Die SchreibDilettanten Folge 86: Originalität

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Was ist Originalität? Muss eine Story originell sein? Oder wird Originalität völlig überbewertet? Wie wird man originell? Welche Fallen und welche Grenzen gibt es hierbei?

In unserer aktuellen Folge des Autorenpodcasts Die SchreibDilettanten versuchen mein Writing Buddy Axel und ich eine Antwort zu finden.

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2 Gedanken zu “Die SchreibDilettanten Folge 86: Originalität

  1. ´

    Mit der Originalität eines Werkes und seines Verfassers ist es oft so eine Sache. Mittlerweile kann man vermutlich bei über 98 Prozent aller alljährlichen Neuerscheinungen unter der Erzählprosa auf dem Buchmarkt weltweit mehr oder minder starke Einflüsse von Vorbildern oder zumindest Parallelen zu anderen Autoren ausmachen.

    Selbst die höheren Sphären der sog. Weltliteratur bleiben von schonungsloser Analyse selten verschont. Immer wieder melden sich in Essays und Aritkeln in Fachpublikationen und-zeitungen über die Jahre recht renommierte Literaturwissenschaftler und Historiker zu Wort und zerpflücken die lange Liste der Nobelpreiskandidaten seit 1901 bis heute.

    Zu vielen Titelträgern hätte es demnach zu allen Zeiten verdientere Alternativen gegeben. Und viele haben ihre Weihen wohl nur der seit Anbeginn mäßig kompetenten Stockholmer Jury zu verdanken, die sich mit dem Erkennen tatsächlicher Extraklasse traditionell schwer tut und beim sondieren des Angebots auf dem Büchermarkt oft den Überblick verliert.

    Auch bekannte Vertreter zwischen Klassik und Romantik werden bis heute in der Debatte um echte Originalität nicht verschont. Zum Beispiel Goethe versus Jean Paul und Hölderlin:

    Goethe, ein „Genie der Form“, der leicht in der Lage war, externe Einflüsse aufzunehmen, stilvoll in eigene Schriften zu integrieren und zu einer gewissen Vollendung zu führen. So weit, so gut.

    Doch verglichen mit dem Einfallsreichtum, den vielschichtigen Charakterschöpfungen und Geistesblitzen in den Romanen und Erzählungen seines Widersachers Jean Paul strahlt der wackere Freiherr dann schon nicht mehr gar so hell. Und was die Lyrik betrifft: auch hier verliert Goethe in den Augen einiger Chronisten im Vergleich zu den besten Momenten im unerreichten Schaffen Hölderlins.

    Zwei große Namen der Moderne: Thomas Mann und Alfred Döblin, die bis heute ebenfalls für mancherlei Kontroversen gesorgt haben. Einige Kritiker vermissen im Werk Manns (im Gegensatz zu Döblins Epen) oft einen wirklich eigenen Stil und echte Originalität. Wolfgang Schneider bezeichnet Mann in einem Arikel in der Zeitschrift ‚Literaturen‘ im Juli 2005 gar als „Parvenü der Erkenntnis und geistigen Hochstabler“ (S.32-36).

    Und Böll wie Grass werden vom wenig zimperlichen Eckhard Henscheid in seinem fetten Wälzer ‚Literaturkritik‘ (Zweitausendeins-Verlag, Seite 71) gar als die „zielsicher talentfreiesten deutschen Nachkriesschreiber“ bezeichnet.

    Fortsetzung folgt….. :->

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