtig festzuhalten, dass es verschiedene Formen des Kindles gibt:

  • Kindes mit E-Ink-Display: Hier gibt es den Kindle und den Kindle Paperwhite. Beide zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein Display haben, das elektronische Tinte (E-Ink) verwendet. Das hat den Vorteil, dass die Akkulaufzeit sich extrem verlängert und das Schriftbild überall gut lesbar ist, auch im hellsten Sonnenlicht, wo Tablets versagen. Der Nachteil: Bisher zumindest gibt es E-Ink-Displays nur in schwarzweiß, was natürlich für Comics schon doof sein kann.
  • Kindle Fire: Ob HD oder HDX, der Kindle Fire ist ein Tablet-Computer, so wie auch das iPad oder das Google Nexus 7 und 10 u.ä. Mit ihm lassen sich Comics wie auf jedem anderen Tablet auch lesen.
  • Kindle App: Für Android und iOS gibt es eine Kindle App, mit der sich alle im Kindle-Shop gekauften Artikel auch auf dem Computer, iPads und anderen Tablets darstellen lassen.

Comixology & Co.

Wie bereits erwähnt, gibt es für iOS- und Android-Tablets die App Comixology – neben einigen anderen Apps zum Kaufen und Lesen von Comics. Die App ist hervorragend. Nicht nur, dass man aus ihr heraus direkt in riesigen Comickatalogen stöbern, kaufen und lesen kann – sie dient auch zur Verwaltung der eignen Sammlung (elektronischer Comics) und ist dank Guided View ein wunderbares Darstellungsmedium auch auf kleineren Geräten, sogar auf dem Smartphone.

Der Nachteil von Comixology: Manche Comics sucht man hier vergeblich. Dark Horse beispielsweise, ein amerikanischer Verlag, der unter anderem Star Wars-Comics oder auch Hellboy veröffentlicht, ist bei Comixology nicht im Programm.

Als ich neulich nach Calvin & Hobbes suchte, fand ich diese Serie ebenfalls nicht und ich stöberte auf gut Glück im Kindle-Shop nach ihr. Und siehe da, ich fand sie. Und nebenbei noch eine Menge anderer Comics.

Schnell haben sich mir ein paar Vorteile erschlossen, die das Kaufen und Lesen von Comics bei Amazon im Vergleich zu Comixology hat:

1. Breitere Auswahl

Wie bereits erwähnt, findet man im Kindle-Shop einige Comics, die es bei Comixology einfach nicht gibt. Das allein ist schon ein ausreichender Grund, um Comics mit dem Kindle zu lesen.

2. Alles an einem Ort

Da ich auch die allermeisten meiner Bücher im Kindle Shop kaufe, habe ich nun nicht mehr getrennte Apps, mit denen ich Comics und andere Bücher verwalten muss. Da ich ja auch in meinen Lesegewohnheiten nicht zwischen Büchern mit und Comics unterscheide, finde ich das nur angemessen.

3. Günstigere Preise

Bei Stichproben waren alle Graphic Novels, die ich sowohl bei Comixology als auch im Kindle-Shop fand, in letzterem billiger, teilweise erheblich.

4. Mobilität

Was für E-Books gilt, gilt natürlich auch für Comics. Was haben die großen, weißen Kisten, in denen ich die Heftchen in Plastikfolie lagerte, früher meine Wohnung verschandelt. Ganz abgesehen davon, dass gerade Einzelhefte, aber auch überformatige Alben, die Pest sind, wenn man sie unterwegs lesen will. Mit Kindle & Co. habe ich mein komplette Comicsammlung jederzeit in der Tasche und kann sie bequem in einer Hand lesen, wahlweise mit dem Tablett oder dem Smartphone. Eins von beidem habe ich immer dabei.

Allerdings fielen mir schließlich auch ein paar Nachteile auf, die der Kindle gegenüber Comixology hat:

1. Keine Einzelhefte

Heftserien mit ihren aktuellen Ausgaben gibt es im Kindle-Shop (noch?) nicht. Genauso natürlich die exklusiven digitalen Ausgaben mancher Comics, die Comixoloy als Spezialist anbietet. Wer jedoch weniger mit amerikanischen Superheldencomics anfangen kann, wird das nicht als Nachteil empfinden.

2. Keine Farbe

Auf dem Kindle und dem Kindle Paperwhite gibt’s nur schwarzweiß. Tja, hier stößt das Lesegerät an seine Grenzen. E-Ink ist halt (noch) nur schwarzweiß. Kindle-App- und Kindle-Fire-Nutzer stört das natürlich nicht.

Andererseits gibt es ja auch genügend Comics, die von Hause aus schwarzweiß sind (Garfield, Peanuts …) oder bei denen es auf die Farbe nicht so sehr ankommt (Calvin & Hobbes u.ä.).

3. Keine Vorschau.

Eine der tollen Funktionen von Comixology bilden die Leseproben zu nahezu jedem Comic. Drei Seiten aus jedem Heft kann ich mir vor dem Kauf anschauen, um zu entscheiden, ob mir der Comic gefallen könnte oder nicht. Diesen Service bietet der Kindle-Shop nicht.

Beide, Comixology und der Kindle-Shop, haben den großen Nachteil, dass es noch relativ wenige (bei Comixology gar keine) deutsche Comics gibt. Ich vermute, dass das nicht an Amazon, sondern eher an den Verlagen liegt. Aber ich wage zu vermuten, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Kleine Fußnote für Autoren: Mit dem Kindle Comic Creator gibt es sogar eine Möglichkeit, eigene Comics für den Kindle zu erstellen und auf Amazon zu veröffentlichen. Was also für „Nurtextautoren“ bisher möglich war, geht jetzt also auch für Comic-Künslter. Eine schicke Sache, finde ich.

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3 Gedanken zu “Comics mit dem Kindle lesen

  1. Amazon bietet sehr wohl die Möglichkeit einer Vorschau. Einfach Comic per Kindle suchen, dann „rechtsklicken“ und auf „Leseprobe senden“.
    LG

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