Originalität wird völlig überschätzt

Ich tappe selbst immer wieder in die Originalitätsfalle. Nachdem ich beispielsweise aus „The Amazing Spider-Man“ kam, war ich ziemlich enttäuscht. Ich prophezeite dem Film keinen großer Erfolg.  Es gab zu wenige Unterschiede zu den Sam-Raimi-Filmen, um eine neue Auflage zu rechtfertigen.

Wie habe ich mich geirrt. Ich scheine der einzige Mensch auf der Welt zu sein, der das so sieht, denn „The Amazing Spider-Man“ ist ein Kassenschlager und ein Erfolg bei den Kritikern. In Asien ist er sogar erfolgreicher als „Marvel’s The Avengers„.

Ich hätte es auch besser wissen müssen, predige ich doch selbst schon seit je her, dass die Originalität einer Story keine Rolle spielt.

Originalität ist eine Illusion

Die Vorstellung davon, dass eine Geschichte originell zu sein habe, ist relativ neu. Beispielsweise noch zu William Shakespeares Zeiten war es immerhin vollkommen egal, woher ein Autor seinen Plot und/oder seine Figuren bekam. In der Regel verwendeten die Schriftsteller auch altbekannte Sagengeschichten oder andere tradierte Stoffe, um sie nur ein wenig zu variieren. Rome und Julia gab es schon zu Shakespeares Lebzeiten in so vielen Variationen, dass der gute William eigentlich seine Finger von dem Stoff hätte lassen sollen, wenn es ihm um Originalität gegangen wäre.

Bis heute ist das, wenn man genau hinguckt, auch nicht sehr viel anders geworden. Trotzdem hält sich bei Kritikern (und wich ich mit Erschrecken immer wieder feststellen muss auch bei mir) stets dieser seltsame Anspruch, ein Werk solle unbedingt originell sein.

Wie aber zum Beispiel Ronald Tobias in seinem Buch „20 Masterplots„zeigt, gibt es auch nur eine begrenzte Anzahl von Geschichten, die nur in neuen Variationen erzählt werden.

Eigentlich stört mich mangelnde Originalität auch nicht. Bei vielen anderen Werken ist das für mich gar kein Kritikpunkt. Im Gegenteil. Ich lese z.B. John Scalzi ja genau deswegen so gerne, weil er mir ein ähnliches Leseerlebnis verschafft, wie es Robert A. Heinlein mir in meinen Kindheits- und Jugendjahren bereitete.

Ich bin von Serien wie „Sherlock“ begeistert, weil sie in einem aktualisierten und damit neues Interesse weckenden Gewand Arthur Conan Doyles Detektiv zum Leben erweckt. Das angestaubte, biedere Holmes-Watson-Ermittlerpaar, das in den meisten Filminkarnationen eher was für Menschen im Ruhestand ist, wird in Sherlock würdig aufgepeppt und somit zur Inkarnation dieses faszinierenden Stoffes meiner Generation.

Und schließlich gucke ich mir ja auch gerne Literaturverfilmungen an, deren Vorlage ich bereits kenne. Manchmal sogar in mehreren Fassungen. Mangelnde Originalität kann also eigentlich gar kein Argument dafür sein, wenn ich eine Geschichte ablehne.

Was eigentlich hinter dem Vorwurf mangelnder Originalität steckt

Was jemand, wie ich bei „The Amazing Spider-Man“ meint, wenn er sich darüber beklagt, dass eine Geschichte nicht originell genug sei, ist eigentlich etwas ganz anderes.

Hier macht sich die Enttäuschung breit, dass eine liebgewonnene Idee verändert wurde. Eine Figur, ein Thema usw. mit denen man ein emotionales Erlebnis verbindet, erscheinen plötzlich in einer anderen Inkarnation, zu der man jedoch keinen Zugang erhält, da sozusagen die Gefühls-Schublade für dieses Erlebnis bereits voll ist.

„Mein“ Spider-Man ist der von Sam Raimi. Er orientiert sich hauptsächlich an den Comics der 1980er Jahre, mit denen ich aufgewachsen bin. Die Filme haben mich über fünf Jahre begleitet. Natürlich waren auch diese Filme nicht originell. Im Gegenteil. Sie weckten den Nostalgiker in mir und ich fühlte mich wieder wie ein zehnjähriger, der aufgeregt das neue Heft erwartet, um zu sehen, welche Sprüche Spidey wieder klopft, wenn er diesmal gegen Doc Oc antritt. Eben diesen Spider-Man erwarte ich auch auf der Leinwand. „The Amazing Spider-Man“ orientiert sich aber eher an moderneren Spider-Man-Comics, die ich schon gar nicht mehr gelesen habe.

Mit Originalität hat das also wenig zu tun, sondern eher mit mangelnder geistiger Flexibilität.

Was viel wichtiger ist als Originalität

Die größte Originalitätsfalle, in die ich bisher getreten bin, schnappte bei mir nach einem Kinobesuch des Films „The Matrix“ zu.

Ich war einer der letzten in meinem Umfeld, der den Streifen sah, und hatte viel Positives gehört: „The Matrix“ beschreite vollkommen neue Wege. Ein total philosophischer Science-Fiction-Film, der die Frage nach Identität und Realität vollkommen neu stelle und den Zuschauer auf beeindruckende Weise in das Geschehen verwickle. Und dazu noch ein Hammer-Action-Film.

Klang wie der perfekte Film für mich.

Am Ende war ich maßlos enttäuscht. Für mich war „The Matrix“ nur eine Art Philip-K.-Dick-Kung-Fu-Film mit „Blade Runner„-Optik. Die Frage danach, was denn nun Realität und was die Scheinwelt ist und wieso es denn überhaupt besser das eine dem anderen vorzuziehen war mir einfach zu ausgenudelt.  Was genau mochten die Menschen nur an „The Matrix“, was ihnen „Blade Runner“ – oder noch besser die Romane Dicks – nicht geben konnten, die ich doch viel, viel besser – halt origineller – finde? Selbst „Total Recall“ mit Arnold Schwarzenegger hatte für mich das Thema viel besser umgesetzt als „The Matrix“.

Ganz einfach: „The Matrix“ bot Ende der 1990er dem Publikum ein zeitgemäßes Philip-K.-Dick-Erlebnis für alle, deren Schublade für diese Art von Erfahrung noch nicht belegt war. Science Fiction hatte sich in den letzten runde 17 Jahren im Kino erheblich entwickelt und wurde einem breiteren Publikum zugänglicher als zu Beginn der 1980er.

Während 1982 „Blade Runner“ noch eher ein schwer verständlicher Fanfilm für Geeks war, war „The Matrix“ massentaugliches Actionkino für jedermann UND halt eben noch ein kleines bisschen mehr.

Eine neue Generation hatte ihre neue Version des Themas. Technisch auf dem aktuellen Stand, erzählerisch den zeitgemäßen Gewohnheiten angepasst. Originalität spielte an dieser Stelle für die meisten Menschen gar keine Rolle, weil sie entweder „Blade Runner“ oder „Total Recall“ gar nicht kannten oder  – im Gegensatz zu mir – einfach mit dem Zeitgeist gingen und nicht in der Vergangenheit schwelgten.

Für diese Menschen stellte die Begegnung mit den Romanen von Philip K. Dick kein so starkes emotionales Erlebnis dar, wie für mich (entweder, weil sie sie nicht kannten oder weil sie einfach auch nicht mehr so ganz zeitgemäß geschrieben sind). Es blieb also Platz für eine neue Erfahrung, auf die sie sich vorurteilsfrei einlassen konnten.

Fazit

Für mich als Autor ist das eine gute und eine schlechte Nachricht. Einerseits muss ich mir nicht den Kopf zerbrechen, um verkrampft nach originellen Ideen zu suchen – was am Ende ohnehin keine lösbare Aufgabe ist.

Andererseits muss ich versuchen, den Zeitgeist zu treffen und ein grundlegendes Thema so aufzubereiten, dass vor allem heutige Leser ihre Version des Themas gewinnbringend genießen können. Und das ist nicht leicht. Vor allem nicht, wenn einem solche nervigen Nostalgiker wie ich in die Suppe spucken.

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14 Gedanken zu “Originalität wird völlig überschätzt

  1. Hi Marcus

    Obschon ich das eigentlich genauso sehe wie du, bin ich froh, es mal aus der Feder eines anderen zu lesen.
    Auch ich bin in manchen Dingen viel zu sehr gefangen von Nostalgie, Emotionen etc. um mich auf „neue“ Erfahrungen einlassen zu können.
    Aber wie du schon sagtest, es ist eigentlich ein Glücksfall für alle Kreativen. Der absolute GAG (Grösster Anzunehmender Glücksfall) wäre allerdings, wenn das Publikum so ein schlechtes Gedächtnis hätte wie jemand den ich kenne, die sich Filme und Bücher immer und immer wieder reinziehen kann als sei es das erste Mal. Da spielt dann Originalität überhaupt keine Rolle mehr, weil immer alles neu ist. 😉

    Grüsse
    Marc

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  2. Hrmph…so bitter es für mich auch sein mag, aber die Spider-Man-Gebetsmühle ist weder erschreckend einfallslos noch neu noch sonstwas. Sie ist einfach so (ich finde es immer nerviger, aber ich lese auch keine Twilight-Bücher, obwohl sie den Verkausfzahlen nach in jedem Haushalt dieses Planeten als gelesen rumstehen müssten). Marvel und DC verfahren seit Jahren stets nach derselben Vorgehensweise: in einem großen welterschütternden Event weren zahlreiche Helden im Kampf gegen einen äußeren (meist kosmischen) Gegner getötet und die Welt wir dim letzten Moment gerettet. Danach werden sämtliche Serien als #1 re-launched, meist dürfen dann Jim Lee und Alex Ross als Zeichner, Frank MiIler und Michael J.Straczynski als Autoren herhalten, damit auch alles glatt geht. So oft wie Spider-Man in den letzten zwei Jahrzehnten neu auferstanden ist, um schlussendlich DOCH als beinahe EXAKT der Charakter aus den 60ern aufzuerstehen, geht im Prinzip auf keine Kuhhaut mehr. Da die Leute sämtliche Marvel-und DC Serien aber nach wie vor wie geschnitten Brot kaufen, lautet für mich die Feststellung: das Publikum will es so. Punkt. Auch wenn es bedeutet, dass in zwei Jahren ein komplett neuer Spider-Man-Film mit neuem Cast und einem neuen Start-Superschurken aus dem Boden gestanzt würde.

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    • Du hast natürlich im Prinzip recht, nur dass man schon fairer Weise gestehen muss, dass zwischen dem ersten Raimi-Spider-Man und The Amazing Spider-Man immerhin zehn Jahre lagen. Interessant ist allerdings dein Hinweis auf die Parallelen vom Comic- und Film-Reboot. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Stimmt schon.
      Es ist nur ein bisschen die Frage, was du darunter verstehst, wenn du meinst, dass das Publikum, die Marvel- und DC-Comics „wie geschnitte Brot“ kaufen. Ich war neulich ziemlich erschüttert, als ich las, dass DC es als einen Megaerfolg betrachtet, von der New-52 Nummer 1 von Justice League rund 200 000 Vorbestellungen verkauft zu haben. Ich meine, das sind ja weltweite Auflagenzahlen – und JLA #1 soll mit Abstand am besten verkaufte Heft gewesen sein.
      Wären die Verkaufszahlen nicht schlecht, würden die Verlage solche Anstrengungen wie Reboots nicht unternehmen.

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  3. Matrix mit Blade Runner zu vergleichen, kann ich so nicht nachvollziehen. Es sind ja zwei sehr unterschiedliche Geschichten.

    In Matrix geht’s um die Frage: Was ist real und was virtuell. In Blade Runner geht’s um die Frage: Was macht den Menschen zum Menschen.

    Auch das Setting ist grundverschieden: In Matrix gibt es zwei Umgebungen (eine postapokalyptische Realität und eine von der Matrix erzeugte Virtualität, die unsere Welt sein soll), in Blade Runner wird uns eine heruntergekommene Zukunft mit einer zusammengeflickten Umgebung gezeigt, die von einer verwahrlosten Multikulti-Gesellschaft bewohnt wird.

    Zum Thema des Beitrags:

    Dem Fazit stimme ich zu. Originalität ist ein ‚bug, not a feature‘. Originalität ist es, was ‚experimentelle Kunst‘ von verwertbaren Werken unterscheidet. Wer zu innovativ ist, entzieht dem Publikum die notwendige Basis, um den Zugang zum Werk zu bekommen. Man muss die Leute dort abholen, wo sie sind, und sie dann behutsam auf neues Terrain führen.

    Es hat Autoren gegeben, die ihre Originalität durchsetzen konnten, wie seinerzeit J.R.R. Tolkien (der mit seinem Werk sogar das Genre ‚Fantasy‘ begründet hat) – die meisten sind aber damit total gescheitert (dazu gehört auch James Joyce, der nur wegen einer nachwachsenden Clique von dünkelhaften Literatur-Snobs nicht längst vergessen ist).

    Off Topic: Habe gerade eine Mail von wordpress.com bekommen: Jemand hat meinen Blog abonniert 😉 *freumich*

    Nicht unbedingt die Originalität ist eine Illusion, sondern eher die Erwartung, dass Originalität honoriert wird. Sie schadet massiv, wenn sie nicht vorsichtig eingesetzt wird, weil sie einem das Publikum vergrault. Das wird wohl Grund der Grund sein, warum Philip K. Dick als Autor gescheitert ist: Er war ZU originell und damit seiner Zeit voraus – traurig, dass heute Filmkonzerne von seinen Ideen profitieren und er nichts mehr davon hat. – Okay, er war auch kein wirklich guter Schriftsteller, aber seine Ideen waren genial.

    Der Abschnitt mit dem Hintergrund zum „Vorwurf mangelnder Originalität“ finde ich sehr gut beobachtet. Das ist mir gar nicht klar gewesen. Bei einem Remake kommt es also wohl darauf an, entweder absolut werktreu zu sein, oder aber einen deutlichen Abstand zur Vorlage herauszustellen, damit das Publikum nicht enttäuscht wird.

    Okay. Danke für den Artikel, der hat mich zum Nachdenken gebracht. Dieses Blog habe ich erst heute gefunden, ich werde ihn in den nächsten Tagen durcharbeiten. In einige Beitrage habe ich schon kurz reingeklickt – sieht wirklich sehr interessant aus.

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  4. Danke für deinen Kommentar. Über die Hemeinsamkeiten von Matrix und Blade Runner ließe sich lange diskutieren, aber wahrscheinlich eher ergebnislos.

    Was Remakes angeht: Ich denke, es kommt auf alten Wein in neuen Schläuchen an. Es hat ja seinen Grund, dass eine Figur wie Spider-Man seit fünfzig Jahren mehr oder weniger unverändert existiert. Sie ist einfach gut.

    Trotzdem braucht sie offensichtlich von Zeit zu Zeit ein Lifting, damit sie für ein jugendlicheres Publikum wieder zugänglich wird. Mein Nostalgie-Ich sagt: Brrrr. Andererseits: Ich bin mit dem 80er-Jahre-Spider-Man aufgewachsen. Und den 60er-Jahre-Spider-Man fand ich als Jugendlicher ziemlich seltsam.

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  5. Spider-Man ist eine Ikone, aber die konnte er nur werden, weil es zu seiner Entstehungszeit eben originell war und mit den Regeln der damaligen Superhelden gebrochen hat, wie die anderen früheren Marvelserien. Er war ein jugendliche Superheld mit vielen privaten Problemen, kein Millionär, sondern eher ein Nerd, der sich für Wissenschaften interessiert.

    Man sollte daher Originalität nicht unterschätzen.

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  6. In der Film- und Kinogeschichte vom Stummfilm bis heute gilt womöglich Ähnliches wie in der Bücherwelt:

    Mit der Originalität eines Werkes und seines Verfassers ist es oft so eine Sache. Mittlerweile kann man vermutlich bei über 98 Prozent aller alljährlichen Neuerscheinungen unter der Erzählprosa auf dem Buchmarkt weltweit mehr oder minder starke Einflüsse von Vorbildern oder zumindest Parallelen zu anderen Autoren ausmachen.

    Selbst die höheren Sphären der sogenannten Weltliteratur bleiben vor schonungsloser Analyse selten gefeit. Immer wieder melden sich in Essays und Artikeln in Fachpublikationen und -zeitungen über die Jahre recht renommierte Literaturwissenschaftler und Historiker zu Wort und zerpflücken die lange Liste der Nobelpreiskandidaten seit 1901 bis heute.

    Zu vielen Titelträgern hätte es demnach zu allen Zeiten verdientere Alternativen gegeben. Und viele haben ihre Weihen wohl nur der seit Anbeginn mäßig kompetenten Stockholmer Jury zu verdanken, die sich mit dem Erkennen tatsächlicher Extraklasse traditionell schwer tut und beim sondieren des Angebots auf dem Büchermarkt oft den Überblick verliert.

    Auch bekannte Vertreter zwischen Klassik und Romantik werden bis heute in der Debatte um echte Originalität nicht verschont. Zum Beispiel Goethe versus Jean Paul und Hölderlin:

    Goethe, ein „Genie der Form“, der leicht in der Lage war, externe Einflüsse aufzunehmen, stilvoll in eigene Schriften zu integrieren und zu einer gewissen Vollendung zu führen. So weit, so gut.

    Doch verglichen mit dem Einfallsreichtum, den vielschichtigen Charakterschöpfungen und Geistesblitzen in den Romanen und Erzählungen seines Widersachers Jean Paul strahlt der wackere Freiherr dann schon nicht mehr gar so hell. Und was die Lyrik betrifft: auch hier verliert Goethe in den Augen einiger Chronisten im Vergleich zu den besten Momenten im unerreichten Schaffen Hölderlins.

    Zwei große Namen der Moderne: Thomas Mann und Alfred Döblin, die bis heute ebenfalls für mancherlei Kontroversen gesorgt haben. Einige Kritiker vermissen im Werk Manns (im Gegensatz zu Döblins Epen) häufig einen wirklich eigenen Stil und echte Originalität. Wolfgang Schneider schimpft Mann in einem Arikel in der Zeitschrift ‚Literaturen‘ im Juli 2005 sogar einen „Parvenü der Erkenntnis und geistigen Hochstapler“ (S.32-36).

    Und Böll wie Grass werden vom wenig zimperlichen Eckhard Henscheid in seinem fetten Wälzer ‚Literaturkritik‘ (Zweitausendeins-Verlag, Seite 71) als die „zielsicher talentfreiesten deutschen Nachkriesschreiber“ bezeichnet.

    Fortsetzung folgt…. :->

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    • Wolf Schneider stimmte ich in seiner Meinung über Thomas Mann absolut zu. Habe noch nie Zugang zu seinem Schreiben gefunden. Vor Schneider ziehe ich ohnehin meinen Hut.Böll hingegen mag ich gerne. Ob das nun was mit Originalität zu tun hat …

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  7. Sicherlich geht die Originalität eines Werkes und seines Autors nicht immer automatisch mit einem besonderen Lesevergnügen einher. Mit den diffizilen Ergüssen eines Arno Schmidt (‚Zettels Traum‘) kann ich beispielsweise bis heute wenig anfangen.

    Und auch Genies wie Robert Musil, Joyce, Proust oder Beckett schreiben mir streckenweise zu zäh. Den vergleichsweise einfachen, schnörkellosen und „konservativen“ Erzähler Joseph Roth mag ich dagegen sehr.

    Zu den bissigsten Böll-Kritikern und Spöttern gehör(t)en wohl die Schriftsteller und Künstler der ‚Neuen Frankfurter Schule‘.

    Der umtriebige Robert Gernhardt dichtete einst:

    „Der Böll war als Typ wirklich Klasse. / Da stimmten Gesinnung und Kasse. / Er wär’ überhaupt erste Sahne, / wären da nicht die Romane.“

    Trotzdem stehen auch bei mir ein paar brauchbare Böll-Titel im Bücherschrank. Weder Böll noch Grass zählen jedoch zu meinen favorisierten Top 20-Nachkriegsautoren deutscher Sprache – Koeppen und Walser hingegen schon eher.

    Noch weiter oben in meiner Gunst rangieren die beiden Österreicher Thomas Bernhardt (‚Frost‘, ‚Das Kalkwerk‘) und Alois Brandstetter (‚Vom Schnee der vergangenen Jahre‘, ‚Kleine Menschenkunde‘, ‚Die Burg‘) sowie der 2012 verstorbene Münchner Herbert Rosendorfer (‚Der Ruinenbaumeister‘, ‚Vier Jahreszeiten im Yrwental‘, ‚Briefe in die chinesische Vergangenheit‘) plus Ror Wolf.

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