Wie du erfolgreich eine themenrelevante Twitter-Followerschaft aufbaust

Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag Gian Camichels, dessen Blog schreibplattform.de ich seit einiger Zeit mit großem Interesse verfolge. Um so mehr freue ich mich, dass er hier seine wertvollen Erfahrungen zu seinem Twitter-Experiment teilt.

Twittern schön und gut, aber wie komme ich zu Followern und was gilt es zu beachten?

Als ehemaliger Social-Media-Muffel, habe ich mich lange gegen Twitter und dergleichen gesträubt. Aber will man sich als Autor im Internet erfolgreich vermarkten, führt kein Weg an sozialen Medien vorbei.

Im Dezember 2012 zog ich aus, das Twittern zu erlernen. Ich beschloss, den Selbstversuch in wöchentlichen Berichten zu dokumentieren.

Ich nannte das Projekt selbstbewusst: Wie komme ich von 0 auf 1111 Follower und wie verändert das den Traffic meines Blogs? Das grosse Twitter Marketing Experiment! 

Glücklicherweise musste ich nur 6 Wochenberichte verfassen. Nach 45 Tagen hatte ich mein Ziel von 1111 Followern erreicht.

In diesem Beitrag erkläre ich meine Methode und versuche dir einen Leitfaden zum erfolgreichen Aufbau von Followern zu bieten. (Ich setze voraus, dass du in etwa weißt, wie man Twitter nutzt.)

1. Warum, Zielgruppe und Zielsetzung

Definiere dein Warum

Warum willst du Twittern? Geht’s es dir nur darum, ein paar Promis zu folgen, brauchst du auch keine Follower. Willst du hingegen dein Buch oder deinen Blog vermarkten, solltest du wissen, was du tust.

Beispiel: Du betreibst einen Blog zum Thema Schreiben. Via Twitter willst du deine Artikel bekannt machen. Außerdem suchst du Kontakte zu anderen Bloggern aus der gleichen Branche, mit denen du Kooperationen (beispielsweise in Form von Gastartikeln) anstrebst.

Zielgruppe erkennen

Hast du dein Warum richtig definiert, kannst du nun Rückschluss auf deine Zielgruppe ziehen.

Beispiel: Du suchst Autoren, die Rat zum Thema Schreiben suchen. Zusätzlich bist du auf der Suche nach anderen Bloggern aus der Schreibratgeber-Branche.

Bei der Definition deiner Zielgruppe musst du aufpassen, dass du keine Denkfehler machst.

Beispiel: Wenn du einen Blog zum Thema Schreiben betreibst, suchst du keine Leseratten (oder Bücherblogs). Leseratten wollen lesen und interessieren sich nicht für Schreibtipps.

Ziele setzen

Es ist eine alte Weisheit: Um deinen Erfolg zu messen, musst du dir Ziele setzen.

Beispiel: 100 themenrelevante Follower innerhalb der nächsten 3 Wochen.

2. Profil anmelden/einrichten

Falls du noch keines hast, überleg dir, unter welchem Namen du dein Twitter-Profil eröffnen willst.

Sorg dafür, dass du ein ansprechendes Profil hast. Führst du einen Blog oder hast du eine Webseite, macht es Sinn, das Thema im Profil zu übernehmen oder dich anderweitig von der Masse abzuheben.

Hier drei Beispiele:

3. Twitter Regeln

Ich unterteile in zwei Regelgruppen:

I. Offizielle Twitter-Regeln

Darüber will ich nicht viele Worte verlieren, falls es dich interessiert, kannst du dich hier informieren: Twitter-Regeln & Richtlinien

II. Benimmregeln

Die Benimmregeln sind nichts anderes, als der Spiegel deiner ethischen Werthaltung. Ich benehme mich auf Twitter, wie im richtigen Leben. Ich grüße die Menschen und bedanke mich. Außerdem vermeide ich es, andere mit Direktnachrichten zu belästigen.

Kurz und bündig: Sei freundlich.

Am Anfang achtest du am besten darauf, wie es andere machen. Ist dir eine Vorgehensweise sympathisch, übernimm sie.

4. Aufbau einer Followerschaft

Kein Mensch hat auf dich gewartet. Falls du kein Promi bist, musst du aktiv für Follower sorgen. Von nichts kommt nichts, Follower zu gewinnen ist Arbeit. Machst du es richtig, wird sich diese Arbeit langfristig auszahlen.

Wichtig: Um Follower aufzubauen, ist es unumgänglich, zuerst anderen zu folgen.

5. Der 9-Schritte-Plan

Im Rahmen meines Twitter Experimentes habe ich einen 9-Schritte-Plan entwickelt.

#1 Folge Menschen mit ähnlichen Profilen oder Absichten

Es geht nicht nur darum viele Follower, sondern vor allem themenrelevante Follower zu gewinnen. Was bringen mir Fußballfans, wenn ich einen Bücherblog betreibe? Folge deiner Zielgruppe!

Auch hier gilt: Klasse, statt Masse!

#2 Folge Menschen, die dir von Twitter vorgeschlagen werden

Sobald du einigen Profilen folgst, erkennt das Twitter und macht dir entsprechend themenverwandte Vorschläge. Das vereinfacht dir das gezielte Suchen nach ähnlichen Profilen.

 #3 Folge Gefolgten von Profilen, denen du folgst

Mein Lieblingssatz. Falls du Schritt #1 und #2 richtig ausführst, folgst du nur Profilen, die zu deiner Zielgruppe gehören. Diese wiederum folgen selber anderen Profilen.

Schau dir diese an, die Chance ist groß, dass du dort weitere themenrelevante Profile findest, denen du dann ebenfalls folgen kannst.

#4 Auf Profile achten

Wie schon erwähnt: Twitter stuft dich anhand von Profilen, denen du folgst, ein. Basierend auf dieser Einstufung wirst du wiederum anderen zum Folgen vorgeschlagen. Das führt dazu, dass du mit der Zeit „freiwillige“ Follower erhältst – solche die dir ohne dein Zutun folgen.

Je weniger themenfremden Profilen du folgst, je weniger uninteressante „freiwillige“ Follower erhältst du.

#5 Zwitschere regelmäßig, mehrmals täglich und unterlasse aufdringliche Werbung

Regelmäßigkeit ist am Anfang sehr wichtig. Die verschiedenen Twitterer sind zu unterschiedlichen Zeiten aktiv. Deshalb schadet es nicht, mehrmals täglich aktiv zu sein.

Werbung: Ich kann es nicht ausstehen, wenn jemand von 1000 Tweets 980 mit Eigenwerbung vollpackt. Sei es auf eigene Blogartikel oder Links zum eigenen Buch.

Hier solltest du auf ein gesundes Verhältnis von mindestens 7/1 achten. Das bedeutet: 7 „normale“ Tweets auf einen Tweet mit Link für eigenen Artikel oder eigenes Produkt.

Vergraul deine Follower nicht mit zu viel Werbung!

#6 Retweeten und favorisieren

Andere Blogartikel promoten und Tweets retweeten ist ein gutes Mittel, die Aufmerksamkeit anderer auf dich zu ziehen.

Genau so verhält es sich mit dem Favorisieren. Allerdings hat der Betreffende nichts vom Favorisieren. Willst du ihm eine Freude machen und erreichen, dass er den Gefallen irgendwann erwidert, solltest du ihn Retweeten (RT).

#7 Sei nicht scheu, interagiere und antworte auf Tweets

Gehe auf andere zu. So entstehen Kontakte. Wenn dir jemand schreibt: antworte.

#8 Dinge, die du selber nicht magst, vermeiden

Dieser Punkt ist selbsterklärend.

#9 Via Webseiten außerhalb von Twitter folgen

Bestimmt bewegst du dich regelmäßig im Internet (zum Beispiel auf diesem Blog). Warum also nicht gleich direkt via diesem Blog Marcus Johanus folgen?

Die ausführliche Version des 9-Schritte-Plans (inklusive Video), alle Wochenberichte und weitere nützliche Informationen findest du auf Schreibplattform.

Fazit

Gerade für die Schriftsteller-Branche ist Twitter ein mächtiges Instrument und sehr beliebt. Es gibt Hunderttausende von deutschsprachigen (Millionen von englischsprachigen) Gleichgesinnten da draußen.

Ich habe es dank der 9-Schritte-Methode geschafft, innerhalb von 45 Tagen über 1111 Follower zu gewinnen. Ich bezweifle, dass das in jeder Branche so „einfach“ ist.

Mein Ziel habe ich am 10.2.2013 erreicht. In den 45 Tagen des Experimentes habe ich bis zu einer Stunde pro Tag auf Twitter verbracht. Zusammengezählt ist das mehr als eine Arbeitswoche.

Jetzt, Mitte April 2013, habe ich über 1350 Follower und verbringe 5-10 Minuten am Tag, an höchstens 5 Tagen in der Woche, auf Twitter. Ich habe eine solide Basis geschaffen und baue nun auf „natürliches“ Wachstum via meines Blogs.

Wenn ich einen neuen Artikel veröffentliche, bewerbe ich diesen (unter anderem) mit einem Tweet und gewinne dadurch – je nach Tageszeit – um die 20-30 Leser, die wirklich via diesen Tweet auf meinen Blog kommen.

Das ist ein „Rücklauf“ von knapp 2%. Vermutlich könnte ich diese Zahl steigern, indem ich mehrere Werbetweets zu unterschiedlichen Tageszeiten versende – aber das ist nicht meine Art.

Meine wichtigste Erkenntnis:

Dank Twitter lernt man gleichgesinnte Menschen kennen. Doch Twitter ist extrem schnelllebig. Während bei Facebook ein Beitrag längere Zeit vorne auf der Timeline hängt, verschwindet ein Tweet nach 20-30 Minuten im Gefieder des blauen Vogels und wird kaum noch beachtet.

Je mehr Profilen man folgt, je unübersichtlicher wird die Twitter Timeline und es ist nur noch Zufall, ob man einen Tweet sieht oder nicht. Ausnahme: Man wird persönlich erwähnt (siehe Schritt #6 + #7).

Braucht man Twitter? Nein. Hilft Twitter? Ja.

Ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass Twitter die Initialzündung für meinen Blog war.

Gian Camichel ist 35, gelernter Kaufmann und lebt in Heimberg, Schweiz. Momentan arbeitet er noch in der Administration eines mittelgrossen Handelbetriebs, Ende 2013 macht er sich im Bereich Internetmarketing selbstständig. Als Möchtegernschriftsteller kennt er die Nöte angehender Autoren – vor allem auch im Bezug aufs Internet – und versucht diese auf seinem Blog schreibplattform.de zu lindern. Er schreibt gerne und viel, in letzter Zeit aufgrund des Zeitmangels leider fast nur noch Blogartikel. Da ist auch der Grund, warum auf seiner Festplatte zwei vollendete Manuskripte auf die Überarbeitung warten. Das soll sich nächstes Jahr ändern.

Wie sind deine Erfahrungen mit Twitter, kümmerst du dich aktiv um neue Follower?

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3 Gedanken zu “Wie du erfolgreich eine themenrelevante Twitter-Followerschaft aufbaust

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