In welcher Zeitform du deinen Roman schreiben solltest

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In einem Roman erzählt jemand über etwas, das einmal geschehen ist. Dinge, die bereits geschehen sind, werden in der Vergangenheit erzählt. Eigentlich ganz einfach. Aber was mache ich in Rückblenden, wenn also etwas erzählt wird, das vor der aktuellen Handlung geschehen ist? Und wie schaffe ich das, ohne den Leser anzustrengen und zu verwirren?

Die Grundlagen

Wie bereits gesagt: Die meisten Romane sind in der einfachen Vergangenheit (aus der Schule bekannt als Präteritum) geschrieben. Statt „Ich gehe.“ muss es also „Ich ging.“ heißen, statt „Er isst.“, „Er aß.“ usw.

Gelegentlich entscheiden sich Autoren für die Gegenwart (Präsens für die Lateinfreunde unter uns). Das kann gute Gründe haben. Ich persönlich finde das nur in Ausnahmefällen überzeugend. Tatsächlich habe ich beim Lesen von Romanen, die in der Gegenwart erzählt sind, festgestellt, dass ich mich zwingen muss, das auch wahrzunehmen. Ich „übersetze“ sozusagen beim Lesen aus Gewohnheit die Gegenwart in die Vergangenheit. Somit wird mein Lesefluss gehemmt, weil ich mir immer wieder bewusst machen muss, dass ich ja „falsch“ lese.

Letztendlich spielt es in meinen Augen keine große Rolle, ob ein Roman Gegenwart oder Vergangenheit benutzt und ist eher eine Geschmacksfrage. Mein Tipp für jeden der auf Nummer sicher gehen will: lieber die Vergangenheit benutzen.

Die Ausnahmen

Gerade im Jugendbuch stelle ich immer häufiger fest, dass die Gegenwart benutzt wird. „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins ist ein Beispiel dafür. Aber auch im Erwachsenenbuch entscheiden sich manche Autoren dafür, wie beispielsweise Marc Raabe in „Schnitt“.

Beide Autoren haben in ihren Romanen viele Rückblicke. Ich vermute deswegen, dass sie die Gegenwart gewählt haben, um das Problem zu umgehen, die Vorvergangenheit (a.k.a. Plusquamperfekt) benutzen zu müssen.

Logisch: Erzähle ich in der Vergangenheit meine Haupthandlung und will dann etwas erzählen, das vor der Haupthandlung geschehen ist, muss ich konsequenterweise die Vorvergangenheit benutzen:

„Er erinnerte sich daran, wie er als Kind immer gerne Eiskrem gegessen hatte.“

Sprachlich einwandfrei, vom Lesefluss her bedenklich: „Er hatte gesagt.“, „Sie war gegangen.“ usw. Das wird für den Leser mit der Zeit ziemlich anstrengend. Für ein, zwei Sätze ist das meistens noch okay – für ganze Szenen oder Kapitel eher überfordernd.

Wenn ich jedoch die Haupthandlung in der Gegenwart erzähle, kann ich die Rückblenden in der Vergangenheit halten. Somit riskiere ich eine kleine Störung des Leseflusses in der Haupthandlung, um die großen in der Nebenhandlung zu beseitigen.

Die Alternative besteht im dramatischen Präsens. Das Phänomen kennen wir aus der Alltagssprache: „Mensch, du, ich war gestern beim Zahnarzt. Also, ich lieg da so, eigentlich betäubt. Plötzlich bohrt der mir mitten auf den Nerv. Und das tut trotzdem höllisch weh.“

Sprachlogisch ist die Aussage vollkommener Murks. Wenn ich gestern beim Zahnarzt war, wie kann er mir jetzt, in diesem Moment, in dem ich davon erzähle, auf den Nerv bohren? Trotzdem stören wir uns im Alltag nicht daran, denn wir verstehen, wieso der Sprecher das tut. Im Gegenteil: Wir fiebern sogar mit. Denn das Auf-den-Nerv-Bohren ist eindeutig der Höhepunkt der Erzählung.

Auch im Roman kann ich das dramatische Präsens nutzen:

„Er öffnete die Tür zu seinem alten Kinderzimmer und erstarrte. Plötzlich sitzt er wieder auf dem Teppich, spielt mit seinen Lego-Steinen, konstruiert die tollsten Flugzeuge und lässt sie in einer Luftschlacht gegeneinander antreten.“

Die Szene gewinnt an Lebendigkeit und da wir diese Erzählweise aus dem Alltag kennen, wird der Lesefluss auch nicht großartig behindert.

Die hohe Kunst

Wirklich elegant ist es in meinen Augen, so weit wie möglich auf sprachliche Tricks zu verzichten und einfach trotz Rückblenden in der einfachen Vergangenheit zu bleiben.

„Im Haus seiner Eltern gab es viele Erinnerungen. Zum Beispiel, wie sie immer gemeinsam gefrühstückt hatten. Dann gab es stets Waffeln und fröhliche Gespräche. Nachbarn kamen häufig zu Besuch.“

Nur Pedanten stören sich hier daran, dass die Rückblende nicht konsequent in der vollendeten Vergangenheit erzählt ist. Der einleitende Satz „…, wie sie immer gemeinsam gefrühstückt hatten.“ macht deutlich, dass etwas erzählt wird, das vor der Haupthandlung abgeschlossen ist. Nun kann ich weiter in der Vergangenheit erzählen und auf die Intelligenz des Lesers bauen, ohne den Lesefluss weiter zu behindern.

Wie gesagt, bei vielen Lesern geht das durch, manche werden sich daran stören. Auch diese Methode ist nicht ohne Risiko.

Gibt’s da nicht noch mehr?

Na klar, die Zukunft: „Ihm wurde klar, dass das noch nicht alles war. Bald wird es mehr Morde geben.“, die vollendete Gegenwart (nennt sich auch Perfekt): „Ich bin das nicht gewesen!“ usw.

Das Gute daran: Die meisten machen aus ihrem Sprachgefühl als Muttersprachler heraus die Sache richtig.

Zweifel kommen manchmal auf, weil ich als Autor im Roman mit der Vergangenheit eine Zeitform benutze, die in der Alltagssprache eher selten vorkommt. Dafür umso häufiger halt in Romanen. Wer also viel liest, was ich als Autor ohnehin tun sollte, eignet sich automatisch ein Gefühl dafür an, was geht und was nicht. Und das ist besser, als das viele Grübeln über sprachliche Fragen.

Sollte dieses Bedürfnis trotzdem bestehen, empfehle ich die Grammatik-Website canoo.net, die übersichtlich und einfach verständlich ist und eigentlich keine Fragen offen lässt. Auf dieser Unterseite von canoo.net werden alle Begriffe rund um das Thema Zeiten erklärt.

Magst du Romane, die hauptsächlich in der Gegenwart erzählt werden?

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35 Antworten auf “In welcher Zeitform du deinen Roman schreiben solltest”

  1. Moin Moin Marcus,

    ich muss gestehen, ich kann mich nicht daran erinnern einen Roman in Gegenwart gelesen zu haben. Ich liebe alles was mit Sci-Fi, Fantasy, Abenteuer, Historie und Spionage zu tun hat. Clancy, Tolkien, Clavell, Zahn, Stackpole u.s.w. schreiben/ schrieben alle in der Vergangenheit. Ich gehe absolut mit Deiner Aussage konform, dass der Lesefluss nicht gebremst werden sollte, auch wenn man den einen oder anderen Gramatikfehler begeht. Mir ist eine nicht ganz korrekte Zeit allemal lieber, als das ich in meiner Bücherfresslust gestört werde. Ich bin gerade bei den Büchern von George R.R. Martin. (als E-book)
    Ich werde mich aber auf jedenfall mit „die Tribute von Panem“ lesetechnisch auseinander setzen, dann werde ich ja sehen, ob mich die Gegenwart stört und ich evtl. auch in die Vergangenheit konvertiere.
    Ich weiß nicht ob man es als Trick bezeichnen kann, um die Vorvergangenheit zu umgehen. Eric van Lustbader schreibt in verschiedene Zeitebenen. Erst ist man in der Gegenwart, die er aber schreibtechnisch in der Vergangenheit schreibt und dann springt er 30 Jahre zurück und schreibt auch in der Vergangenheit. Finde ich jetzt auch nicht schlecht.

    Gruß Carsten

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    1. Hallo, Casten, vielen Dank für deine Meinung. Ich glaube, vielen fällt es als Leser gar nicht so sehr auf, in welcher Zeitform ein Roman geschrieben ist. Jedenfalls habe ich im Gespräch bei vielen Leuten überraschte Gesichter gesehen, wenn ich meinte, dass „Tribute von Panem“ in der Gegenwart verfasst wurde. Als Autor muss man sich natürlich trotzdem darüber Gedanken machen. Deswegen interessiert mich halt auch die Leserperspektive.

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      1. Mir ist es erst nach ein paar Kapiteln aufgefallen. Ich habe mir zu den Zeitpunkt einfach gefragt, wie es die Autorin es geschafft hat dass man auf jeder Seite das Gefühl hat, dass die Protagonistin sterben könnte. Damals wusste ich noch nicht dass noch zwei weitere Bücher erscheinen würden, also wäre es durchaus wahrscheinlich gewesen, dass sie stirbt. Das einzige was dagegen sprach war halt dass die Protagonistin auch gleichzeitig die Ich-Erzählerin war, sprich das kleine Männchen in meinem Kopf welches für das logische Denken zuständig ist sagte mir ständig “Du bist gerade bei der Hälfte, die stirbt nicht.”
        Trotzdem hat mich Collins Stil fasziniert und ich fing in meinen Fanfiction an, ebenfalls in Präsens zu schreiben.
        Ende vom Lied: Ich schaffe es nun sogar, dass meine Betaleser mir an den Hals springen wenn ich nach einem Cliffhanger nicht sofort das nächste Kapitel schicke, letztens konnte ich ihr weiß machen ich hätte einen der Hauptcharaktere umgebracht. Dazu muss ich sagen dass es sich um Agenten-Fanfiction basierend auf meinen Lieblingscartoon aus Kanada handelt und es spannungstechnisch einfach gut dazu passt. Ich habe probehalber mal ein -aus meiner Sicht recht spannendes- Kapitel sowohl in Präsens als auch in der einfachen Vergangenheit geschrieben und es sowohl meinen Betalesern als auch Leuten, die damit eigentlich weniger am Hut haben, zu lesen gegeben. Wir waren alle der selben Meinung, dass Präsens besser passt und es spannender wirken lässt. Ich fühle mich auch einfach wohler, wenn ich in der Gegenwart schreiben kann. Ich schätze, dass ich es so auch bei meinen folgenden Buchprojekten weiter handhaben werde.

        Gruß Monika

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  2. Hallo Marcus,

    ich verwende beide Zeiten.
    In der Vergangenheit erzählt es sich leichter, meistens zumindest.
    Allerdings finde ich – zumindest gelegentlich -, dass man den Leser stärker mitnimmt und ins Geschehen einbezieht wenn man in der Gegenwart schreibt. Es wirkt realer und authentischer.

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  3. Hallo Marcus Johanus,

    ich bin auch eher ein Fan der hohen Erzählkunst. Für mich impliziert schon das Wort Geschichte die zu wählende Zeitform. Doch es gibt Ausnahmen, wie Du ja angeführt hast. Für mich entwickelte ich die Faustformel, sobald mehr als eine handlungstragende Rückblende notwendig wird, wähle ich Präsens. Bei mir ergibt sich das aus dem Plot. Will ich keinen Entwicklungsroman sondern einen Thriller erzählen, in welchem aber Vorgeschichten eine entscheidende Rolle spielen, bietet sich die Gegenwart an.

    Beispiel Plotidee:
    Marie lebt als Nonne in einem Kloster. Eines Tages klopft ein Mann an die Tür und bittet um Unterkunft, die ihm gewährt wird. Er arbeitet Kost und Logie als Gärtner ab. Marie meidet diesen Mann und niemand ihrer Schwestern weiß warum. Wenige Monate später wird der Mann ermordet aufgefunden und Marie gerät in Mordverdacht. Einen Tag nach der Beerdigung bricht sie vor seinem Grab zusammen. Sie wird ins Krankenhaus eingewiesen. (Eventuell brodelt die Gerüchteküche, ob sie simuliert, um dem Gefängnis zu entgehen. In der Zwischenzeit sammeln die Ermittler Beweise und vieles deutet auf Marie hin, jedoch nicht eindeutig.) Im Krankenhaus erhält Marie überraschend Besuch – ihr Zwillingsbruder …

    Anhand der Idee entscheide ich, welche Art von Roman das, was ich erzählen möchte, am besten zum Ausdruck bringt. Im Vordergrund steht, dass ich die Geschichte spannend und dramatisch gestalten will. Daraus ergibt sich die Zeitform.

    Um diesen Fall aufzuklären, nimmt Maries Vergangenheit eine entscheidende Rolle ein. Man könnte auch am Anfang beginnen und Marie und ihren Bruder im Elternhaus zeigen. Die Geschichte, warum sie Nonne und was aus ihrem Bruder wurde. Auf welche Weise die Eltern die Geschwister erzogen haben, oder was mit den Eltern überhaupt los war. Dann wäre der Höhepunkt der Geschichte der (aktuelle) Mord, wobei der Leser im Zuge eines Entwicklungsromans erfährt, wer der Täter ist. Besonders aus welchem Grund die Person zum Täter wurde und wer der fremde Mann im Kloster war.

    Im Thriller zählt die Gegenwart sowie das Rätsel um den Täter. Durch Maries Vergangenheit werden die Fäden geknüpft. Hierbei spielen Rückblenden handlungstragende Rollen, die sich stets auf die Gegenwart beziehen und dadurch Spannung erzeugen. In dem Fall würde ich Präsens wählen und wichtige Ereignisse in Kapitel anderer Erzählzeit einschieben. Nebenbei lassen sich in der Gegenwart ein paar falsche Fährten legen. Dabei muss auch nicht unbedingt Maries Bruder der Mörder sein. Die Verwicklungen um den fremden Mann bleiben spannend.

    Je nach den Möglichkeiten arbeite ich dann den Plot genauer aus. Für mich ist es hilfreich, wenn ich die Erzählzeit und die Form so früh festlege. Dann kann ich mich im nächsten Arbeitsschritt mehr auf die Ideen (Logik und Überraschungen) der Handlung konzentrieren.

    P.S.: Das Witzige ist, aus der reinen Plotidee kann man sogar noch einen Horrorthriller, einen Fantasy-Roman, eine Science-Fiction Geschichte oder ein Liebesdrama formen.

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  4. Hallo Marcus,
    ich habe meinen Roman im Präsens geschrieben, weil es darin sehr viele Dialoge gibt, wo Meinungen aufeinanderprallen. Auch für lange Gedankengänge, die ein Für und Wider abwägen, scheint es mir eine günstige Zeitform. Aber generell denke ich, die Vergangenheitsform ist dem Roman zuträglicher. Er soll ja Geschehenes reflektieren. Deshalb werde ich beim nächste Buch auch wieder im Präteritum schreiben.

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  5. Also ich muss auch zugeben, dass ich noch nie einen Roman in der Gegenwart gelesen habe. Die waren immer in der Vergangenheit geschrieben.

    Ach ja: Ich hoffe, es stört dich nicht, wenn ich ab und an interessante Artikel von dir reblogge.

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  6. Na klar, die Zukunft: “Ihm wurde klar, dass das noch nicht alles war.
    Müsste es nicht …,dass das noch nicht alles gewesen ist heißen dder: Ihm wird klar, dass das noch nicht alles war.

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    1. Ihm wird klar werden, dass das noch nicht alles gewesen sein wird. 😉

      Nein, im Ernst. In jedem vernünftigen Roman sollte der Satz so lauten:

      „Ihm wurde klar, dass das noch nicht alles war.“ Erste Version finde ich also am besten.

      Oder Präsens:

      „Ihm wird klar, dass das noch nicht alles ist.“

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  7. Danke für diesen Beitrag! Mir wurde früher in der Schule gerne angekreidet, dass ich in meinen Geschichten mich nicht an eine Zeitform halte. Nun weiß ich nach so langer Zeit nicht mehr die genauen Sätze. Aber ich schreibe gerade eine Kurzgeschichte und habe mich dabei ertappt in einigen Sätzen im dramatischen Präsens zu schreiben. Ich erinnerte mich an die Schule und dachte es sei falsch und habe deshalb kurz bei Google gesucht und bin auf deinen Blog diesen Beitrag gestoßen.

    Nun sehe ich, dass das vielleicht nicht so tragisch ist UND vor allem, dass es noch andere Möglichkeiten gibt. Super!

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  8. Literatur: “Leidgenossen zwischen Krummer Lanke, Reichstag und Gedächtniskirche“ von Thomas Walter Schmidt.
    Hier sind alle Zeitformen vertreten – das Buch beinhaltet etwa 100 Kurzgeschichten und Gedichte als Satire. Fast die Hälfte wurde in der Ich-Form verfasst. Ich selbst bevorzuge diese. Freilich ist sie an Bedingungen geknüpft. Es gibt aber Texte in „Leidgenossen …“, die nur aus Dialogen bestehen. Nebenbei: Untenstehendes „zeitloses“ Beispiel in Lesungen zu präsentieren erfordert unterschiedliche Stimmlagen und eine Trennung zwischen den Dialekten:

    Hefekloß gegen Wildgericht

    „Bitte einmal Reh!
    Als man´s erschoss, tat´s weh?“
    „Kann´s nich saren lieba Jast,
    doch ick jloobet fast.
    Hätte man mir abjeknallt,
    wüste ick´s jenaua halt!
    Vamute bald,
    det Tier stammt ausm Jrunewald.
    Se schaun so traurig drein –
    wolln Se liewa Schwein?
    ´n Eisbein dann?
    Lende oda Kamm?“
    „Ach Herr Wirt, was ess ich bloß!
    Bring´ Se mir ´nen Hefekloß?“

    Sehr geehrter Herr Johanus,

    diese Internet-Seite gefällt mir sehr –

    viele Grüße!

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  9. Ich fange gerade mit einem neuen Roman an und stocke schon bei den ersten Sätzen. Um ehrlich zu sein, sehe ich es immer häufiger, dass Bücher in der Gegenwart geschrieben sind. Es stört mich auch gar nicht, zumeist fällt es mir auch erst nach den ersten drei Kapiteln auf. Dennoch finde ich die Wahl für die eigene Geschichte wirklich schwer. Ich habe nämlich auch vor, einige Rückblenden einzubauen und bin daher verunsichert. Zudem bin ich mir nicht sicher, welche Gefühle diese Formen beim Leser verursachen, da es mir persönlich ja nie weiter auffällt. Dein Post hat mir da schon etwas weitergeholfen. Also vielen Dank dafür!

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  10. Ich habe gerade angefangen, einen Roman zu schreiben und ich schreibe aus der Sicht eines Er- Erzählers. Kann oder sollte ich dann Träume einer bestimmten Figur aus der Sicht dieser Figur, also eines Ich-Erzählers, schreiben, wenn der Leser weiß, von welcher Figur die Träume sind?

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  11. Ich bin gerade am Anfang meines Buches und überlege, welche Zeitform und Erzählperspektive ich wählen soll. Das Geschehen sollte eigentlich aus der Sicht von 3 sehr wichtigen Personen erzählt werden, das Problem ist aber, dass ein oder zwei Szenen stattfinden, bei denen Diese Personen gar nicht anwesend sind. Bei der Zeit hast du mir sehr viel weiter geholfen, ich werde wahrscheinlich im Präteritum schreiben, da ich das einfach gewöhnt bin und es, wie ich jetzt merke, auch gut passt.

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  12. nicht nur für diesen Beitrag, sondern für deine gesamte Schütenhilfe möchte ich mich bedanken. Vielleicht kann ich von dir auch eine Antwort bekommen, nach der ich für mein Manuskript schon etwas länger suche: Ich schreibe im Präsens mit viel Rückblenden. Formal also im Perfekt. Mich stören aber die zusammen gesetzten Zeiten ungemein und behindern den Lesefluss. Im Präteritum klingt alles wesentlich angenehmer. Geht das?

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    1. Wenn es angenehmer klingt, mach es doch einfach.

      Bücher werden für Menschen geschrieben und wenn die damit zufrieden sind, ist alles in Ordnung.

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  13. Hallo an alle 🙂

    Ich kenne ein Buch, welches im Präsens gehalten ist und für mich auch ohne Rückübersetzungen in die Vergangenheit auskommt.

    Mir ist diese selten verwendete Zeitform überhaupt erst spät aufgefallen und auch rein dadurch, dass die Erzählungen so intensiv spürbar sind.

    Darüber hinaus ist das Buch in der Sichtweise eines Ich-Erzählers geschrieben der einen Teil seiner Lebensgeschichte erzählt und es lebt von seinen präzisen sowie geradezu kühlen Beschreibungen, welche diesbezüglich oft kontrastreich zu den dramatischen Inhalten stehen.

    Es handelt sich dabei um Henri Charrière und sein famoses Werk Papillon.

    Viel Spaß 😀

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    1. Schwer zu beantworten, denn ich verstehe die Frage nicht. Du erzählst einfach die Gwschichte, nur halt nicht in der Vergangenheit. Machst du im Mündlichen doch auch häufig: Also, ich sitze da Zahnarzt auf dem Stuhl und da bohrt der voll auf meinen Nerv. Das tut höllisch weh, sag ich dir. Danach guckt der mich an…

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  14. Ha, was für ein Zufall. Da habe ich gestern Abend (mal wieder) über die Frage nach der Zeit gegrübelt, schnell das Handy befragt und wo lande ich … hier 🙂

    Aber so richtig schlauer bin ich nun immer noch nicht, aber darauf zielt der Artikel ja gar nicht ab. Ich habe mir die Frage eben gestellt, da ich – eben bedingt durch Collins Tribute – das erste Mal mit der ICH-Perspektive etwas schreibe und auch das Präsens bemerkt habe, was mich am Anfang des Lesens straucheln ließ, aber dann doch seine Wirkung entfaltete. Daher lese ich meinen Text ab und mit Präsens statt Vergangenheit und so übel klänge es gar nicht … aber ob ich es umschreibe? Ich weiß nicht, vielleicht zu viel Arbeit.
    Aber bei der, die danach ansteht, hm… da steht aktuell eine Art 1. Kapitel, das ebenfalls in der Vergangenheit mit massig Rückblicken ist. Ich *glaube*, dass ich da das verwendet habe, dass du „Die hohe Kunst“ (hat es einen Namen?) nennst, aber was mich interessiert ist, wie Lektoren darauf reagieren? Wenn man es sich genauer anschaut, sieht man ja die „Zeitenfehler“ – wird es angekreidet? Oder ist es ein Kniff, der allseits bekannt ist?

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    1. Wie Lektorinnen darauf reagieren und/oder was sie dazu sagen, kann ich kaum beurteilen. Wenn du ganz sicher gehen willst, erzählst du in dritter Person Präteritum mit einem personalen Erzähler. Das wird, wenn es richtig gemacht wird, eigentlich nie kritisiert. Mit allem anderen gehst du ein Risiko ein – das sich aber auch lohnen kann. So ist das halt mit Risiken.

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  15. Ich habe gerade einen – in Teilen autobiographischen, in Teilen fiktiven – Roman beendet, den ich zu großen Teilen in der Gegenwartsform (und als Ich-Erzähler) geschrieben habe.
    Er enthält sehr viele Erinnerungen und Gedanken, die dann die entsprechenden anderen Zeiten mitbringen.
    Ich habe beim Schreiben gar nicht über die Zeitenformen nachgedacht, das kam eher automatisch zustande und meine Testleser fanden die Gegenwartsform bisher nicht störend.
    Das liegt aber sicher auch daran, dass der Roman in einer sehr kurzen Zeitspanne von nur ungefähr 28 Stunden spielt. Eine Geschichte, die sich über Tage, Wochen oder Monate hinziehen würde, würde ich nicht in der Gegenwartsform schreiben und auch nicht lesen wollen. Für eine kurze Zeitspanne kann es aber unter Umständen, das kommt ganz auf die Geschichte an, passend sein.

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