Stargate Universe (Rezension)

Ich geb’s ja zu. Ich habe eine Schwäche für Pulps. Und Stargate ist ein sehr pulpiges Franchise – für mich der Indiana Jones unter den SF-Serien. Ich mag sowohl den Kinofilm als auch die Fernsehserie Stargate – Kommando SG-1, die bestimmt nicht zur Krönung der TV-Geschichte gehört, aber sie hat mich doch immerhin 10 Jahre lang blendend unterhalten.

Auch Stargate Atlantis mochte ich gerne. Eigentlich sogar lieber als SG-1, da sie wesentlich sciencefictioniger ist als SG-1 (und weil Ronon Dex viel cooler ist als Teal’c).

Mein geheimer Favorit im Franchise ist jedoch die viel zu früh eingestellte Serie Stargate Universe, die ich vor kurzem endlich zu Ende gucken konnte.

Story

Stargate Universe unterscheidet sich grundlegend von den anderen beiden Stargate-Serien. Die Sternentore treten in den Hintergrund, dafür tritt ein Antiker-Raumschiff in den Vordergrund.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern und Soldaten werden durch ein Sternentor versehentlich auf die Destiny transportiert, ein uraltes und intelligentes Schiff der Erbauer der Stargates. Schnell stellen sich zwei bedrohliche Dinge heraus: Die Destiny ist weit, weit weg vom bekannten Weltraum – und das Schiff läuft auf Autopilot, von dem keiner weiß, wie man ihn ausschaltet, geschweige denn, wie man das Schiff bedient.

Es beginnt ein Kampf ums überleben. Vorräte sind begrenzt, der Weg nach Hause unmöglich und es versteht sich von selbst, dass zwischen den beiden Gruppen der Militärs und der Wissenschaftler bald zu Spannungen kommt.

Design

Vor allem optisch unterscheidet sich Universe komplett von seinen Vorgängern. Die Serie ist düster und realistisch gefilmt und erinnert von der Kameratechnik und vom Design her eher an die Aliens-Filme und Battlestar Galactica als an seine beiden Vorläuferserien.

Die Optik ist in jeder Beziehung kinoreif. Der Sound hat Dolby-Surround-Qualität, die beste, die ich bislang bei einer TV-Serie genießen durfte. Auch ästhetisch genügt das aufwändige Design hohen Ansprüchen.

Dazu passt auch der Soundtrack, der ganz anders ist als die orchestrale Musik der beiden anderen Serien ums Sternentor. Er erinnert an eine Mischung aus den Soundtracks zu „Blade Runner“ und „24“ und beinhaltet sogar Popsongs, die sich ganz hervorragend ins Gesamtbild einfügen.

Was SGU besonders macht

SG-1 und Atlantis waren schon sehr unterschiedlich. Trotzdem waren aber beide noch bunte SF-Abenteuer.

In SGU geht es im Wesentlichen um Konflikte zwischen den Menschen. Es fehlen (jedenfalls die meiste Zeit) die übermächtigen und bösen Aliengegner.

Hinzu kommen viele moralische Dilemmata, die vor allem in der ersten Hälfte der ersten Staffel im Vordergrund stehen. Angesichts der lebensfeindlichen Umgebung kämpfen die Figuren der Serie darum, die Errungenschaften der Zivilisation nicht zu verlieren.

Alles in allem wirkt die Serie erwachsener und ernster als ihre Vorgänger. Damit ist SGU noch lange keine Hard-SF-Serie, aber schon ziemlich nahe dran.

Trotzdem bleiben im Kern die Stargate-Themen erhalten, wofür schon allein die Gastauftritte der SG-1-Stars sorgen.

Fazit

Mich beeindruckt Stargate Universe vor allem als LOST-Fan. Die Anleihen an die Mystery-Serie sind deutlich. Trotzdem bleibt SGU eigenständig.

Die Figuren sind keine schablonenhaften Heldentypen, sondern runde Persönlichkeiten mit Licht und Schatten. Für SF-Autoren und Autoren anderer Genres eignet sich die Serie deswegen vor allem, um sich bei dem Entwerfen von Figuren einiges abzugucken.

Ich kann mir gut vorstellen, dass beinharte Stargate-Fans mit SGU Schwierigkeiten haben. Die Serie bricht mit vielen Konventionen, aber eben das macht sie so interessant. Ich kann mich an kein anderes Franchise erinnern, das jemals so viel Mut bewiesen hat, sich komplett neu zu erfinden.

Schade, dass dieser Mut nicht mit höheren Einschaltquoten belohnt wurde.

Jeder SF-Fan sollte ein Auge riskieren, auch wenn er bisher keinen Draht zu Stargate finden konnte.

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4 Gedanken zu “Stargate Universe (Rezension)

  1. Interessante Meinung. Ich persöhnlich bin mit Startgate Universe nie richtig warm geworden, war dafür aber von Atlantis umso mehr begeistert. Ich glaube ich mochte das Szenario einfach lieber. Also das entdecken eines legendären Ortes, dieses Gefühl des Verlorensein, das Atlantis ja auch mit Universe teilt. Ich glaube des Ausschlag gab die Atmosphäre. Atlantis fand ich trotz allem immer erheiternd (besonders durch die Charaktäre, ich sage nur McKay) und konnte besser dabei abschalten, während ich Universe eher anstrengend und zu düster nach einem langen Tag fand.

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