Top 10 Krimi- und Thriller-Filme

Mit meinem Writing-Buddy und besten Kumpel Axel Hollmann habe ich ja bereits in unserem Podcast Die SchreibDilettanten über Top 10 Thriller-Filme diskutiert. Allerdings hatten wir in dieser Folge uns auf seine Liste gestützt. Und so sehr ich Axel auch sonst schätze – bei Filmen hat er einfach einen miesen Geschmack. Deswegen hier meine persönlichen Top 10 Thriller- und Krimi-Filme:

10. Cloverfield

Rob will New York City verlassen, um einen neuen Job in Japan anzunehmen. Deswegen schmeißen seine Freunde eine Abschiedsparty. Hud wird eine Videokamera in die Hand gedrückt, um ein Erinnerungsvideo von der Party aufzunehmen. Was er jedoch einfängt, sprengt alle Erwartungen.

Ein Erdbeben erschüttert die Party. Die Gäste sprinten zum Dach, um sich einen Überblick zu verschaffen und müssen feststellen, dass das Erdbeben nur die Folge und nicht die Ursache für die Erschütterungen ist: ein wolkenkratzergroßes Monster treibt in NYC sein Unwesen. Die Freunde stecken mitten im Chaos, das es anrichtet, und müssen um ihr Überleben kämpfen.

Ein sehr typischer Monster-Thriller – mit einem kleinen Unterschied. Im Gegensatz zu solchen Filmen wie Godzilla oder King Kong sieht man das Monster so gut wie gar nicht. Die POV-Kamera folgt den Protagonisten. Der ganze Film wirkt wie aus einem Guss, ohne Pause und amateurhaft gedreht, wodurch eine einzigartige Spannung erzeugt wird.

Ein gutes Lehrstück, wie ein kleiner Unterschied in der Form einem ausgelutschten Thema eine neue Perspektive abringen kann.

9. Der weiße Hai

Noch ein Monster-Thriller. Ich bin ja der Ansicht, dass ein Monster jede Geschichte irgendwie besser macht.

Martin Brody ist der neue Polizeichef in dem kleinen Badeort Amity. Was ihn für den Job hervorragend qualifiziert: Martin hat Angst vor Wasser. Es kommt noch dicker. Ein Hai treibt sein Unwesen und zerlegt die Badegäste. Brody will den Strand schließen, bis der Hai erledigt ist, doch Bürgermeister Vaughn fürchtet um die Einnahmen vom Tourismus und um die Existenz seines kleinen Städtchens.

Der weiße Hai ist ein Paradebeispiel dafür, wie man in einem Monster-Thriller Spannung dadurch erzeugen kann, dass man das Monster eben nicht zeigt (ähnlich wie bei Cloverfield) – zumindest die meiste Zeit nicht. Tolle Story, hervorragend konstruierte Figuren und Konflikte, geniale Kameraarbeit und herausragende Musik. Zurecht ein Klassiker.

8. Sherlock Holmes

Der okkulte Killer Lord Blackwood schwört in der Todeszelle,  dass er nach seiner Hinrichtung auferstehen werde, um weiter zu morden. Natürlich kann Sherlock Holmes diesen Unsinn nicht glauben – bis Blackwood hingerichtet und von Dr. Watson persönlich für tot erklärt wird, um wenig später tatsächlich aus seinem Grab zu verschwinden. Neue Morde geschehen, die Blackwoods Handschrift tragen.

Der Guy-Ritchie-Beitrag von 2009 zum klassischen Krimi-Stoff ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme geworden. Das liegt nicht zuletzt an der brillanten Leistung von Robert Downey Jr. und Jude Law, aber auch an der herrlichen Musik und der nun wirklich herausragenden Optik, die eine ganz eigene Atmosphäre verbreitet.

Vor allem aber ist die Geschichte ganz nach meinem Geschmack: Voller Mysterien, die übernatürlich scheinen, es am Ende aber nicht sind. Ein Spiel mit Wahn und Wirklichkeit, verpackt als turbulente Actionkomödie mit dem typischen Sherlock-Holmes-Witz, aber auf Speed.

Man muss sich ein bisschen damit anfreunden, dass der Film auch ein Action-Film ist, aber ich mag das. Wer seinen Arthur Conan Doyle noch einmal ganz genau liest, wird auch erkennen, dass die Vorlage das durchaus hergibt. Allerdings wusste der gute Mann damals einfach noch nicht, was eine Vorlage für einen Action-Film ist. Würde Doyle heute noch schreiben, er hätte Sherlock Holmes genau so verfasst, ganz sicher.

7. Das Schweigen der Lämmer

Clarice Starling ist noch in der Ausbildung, aber bereits eine vielversprechende FBI-Anwärterin. Deswegen darf sie bei der Fahndung nach dem skurrilen Serienkiller Buffalo Bill mitwirken. Wie das so üblich ist bei Azubis, kriegt sie die Drecksarbeit ab. Sie muss sich mit dem berüchtigten inhaftierten Mörder, aber begnadeten Psychologen, Hannibal Lecter unterhalten. Denn die Ermittler sind verzweifelt und brauchen jede Hilfe, die sie kriegen können. Die Tochter einer Senatorin wird vermisst.

Inzwischen schon ein Klassiker, dessen bahnbrechende Wirkung man heute vielleicht nicht mehr so ganz nachvollziehen kann. Als er 1991 in die Kinos kam, war er ein absoluter Schocker. Die moderne Psycho- und Serienkiller-Welle, die bis heute anhält, hat hier ihren Ursprung. Zu Recht, der Film ist sehr spannend und psychologisch clever angelegt.

6. Das Leben des David Gale

Bitsey Bloom ist eine junge aufstrebende Reporterin, die den ehemaligen Professor   David Gale in der Todeszelle interviewen will. Ausgerechnet er, ein Aktivist gegen die Todesstrafe, hat angeblich seine Kollegin Constance Harraway vergewaltigt und ermordet. Wo Bloom zunächst nur eine tolle Story wittert, entpuppt sich bald ein mysteriöses Dickicht aus Widersprüchen.

Ein Film, der ein Plädoyer gegen die Todesstrafe ist – in einem Thriller verpackt. Sehr spannend, voller überraschender Wendungen, trotzdem ernsthaft, realistisch und beklemmend.

5. Absolute Power

Luther Whitney ist ein Meisterdieb und eigentlich schon im Pensionsalter. Einen letzten Coup will er noch durchziehen. Er bricht in die Villa des Milliardärs Walter Sullivan ein, entdeckt eine geheime Kammer in dessen Schlafzimmer und ist gerade dabei, die dort gelagerten Schmuckstücke in seinen Rucksack zu verfrachten, als er hört, wie jemand das Haus betritt.

Sullivans Gattin, Christy, kommt sturzbetrunken nach Hause – im Schlepptau einen ebenso betrunkenen Kerl, der nicht ihr Mann ist. Whitney versteckt sich in der geheimen Kammer und muss durch einen venezianischen Spiegel mitansehen, wie Christy und ihr Lover dabei sind, in die Kiste zu steigen. Der unbekannte Liebhaber scheint jedoch auf die besonders harte Tour zu stehen und übertreibt es damit. Christy wird von ihm ermordet.

Luther Whitney gelingt es, unerkannt zu bleiben und zu entkommen. Per Zufall erfährt er, dass der mysteriöse Liebhaber und Mörder der Präsident der USA ist. Und der Secret Service findet es gar nicht lustig, dass es für dieses kleine Malheur einen Augenzeugen gibt.

Ein intelligent geplotteter, unglaublich spannender Thriller. Mit Clint Eastwood in der Hauptrolle.

4. Mord mit kleinen Fehlern

Der Krimiautor Andre Wyke und der Frisör Milo Tindle haben beide eine nicht ganz unwichtige Sache gemeinsam: Sie lieben die selbe Frau. Allerdings ist diese Frau auch Wykes Ehefrau. Als Krimiautor hat Andre da schon eine Idee, wie er das Problem lösen kann und lädt kurzerhand Tindle zu sich auf seinen einsam gelegenen Landsitz ein …

Ein Film, über den man leider nichts sagen kann, ohne ihn zu spoilern. Also – SPOILER: Ein Kabinettstück, das so spannend inszeniert ist, dass man sich, wenn das Licht wieder angeht, die Augen reibt und kaum glauben kann, dass nur zwei Personen mitspielen. Auch gut: 1 Mord für 2, der Remake von Kenneth Brannagh.

3. Schatten der Vergangenheit

A pros pros Kenneth Brannagh:

Grace hat ihr Gedächtnis verloren und wird von furchtbaren Albträumen geplagt. Der Privatdetektiv Mike Church nimmt sich ihrer an und vermutet, dass ihre Albträume der Schlüssel zu ihrer Genesung sind. Doch seine Ermittlungen führen nur in Sackgassen, bis er anfängt, den Hypnotiseur Franklyn Madson in die Sache einzuschalten. Er bringt bei Grace Erstaunliches zutage, das darauf schließen lässt, dass Grace und Mike sich nicht zufällig begegnet sind …

Ein unglaublich spannender Thriller voller unvergesslicher und liebevoll gestalteter Figuren. Sehr, sehr hitchcockmäßiger Film mit einem der besten Soundtracks, die je komponiert wurden.

2. Prestige – Meister der Magie

Ende des 19. Jahrhunderts führen die beiden Bühnenzauberer Robert und Alfred einen erbitterten Wettstreit um die beste Show. Was anfangs noch recht harmlos ist, steigert sich bald in eine wahnhafte Todesfalle für alle Beteiligten.

Wiederum ein Film, über dessen Handlung man wenig sagen kann, ohne ihn zu spoilern. Ein wirklich brillanter Thriller mit einer kleinen Prise Fantasy und Science Fiction (genauer: Steampunk), die der Spannung aber keinen Abbruch tut. Tolle Atmosphäre, geniale Darsteller, herausragender Plot. Schwer zu sagen, wer in der Figurenkonstellation der Bösewicht ist. Im Endeffekt handelt es sich um die Geschichte eines wahnhaften Wettstreits, der für alle Beteiligten in die Katastrophe führt. Fast schon wie bei Shakespeare.

1. Cocktail für eine Leiche

Brandon Shaw und Phillip Morgan haben den perfekten Mord begangen, ganz nach den Inhalten der Vorlesungen über den Übermenschen ihres Lieblingsdozenten Ruper Cadell. Die Leiche verstecken sie in einer Kiste. Zur Feier des Tages richten sie eine Party aus. Die Kiste mit der Leiche dient als Tisch für das Buffet. Alle Freunde, die Geliebte und sogar Cadell laden Brandon und Phillip zu der Party ein, um ihre Überlegenheit als Übermenschen auszukosten.

Doch Cadell kommt ihnen auf die Schliche …

Mein Lieblingsfilm von Hitchcock. Wobei ich mich hier gerne als riesiger Hitchcock-Fan oute. Die Wahl ist mir nicht leicht gefallen.

Im Gegensatz zu vielen aktuellen Thrillern, die nicht blutig und eklig genug sein können, bekommt der Zuschauer in Cocktail für eine Leiche den titelgebenden Toten nie zu Gesicht – und der Film ist sau spannend.

Dabei ist der Plot ebenso simpel wie unspektakulär. Es passiert nicht sehr viel mehr, als dass sich ein paar Leute auf einer Party unterhalten. Aber Hitchcock schafft es hervorragend die Gefühle der Beteiligten auf den Zuschauer zu übertragen: die zunehmende Verwirrung der Partygäste, die ahnen, das etwas vor sich geht, aber nicht wissen, was; Brandons und Phillips Aufgeregtheit, die zwischen Siegessicherheit und Furcht vor der Entdeckung pendelt – und das sich vertiefende Misstrauens Cadells, der mit Schrecken erkennen muss, dass seine Studenten ihn allzu wörtlich verstanden haben.

Lange vor der Fernsehserie 24 und solchen Filmen wie Cloverfield setzte Hitchcock mit diesem Film das Echtzeit-Prinzip um. Dank genialer Schnitttechniken und Kameraeinstellungen wirkt Cocktail für eine Leiche, als wäre er an einem Stück ohne Schnitte und Perspektivwechsel gedreht. Die Einheit von Ort, Zeit und Personen, die ganz aus Aristoteles Lehrbuch umgesetzt ist, trägt erheblich zur Wirkung des Films bei und ist hervorragendes Anschauungsmaterial für jeden Thriller-Autor, der lernen will, wie man mit extrem begrenzten Möglichkeiten ein Maximum an Spannung erzeugen kann.

Welche Thriller- und Krimifilme gefallen dir am besten?

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22 Antworten auf “Top 10 Krimi- und Thriller-Filme”

  1. Grundsätzlich schaue ich weder Thriller noch Krimis besonders gerne, aber „Prestige“ hat es mir auch angetan. Selbst, wenn man den Twist am Ende kennt, kann man den Film immer wieder gucken, da nicht nur die Haupthandlung, sondern auch alles rund um Tesla spannend ist. Freue mich, dass der Film bei dir auf Platz 2 gelandet ist 🙂

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  2. Herrlich, Marcus, mal wieder eine neue Liste. Ein Hitchcock auf 1 – und es ist nicht „Der unsichtbare Dritte“! Der wäre wohl meine eins, schon von Cary Grant kann ich nicht genug kriegen.

    Obwohl ich dir Recht gebe, Hitchs „Cocktail“ ist vom Feinsten. Mein Platz 2 ist „Sieben“ mit dem übelsten Twist der Filmgeschichte. Na ja, was will man erwarten, wenn Kevin Spacey der Killer ist! Es gibt da übrigens einen schönen Spruch: „Kevin Spacey can’t do no wrong“. Was meint, dass man einen Film mit KS unbesehen anschauen kann. Bisher wurde ich tatsächlich noch nie von ihm enttäuscht.

    Auch noch auf meiner Liste: „Memento“ mit Guy Pierce als Mann mit einem Gedächtnis, das alle paar Minuten gelöscht wird. Der Film wird rückwärts erzählt, was an für sich schon genial ist. Und der Twist am Ende steht dem von „Sieben“ kaum nach. Hm, dann wären da noch „Inception“ mit ganz vorn und natürlich „Die üblichen Verdächtigen“. Außerdem „Butterfly Effect“, „Die Vögel“, „French Connection“ und … jetzt mache ich Schluss. Es gibt verdammt viele verdammt gute Thriller. Da kriegt man doch richtig Lust, auch einen zu schreiben. Deswegen mache ich jetzt auch brav mit meinem Exposé weiter. Für einen Thriller …

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  3. Cocktail für eine Leiche ist versucht worden in einer Einstellung zu drehen. Echte Schnitte gibt es nicht. Lediglich die Länge der Filmrollen bestimmte die Länge der Einstellungen. Um „Schnitte“ zu vermeiden endeten die Einstellungen am Ende der Filmrollen im Dunklen.

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    Nahezu unmöglich, hier eine halbwegs objektive Auswahl zu ftreffen. Allein der Amerikanische Film Noir ab 1940 bis in die späten 50er Jahre hinein hat ja eine Flut denkwürdigster Werke (teils nach Romanvorlagen klassischer Krimischreiber wie Dashiell Hammett oder Raymond Chandler) von bekannten wie auch weniger populären Regisseuren hervorgebracht. Von den Veröffentlichungen in anderen Ländern nicht zu reden.

    Deshalb hier auch nur eine kurze, lose und spontane internationale Liste – ohne Rangfolge:

    – ‚Point Blank‘ (John Boorman, 1967)
    – Compartiment Tueurs (Costa Gavras, 1965)

    In Paris gedreht und mit einer ganzen Reihe von herausragenden Charakterdarstellern gespickt: Michel Piccoli, Jean Louis Trintignant, Simone Signoret und – in der Rolle des scharf kombinierenden Chefinspektors: Yves Montand.

    Hier das Intro und die noch recht gemütlichen ersten zehn Minuten der Französischen Fassung. Nach dem ersten Mord überschlagen sich dann später die Ereignisse und es wird zunehmend dramatischer:

    – The Criminal (Joseph Losey, 1960)
    – Le Cercle Rouge (Jean-Pierre Melville, 1970)
    – White Heat (Raoul Walsh, 1949)
    – The KIllers (Robert Siodmak, 1946)
    – Night an The City (Jules Dassin, 1950)
    – KIss of Death (Henry Hathaway, 1947)
    – ‚Tote Taube in der Beethovenstraße‘ (Samuel Fuller, 1973)
    – Detour (Edgar G. Ulmer, 1945)

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    1. Vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar und die interessante Liste. Bitte entschuldige, dass ich deine Links entfernen musste, da ich nicht ausschließen kann, dass mit ihnen Urheberrechte verletzt werden. Die Tipps klingen interessant. Die meisten Filme kenne ich noch nicht.

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    Einer der düstersten und rasantesten Thriller der sogenannten ‚Schwarzen Serie‘ und mittlerweile ein anerkannter Kultfilm:

    D.O.A. / Dead On Arrival , von Rudolph Maté (1949)

    Hauptdarsteller Edmond O’Brien alias Frank Bigelow wird unrettbar vergiftet und besitzt nur noch eine Lebenserwartung von wenigen Tagen, in denen er seinen eigenen Mörder zur Strecke bringt.

    D.O.A. ist nicht nur einer der pessimistischsten und fatalistischsten Film Noirs, sondern auch einer der zynischsten und härtesten. Zwei oder drei Augenblicke der Turtelei Frank Bigelows mit seiner Verlobten und anderen Schönheiten fallen etwas melodramatisch aus, doch der größte Teil von D.O.A. ist eine einzigartige Tour de Force:

    Ein resoluter, ja besessener Frank Bigelow beim Befragen der beteiligten Zeugen in Wohnungen und Büros; ein nervenstarker und tatkräftiger Bigelow im Dialog mit dem Gangsterboss und im Clinch mit dessem psychopathischen Handlanger; ein verzweifelter und schockierter Bigelow, als er ungläubig die Diagnose der untersuchenden Ärzte erfährt – dies alles sind unvergessliche Momente, die meiner Einschätzung nach in ihrer Dichte und Intensität gar noch die besten Szenen anderer Schlüsselwerke geschätzter Regisseure des Genres wie Orson Welles, Fritz Lang, John Huston, Billy Wilder, Alfred Hitchcock, Stanley Kubrick oder Carol Reed übertreffen.

    Eine ausführlichere Besprechung mit Filmbildern:

    http://www.filmsufi.com/2009/10/doa-rudolph-mate-1950.html

    Hierzulande im Fernsehen unter dem Titel ‚Opfer der Unterwelt‘ selten gezeigt und nicht auf Video, DVD oder Blu-Ray erschienen.

    Unter den international verfügbaren Ausgaben gilt die NTSC-DVD von Image (Code 0) als die in Bild & Ton hochwertigste.
    Aktuell über Amazon UK ab 6 BP (plus ca. 1,80 BP Versand nach Deu) recht günstig zu beziehen.

    PS:

    Das deutlich schwächere ’88er Farb-Remake ‚D.O.A. – Bei Ankunft Mord‘ mit Dennis Quaid und Meg Ryan kann man hingegen vernachlässigen.

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    Aktueller Blitztipp:

    In der Nacht zum Sonntag (im Anschluss an Ridley Scotts ebenfalls sehenswerten ‚American Gangster‘) um 2.40 Uhr im ZDF:

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    – ‚Rächer der Unterwelt‘ / ‚The Killers‘ (1946) von Robert Siodmak

    http://www.zdf.de/epg/Programm-4100.html?action=filter&senderToFilter=allWithoutRadio&datum=Sa&woche=diese&ansicht=vertikal&showAllSenders=false

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    Ein klassischer Film Noir, der zum Kanon der Schwarzen Serie gehört. Nach einer Kurzgeschichte von Ernest Hemingway. In den Hauptrollen Burt Lancaster & Ava Gardner.

    Der moppelige und in den 70er Jahren recht populäre Fernsehdetektiv ‚Cannon‘ alias William Conrad spielt hier in seinem Hollywood-Debüt einen kompromisslosen Auftragskiller. In weiteren Nebenrollen: Edmond O’Brien und Albert Dekker.

    Eine ältere Rezension aus der ‚Zeit‘:

    http://www.zeit.de/1990/28/muede-bis-zum-tod

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    Und ein einstimmiges Kritikervotum von 100 Prozent bei Rottentomatoes:

    https://www.rottentomatoes.com/m/1080205-killers/

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    Kürzlich habe ich mir Fritz Langs ‚While The City Sleeps‘ (dt. Titel: ‚Die Bestie‘) aus dem Jahr 1956 mal wieder angesehen. Ein extrem vielschichtiges Werk, die Jagd nach einem Serienmörder in der Großstadt bildet nur einen Handlungsstrang; der Rest ist bissigste Sozialkritik: Machtkämpfe in einem großen Medienkonzern/Zeitungsverlag, unverhohlene, berechnende Promiskuität der männlichen & weiblichen Protagonisten etc.

    Zugegeben: das Ende wirkt etwas konstruiert, ‚While The City Sleeps‘ ist nicht rundum perfekt.

    Dennoch zählte ihn Fritz Lang selbst in verschiedenen Interviews zeitlebens zu seinen persönlichen Favoriten. Meiner Ansicht nach zu Recht.

    Allein schon die Dialoge: lakonisch/sarkastisch/zynischer geht’s nimmermehr. Nicht einmal die besten Bogart-Passagen in Nicholas Rays ‚In A Lonely Place‘ (1950), Hank Quinlan alias Orson Welles in ‚Touch of Evil‘ (1958) oder einige knackige, von Ernest Hemingway höchstselbst ersonnene Sätze im Drehbuch von Robert Siodmaks ‚The Killers‘ (1946) erreichen diese Deftigkeit & Dichte.

    Dana Andrews in seiner wohl denkwürdigsten Rolle: Journalist, Autor, Pulitzer-Anwärter, Verlagsmitarbeiter, Medienprofi, selten nüchtern und auch nicht mit den besten Manieren…

    In den Dialogen ist ‚While The City Sleeps‘ seiner Zeit wie gesagt weit voraus und „moderner“ als viele andere Filme aus den 40er und 50er Jahren. Schaut man sich danach beispielsweise einige der besten Hitchcock-Streifen aus dieser Dekade an: ‚Vertigo‘ (1958) oder ‚North by Northwest‘ (1959), dann stellt man erstaunt fest, wie farblos und hausbacken doch im Grunde die Gespräche in diesen Werken verlaufen.

    Nicht von ungefähr wurde ‚While the City Sleeps‘ schon vor Jahren in einer Time Out-Besprechung als der am meisten unterschätzte Film von Fritz Lang bezeichnet.

    Und Genre-Kenner Blake Lucas schwärmt in seinem Buch ‚Film Noir – An Encyclopedic Reference to the American Style‘:

    „Lang effecticely undercuts viewer certainty about everything… the true suspense of the film is manifest in the narrative probing of the critical relationship between society’s illness and its normality; and the formal precision of each scene reasserts the existing of this relationship….“

    Auch in diesem Fall ist ein aktuelles Kritikervotum von 100 Prozent bei Rotten Tomatoes meiner Ansicht nach vollauf verdient:

    http://www.rottentomatoes.com/m/while_the_city_sleeps/reviews/

    Empfohlene Bezugsquelle:

    http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/B003Q66ZA4/filmforen-de-21

    PS:

    Einmal mehr gilt: – Finger weg von sämtlichen deutschen Synchronfassungen! :->

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    1. Vielen Dank für den ausführlichen und interessanten Kommentar. Deine Beiträge sind eine echte Bereicherung für meinen Blog. Und für meine Mediathek. Mache mich gleich auf die Suche nach „While the City sleeps“.

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    Kurz nach ‘While The City Sleeps’ hat Fritz Lang in den USA noch “Beyond All Resonable Doubt” gedreht, danach ist er nach mehr als 20 produktiven Jahren in Hollywood nach Europa zurückgekehrt und seine lange Karriere klang langsam aus.

    ‘Beyond All Resonable Doubt’ (dt. Titel ‘Jenseits allen Zweifels’) hatte ein niedrigeres Budget als ‘While The City Sleeps’ und ist mit rund 80 Minuten Laufzeit 15 Minuten kürzer, jedoch ebenso sehenswert.

    Auch hier spielt Dana Andrews einen erfolgreichen Reporter. Und die Grundidee des Drehbuchs hätte wohl auch Alfred Hitchcock interessiert, wäre die Story ihm damals angetragen worden.

    Aus Spoilergründen will ich hier nicht viel mehr verraten, nur so viel: ‘Beyond All Reasonable Doubt’ ist eine Mischung aus Drama, Gerichtsfilm und Thriller.

    Der Herausgeber jener Zeitschrift, bei der Dana Andrews angestellt ist, kämpft seit Jahren gegen die Abschaffung der Todesstrafe in seinem Bundesstaat. Um das öffentliche Bewusstsein zu schärfen und die Diskussion neu zu befeuern, ersinnt er einen vermeintlich perfekten Plan:

    Er will der Polizei in einem Mordfall an einem Revuegirl, in dem die Ermittler absolut im Dunkeln tappen und keinen plausiblen Verdächtigen besitzen, “unter die Arme greifen”.

    Er überredet Dana Andrews, sich gezielt verdächtig zu machen und falsche Fährten zu legen. Dies klappt auch prima: Andrews wird schließlich verhaftet, verhört, angeklagt, verurteilt – zum Tode auf dem Heißen Stuhl.

    Dumm nur, dass der Herausgeber, der das Legen der falschen Fährten und all die fingierten “Beweise” mit seiner Kamera vorher akribisch dokumentiert hat und im Besitz von entlastenden Fotos ist, auf dem Weg zum Gerichtsgebäude mit seinem Auto in einen fatalen Unfall verwickelt wird und mit ihm zusammen alle Entlastungsfotos und auch die Nagative verbrennen.

    Begreiflicherweise wird der zuvor so abgeklärten Dana Andrews in seiner Todeszelle nun unruhig. Denn außer ihm und dem Zeitungsherausgeber war vorher niemand sonst in den Plan eingeweiht – sein Anwalt ebensowenig wie seine Freundin (die Tochter des verstorbenen Herausgebers).

    Und so geht der Überlebenskampf jetzt erst so richtig los, denn Richter und Staatsanwalt schenken den neuen Erklärungen zunächst keinerlei Glauben.

    Bis plötzlich völlig überraschend…….;)

    ———————————————————-

    Auch hier ist die in bei Amazon UK erhältliche DVD (englischer Originalton, wahlweise englische UT) erste Wahl. Insbesondere die teilweise recht frivolen Dialoge im Milieu der Showgirls und Tingeltangelsängerinnen kann man kaum adäquat in eine andere Mundart übertragen….

    http://www.amazon.co.uk/Beyond-Reasonable-Doubt-Dana-Andrews/dp/B0053XUWK2/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1390300623&sr=1-1&keywords=beyond+a+reasonable+doubt

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    Die Portokosten für Bestellungen bei Amazon-England und Lieferungen nach Deutschland sind wie gehabt gar etwas günstiger (umgerechnet rund 2,50 Euro pro DVD – bei Amazon Deutschland kostet eine bundesweite Lieferung pauschal 3 Euronen).

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