Camp NaNoWriMo – Ich fahr ins Sommercamp, wer kommt mit?

Ich fahre ins Sommercamp. Nun ja, nicht wirklich. Tatsächlich bleibe ich dieses Jahr wohl zu Hause. Aber das hält mich nicht davon ab, trotzdem zu campen. Statt Zelt, Isomatte und Schlafsack werden jedoch Laptop, Notizbuch und Kaffee (viel, viel Kaffee) meine Ferienbegleiter sein.

Normale Menschen spannen ja dabei aus, dass sie sich an den Strand legen, durch die Berge wandern oder neue Städte und Länder erkunden. Nicht so wir Autoren. Unsere Reisen finden hauptsächlich hinter der Stirn statt.

Ich hatte mir ohnehin für diesen Sommer vorgenommen, ein neues Projekt zu beginn, wieso also nicht die Schreibzeit im Camp NaNoWriMo verbringen? Wie? Du fragst dich, was sich hinter diesen seltsamen Worten verbirgt? Dann lass dich schnell aufklären:

Der NaNoWriMo ist ein Projekt des Office of Letters and Light, einer Organisation, die sich der Aufgabe verschrieben hat, kreative Projekte zu unterstützen. Vor allem geht es um Romanprojekte. Die Grundidee des NaNoWriMo besteht darin, Autoren dabei zu helfen, ihren ersten Entwurf zu beenden. NaNoWriMo bedeutet National Novel Writing Month und findet jeden November statt. In den 30 Tagen dieses Monats schreiben weltweit Autoren gegen den inneren Schweinehund an, um einen 50.000-Wörter-Entwurf ihres Romans hinzukriegen.

Seit zwei Jahren bin ich begeisterter NaNoWriMo-Teilnehmer. Warum? Nun, prinzipiell könnte man auch für sich und ohne Druck schreiben. Die Teilnahme am NaNoWriMo bettet das eigene Schreiben jedoch in eine weltweite Community aus Gleichgesinnten ein.

Die Website des NaNoWriMo stellt den Teilnehmern ein Profil bereit, das den Fortschritt des eigenen Manuskripts dokumentiert und öffentlich zugänglich macht. Man kann diese Funktion auch deaktivieren, aber dann gehen der Spaß und der Sinn der Sache eigentlich verloren. Für manche mag das trotzdem passen. Außerdem kann man sogenannte Writing Buddys um sich versammeln, also andere Autoren, die ebenfalls wie die Besessenen tippen und einen anspornen und unterstützen können.

Mit dem Camp NaNoWriMo, das es seit einigen Jahren ergänzend gibt, kann man nun auch im Sommer sein 50.000-Wörtet-Manuskript in netter Gesellschaft tippen. Die dazugehörige Website unterstützt mit ihrem Design und einigen Features das Gefühl, sich in einem Sommercamp zu befinden. So kann man sich aussuchen, in welche Cabin man platziert werden möchte, sprich, in welcher Mikro-Community ich meinen Juli online verbringen will. Eine Handvoll anderer Autoren wird auf diese Weise dem eigenen Profil zugeordnet.

Außerdem gibt es all die Dinge, die man auch vom NaNoWriMo her kennt, nur mit dem Unterschied, dass ich im Juli mein Schreibziel selbst festlegen kann (Du musst also keine 50.000 Wörter als Ziel eingeben, sondern kannst auch mehr oder weniger nehmen. Ich werd’s aber tun. Macht der Gewohnheit.)

Warum genau habe ich mich nun entschieden, ins Camp zu fahren? Nun, erst einmal stehe ich einfach auf den NaNoWriMo. Mir verschafft er stets die Extraportion Motivation, die mich beim Schreiben des ersten Entwurfs auch wirklich bei der Stange hält.

Wichtiger noch: Ich habe einen Startpunkt, an dem ich mit dem Schreiben auch wirklich beginnen muss. Mir garantiert diese Verbindlichkeit, dass ich nicht zu viel Zeit mit den Vorbereitungen verplempere und so meinen inneren Kritiker und meinen Perfektionismus leichter überwinden kann.

Außerdem spornt mich natürlich auch das Ziel an, in 31 Tagen 50.000 Wörter zu schaffen. Mir garantiert das, dass ich den ersten Entwurf im Juli auch wirklich fertigstelle. Manche schaffen das auch so, ich eigentlich auch, aber ich fühle mich durch den Ansporn von außen wohler. Verrückt, aber so bin ich halt nun einmal.

Wem es ähnlich geht, wer noch Fragen zum Camp NaNoWriMo hat oder noch ein Writing Buddy von mir werden will, den lade ich herzlich dazu ein, das Camp mit mir zu verbringen. Ob auf Twitter, Facebook, auf der Camp-NaNoWriMo-Website oder hier im Blog können wir uns über unseren Schreiballtag austauschen und uns gegenseitig anspornen.

Ich freu mich drauf.

Was hältst du davon, den Juli im Camp NaNoWriMo zu verbringen?

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44 Gedanken zu “Camp NaNoWriMo – Ich fahr ins Sommercamp, wer kommt mit?

  1. Im April hatte ich die Gelegenheit, dort faszinierende Leute kennenzulernen. Ich bin als kompletter NaNo-Newbie gestartet und wollte eigentlich nur eine Deadline für mein Projekt. Und dann landete ich per Zufall in einer genialen Kabine und habe über das regionale Forum einige Schreiberlinge sogar live treffen können, die nicht nur allesamt extrem nett waren, sondern auch fähig. Auf jeden Fall bin ich im Sommer wieder mit dabei! 🙂 Allerdings mit sommerlich kleinem Wordcount und als Rebel. (Ich will ein paar Kurzgeschichten mit den Charakteren aus meinem Romanprojekt basteln.) Über einen erfahrenen Writing Buddy an meiner Seite freue ich mich natürlich immer. 🙂

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  2. Guten Morgen Marcus,

    Ich bin ein absoluter NaNoWriMo-Neuling. Im letzten November hatte ich mir eigentlich vorgenommen, daran teilzunehmen. Allerdings hatte ich gerade erst mit dem Schreiben angefangen, steckte noch mitten in der Planung meines Romans und zusätzlich ist gegen Ende des Jahres bei mir in der Firma der meiste Stress. Ich habe mich also nicht getraut am NaNo teiolzunehmen.
    Juki klingt da schon viel besser, da habe ich teilweise Sommerferien und wie du weißt, schreibe ich gerade an der Rohfassung meines Manuskriptes. D
    Mein Ziel ist es, gegen Ende August mein Rohfassung fertig zu haben. Dementsprechend werde ich vorraussichtlich 40000 bis 50000 Wörter im Juli schreiben müssen um meinen Rückstand, den ich im Moment leider habe, wieder aufzuholen.
    Über dich als erfahrenen Writing Buddy würde ich mich sehr freuen. Ich schaue mir jetzt gleich mal die Seite an und registriere mich.

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      • Unter „Cabin-settings“ klickt man den untersten Punkt an „I’m looking for campers that match specific criteria.“ Dort kann man dann verschiedene Einstellungen aktivieren, welche „Eigenschaften“ die Mit-camper haben sollen und ganz unten besteht die Möglichkeit, Namen von Teilnehmer einzugeben, mit denen man gern in eine Cabin kommen möchte. Eine Garantie gibt es jedoch nicht. Soweit ich das verstanden habe, wird die nächste Runde der Einteilung in 12 Tagen stattfinden.
        Bin auf jeden Fall schon mal angemeldet und freu mich drauf.

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      • Man kann bei den Cabins auch spezifische User vorschlagen, mit denen man sich ein Zimmer teilen will. Ob dann tatsächlich auch alle zusamen kommen, weiß ich nicht. (Community -> Cabin Settings -> I’m looking for campers […])

        Ich bin nicht so der Freund der Cabins, da man nur auf max. 6 Mitcamper beschränkt ist. Aber eine wirkliche Alternative gibt es nicht, wen nicht gerade alle User Teil eines sozialen Netzwerks sind, in dem sie sich dann ihr „Zimmer“ einrichten könnten.

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  3. „kann man nun auch im Sommer sein 50.000-Seiten Manuskript in netter Gesellschaft tippen“

    Mensch, Marcus, das ist aber wirklich ehrgeizig. Und ich könnte mir vorstellen, dass so ein Manuskript auch schwer an den Leser zu bringen ist 😉

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  4. Hi Marcus,

    heute Vormittag hab ich mich bei Camp NaNoWriMo angemeldet und bin gerade durch Axels Tweet auf deinen Blogeintrag hier gestoßen. Find ich super, dass du die Schreibdilettanten beim Camp vertrittst, dann gibts bestimmt wieder interessante Tipps!

    Für mich ist es der erste NaNoWriMo und gerade bin ich dabei, mich genauer auf der Website umzusehen. Um das Ganze vorab zu strukturieren, werde ich mir gleich nochmal euren Podcast zur Vorbereitung des NaNoWriMo vom November anhören 😉 Da die Cabins ja leider sehr eng begrenzt sind (und deine wahrscheinlich schon voll ist), hoffe ich, hier oder auf Twitter was von dir zu lesen.

    Ich freu mich, bis dann!
    Gruß, Nea

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  5. Für den Juli habe ich mir bereits ein anderes Schreibprojekt vorgenommen, aber Deine Ausführungen haben mich überzeugt, den November mit NaNoWriMo zu verbringen. Einen Account habe ich schon! Nun werde ich die frohe Botschaft meinem inneren Kritiker überbringen; ich glaube, der ahnt schon etwas… 😉

    Viel Spaß im Juli!

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  6. Hallo Marcus,

    großes Lob für euren Podcast und eure Blogposts. Danke für die vielen informativen und unterhaltsamen Stunden. =)
    Super, dass du beim Camp mitmachst. Ich hatte sowieso vor teilzunehmen, aber so macht es dann gleich viel mehr Spaß! Allerdings fehlt mir im Moment noch das Projekt. Im April-Camp habe ich mein Manuskript fertig geschrieben und vor ein paar Tagen habe ich mit dem Überarbeiten angefangen. Ob ich deswegen „nur“ 30 k Wörter statt meiner üblichen 50 k schreibe und nebenbei überarbeite, muss ich mir noch überlegen.

    Für alle, die sich fragen, wie das mit den Cabins funktioniert:
    Cabins mit zufälligen Teilnehmern machen Spaß, allerdings findet der Austausch dann meist in Englisch statt. Durch die unterschiedlichen Zeitzonen fühlt man sich teilweise ziemlich alleine, weil der Amerikaner eben noch im Bett liegt oder auf der Arbeit ist, während man schon fleißig in die Tasten haut.
    Es ist möglich, mit vorher festgelegten Leuten in eine Cabin zu kommen, allerdings nur dann, wenn man auch ein paar Punkte beachtet:
    1. Jeder muss jedes Cabin-Mitglied in seiner Liste eintragen. (komplett identisch, bis auf den eigenen Namen natürlich)
    2. Es dürfen NUR diese Mitglieder eingetragen sein.
    3. Keine andere Option (z.B. nach Gerne, nach Alter …) angeben.
    4. Dies muss natürlich alles vor der Neuverteilung stattfinden.

    Mfg Sylvela

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  7. ^^ Die erste Einteilung ist durch – wir sind in der gleichen Kabine. Danke! 🙂 Bin schon gespannt auf die Zusammenarbeit mit einem Profi wie Dir.

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  8. Hallo liebe Schreibende,
    mein Camp-Name ist Imme. Bin etwas spät dran, aber vielleicht geht ja noch was. Marcus hat mich schon hinzugefügt, aber wenn ich das richtig verstehe, habe ich nur eine Chance, wenn die jetzigen Bewohner mich auch alle in ihre Wunschliste eintragen? Dann bitte ich hiermit herzlich darum. Vielen Dank!

    Ich schnarche kaum und rede nur selten im Schlaf 😉

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  9. Okay, bis auf eine Ausnahme ist niemand in mein Camp gekommen, der hier vom Blog dabei sein wollte. Das ist irgendwie doof. Wer während des Camps mit mir in Kontakt bleiben will, trifft mich am besten auf Twitter an. Da schaue ich auf jeden Fall mehrfach am Tag rein. Alles andere, Facebook, Cabin, Mails vom Camp NaNoWriMo, werde ich nur gelegentlich checken. Da fehlt mir einfach die Zeit für, zumal sich jetzt doch ein paar andere Verpflichtungen für den Juli bei mir ergeben haben. Irgendwas ist halt immer. Jedenfalls wird der Juli ganz schön arbeitsreich.

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  10. Darf ich die Nochsuchenden ganz leicht in Richtung dieser G+-Gruppe (https://plus.google.com/u/0/communities/100266866027588458678/stream/3eba4e9a-d9a9-4e45-b03f-4b8ec1b49a05) stupsen? Wir sind ebenfalls deutschsprachige NaNoler, die, weil es mit der Cabin auch nach dem 5. Mal nicht funktioniert sind, auf G+ ausgewichen sind.
    Ich behaupte, wir sind nett und hilfreich – außerdem beißen wir nur im Januar 😉

    [Wenn das zu blatante Werbung ist – löschen, bitte. Aber vielleicht ist ja wer interessiert.]

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  11. Ich wünsche allen, die heute ins Camp NaNoWriMo gefahren sind, einen guten Start und einen kreativen und erfolgreichen Juli. Möget ihr alle eure Ziele erreichen.

    Ich muss mich leider ein wenig verspäten und werde wohl erst frühestens in einer Woche, realistischer Weise eher in zwei, ins Camp nachkommen. Andere Projekte haben sich unerwartet dazwischengeschoben. Noch halte ich jedoch am Camp und am 50.000-Wörter-Ziel fest. Bin gespannt.

    Haltet mich auf jeden Fall über eure Camp-Erlebnisse und -Aktivitäten auf dem Laufenden.

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