Die schockierende Wahrheit über das Star Wars Storytelling

Nachdem George Lucas die Rechte an seinem Lebenswerk an Disney verkauft hat, hält sich Star Wars in den Schlagzeilen und der Blogosphäre. Das wird wohl auch so bleiben, denn Disney will schnell viele neue Filme nachlegen. Eigentlich war Star Wars nie so richtig aus den Schlagzeilen raus. Neuigkeiten rund um die Filme erhitzen seit über dreißig Jahren die Gemüter der Fans.

Möge der Spott mit dir sein

Beliebteste Beschäftigung der Star Warsianer: das Niedermachen neuer Filme. Ich kann mich noch gut an den Aufschrei des Fandoms nach „Das Imperium schlägt zurück“ erinnern, der wahrlich die Macht in ihren Grundfesten erschütterte. Das sei doch kein würdiger Nachfolger für den ersten. Darth Vader der Vater von Luke? So ein Blödsinn, die sehen sich doch gar nicht ähnlich. Yoda nervt. Und überhaupt, was ist denn das für ein Film, wo am Ende alles offen bleibt.

Genauso nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Ewoks mag keiner. Ende kitschig. Schon wieder Todesstern. Fällt Lucas denn nichts Neues ein?

Insofern hat es mich nicht gewundert, dass die Prequels zerrissen wurden, bevor sie überhaupt in den Kinos liefen. Sechzehn Jahre lang hat das Universum auf einen neuen Star-Wars-Film gewartet. Und das erste, was dem Universum einfällt ist – meckern.

Das Design passt nicht zu den alten Filmen. Jar-Jar Bings nervt. Story unglaubwürdig und unlogisch usw. Episode IV-VI waren mit dem Erscheinen der Prequels plötzlich für viele die besten Filme, die es je in einer Galaxie, vor langer Zeit, weit, weit entfernt gegeben hat. Alle Kritik, die es in der Vergangenheit gab – mit einem Handstreich von den Sternkarten getilgt.

In meinem Geek-Club bin ich einer der wenigen, der die Prequels verteidigt. Wenn ich mich mal richtig mutig (um nicht zu sagen: lebensmüde) fühle, oute ich, dass ich die Prequels sogar lieber mag als die ursprüngliche Trilogie. Nicht selten droht man mir in solchen Diskussionen an, mich zur Strafe mit Gungan-Aa zu bewerfen.

Über die durchaus heftigen emotionalen Reaktionen, die so eine Meinungsäußerung hervorruft, habe ich mich bislang stets kopfschüttelnd gewundert. Sicher, ich mag Star Wars auch, habe die Filme X-Wing-mal gesehen und amüsiere mich mit ihnen immer wieder aufs Neue. Die apokalyptische Reaktion der meisten Fans auf die Prequels habe ich jedoch nie verstanden, bis mir neulich beim erneuten Gucken die Erleuchtung kam, was der wahre Grund für die Ablehnung ist. Für mich als Autor eine wichtige Erkenntnis, weswegen ich mit ihr nicht hinterm Berg halten will.

Die wahre dunkle Seite der Macht

In Diskussionen höre ich für die Unbeliebtheit der Prequels Begründungen wie: „Hayden Christiansen ist doof.“, „Ich mag die Rosamunde-Pilcher-Szenen in Episode II nicht.“, „Keiner kann mir erzählen, dass Darth Vader C-3PO gebaut hat.“ usw. Alles Kleinkram, wenn man mich fragt. Mark Hamill ist nun wirklich kein herausragender Schauspieler, auch in Episode V und VI kommen rührselige Herzschmerzszenen vor und Plot- und Logiklöcher gibt es in den alten und den neuen Filmen haufenweise.

Der entscheidende Unterschied zwischen Episode I-III und IV-VI sind nicht unbedeutende Details, sondern die unterschiedlichen Plotmuster.

Episode IV-VI erzählt den Aufstieg des unbedeutenden Bauernjungen Luke zum Bezwinger des Imperiums. Ein klassisches Motiv der Heldenreise und ein gelungener Kunstgriff von Lucas.

Bisher dachte ich stets, Lucas habe nur deswegen diese märchenhafte Struktur für seine SF-Epen gewählt, um dem Publikum sein kunterbuntes SF-Universum zugänglicher zu machen. 1978, als Episode I erschien, konfrontierte uns Lucas mit einem Fantasieuniversum, das die Vorstellungskraft der meisten Zuschauer sprengte. In dieser Welt aus Neuem, brauchte das Publikum dringend Vertrautes. Allein deswegen ist der Kunstgriff, die Heldenreise so klassisch in dem Filmen umzusetzen, ein genialer Schachzug.

Doch die spezielle Ausformung der Heldenreise in Lucas IV-VI leistet noch viel mehr, wie mir plötzlich bewusst wurde.

Die Weisheit der Macht, erkennen du musst

Luke Skywalker wird dank des Plotmusters als monomythischer Heros für den Zuschauer nicht nur zu einer Identifikationsfigur, seine Entwicklung ist vor allem eine spirituelle Entwicklung. Spirituellles kommt gut an, denn wir alle sehnen uns nach Erleuchtung, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit.

Das ist genau das, worum Luke in den drei Filmen kämpft. Im Laufe der Handlung wachsen zwar auch seine physischen und mentalen Fähigkeiten, er erringt jedoch vor allem Erleuchtung und persönliche Reife in der Zeit, die er mit Yoda verbringt, die dann in Episode VI auf die Probe gestellt werden.

Zunächst scheitert Luke zwar in Episode V daran, den Pfad zu wahrer Größe und Reife zu betreten. Etwas, womit sich wohl die meisten sehr gut identifizieren können. Vor allem scheitert er, weil er etwas zutiefst Menschliches und Erstrebenswertes tut – er verteidigt seine Freunde.

Der Sieg, den Luke schließlich am Ende von Episode VI erringt, ist ein Sieg auf allen Ebenen. Unbewusst spürt wohl jeder Zuschauer, dass es zweitrangig ist, dass Luke praktisch im Alleingang das Imperium in die Knie zwingt. Viel wichtiger ist der Sieg über sich selbst, der Widerstand gegen alle fiesen Versuchungen, die der Imperator für ihn bereithält. Luke widersteht der dunklen Seite – dem Hass, der Furcht – und kann so nicht nur sich selbst, seine Schwester und die Rebellion retten, sondern sogar durch seine Opferbereitschaft seinen längst an die dunkle Seite verloren geglaubten Vater.

Im Gegensatz zu dem, was Yoda praktisch einen ganzen Film lang mit zweifelhafter Grammatik behauptet, schafft Luke das Unmögliche – und das besteht nicht darin Palpatine in einen verflixt tiefen Schacht zu werfen (bzw. werfen zu lassen), sondern darin, die Liebe zu seiner Familie und seinen Freunden mit Weisheit und Besonnenheit zu verbinden, mit der Fähigkeit, seine Leidenschaften im Zaum zu halten, ohne sie aufzugeben. Ein entscheidender Sieg auf der Figurenebene, der die starke emotionale Bindung der Fans mit den Filmen hervorruft.

Die meisten Fans werden von den Prequels – eher unbewusst – Ähnliches erwartet haben. Bewusst ist die Vorfreude auf ein Special-Effect-Feuerwerk, tolle Actionszenen, spritzige Dialoge und große Raumschlachten. Doch das haben alle mit den Prequels bekommen, besser und größer als in den alten Filmen.

Trotzdem fühlen sich viele Altfans, die die erste Trilogie als Premieren im Kino erlebten, betrogen und finden, dass die Prequels nicht „ihr“ Star Wars sind.

Der entscheidende Unterschied der Generationen

Schuld daran kann nur das Storytelling sein. Denn in den Prequels bekommen wir praktisch die gegenteilige Geschichte der alten Filme erzählt. Während wir in der ursprünglichen Trilogie den großen Sieg über alle Zweifel und Schwächen erleben, mit denen jeder Mensch tagtäglich kämpft, bekommen wir in den Prequels das fatale Scheitern an unseren Schwächen vorgeführt.

An und für sich ist die Figurenentwicklung von Anakin Skywalker wunderbar erzählt. Seine Verführung zur dunklen Seite der Macht ist bis ins kleinste Detail von Episode I an hervorragend in seiner Figur begründet. Ähnlich wie Luke in Episode IV-VI wird er von vollkommen menschlichen Leidenschaften beherrscht – nur dass Anakin am Ende eben nicht über seine dunkle Seite triumphiert, sondern ihr erliegt. Das ist natürlich eine wesentlich weniger wünschenswerter Ausgang der Ereignisse mit dem sich keiner von uns gerne identifizieren will (obwohl wir ahnen, dass dies weit näher an der Wirklichkeit ist).

Dies bewirkt, dass dem Zuschauer in Episode I-III eine starke positive Identifikationsfigur fehlt, wie sie Luke in der ursprünglichen Trilogie darstellt.

Einerseits identifizieren wir uns mit Anakin Skywalker wie mit Luke. Er hat die gleichen Anlagen wie Luke, verhält sich ähnlich, verhält sich als einziger Jedi weit und breit menschlich wie du und ich – doch bei Luke geht am Ende alles gut. Die Option, die Geschichte der Prequels wie die von Episode VI ausgehen zu lassen, hatte Lucas natürlich nicht, denn Anakin musste am Ende von Episode III Darth Vader werden.

Ähnlich wie damals bei „Das Imperium schlägt zurück“ entlässt Lucas den Zuschauer mit den Prequels in düstere Zeiten mit einem deprimierenden Ende und ohne die Hoffnung, dass trotz all unserer Schwächen am Ende alles gut wird. Eine wirklich gewagte Angelegenheit, die letzten Endes – zwar nicht kommerziell, aber doch emotional für einen großen Teil des Publikums – schief geht.

Was ist deiner Meinung nach der entscheidende Grund dafür, dass Episode I-III bei vielen Fans durchfallen?

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53 Antworten auf “Die schockierende Wahrheit über das Star Wars Storytelling”

  1. Den ersten der neuen Trilogie mochte ich ja durchaus. Trotz Jar Jar. Aber gefällt dir sogar der Dritte gut? Den fand ich wirklich kaum erträglich. Zusammengeschustert mit deutlich handwerklichen Mängeln beim Spannungsbogen etc.

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    1. Tatsächlich ist Episode mein Lieblingsfilm der Star Wars-Serie. Ich finde den Spannungsbogen hervorragend gelungen und vor allem die Figurenentwicklung von Anakin, seinen Weg zur dunklen Seite der Macht, wunderbar herausgearbeitet. Technisch und vom Timing her ist der Film allen anderen Teilen überlegen.

      Letztlich sind Geschmäcker jedoch verschieden.

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      1. Hm. So unterscheiden sich die Ansichten. Ich fand vor allem das Timing mißlungen. Und mich ärgert, dass er an einigen Stellen die Handlung der alten Folgen bricht. Zum Beispiel stirbt Padmé bei der Geburt. In einer der alten Folgen sagt Leya aber klar, dass sie ihre Mutter kennengelernt hat.

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        1. Ich wüsste nicht, was es am Timing auszusetzen gibt. Abgesehen vom Auftakt des Films ist er hauptsächlich ein Figurendrama, das Anakins Verführung zum Thema hat. Jede Szene baut logisch auf der anderen auf. Das finde ich ausgesprochen gelungen.

          Ob es sich um einen Fehler handelt, dass Leia in Episode VI meint, sie könne sich an ihre Mutter erinnern, ist umstritten. Ich denke auch, dass dies kein Fehler ist. Zum einen ist damit nicht gesagt, ob sie ihre leibliche Mutter oder ihre Adoptivmutter meint. Zum anderen besitzt Leia die Macht und das beinhaltet auch, dass sie nichts vergiss. Sie könnte sich also auch noch an ihre Geburt erinnern.

          Aber ob das nun ein Fehler ist oder nicht, spielt für mich für die Qualität eines Films kaum eine Rolle. Solche Details finde ich verschmerz- und verzeihbar, wenn der Rest stimmt. Immerhin geht es in Star Wars um Action und Drama. Beides liefern alle sechs Filme auf hohem Niveau.

          Super Diskussion. Vielen Dank für deine Beiträge.

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          1. Naja, mich hauen solche kleinen Unstimmigkeiten manchmal total aus dem Suspension of Disbelief raus.

            Ansonsten: Immer gerne. 🙂

            (Bzw. Leya gibt die Antwort auf Lukes Frage nach ihrer (gemeinsamen) Mutter, also nennt sie definitiv nicht die Adoptivmutter. Und sie erzählt, dass sie sehr schön war, aber auch sehr traurig. Klar, man könnte es sich mit der Macht hinbasteln, aber mir lag es quer im Magen.)

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            1. Der Macht vertrauen du musst. George Lucas sie leitet, um zu erklären alle Unstimmigkeiten. Sonst zur Dunklen Seite dein Pfad dich führt. 😉

              Im Ernst. Ich denke, sich an solchen Kleinigkeiten aufzuhängen, tut keinem Film gut. Mir jedenfalls fällt kein Beispiel ein, in dem es solche Unstimmigkeiten nicht gäbe. Bei Lucas werden sie nur angehäuft, weil die Filme nun einmal unterm Mikroskop von Millionen Fans liegen. So eine kritische Betrachtung überlebt kein Werk.

              Ich denke auch, man darf die Wurzeln von Star Wars nicht vergessen. Und diese sind eindeutig die Flash-Gordon- und vor allem Buck-Rogers-Serials aus den 1930ern. Unstimmigkeiten sind da ein Feature, kein Bug. Im Fokus stehen Exotik, Drama und Action. Und darum geht es auch bei Star Wars. Alles andere ist Nebensache.

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      2. felicea begeht den üblichen Fehler, Padme mit „Leias Mutter“ gleichzusetzen, die starb, als sie noch jung war. „Leias Mutter“ ist nämlich Senator Organas Frau, die zusammen mit ihrem Mann Anakins Tochter adoptiert hat. Kein Handlungsbruch, sondern eine simple, logische Erklärung. Man sieht die Szene, wie Leia von ihr aufgenommen wird, auch am Schluss von Episode III.

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      3. Sehe ich absolut nicht so. Die einzige weibliche Person, an die sie sich erinnern kann, ist ihre Adoptivmutter, die früh in ihrer Kindheit gestorben sein muss. Außerdem sagt sie zu Luke eindeutig: Kannst du dich an deine Mutter erinnern? Und sie fährt fort mit: Meine Mutter… Zudem ist Padmes Existenz keinem der beiden bekannt. Immer noch kein Fehler. Alles logisch und schlüssig von meiner Warte aus.

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        1. Luke fragt in Episode VI tatsächlich nach ihrer richtigen Mutter. Darauf antwortet Leia. Breha Organa, ihre Adoptivmutter, kam bei der Zerstörung von Adleraan um, also als Leia bereits erwachsen war, in Episode IV.

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      4. Wenn Du Recht hast – und ich sehe absolut keinen Grund, warum Du mich anlügen solltest – ist das ein Plothole. Denn sie wurde ja als Neugeborenes übergeben, und als dieses hat Leia ja gar keine Erinnerungen an ihre Mutter. Nicht mal den Schatten einer Ahnung, denn wir wissen ja, dass Babies nichts scharf sehen können, was mehr als einen halben Meter entfernt ist, bis sie sechs Monate alt sind.

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        1. Wie Felicea bereits andeutete, wird es ja mit der Macht erklärt. Ich finde die Begründung gar nicht so abwegig, obwohl natürlich klar ist, dass sie im Nachhinein dafür herhalten muss, um den Plot gerade zu biegen. Aber Star Wars hatte schon immer viele, viele Plotlöcher. Schlimm finde ich das nicht. Wie gesagt, ist in meinen Augen ein Feature, kein Bug, der an die 1930er-Space-Opera-Sequels anknüpft.

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      5. Ah, sorry, ich sehe jetzt erst, wo Dein Fehler liegt. Natürlich fragt Luke nach Leias richtiger Mutter, aber darin sehe ich keinen Widerspruch zum von mir gesagten, denn immerhin enthüllt Luke, dass sie Geschwister sind, erst am Schluss dieses Gesprächs.
        Selbst die Jedipedia stellt nur Vermutungen über den Zeitpunkt ihres Todes an.
        http://www.jedipedia.de/wiki/Breha_Organa
        So gesehen doch kein Plothole, solange nicht irgendjemand zementiert, dass Breha Organa doch mit der Vernichtung Alderaans gestorben ist.
        …Langsam benehme ich mich nerdig…

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  2. Hallo Marcus,

    mir geht es leider wie vielen Star Wars Veteranen: mit den Prequels kann ich nichts anfangen. Ich habe daher auch nur Episode I gesehen, was mich nicht zu einem qualifizierten Kritiker macht.
    Ich glaube aber, dass dein Argument mit der Erzählstruktur anfechtbar ist. Grundsätzlich stimme ich dir zu, dass Star Wars der Inbegriff der Heldenreise ist – und die zugehörigen Figuren wie Sidekick, Trickser, Mentor, etc. auch alle in Reinform mit dabei sind.
    Dein Kernargument steckt, wenn ich dich richtig verstanden habe, im letzten Absatz: „ Ähnlich wie damals bei “Das Imperium schlägt zurück” entlässt Lucas den Zuschauer mit den Prequels in düstere Zeiten mit einem deprimierenden Ende und ohne die Hoffnung, dass trotz all unserer Schwächen am Ende alles gut wird.“ Und das ist für mich der Knackpunkt.
    Der Zuschauer weiß ja, das alles gut wird – insbesondere „Star Wars Veteranen“, denn Episode VI bringt ja das erlösende Ende. (Wie gesagt: ich habe Episode III (noch) nicht gesehen und deswegen spekuliere ich hier nur darauf, dass du mit „deprimierendes Ende“, den Sieg der „Dunklen Seite der Macht“ über Anakin meinst. Aber in Episode VI triumphiert das Gute. Jedem ist also klar, dass der Triumph nur von kurzer Dauer ist.
    Ich kann mir mein Urteil nur auf Basis von Episode I bilden und muss das auf II und III „extrapolieren“. Wenn mir das gestattet sei, glaube ich, dass der Grund für das „Durchfallen“ der neuen Teile viel banaler ist. Du hast ihn genannt: Es ist das Design. Oder besser: die Tonalität. Die Erzählstruktur ist eine „negative Heldenreise“, sie spiegelt die von IV bis VI und das ist akzeptabel. Aber die Tonalität der „Neuen“ ist irgendwie „greller“, wirkt nicht so „handgemacht“ wie bei III bis VI, nicht so „schmutzig“. Dann kommt noch ein Übersättigungsfaktor hinzu. Jabba, Boba-Fet, Leia, die Trooper etc., haben mich damals umgehauen, vom Kostümdesign etc. her. Inzwischen sind viele SFX über die Leinwände geschossen und Jar Jar Binks wirkt dabei wie ein Muppet im Exil. Und gerade weil die Ezählstruktur eigentlich Star Wars ist (nur gespiegelt), das „Look and Feel“ aber nicht, schmerzen die „Neuen“ bei den „Veteranen“ umso mehr: Star Wars IV bis VI war deutlicher erwachsener in Bezug auf die Tonalität. Die Neuen sprechen „Star Wars“, aber in einem anderen Dialekt – und das macht sie zur Groteske.
    Übrigens finde ich Deinen historischen Bezug interessant. Ich habe es damals so erlebt, dass V und VI viel besser als IV angekommen sind – und selbst die Ewoks mochte ich.
    So, jetzt werde ich mir tatsächlich mal die für mich neuen Teile (II bis III) anschauen. Deine Kritik hat mich neugierig gemacht.

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    1. Hui, erst einmal vielen Dank für diese ausführliche Stellungnahme. Es freut mich sehr, das Interesse an den beiden Prequels doch noch bei dir geweckt zu haben. Versuche sie vorurteilsfrei anzusehen. Ich finde, es lohnt sich.

      Zum Inhalt: Natürlich hast du recht, dass über die gesamte Serie betrachtet die Wendung zum Guten gegeben ist. Aber diese Verbindung stellen meiner Erfahrung nach viele Kritiker nicht her.

      Du hast auch damit recht, dass die „Tonalität“ von Episode I-III anders ist. Das kann man gut oder schlecht finden. Fakt ist, dass George Lucas im neuen Jahrtausend keine 80er-Jahre-Filme mehr drehen konnte. Ich habe mir vor Kurzem alle sechs Filme noch einmal mehr oder weniger hintereinnander angesehen. Und Episode IV-VI sind einfach alt, da kann man sagen, was man will. Den Schritt, ein neues Design zu wählen, das bewusst greller und aufdringlicher ist, finde ich konsequent. Erstens entspricht das Design wesentlich stärker der Atmosphäre der 1940er Prequels. Somit glaube ich, dass Lucas mit der neuen Effekttechnologie endlich auch seine ursprüngliche Idee von Star Wars umsetzen konnte. In diesem Sinne sind meiner Meinung nach Episode I-III auch von der Atmosphäre her viel eher Star Wars als Episode IV-VI.

      Ich kenne Jugendliche, die mit Episode I-III groß geworden sind. Die sehen das alles genau umgekehrt. Insofern hat Lucas meiner Meinung nach sein Ziel erreicht, vor allem, wenn man den wesentlich größeren finanziellen Erfolg der Prequels bedenkt. Dass die Nostalgiker damit nicht zufrieden sein können, verstehe ich. Aber was genau hätte Lucas tun sollen? 80er-Jahre-Technologie verwenden und damit hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

      Was den Muppet-Faktor angeht. Das Argument kommt ja auch immer wieder. Dazu kann ich nur sagen: Der ist gewollt. Hanson und Lucas kannten sich und haben gern zusammengearbeitet. Yoda war eine Handpuppe, die Ewoks sind so sehr Muppetshow, wie sonst nix. Ich persönlich habe keine Probleme damit, da ich die Muppetshow mag. Gehört zu meinen schönsten TV-Kindheitserlebnissen. Von daher kann ich auch mit Jar Jar gut leben 🙂

      Deine Argumente sind triftig und durchdacht. Aber ich denke nach wie vor, dass die tiefere Ursache für die Unzufriedenheit in der Erzählstrukutr verborgen liegt. Ich wette, dass Lucas es hätte hinkriegen können, junges und altes Publikum mit dem neuen Design zu versöhnen, wenn er konsequent bei der Heldenreise geblieben wäre und mehr Wert auf die Kontinuität gelegt hätte. Das wäre natürlich ein viel mühsameres Storytelling geworden und hätte seiner Intention nicht entsprochen.

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  3. Ich habe von den Prequels nur den ersten gesehen und fand ihn „na ja“. Das Pod Race stand mir viel zu sehr im Mittelpunkt, und als Identifikationsfigur konnte ich mit Klein-Anakin überhaupt nichts anfangen. Für mich war er nur ein neunmal-altkluges, besserwisserisches und entsetzlich hochnäsiges Nervkind. *schulterzuck* Dath Maul war mir als Bösewicht viel zu blass. Er war der Böse. ja, und was noch? Da hätte man wirklich mehr draus machen können.

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    1. Hallo, Tina. Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich vermute mal ganz stark, dass Anakin in Episode I auch nicht für dich als Identifikationsfigur gedacht war 🙂 Der Film peilt eindeutig ein Publikum in Anakins Alter an. Und wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umgucke, hat er seine Zielgruppe erreicht. Daraus erklärt sich auch, dass Darth Maul nicht sehr viel mehr sein musste als eine gruselige Maske.

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  4. Hallo Marcus,

    erstmal danke für den interessanten Artikel, aus dieser Sicht habe ich die Filme bisher tatsächlich nicht betrachtet.

    Ich finde, dass man den Vergleich, den du anführst, erweitern könnte: es geht nicht nur um die Entwicklung einer einzelnen Figur, sondern um die gesamte Galaxis. Meiner Meinung nach darf man annehmen, dass die meisten Star Wars Zuschauer sich vor allem mit den Jedi-Rittern identifizieren. Nun sieht man aber am Ende von „Die Rache der Sith“ wie der liebgewonnene Orden der Jedi quasi innerhalb weniger Augenblicke ausgelöscht wird. Dies war zwar für die Handlung unabdinglich, hat mir zumindest emotional durchgewühlt.

    Ich persönlich finde die Prequels sehr gut gelungen und stelle sie den ursprünglichen Teilen gleich. Allerdings kann ich verstehen, warum andere das nicht tuen wollen. Der Storyplot von Episode 4-6 ist in sich abgeschlossen, die Teile knüpfen direkt aneinander an. Dies ist bei den Episoden 1-3 anders: Lucas hat sich hier viele Freiheiten genommen. Zwar ist der Leitfaden stehts die Entwicklung des Anakin Skywalker’s, dennoch werden immer mal wieder Geschehnisse wie das Schiff-Rennen in Tatooine dargestellt. Sie sind zwar optische Highlights, allerdings für die Handlung nicht konsequent. Außerdem bilden die Prequels einen immens größeren Zeitraum ab. Man könnte allein zwischen Teil 1 und Teil 2 inhaltlich mehrere neue Filme ansiedeln, und zwischen Teil 2 und Teil 3 spielen sich die Klonkriege ab, die bestimmt viel weiteren Handlungsstoff bieten könnten.

    Dies ist für mich unbefriedigend. Wie oben erwähnt liebe ich alle Star Wars Filme, allerdings möchte ich Fragen beantwortet haben. Zum Beispiel würde ich sehr gerne mehr über Count Dooku oder Mace Windu erfahren. Wie kam es dazu, dass Dooku zur dunklen Seite wechselte? Die Prequels stellen viele neue Charaktere in den Vordergrund, ohne diese auszuleuchten. Dies war bei den ursprünglichen Filmen nicht so stark gegeben.

    Nun gut, nach all dem Denken werde ich mir wohl ein paar Star Wars Filme ansehen müssen.

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    1. Hey, GWS!

      Vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar, der voller neuer Gedanken steckt. Schön, dass sich auch mal ein weiterer Fan der Prequels outet 🙂

      Was deine Idee der Identifikation mit den Jedi-Rittern angeht. Ja, so ähnlich würde ich das auch sehen, obwohl mir der Gedanke vorher so gar nicht gekommen ist. Allerdings würde ich statt von Identifikation lieber von Sympathie sprechen, denn es ist schwer, sich mit einer recht anonymen Gruppe identifizieren zu können.

      Auch mich hat beim ersten Gucken im Kino der Mord an den Jedi aufgewühlt. Das ist natürlich nichts, was man gerne sehen will. Aber eben drum sind die Prequels so interessant. Sie bieten ein viel größeres Spektrum an Emotionen und Inhalten als die ursprüngliche Trilogie. Wobei ich auch nicht in den Verdacht geraten will, dass ich was gegen Episode IV-VI habe. Im Gegenteil. Aufgrund der erwachseneren Themen und der interessanteren Figurenentwicklung mag ich die Prequels nur ein kleines bisschen mehr.

      Auf der emotionalen Ebene gebe ich dir recht. Da ist die Handlung aufgrund ihres tragischen Verlaufs unbefriedigend. Intellektuell jedoch stellt sie eigentlich die spannendere Variante dar. Ich fühle mich jedenfalls von dir verstanden 🙂

      Was die Fragen angeht, die Lucas mit Episode I-III offen lässt: Da stimme ich dir uneingeschränkt zu. Mich hat schon bei Episode III die erste Viertel Stunde verwirrt, wer oder was denn General Grievous ist. Nachdem ich mal in ein paar Episoden Clone Wars reingeguckt habe, hat sich die Verwirrung ein bisschen gelegt. Günstig find ich das auch nicht, kommerziell allerdings verständlich. Ich vermute, viele Fragen werden mit Clone Wars beantwortet. Ich bin nur leider noch nicht dazu gekommen, die Serie mal flächendeckend zu sehen. So viel Zeit habe ich nun auch wieder nicht.

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  5. Du hast Recht. Schlicht und einfach Recht. Das Paragraphenreiten und die Einzelkritik vieler Altfans kann die Existenz der Prequels weder zunichte machen, noch weniger wertvoll. Plotholes haben beide Trilogien zur Genüge, nervige wie heldenhafte Figuren ebenso, so what?
    Ohne die Prequels wären uns einige der coolsten Lichtschwertfights entgangen, die es je gegeben hat; außerdem sehen wir ab Episode eins Jedis, wie sie sein sollten. Nichts ist cooler als ein Jedi, der weiß, was er tut, weil er es sein Leben lang gelernt hat.
    Wenn ich was am Prequel hervorheben möchte, das mir nicht gefallen hat, dann sind das zwei Dinge: Anakin kommt recht merkwürdig auf die Dunkle Seite. Ich meine, die paar Narben in Palpatines Gesicht können es ja nun nicht gewesen sein. (Allerdings finde ich sehr interessant, wie Mace Windu sich weigert, den rechtstreuen Weg zu gehen und Palpie gleich zu töten. Das erklärt auch, wie das Imperium funktionieren kann: Recht, Ordnung, Terror von oben. ^^b)
    Das zweite ist das Tötungsprogramm der Clone Trooper. Nicht zu Unrecht wurden diese Szenen oft mit „Der Pate“ verglichen. Und sie lassen sich noch weniger erklären. Anstatt Assassinentum hoch fünf zu betreiben, wäre eine Verhaftungswelle und Schauprozesse wesentlich besser gewesen. Zudem effektiver. Ansonsten fand ich die Prequels richtig gut. Die allgegenwärtige Kritik aber vermiest es mir enorm, obwohl ich Teil eins zweimal im Kino gesehen habe.
    Aber Dein Hinweis auf die Puritaner, die schon bei „Das Imperium schlägt zurück“ gemosert haben, hat mein Bild des Universum wieder zurecht gerückt. Dafür möchte ich Dir danken. ^^V

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      1. Ja, ich hätte mir in Episode eins nur eine bessere Raumschlacht gewünscht. Die war doch arg zu wenig für meinen Geschmack, während ich an der Schlachtführung – okay, gleich werde ich gesteinigt – einen großen Spaß hatte. Von allen drei Komponenten der Schlussschlacht Teil eins war der Space Dogfight der schwächste. Aber was für ein Lichtschwertkampf. WAS für ein Lichtschwertkampf… ^^V

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  6. Hallo Marus,
    Vielen Dank für deine interessanten Beiträge und insgesamt für diesen gelungenen Blog!
    Da ich zum einen diesen Artikel sowie deinen Artikel über die „5 Fragen und Antworten zur Prämisse“ sehr gut finde, würde ich gerne mal zwei Prämissen für die beiden Teile (1-3 und 4-6) , da es sich um zwei verschiedene Plotstrukturen handelt (wirklich sehr einleuchtend!)aufstellen und zur Diskussion stellen:
    Ich richte mich nach deinem Muster: Hauptfigur + Konflikt = Lösung
    1.Teil (1-3): Anakin Skywalker + Wunsch das Padme niemals stirbt = Dunkle Seite der Macht
    2.Teil (4-6): Luke Skywalker + Suche nach Freiheit (???) = Zerstörung des Imperiums

    Viele Grüße
    André

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    1. Hey, André, freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt.

      Drei Filme über einen Kamm zu scheren ist ziemlich heikel. Ich würde lieber die jeweiligen Filme betrachten. Jeder für sich hat einen Spannungsbogen und eine Prämisse für die jeweilige Hauptfigur.

      Episode I: Anakin hat den Mut, seine Heimat und seine Mutter zu verlassen, um mit den Jedi zu gehen und letztlich den entscheidenden Treffer zu landen, die Blockade der Handelsföderation zu beenden. Mut + Veränderung = Sieg über das Böse

      Episode 2: Anakin stellt seine Liebe zu Padme über seine Verantwortung, verletzt die Regeln der Jedi und kann am Ende seine große Liebe heiraten: Liebe + Regelverstoß = Erfüllung

      Episode 3: Anakins größte Angst, Padme zu verlieren, führt dazu, dass er im entscheidenden Moment die falsche Entscheidung triff und zu Darth Vader wird und damit die ganze Glaxis dem Imperium ausliefert. Angst + mangelndes Urteilsvermögen = Untergang.

      Episode 4: Luke sehnt sich nach Abenteuern, muss viele Prüfungen bestehen, an deren Ende er Vertrauen in die Macht gewinnt, so dass er den entscheidenden Sieg für die Rebellion erringen kann. Abenteuerlust + Ringen um Vertrauen = Sieg über das Böse.

      Episode 5: Luke vertraut nun der Macht und kann nach seinem Jedi-Training (wenigstens teilweise), seine Freunde aus den Fängen des Imperiums befreien. Vertrauen + Training = Erhalt der Freundschaft.

      Episode 6: Lukes Glaube in die Macht ist inzwischen unerschütterlich, so dass er die Prüfungen des Imperators besteht, über seine dunkle Seite siegt und Anakin vom Bösen erlösen kann. Wahrer Glaube + Kampf mit der dunklen Seite = Erlösung.

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  7. Hi, als Alt Star Wars Fan muß ich auch meine Meinung kund tun.

    Ich habe Star Wars „A new Hope“ nicht im Kino gesehen, Mein erster Star Wars Film war 1980 Das Imperium schlägt zurüch. Ich war 10 Jahre alt und völlig fasziniert. Was kannte man schon vorher an SciFi. Ich bin mit Captain Future und Raumpatrouille Orion aufgewachsen, ach ja Mondbasis Alpha 1 und etwas später Battlestar Galactica.
    Das was George da auf die Leinwand gezaubert hat (mit wenig Budget) war NEU und aufregend. Ich war ein Kind und hier wurde mir ein modernes Märchen erzählt. Nur hatte hier das erste mal, das Böse gewonnen (zumindet bis zum Teil 6). Ich fieberte mit den Helden und war wütend und traurig, dass das Böse über das Gute obsiegt hatte. Aber! Der Film hat mich für immer in seinen Bann gezogen und ist für mich der beste Teil.

    Ich habe die Prequels natürlich im Kino gesehen, da Sie zum Star Wars Universum gehören. Obwohl ich mir lieber eine Fortsetzung gewünscht habe, zum Beispiel die Verfilmung der X-Wing Buchreihe, die wesentlich besser gepaßt hätte.
    Die Prequels sind nicht mehr so liebevoll produziert worden. Man hat zumindest beim 1 Teil das Gefühl, das George es nur halherzig angegangen ist, da er ja nie mit der alten Triologie zufrieden war und lieber diese neu auflegen wollte. (Zumindest habe ich das mal gehört)
    Der 1 Teil ist für mich der schwächste der Prequells und ich meine hier nicht die Storrylücken. Er wirkt auf mich nicht so ehrlich, eher so als wenn George sagt: Sorry Leute, war ein Versuch.
    Außerdem ist die beste Figur viel zu früh aus dem Film genommen worden, Qui-Gon Jinn.

    Deine Prämisse zu dem ersten Teil, sehe ich auch so, obwohl ich es für absolut unlogisch halte, die Mutter eines 9 jährigen Jungen zurück zulassen, aber es muss ja ins Storryboard passen.

    Der 2 Teil hatte zwar seine Rosamunde Pilcher Momente, war meiner Meinung aber ehrlich und die Schauspieler haben ihre Sache richtig gut gemacht. Ich mag Hayden Christensen, obwohl mich seine Rolle manchmal nervt. Er war jetzt 10 Jahre als Padawan an Obi Wans Seite und hatte immer noch eine Art, wo man sich manchmal wünschte, das Obi Wan ihn übers Knie legt.
    Die Bodenkämpfe waren richtig gut, dabei konnte man es auch locker verkraften, dass es keine Raumschiffkämpfe gab.

    Ich persönlich mag den dritten Teil am liebsten. Er ist Düster und lebt von dem Zweifel, der in Anakin keimt. Der ständige Kampf den er innerlich ausfechtet läßt ihn so menschlich wirken, dass man vergißt, dass er der Auserwählte und der stärkste Jedi ist. Klar gibt es wieder Lücken und Tücken.
    Das Star Wars Universum ist derart vielfälltig, dass man die Bücher nicht vergessen darf, die in all den Jahren erschienen sind. Auch hier gibt es Gute (sogar besser als das Original, Sorry George) aber auch schlechte und unterirdische.
    Abschließend muss ich sagen, dass die Prequels dazugehören. Die Filme sind in einer anderen Zeit entsanden (nicht die Storry), das macht es für manchen Altfan schwierig, diese mit FX überladenen und manchmal zu grell wirkenden Filme zu akzeptieren. Ich sehe das nicht so, da ich mich über jeden vernünftigen (guten) SciFi Film freue. Für sich allein genommen sind die Prequels top. Im Star Wars Universum stehen sie für mich hinter der ersten Triologie.

    Lieben Gruß

    Carsten

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    1. Hey, Carsten, interessant, wie differentieert du die Sache siehst. Sehr erfreulich.

      Ich denke nicht, das George Lucas unbedingt so unzufrieden mit Episode IV-VI ist. Sie stellten nur, wenn ich das richtige Verstanden habe, Kompromisse für ihn dar. Beispielsweise habe ich neulich in einem Video gesehen, dass er nie vorhatte, den Todesstern in Episode VI auftauchen zu lassen. Es war nur so, dass er wohl damals noch dachte, er würden nur einen Film machen können und wählte dann sozusagen die Highlights. Ich vermute mal, das erklärt manche Plotholes.

      Hinzu kommt halt, dass die Tricktechnik nicht so weit war wie seine Idee vom Star-Wars-Universum. Jedi-Kräfte, fremde Planeten, Aliens, abgefahrene Technologie konnte er in den 1970ern und 1980ern halt noch nicht so gut darstellen, wie es heute mit CGI der Fall ist. Deswegegen entschied er sich für ein „Low-Tech“-Setting und den gebrauchten Look.

      Ich denke, das erklärt, wieso er lieber Prequels als Sequels machen wollte, damit er endlich seine eigentliche Vorstellung vom Star-Wars-Universum auf die Leinwand bringen konnte.

      Wenn man sich das Design der neuen Filme ansieht und mit der Buck-Rogers-Serie aus den 1930ern vergleicht, fallen einem viele Parallelen auf. Der Anspruch von Star Wars ist halt, ein Buch Rogers für die Gegenwart zu schaffen. Und das ist Lucas mit den Prequels in meinen Augen viel besser gelungen als mit Episode IV-VI, die doch irgendwie 1980er-Jahre-Filme sind.

      Das ist einer der Gründe, wieso ich die Prequels mehr mag.

      Hinzu kommt wohl ein umgekehrter Effekt, der bei den meisten anderen Fans in meiner Generation wirkt: Ich dürfte zwar ungefähr in deinem Alter sein, habe aber Episode IV-VI nie im Kino gesehen (erst in den überarbeiteten und erweiterten Fassungen in den 1990ern), da ich sie als Kind nicht sehen durfte. Deswegen sind Episode I-III irgendwie „meine“ Star-Wars-Filme, da ich sie im gewissen Sinne halt begleitet habe und mich noch gut an die Vorfreude und den Spaß erinnern kann, wenn sie in den Kinos anliefen.

      Ja, Episode V ist bei mir auch weit vorn. Ich denke auch, dass Episode I der schwächste von allen sechs Filmen ist. Meine persönliche Rangliste (vom besten zum schlechtesten):

      Episode III
      Epiosde II
      Epiosde V
      Episode VI
      Episode IV
      Episode I

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      1. Bei mir 3-6-2-5-1-4. aber alle Filme haben ihr für und wider ..mich nervt dieses prequel gebashe enorm von manchen Oldschool Star Wars Hools …
        Nostalgisch betrachtet sind natürlich die alten Filme vorne eben weil es die ersten sind. Aber so sehr viel tiefgründiger finde ich die Storys dann auch nicht. Fürs Auge , für die Ohren usw. Sind definitiv die neuen Filme besser geeignet wenn man mal seine nostalgische Brille absetzt.

        Aber alles in einem ist es eine komplette Geschichte die da erzählt wird. Und die gilt es zu respektieren und nicht dauernd runter zu machen mit stellenweise arg schwachen Argumenten. Bin mal gespannt was jene nach ep. 7 sagen werden.

        Mfg

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  8. Nichts für ungut, aber mich würde ja schon interessieren, an was genau Du Dich in Sachen „Aufschrei des Fandoms“ zu Empire strikes back als Achtjähriger genau erinnern kannst? 😉

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    1. Damals hab ich das tatsächlich noch nicht sooo bewusst verfolgt, aber ich kann mich gut an Leute in der Verwandtchaft erinnern, die dich über Yoda ähnlich lustig gemacht haben, wie andere in jüngerer Zeit über Jar-Jar Bings. Und das Ende fanden viele auch doof. Davon haben mir Star-Wars-Fans im Nachhinein erzählt.

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      1. Puh, ich dachte schon 😉 Das als Achtjähriger verfolgt zu haben wäre respektabel gewesen.

        Lustig gemacht sich die Verwanschaft hat. Sooosooo. Aber es stimmt schon. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, wie eine Figur wie Yoda damals gewirkt haben muss.
        Woran ich mich als ersten starwarsigen Moment tatsächlich noch bewusst erinnern kann war in EpVI wie beeindruckt ich von den Ewoks war und von Lukes Hüpfer auf der Planke. Immer wieder eine Gänsehautszene.

        Übrigens war einer der ersten Kommentare zu „Der Hobbit“ den ich hörte auch: „Das Gefühl als ich aus dem Kino kam erinnerte stark an das nach Episode I“.

        Die Geschichte scheint sich da wohl regelmäßig zu wiederholen 🙂

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        1. Tatsächlich hing ich mit damals jedes Mal am Fernseher, wenn ein Das-Imperium-schlägt-zurück-Trailer lief und lag meinen Eltern in den Ohren, dass ich alles dafür tun würde, wenn ich den Film sehen dürfte – was natürlich nicht drin war. Dafür habe ich mich hingesetzt und unzählige Star-Wars-Bilder gemalt, die die Geschichte des Streifen erzählten, wie ich sie mir vorstellte. Im gewissen Sinne habe ich damit meinen eigenen Star-Wars-Film gemacht. Wahrscheinlich ist das mit einer der Fakoren gewesen, die dafür gesorgt haben, dass ich heute schreibe. Insofern haben meine Eltern mir da einen großen Dienst erwiesen, obwohl ich das damals natürlich ganz anders gesehen habe.

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  9. Ha! Das is ja witzig. Genau das habe ich auch gemacht. Wenn ich mich sp zurück erinnere muss ich unzählige Start Wars und v.a. E.T. Bilder gemalt haben

    Ich hatte damals das Glück, dass ein Nachbar Ep IV und V auf Video hatte und ich die beiden immer und immer wieder schauen konnte und mir quasi eigene Storyboards für die Fortsetzung malte (ohne zu wissen was ein Storyboard war *g*).

    Ich hätte Mr Lucas damals mal ein paar Vorschläge für RotJ schicken sollen 😀

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  10. Hallo Marcus ,
    Ich bin jetzt 17 Jahre alt und bin mit den Episoden I-III groß geworden.
    Der erste Film den ich gesehen habe war Episode IV und ich muss sagen ich war im Alter von 5 von diesem Film so begeistert . Danach folgen dann Episode V-VI und dann erst die Prequel-Trilogie. Ich glaube der Unterschied warum den meisten Alt-Fans die Original-Trilogie besser gefällt ist einfach das Alter. Für mich und die meisten meiner Freunde ist die Prequel-Trilogie
    klar besser, ich glaube das liegt wirklich daran, dass das die Filme waren mit denen meine Generation groß geworde ist. Die neue Trilogie ist einfach epischer und bietet deutlich mehr Action was in einer digitalisierten Generation wie sie heute existiert einfach besser ankommt.
    Gruß Jesco

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  11. Hallo Marcus,
    Erstmal danke für diesen sehr interessanten Blog .
    Ich bin jetzt 17 und würde gerne mal meine Ansicht erläutern da ich mit der Prequel-trilogie groß geworden bin und ich und die meisten meiner Freunde diese auch besser finden. Ich glaube dies liegt einfach am Alter der Fans, meiner Ansicht nach muss man die Star Wars Fans in zwei Generationen einteilen, Episode I-III und Episode IV-VI. Die neue Trilogie kommt bei meiner Generation meiner Meinung nach besser an weil sie einfach moderne ist , mehr Action beinhaltet und einfach deutlich epischer ist als die alte Trilogie (trotzdem liebe ich auch die alte Trilogie)
    In einer Generation die so digitalisiert ist und in der Videospiele eine so große Rolle spielt kommt ein Film der Action bietet wie Episode II oder -III
    einfach besser an. Die alten Filme sprechen einfach die alte Generation an weil ja auch diese wie mein Vater quasi sehr rebelisch war und selber gegen das ,,Imperium“ für Freiheit und Unabhängigkeit gekämpft hat, das ist es dann schwer zu verstehe. Wie man aufeinmal ein Imperium aufbauen kann .
    Deshlab glaube ich ist eine Einteilung der Star Wars Fans in zwei Generation Sinnvoll.
    Gruß Jesco

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  12. Ich mag die Episoden I-III aus anderen Gründen nicht. Die Filme zerstören jede mögliche Spannung (die das Format „Heldenreise“ noch offen lässt), wenn man sie in der Reihenfolge I->VI guckt.

    Wer paar Star Wars-Romane gelesen hat, wusste vor Episode I schon, dass der Imperator Palpatine heißt. Also war sofort klar was los ist als in Episode I der Senator von Naboo auftritt. Ok, wer liest die Bücher? Aber auf der anderen Seite wurde ich von Kennern auf die Bücher hingewiesen, dass da Anakins Wandel in Episode III klarer werde. Den fand ich zu plötzlich. Palpatine fordert ihn auf zu wechseln, Anakin zögert, weiß dass es falsch ist und bringt die kleinen Jedis um. Hä?

    Spanneder hätte ich es gefunden, wenn bis zuletzt unklar gewesen wäre, wer der Sith-Lord ist und es mehrere „Kandidaten“ gegeben hätte.

    Ich hatte aber auch das Gefühl George Lucas hält die Zuschauer in Teil III für doof, weil alles so dargestellt wurde, damit es auch jeder versteht. Warum verwandelt sich Palpatine im Kampf mit Mace Windu? Damit er so aussieht wie wie in Teil VI und es auch ja jeder merkt, dass das der Imperator ist? Und der Todesstern wird auch noch angefangen zu bauen, damit es auch jeder kapiert.

    In Episode III wird leider auch gleich gezeigt, das Luke und Leia Zwillinge sind, ihre Namen werden schon genanntund damit ist auch klar und Vader Vater ist. Damit ist die „Luke, ich bin Dein Vater“-Überraschung in Teil V keine mehr, es ist unspannend, warum das sein kann. Ebenso ist die Andeutung in Teil VI, dass es noch jemanden mit Jedi-Kräften gibt, schon verraten, ebenso, ob nun Luke oder Han mit der Prinzessin zusammenkommen. Das ist in Folge IV ja noch offen.

    Vielleicht sollte man als „Neuling“, der die Filme nicht kennt, diese in der „Machete Order“ gucken, damit es noch etwas spannend bleibt, also IV, V, dann II und III und zum Schluss VI. Episode I kann man laut der Empfehlung weglassen, weil sie nicht zur Handlung beiträgt. Außerdem ist dann nicht so viel Jar-Jar. 😉

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  13. Unlogisch ist auch, das Anakin davon ausgeht das Padme bei der Geburt ihrer Kinder stirbt obwohl die Story in einer Zeit spielt, in der Geburten kein Risiko darstellen. Nur aus diesem Grund wird er böse, nämlich um Padme mithilfe der dunklen Seite zu retten.

    Ich bin ebenfalls ein Fan der Star Wars Reihe, jedoch stört mich dieser Filmfehler ganz besonders.

    Ich finde deine Erklärung schlüssig.

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  14. Also ich finde diesen Beitrag eigentlich sehr gut. Gut formuliert, und was die Indedifikationsfigur angeht stimme ich zu. Nur muss ich trotztdem sagen dass der Beitrag mich jetzt nicht von einer Qualitaet der Filme ueberzeugt hat, die ich scheinbar bisher nicht gesehen habe. Was mich an diesem Film stoert, oder an Filmen im allgemeinen wenn sie mich nicht ueberzeugen koennen, ist follgendes: Darstellung und Dialoge. Ich finde immer beim Film muessen diese sachen ein stueck mehr realismus aufweisen wie zum beispiel im theater. da kann ich mich auch in gewollt ueberzogenen dialogen verlieren, aber in filmen, vorallem wenn so ernsthafte stories erzaehlt werden wie die prequels es versuchen, erwarte ich mehr substanz, mehr glaubhaftigkeit. Zum Beispiel habe ich das Muster der PT, welches du angesprochen hast, genau so erwartet. Ich wollt den Fall der Republik, den Aufstieg Darth Vaders. ich wollte das Episode 3 traurig endet und eine zerstoerte Welt zurueck laesst, weil GENAU damit hab ich auch gerechnet. Immerhin stellt das Episode 4 stehts klar, das die Klonenkriege nicht so rosig waren. Nur so wie die Geschichte im Film erzaehlt und dargestellt wurde, konnte sie mich nicht ueberzeugen. Anakin wurde uns in 4 als General beschrieben und als Held der sich dann eben zur dunklen Seite wandelt. Also der tragische Fall einer Heldenhaften Figur. Das wird uns in der PT aber nicht gezeigt. Anakin ist zu keinem Zeitpunkt heldenhaft. Zwar wird oft von seinen helden Taten gesprochen, wirklich representiert wird es jedoch nicht. Stattdessen handelt er unvernuenftig, ueberzogen, stets unkontrolliert. Nichts was zum grossen General der er sein soll, passt. Bei einem Film erwarte ich mehr Show als Tell, alles nur erzaehlt bekommen bringt mir nix, wen die Taten und Aussagen nicht miteinander zusammen passen. Daher war es fuer mich nie ein tragischer Fall, sondern immer nur der kleine, staendig motzende Junge der nie erwachsen wird und schlieslich genau das tut was eh jeder erwartet. Und nein, es wurde nicht nur erwartet weil wir wissen das Anakin Darth Vader ist, sondern einfach weil sich der Charakter Auch nur so presentiert, das die dunkle Seite das einzig sinnvolle fuer ihn zu sein scheint. Somit konnte mich der wichtigste Teil der Trilogie, Anakins Geschichte, nie einfangen weswegen ich mich bei Episode 1 und 2 an vielen Stellen langweile, gerade 2 gehoert wohl zu den langweiligsten Filmen die ich je gesehen habe. Aehnliches gilt fuer die Liebesgeschichte, der zweitwichtigste Aspekt der Saga. Immerhin geht es hier um Luke und Leias Mutter, um ihre Beziehung zu Anakin und auch hier den tragischen Aspekt dahinter. Eine wichtige Wegbereitung fuer die OT, bei der man in meinen Augen genau so versagt hat. Nicht zu einem Zeitpunkt glaube ich wirklich das Padme und Anakin sich lieben, oder gar lieben koennen. In Episode 2 verhaelt sich Anakin ihr gegenueber nur grueselig. Seine Blicke sind creepy, seine Aussagen seltsam seine Reaktionen auf ihr verhalten wie die eines anhaenglichen kleinen Jungen. Er zeigt nicht eine eigenschaft die auf eine starke Frau wie Amidala, die eine gestandene Senatorin und ehemalige Koenigin ist, welche sich selbst verteidigen kann, verfuehrerisch wirken sollte. Stattdessen sollte dieses verhalten eine Alarmbereitschaft aufrufen. Auch zeigt sie im gesamten Film nicht einmal das sie ernsthaftes Interesse an ihm hat, bis sie ihn ploetzlich in der Arena kuesst. In Episode 3 haben sie dann nur noch herzschmerz Dialoge, die zwar von Liebe zeugen sollen, aber durch die fehlende Chemie der Darsteller so wie die schlechte Vorbereitung in Episode 2 einfach nicht ueberzeugen koennen. Dadurch fuehle ich zu keinem Zeitpunkt die Liebe zwischen den beiden. Damit versagt die Geschichte bereits an zwei Entscheidenden Plotpunkten, allein durch schlechte Darstellung und Dialoge. Auch am drittwichtigsten Plotpunkt, der freundschaft zwischen Anaki und Obi Wan, ist es die Darstellung die es nicht schafft mich einzufangen. Zwar wird immer wieder davon gesprochen wie enge Freunde sie doch sind, jedoch sind man in Episode 1 gar nichts davon weil sie kaum interargieren, in 2 streiten sie sich eigentlich nur und auch in Episode 3 gibt es nur wenige Szenen die wirklich von Freundschaft zeugen, und dann auch meist nur von Obi Wans Seite aus, Anakin scheint staendig nur im Konflikt mit seinem Meister zu sein. Nur Ewans McGregors geniales Schauspiel am Ende von Episode 3, kann einen fuer diesen Moment davon ueberzeugen und auch in dieser Szene mit fuehlen lassen. Und was die indendifikationsfigur angeht; Das ist kein unvermeitlicher Fehler der Geschichte, sondern ein Fehler des erzaehlerischen Stils den George Lucas als Regisseur wohl bewusst gewaehlt hat. Man haette ganz einfach, mit einer verschiebung des Fokuses, Obi Wan zu dieser Indendifikationsfigur machen koennen, da er allgemein anerkannt auch die sympathischste Figur der PT ist. Tatsaechlich war dies ja auch zuerst der Plan, bei seinen Ueberlegungen ueber die PT sprach George stehts von „Kenobis Geschichte“. Schlussendlich entschied man sich aber nicht diesen weg zu gehen, und stattdessen stets zwischen den hauptcharakteren hin und her zu wechseln, statt sich tatsaechlich fuer einen bewussten erzaehlcharakter/Fokuscharakter zu entscheiden. Und nur daher ist es nicht moeglich sich zu indendifizieren, weil einem keinerlei Indendifikationsebene geboten wird, obwohl sie theoretisch vorhanden waere. Also eine stilistische Fehlentscheidung, in meinen Augen. Zwar sehe ich die PT als engen Teil der Star Wars saga, und finde das sie vorallem visuell viel positives zur Welt der Filme beisteuert, aber die Geschichten sind fuer mich persoenlich schlecht aufgrund des Versagens in den drei wichtigsten Plotpunkten, weshalb es fuer mich auch schlechtere Filme sind.

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    1. Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Niemandem müssen ja die Prequels gefallen. Ich kann allerdings so ziemlich alle Punkte nicht nachvollziehen.

      Zum Beispiel die mangelnde Darstellung von Anakins Heldentaten, kann ich überhaupt nicht feststellen. Es beginnt in Episode 1:

      – Gewinnen des Podracer-Rennens, obwohl er sabotiert wurde und es nicht danach aussah, als habe er überhaupt eine Chance, noch dran teilzunehmen.
      – Sprengen des Schlachtschiffs der Handelsflotte und damit Entscheidung der Schlacht um Naboo. Der Kanzler selbst hält ja diese Heldentat noch fest.

      Episode 2:

      – Verhindern eines Attentats auf Senatorin Padme Amidala
      – Befreiung der Senatorin aus der Arena

      Episode 3:

      – Retten des Kanzlers aus den Klauen Count Dookus

      Der erzählerische Schwerpunkt liegt woanders, da gebe ich dir recht. Er liegt auf der charakterlichen Entwicklung Anakin und seiner Verführung zu dunklen Seite. Das finde ich allerdings auch in Ordnung. Immerhin erzählt die Prequel-Trilogie die Entstehung von Darth Vader, nicht die Heldentaten des jungen Anakin. Dafür gibt es die Close Wars-TV-Serie.

      Ich kann nicht erkennen, dass Anakin keine andere Chance gehabt hätte, als zur dunklen Seite zu wechseln. Im Gegenteil. Es wird in meinen Augen wunderbar gezeigt, wie seine Leidenschaften, die eigentlich nicht böse sind, ihn Schritt für Schritt zur dunklen Seite übertreten lassen. Eigentlich will er nur die schützen, die er liebt – was mit dem Jedi-Kodex nicht vereinbar ist. Es ist ein Jedi, will auch unbedingt einer sein, kann aber die allzu menschlichen Regungen in ihm nicht leugnen oder ablegen. Ein wunderbarer Konflikt, der eigentlich offen ist, da Anakin ja auch viel Gutes tut.

      Obi Wan hätte als Identifikationsfigur in meinen Augen nicht getaugt, da er keine Entwicklung durchmacht. Bestenfalls tut er das noch in Episode I, wo er vom Padawan zum Meister wird. Man kann jetzt darüber streiten, ob es klug von Lucas war, Obi Wan im ersten Film zunächst als Identifikationsfigur zu benutzen, um ihn dann gegen Mitte oder Ende des Films durch Anakin abzulösen und spätestens ab Episode II zu ersetzen.

      Erzählerisch kann ich das jedoch nachvollziehen. Die Story hätte auf Tatooine beginnen müssen. Lucas hätte so kaum eine Chance gehabt, in das „neue“ Star-Wars-Setting einzuführen und den „neuen“ Obi Wan vorzustellen. Es ist ja durchaus schwierig für einen Zuschauer, den Sprung von Alec Guiness in dieser Rolle zu Iwan McGregor mitzumachen. Auch das musste er ja irgendwie bewerkstelligen.

      Lucas musste also mit zahlreichen Bällen jonglieren. Vielleicht mit zu vielen. Für mich funktioniert die Story immer noch. Für andere halt eben nicht. Ich denke, ganz gleich, wo er den erzählerischen Fokus gesetzt hätte, am Ende hätten halt immer Leute gemeckert.

      Es ist vielleicht auch ein Missverständnis, dass Obi Wan und Anakin Freunde sein sollen. Ich weiß gar nicht, ob das in den Filmen so je gesagt wird. Obi Wan und Anakin sind Lehrer und Schüler. Kriegskameraden, bestenfalls. Dabei ist Anakin stets bewusst, dass er eigentlich mächtiger als Obi Wan ist. Er ahnt/weiß, dass er der Auserwählte ist. Ja, er ist ein aufmüpfiger, respektloser Schüler, der seinem Lehrer eins um andere Mal das Leben rettet. Obi Wan fühlt sich an ihn gebunden, hauptsächlich, weil er es Qui Gon versprochen hat.

      Freundschaft würde ich das nicht unbedingt nennen. Wozu auch? Es wird eins um andere Mal deutlich, dass alle Beteiligten Anakin eher für eine Waffe halten, die einen Supergau auslösen kann. Keiner weiß so recht was mit ihm anzufangen. Das wird schon ziemlich gut gezeigt, finde ich.

      Ob die Lovestory zwischen Anakin und Padme nun gelungen ist oder nicht … Nun ja. Romantische Szenen sind nicht Lucas‘ Stärke, ja. Aber mal ehrlich – hat irgendjemand verstanden, wieso Leia auf Han Solo abfährt? Auch hier wird die Lovestory kein Stück vorbereitet, kaum gezeigt – und plötzlich, mitten in Episode V, sind sie in heißer Leidenschaft füreinander entflammt?

      Ich verstehe die Kritik, teile sie im Prinzip, kann aber nicht verstehen, wieso das gleiche kritische Publikum die Lovestory zwischen Padme und Anakin kritisiert, die zwischen Han und Leia aber nicht. Lovestorys sind für mich auch nicht der Grund, wieso ich Star Wars gucke.

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