Top 10 Filme 2014

Mit großen Schritten geht es auf das Jahresende zu. Höchste Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, was mich nächstes Jahr so alles erwartet – zum Beispiel im Kino. Als bekennender Blockbuster-Enthusiast sind die Premieren der großen Filme für mich stets die Ereignisse eines Jahres, denen ich besonders entgegenfiebere.

Ich bin ja der Überzeugung, dass gleich nach dem Lesen von Romanen das Gucken von Filmen der zweitbeste Weg ist, um für das eigene Schreiben dazuzulernen. Gerade in den großen Hollywood-Blockbustern werden auf komprimiertem Raum viele Schreibtechniken angewendet (nicht zuletzt natürlich die Hollywood-Formel oder die Heldenreise), von denen man sich als aufmerksamer Zuschauer einiges Abgucken kann. So gesehen kann jeder Kinobesuch für einen Autor eine Fortbildung sein (Und ja, mir ist keine Ausrede zu doof 😉 ).

Vor dem Ausblick ein kurzer Rückblick: Letztes Jahr an dieser Stelle habe ich ebenfalls erwartungsvoll meine potenziellen Favoriten für 2013 besprochen.

Von den meisten wurde ich nicht enttäuscht. Die große Ausnahme für mich war Die Hard 5, in meinen Augen der schwächste Teil der Serie bisher.

Ein wenig überrascht wurde ich davon, dass ich nicht dazu kam, Ender’s Game zu sehen. Der  Film war zu schnell aus den Kinos wieder draußen. Schade, einer der Filme, auf die ich mich dieses Jahr am meisten gefreut hatte. Wird auf DVD nachgeholt.

Der Überraschungshit 2013 war für mich Gravity. Der mit Abstand beste Film des Jahres, den ich zuvor gar nicht auf dem Schirm hatte.

Ansonsten gab es 2013 für mich nur kleinere Tops und Flops, die ich nicht erwartet hätte. Man of Steel und Iron Man 3 blieben ein wenig hinter meinen Erwartungen, obwohl ich die Filme nicht schlecht fand (gerade Man of Steel konnte mich beim zweiten Gucken auf DVD eher überzeugen als auf der Leinwand). Dafür war Thor 2 unterhaltsamer, als ich es für möglich gehalten hatte. Nicht der beste Superheldenfilm aller Zeiten, aber doch ein wirklich kurzweiliger Blockbuster. Für mich die beste Superheldenverfilmung des Jahres, was mich nun wirklich überraschte.

Star Trek Into Darkness hat mich erwartungsgemäß umgehauen. Und Der Hobbit – Smaugs Einöde steht noch aus. Hier würde es mich wundern, wenn ich enttäuscht werden würde. Vielleicht stößt er noch Gravity vom Thron meines Lieblingsfilms des Jahres. Mal schauen.

Nun aber zu den Filmen für das kommende Jahr, auf die ich mich am meisten freue – wie auch letztes Jahr nicht in der Reihenfolge, meiner Favorisierung, sondern nach Erscheinen. Obwohl mit Star Wars – Episode VII, The Avengers 2 und Superman vs. Batman 2015 die Megablockuster in petto hat, fiel mir auch die Auswahl für 2014 so schwer wie sonst nix. Die dichte an hochkarätigen Blockbustern ist schon beeindruckend.

Schweren Herzens sind deswegen solche Filme wie How to Train Your Dragon 2 oder Sin City: A Dame to Kill for nicht dabei, auf die ich mich auch riesig freue. Aber irgendwie muss man ja Schwerpunkte setzen.

10. Das erstaunliche Leben des Walter Mitty, 01.01.

Ben Stiller gehört zu einem meiner Lieblings-Schauspieler – spätestens seit Mystery Men. Leider blieb ihm bislang der ganz große Film verwehrt und sein Standardwirken ist meist eher hart an der Grenze zum Klamauk (und leider manchmal drüber hinaus). Das erstaunliche Leben des Walter Mitty scheint ein surrealistischer und poetischer Grenzgang zwischen Urban Fantasy und Charakterstudie zu werden (mit einem irre guten Soundtrack), was genau meinen Nerv trifft.

9. Robocop, 07.02.

Schon im Februar kommt das Remake eines meiner Lieblings SF Thriller in die Kinos. Paul Verhoevens Original ist ein Klassiker, ebenso kritisch wie actionreich, ironisch – und brutal, eine Dystopie, wie man sie für das Blockbuster-Kino wohl kaum besser machen kann.  Ob der neue Robocop mit dem Original mithalten kann, bezweifle ich noch. Der Trailer verheißt zwar Gutes, aber das muss ja nichts bedeuten. Die Besetzung ist allerdings der Hammer – wobei schon auffällt, dass mit Michael Keaton, Gary Oldman und Samuel Jackson lauter 80/90er-Jahre-Stars mitspielen …

8. Jack Ryan – Shadow Recruit, 27.02.

Chris Pine ist mir erst seit Star Trek ein Begriff – doch seitdem weiß ich ihn zu schätzen. Ihn in einem waschechten Action Thriller zu sehen, dessen Vorlage von Tom Clancy stammt und bei dem kein Geringerer als Kenneth Brannagh (nach J.J. Abrams mein zweitliebster Regisseur) Regie führt und auch noch mitspielt – darauf bin ich nun wirklich gespannt wie eine Zwergenarmbrust. Shadow Recruit könnte der Thriller des Jahres werden, wenn das Drehbuch stimmt. Der Trailer ist vielversprechend.

7. Captain America: The Return of the First Avenger, 27.03.

Der erste Captain America war für mich okay. Nicht überwältigend, aber der Film hat immerhin die meisten Fettnäpfchen und Peinlichkeiten gemieden, die ich angesichts der Hauptfigur befürchtet hatte. Seit mich jedoch Thor 2 so positiv überraschte, hängt die Latte für Captain America 2 höher – nicht zuletzt weil Robert Redford den Schurken spielt.

6. Divergent – Die Bestimmung, 10.04.

Viel weiß ich noch nicht über den Film, aber der Trailer verspricht ein interessantes Setting, eine solide Story und eine tolle Optik der Verfilmung des Jugendbuchs. Young Adult Dystopien sind ja spätestens seit Die Tribute von Panel schon ein eigenes Genre für Jugendliche wie paranormal Romance. Ich bin gespannt, was Die Bestimmung zum Genre beitragen wird, zumal ich die Bücher (noch) nicht kenne.

5. The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro, 17.04.

Ja, ich bin Spider-Man-Fan. Für mich der sympathischste aller Superhelden. The Amazing Spider-Man hatte mich im Kino enttäuscht, vor allem aber, weil ich noch zu sehr an den Sam-Raimi-Filmen hing. Isoliert betrachtet ist Amazing Spider-Man kein schlechter Film, wie ich beim zweiten, etwas unvoreingenommeneren, Gucken festgestellt habe. Jetzt, da ich mich an den neuen Stil gewöhnt habe, steht dem Vergnügen, Spidey wieder auf der Leinwand zu sehen, nichts im Weg. Der Trailer zum zweiten Teil hat mich wirklich überzeugt, dass es sich lohnt, mich auf den Film zu freuen.

4. X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, 22.05.

Bislang haben mich die X-Men noch nicht vom Hocker gehauen – weder in den Comics noch in ihren Verfilmungen. Zu viele Figuren. Und Wolverine als Identifikationsangebot konnte ich bisher nicht annehmen. Allerdings war X-Men: First Class für mich die beste Variante des Themas. Ich bin offen dafür, mich von dem Crossover beider Zeitebenen beeindrucken zu lassen.

3. The Maze Runner: Die Auserwählten – Im Labyrinth, 16.10.

Das Jugendbuch ist für mich der Hammer. James Dashner hat mit Maze Runner genau meinen Geschmack getroffen: ein bisschen LOST, eine Prise Herr der Fliegen, die guten Zutaten von Matrix – alles neu arrangiert und unglaublich gut geschrieben – fertig ist ein anspruchsvoller und spannender Young Adult Roman mit einer perfekten Mischung aus Science Fiction und Fantasy. Die Verfilmung passt gut in die derzeitige Jugendroman-Dystopie-Welle. Wenn man mich fragt, das bessere Hunger Games. Ob der Film hält, was die Romanvorlage verspricht, bleibt natürlich noch offen.

Dabei fällt mir ein, dass ich den zweiten und dritten Teil noch nicht gelesen habe. Jetzt weiß ich, was ich über die Feiertage mache.

2. Interstellar, 06.11.

Eigentlich würde ich ja behaupten, dass Interstellar mich mit den meisten Erwartungen erfüllt. Aber kann man viel von einem Film erwarten, von dem man eigentlich nicht mehr weiß, als dass er ein Science Fiction Streifen von Christopher Nolan ist? Bisher hat Nolan mich noch nie enttäuscht und meine Erwartungen in der Regel übertroffen. Ich gehe davon aus, dass das bei Interstellar nicht anders sein wird.

1. The Hobbit: Hin und zurück, 17.12.

Nicht nur chronologisch auf Platz eins, sondern auch mit Abstand der Film, auf den ich 2014 am meisten freue. Noch habe ich Smaugs Einöde nicht gesehen, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass er mich genauso beeindrucken wird wie der erste Teil. Der Hobbit war nun wirklich eines der ersten Bücher, das ich überhaupt je gelesen habe und es ist  seitdem eines meiner Lieblingsbücher.

Den Roman nun auf der großen Leinwand für ein großes Publikum zu sehen, finde ich ungemein spannend. Mir gefällt, was Peter Jackson mit der Story macht, denn ich meine, er schafft es, eine Balance zu finden – zwischen dem, was die Leute seit dem Der Herr der Ringe nun einmal gerne sehen wollen und was den Roman im Kern ausmacht.

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3 Antworten auf “Top 10 Filme 2014”

  1. Ouh, ich bin bei solchen Listen mitlerweile sehr vorsichtig geworden. Meistens spiegeln sich hier immer nur die fetten Blockbuster wieder, die die Kohle fürs langfristige Marketing mitbringen oder die Streifen, die eine gigantische Franchise verkörpern, die ohnehin ein Selbstläufer wird, ungeachtet ihrer Qualität (Fast and the Furious, Shrek, Pirates of the Caribbean, etc. ). Die wahren großen Filme stecken dann doch meistens woanders – so bei mir mit den diesjährigen Hits “Blau ist eine warme Farbe” oder “Beasts of the Southern Wild”.

    Auf die meisten neuen Trailer, von RoboCop bis zu Spider-Man kann ich sehr gut verzichten. Zu viele schlechte CGI, zu viel Bumbumm, zu sehr Michael Bay – SO nicht.
    Da Marvel es bislang geschafft hat, (mit wenigen Ausnahmen) großartige Comic-Vorlagen in den Sand zu setzen – bin ich bei Winter Soldier (geniale Geschichte von Ed Brubaker) skeptisch.

    Auf Interstellar und den Hobbit darf man zu recht gespannt sein – aber bei denen weiß man ja, schon, wer dahinter steht. Nach The Dark Knight Rises ist ohnehin viel Nolan-Luft nach oben :o)

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    1. Hm. Gerade der Trailer von Amazing Spider-Man 2 hat mich massiv angezeckt. Auch der Robocop-Trailer ist erst einmal beeindruckend. Bei beiden finde ich nicht, dass sie schlecht gemacht sind und gegen ein wenig Bumbumm habe ich gar nichts. Bei Robocop bleibt jedoch noch völlig offen, ob aus der Story wirklich was Neues und Gutes gemacht wurde, da gebe ich dir Recht. Optik alleine reicht nicht aus, das hat ja bereits der Remake von Total Recall bewiesen.

      Deine Kritik an Marvel kann ich gar nicht nachvollziehen. Mir haben alle neueren Marvel-Filme bislang gefallen, obwohl der erste Captain America und der zweite Iron Man nicht unbedingt überwältigend waren (aber immerhin solides Popcornkino). Sonst finde ich eher, dass z.B. mit Iron Man Marvel aus einer mittelmäßigen Comic-Vorlage einen ziemlich grandiosen Film gemacht hat und nicht umgekehrt.

      Ich gebe allerdings auch gerne zu, dass mein Filmgeschmack von Blockbustern geprägt ist. Ich gehöre halt zur Generation, die diese Entwicklung zum aufwändigen Action- und Thriller-Kino vom Weißen Hai über E.T. und Die Hard miterlebt und genossen hat. Das hat mich nachhaltig geprägt. Das bedeutet nicht, dass ich mir kleinere, ruhigere und ernsthaftere Filme nicht anschaue. Aber ich muss doch zugeben, dass Kino für mich vor allem Popcorn-Kino ist. Wenn ich viel Geld in eine Kinokarte investiere, muss es für mich groß, bunt, laut und beeindruckend werden.

      Die Trailer von „Blau ist eine warme Farbe“ und „Beasts of the Southern Wild“ habe ich mir angeschaut. Sehen interessant aus. Aber das sind Filme, die mich persönlich nicht ins Kino locken, sondern bei denen ich auf die DVD-Veröffentlichung warte. Hier sehe ich keine Notwendigkeit für die große Leinwand und den ausgefeilten Sound.

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