Was ich bisher im NaNoWriMo 2013 gelernt habe

Wie ich von keinem geringeren als Patrick Rothfuss in seinem NaNoWriMo Pep Talk diese Woche lernen durfte, zählt das Schreiben von Blogartikeln nicht zur eigentlichen Arbeit dazu, wenn man einen Roman schreiben will (Als wenn ich das nicht längst gewusst hätte – aber manche Dinge muss man öfter und immer mal wieder gesagt bekommen. Und von den richtigen Leuten.).

Und da gerade NaNoWriMo ist, die Uhr läuft und sich die 1667 Wörter am Tag nicht von alleine schreiben, fasse ich mich kurz. Die erste Woche ist gerade um. Zeit, ein wenig Bilanz zu ziehen.

Was habe ich gelernt?

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass ich diesmal – bei meinem dritten NaNoWriMo – nicht viel Neues erfahren würde. In gewisser Weise habe ich mich schon als Veteran betrachtet und geglaubt, mit allen Wassern gewaschen zu sein.

Und tatsächlich merke ich auch, dass sich beim Schreiben in dieser Zeit bei mir schon eine gewisse Routine etabliert hat. Stufendiagramm checken, Wörter runterreißen, Wordcount eintragen – fertig. Bisher hat das alles auch ziemlich gut geklappt und ich bin bei einem Schnitt von 2273 Wörtern pro Tag gelandet.

Nicht schlecht. Komfortabel, um genau zu sein. Ich habe zwar einige Writing Buddies, die schon wesentlich mehr geschrieben haben als ich (Leute, ihr lasst mich alt aussehen – lasst das! ;-)), aber trotzdem bin ich mit mir zufrieden.

Vor allem bin ich inzwischen davon überrascht, wie viel ich in immer kürzerer Zeit schreiben kann. Ich habe meine Schreibzeit bisher nicht wirklich gemessen (was ich mir jetzt für die kommende Woche vorgenommen habe), aber es sind so rund eine bis anderthalb Stunden, die ich am Tag schreibe. Netto. Also abzüglich der Zeit, die ich mit Facebook, Twitter und dem Schreiben von Blogartikeln etc. verbringe.

Dabei habe ich den Eindruck, quantitativ und qualitativ noch zulegen zu können. Da ist noch Platz für weitere NaNoWriMos. Dieser wird bestimmt nicht mein letzter sein und ich nehme mir jetzt schon vor, kommendes Jahr doch das Sommercamp zu schaffen (Grundidee steht schon, an Figuren und Stufendiagramm dafür arbeite ich im Dezember, während mein NaNoWriMo-Skript für die erste Überarbeitung reift).

Die wichtigste Erfahrung dieses NaNoWriMos machte ich allerdings unverhofft gestern.

Im letzten Jahr hat sich bei mir eine Schreibroutine eingeschlichen. Ich schreibe stets morgens, gleich nach dem Aufstehen – oder gar nicht. Früher hatte ich noch eine Guerilla-Schreibtaktik. Da habe ich den Laptop aufgeklappt, sobald sich irgendwie eine Minute Leerlauf ergab. Und wenn es nur zwei, drei Sätze waren, ich habe geschrieben.

Mit der Zeit habe ich diese Schreibgewohnheit zugunsten einer festen Zeit aufgegeben. Ich war zu der Ansicht gelangt, dass es besser ist, aus dem Schreiben ein rundes, entspanntes Erlebnis zu machen – ein festes Ritual.

Gestern nun fand ich morgens keine Zeit zum Schreiben und bemitleidete mich schon ordentlich selbst. Immerhin würde mein Wordcount drastisch leiden. Den Rückstand würde ich erst einmal aufholen müssen, das kann mir den ganzen NaNoWriMo verderben usw. …

Per Zufall fand ich nachmittags doch noch Zeit zum Schreiben. Auf dem Parkplatz im Auto, während ich warten musste. Ich sagte mir, was soll’s – und haute in die Tasten, was das Zeug hielt. Ich wusste nicht, wie viel Zeit mir zur Verfügung stehen würde und schrieb einfach so schnell ich irgendwie konnte.

Am Ende kamen in weniger als einer halben Stunde rund 1000 Wörter zustande. Die restlichen rund 1000 Wörter für mein selbstgestecktes Tagespensum von 2000 Wörtern schaffte ich dann noch zu Hause, während das Essen im Ofen vor sich hinbrutzelte.

Ganz bestimmt sind diese 2000 Wörter, die zwischen Tür und Angel entstanden, nicht der Höhepunkt meines literarischen Schaffens. Aber, hey, es sind 2000 Wörter, die ich sonst an diesem Tag nicht geschrieben hätte. Und es sind die schnellsten 2000 Wörter, die ich bisher überhaupt geschrieben habe.

Das Fazit der ersten Woche des NaNoWriMo für mich lautet also: Es kann sich lohnen, von seiner Schreibroutine abzuweichen. Ich werde fortan zwar die eher ruhige Schreibzeit morgens nicht unbedingt abschaffen, weil sie mir wichtig ist. Ich werde aber zusätzlich auf Gelegenheiten warten, die sich tagsüber ergeben, um noch hier und da ein paar Wörter runterzureißen.

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17 Antworten auf “Was ich bisher im NaNoWriMo 2013 gelernt habe”

  1. Hallo Marcus! 🙂 Hast du mit dem NaNoWriMo ein neues Projekt begonnen oder schließt du ein älteres ab? (Was ja bei manchen furchtbar verpönt ist 😉 )

    liebe Grüße und viel Erfolg! Konnte die letzten 3 Tage übrigens auch nicht schreiben und schramme jetzt wieder an der Durchschnittsgrenze 🙂

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    1. Sowohl als auch. Ich schreibe den zweiten Band meiner Jugendbuch-Trilogie. Es ist verpönt, Projekte abzuschließen? So, so. Finde nicht, dass das verwerflich ist. Obwohl ich das auch nicht unbedingt tun würde, da es nicht der Sinn der Übung ist. Aber wenn bin ich, um zu entscheiden, was andere weiterbringt? Und ich würde nie ganz ausschließen, dass ich das in Zukunft nicht vielleicht auch mache.

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      1. Ich bin Mitglied in einem NaNoWriMo-Café und dort wird darauf gepocht, dass man neue Dinge anfäng. (Ich habe mich auch nicht ganz daran gehalten 😉 die Motivation fand mich ne Woche früher und wenn die Kreativität schon mal da ist, sollte man sie wirklich nicht fortschicken! haha 🙂 )
        Ich drücke dir die Daumen und wünsch dir ganz viel Kreativität!

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  2. Ich weiß niocht, ob es so gut ist, wenn man am Tag 2000 Wörter runterschrubbt. Hat man da nicht mehr Arbeit beim Überarbeiten oder genauso viel Arbeit?

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    1. Ich weiß nicht, wie es „man“ da geht. Kann nur von mir sprechen. Ich überarbeite immer viel, ganz gleich, wie schnell ich den ersten Entwurf schreibe. Deswegen kann ich ihn halt auch einfach sehr schnell schreiben. Zumindest mir geht es so, dass ich auch einfach schnell mit einem Projekt fertig werden muss. Wenn ich Monate dran sitze, verliere ich irgendwann die Energie dafür. Vier Wochen für einen ersten Entwurf sind optimal, zwei gehen, ab dreien wird es brenzlig.

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            1. Ach, die Idee ist ja nicht schlecht. Die Seite kommt mir nur komisch vor. Muss ich mir aber noch einmal in Ruhe ansehen. Hab gerade nicht so die Zeit dazu … Muss schreiben … Ist ja schließlich noch NaNoWriMo und nicht schon NaNoEdMo. 🙂

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