Top Secret: Der geheime Plot

Ich habe meine Hausaufgaben gemacht. Mit anderen Worten: Ich habe alle wichtigen Figuren entworfen, den Plot geplant und das Stufendiagramm ausgearbeitet. Mit gutem Gewissen setze ich mich an meinen ersten Entwurf – und schreibe und schreibe und schreibe … und werde das Gefühl nicht los, dass die Handlung meines Romans gar nicht richtig losgeht? Kapitel um Kapitel wird komplizierter, als ich es für möglich gehalten hätte.

Ich erlebe es jedenfalls immer wieder. Plötzlich fällt mir beim Schreiben des ersten Entwurfs auf, dass ich ja noch gar nicht geklärt habe, wie genau der Schurke meiner Geschichte eigentlich so zum Schurken geworden ist, warum er die bösen Dinge tut, um die Pläne des Helden zu durchkreuzen und wie sich das alles im Detail auf meinen Plot auswirkt.

Kein Problem, denke ich dann, das kann ich ja alles irgendwie einbauen. Eine zusätzliche Szene hier ein zusätzliches Kapitel dort, dann füge ich noch einen Nebenplot ein, der aus der Perspektive meines Schurken erzählt wird, damit der Leser auch ja alles mitbekommt – und schon ist mein Manuskript aufgebläht, wird hölzern, langweilig und verliert sich in Details.

Meine Verzweiflung wächst, ich finde das ganze Projekt doof, lösche alles schnell von meiner Festplatte, bevor jemand mein Geschreibsel noch liest, und fange ganz von vorne mit einem neuen Projekt an …

Raus aus dem Rampenlicht

Lange Zeit dachte ich, mein Problem sei, dass ich einfach nicht plotten kann. Oder ich könne einfach keine Figuren entwerfen, die einen Roman tragen. Dabei hatte ich doch so viel Zeit und Mühe investiert, um mir diese Dinge anzueignen.

Also kann es einfach nicht an diesen Punkten liegen. Es muss an dieser doofen Idee liegen. Kein Problem, ich habe ja viele neue Ideen, nehme ich eine von diesen.

Natürlich verläuft mein neues Projekt genauso wie das erste, denn ich mache genau den gleichen Fehler wieder. Es hat mich Jahre gekostet, diesen Fehler dingfest zu machen. Und dieser Fehler lautet: Ich habe mir nicht genug Mühe mit dem Plot hinter dem Plot gegeben.

Ja, es gibt einen geheimen Plot, die Handlung im Off, die nie ein Leser je zu sehen bekommt. Und eben weil der Leser den Plot hinter dem Plot nie lesen wird, hatte ich auch keine Lust, mich mit ihm zu beschäftigen. Stunden, Tage, Wochen oder sogar Monate in etwas investieren, was keiner je lesen wird? Das habe ich schon mit den Figuren gemacht. Jetzt auch noch mit dem Plot? Wozu?

Ganz einfach: Weil die Alternative lautet, dass ich Jahre damit verliere, einen Entwurf nach dem nächsten in den Sand zu setzen.

Die Geschichte des Schurken

Der Plot hinter dem Plot ist zu einem großen Teil die Geschichte des Schurken. Für viele Geschichten gilt, dass sie eigentlich gar nicht die Geschichte des Helden sind, aus dessen Perspektive sie häufig erzählt werden. Sie sind in Wirklichkeit die Geschichte des Schurken. Nur merkt das kaum einer.

Der Held ist vielleicht die Sympathiefigur. Wir leiden und fiebern mit ihm, lachen und weinen mit ihm. Aber der stille Arbeiter im Hintergrund, der das Geschehen in Gang setzt, ist der Schurke.

Der Schurke begeht den Mord, den der Ermittler aufklären muss. Der Schurke bastelt den Ring, sie alle zu knechten, auf Ewig zu binden. Der Schurke baut den Todesstern und tötet Onkel Owen und Tante Beru, so dass Luke ins All aufbricht und zum tollsten Jedi aller Zeiten werden kann. Ohne Schurken würde Luke Skywalker heute noch Rübenfelder bestellen.

So wichtig es ist, einen tollen Helden zu entwerfen und zu wissen, was er alles in meinem Roman tun wird und was er alles kann, umso wichtiger ist es, noch viel mehr von meinem Schurken zu wissen.

Was bisher geschah …

Ich muss also nicht nur die Motivation meines Schurken entwerfen, seine physiologische, soziologische und psychologische Dimension kennen. Ich muss auch noch wissen, welche Ereignisse alle dazu geführt haben, dass der Schurke so schurkisch ist, wie er nun einmal ist.

Für den Plot ist es unabdingbar zu wissen, wie sein Plan aussieht, welche Schritte er unternimmt, um dem Helden das Leben schwer zu machen und was er alles bereit ist, dafür zu riskieren.

Jede Handlung des Schurken muss auf Plausibilität und Effektivität abgeklopft werden, bevor ich mit dem Schreiben beginne, auch wenn diese Schritte der Handlung wahrscheinlich nie in den Romantext einfließen werden. Und dazu muss ich sie planen, genau so wie alle Teile, die der Leser im „offiziellen“ Stufendiagramm sieht.

Was noch so alles geschieht …

Aber mehr noch. Während ich die Geschichte meines Helden auf dem Weg zum Ruhm plotte, muss ich gleichzeitig auch wissen, was der Schurke so alles tut, um den Helden auf dem Weg zum Ruhm möglichst viele Steine in den Weg zu legen.

Das kann bedeuten, dass ich einen Nebenplot aufmache, also zwei Handlungsstränge in meinem Roman besitze, die der Leser sieht. Manchmal muss das aber nicht sein – oder sollte dies auch nicht so sein.

Ich muss mich stets ganz genau fragen: Ist es für die Geschichte, die ich schreibe, wirklich gut, wenn der Leser auch dem Schurken bei der Arbeit zuguckt? Häufig ist es spannender, die Taten des Bösewichts im Dunkeln zu lassen und nur deren Konsequenzen zu zeigen. Gerade im Krimi oder im Mystery-Roman wäre es meistens fatal, schon auf den ersten Seiten die Taten des Bösewichts zu erzählen, denn dann weiß der Leser ja schon, wer der Mörder ist oder worum es im Rätsel geht.

So oder so kann ich jedoch erst entscheiden, ob, was und wie viel ich vom Bösewicht im Roman enthülle, wenn ich seine Geschichte auch wirklich kenne. Und deswegen gilt es, neben dem Plot, der für die Augen des Lesers bestimmt ist, den Plot hinter dem Plot zu plotten, den Top-Secret-Plot.

Das ist viel Arbeit, die sich aber am Ende bezahlt und macht und noch mehr Arbeit – und Frust – erspart.

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28 Antworten auf “Top Secret: Der geheime Plot”

  1. Wäre ich Kosh würde ich sagen: „Ja.“

    Bin ich aber nicht. 😉

    Was mir bei meinem unbewussten TS-Plot Plotten aufgefallen ist, ist folgendes: Es handelt sich dabei noch nicht mal um den Schurken. Um ein bekanntes Beispiel zu nennen: Ich wollte die Geschichte von Luke erzählen und habe die ganze Zeit die von Obi-Wan zu Papier gebracht, weil ohne Obi-Wan kein Luke. Zumindest kein Jedi-Luke. Und die Geschichte vom Farmer-Luke hätte wohl niemand interessiert. Nun habe ich also die Geschichte um Obi-Wan und seinen Antagonisten, nennen wir ihn Darth Thorn-Face, in groben Zügen runtergehackt. Über Jedi-Luke, über den ich eigentlich schreiben wollte, weil der eigentlich mein Held ist, habe ich noch nichts geschrieben, ausser ein paar notierten Ideen … Und dem Endkampf zwischen Jedi-Luke und dessen Antagonisten, den wir einfach mal den „Dunklen Kaiser“ nennen.

    Obi-Wan und Darth Thorn-Face bekloppen sich irgendwann. Aber das ist nur der Grundstein. Der Höhepunkt ist die Klopperei zwischen Jedi-Luke und dem Dunklen Kaiser. Bis zur ersten Klopperei steht es einigermassen, dann kommt das „Phantasische Nichts“, und dann hauen sich JL und DK die Hucke voll.

    Fällt das auch unter „Top Secret Plot“? 😉

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    1. Ich glaube, was du beschreibst, sind eher ausführliche Biografien deiner Figuren. Diese haben natürlich auch etwas mit dem Plot hinter dem Plot zu tun. Ich vermute, deine Schwierigkeiten rühren daher, dass du die einzelnen Phasen (Figurenentwicklung, Plot-hinter-dem-Plot, Plot, Stufendiagramm, Schreiben des ersten Entwurfs) nicht richtig getrennt hast. Das Problem kenne ich gut.

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      1. Hmm, und wie trennt man das? Woher weiss ich, ob etwas noch in die Biografie oder schon in den Plot gehört? Wenn eine der Figuren z.B. die Beinamen „Der von den Steinen ist“ und „Der mit den Steinen spricht“ hat, dann darf/soll/kann/muss das unter Umständen ja auch in die Geschichte einfliessen. Die Grenze zu ziehen erscheint mir da einerseits schwierig und andererseits willkürlich. Letztlich entscheide ich, schon klar, aber nach welchen Kriterien?
        Ich bin frei darin, auch klar. Aber bevor ich eine Regel brechen kann muss ich sie beherrschen. Alles andere erscheint mir als Ausflucht, sich nicht mit den Regeln beschäftigen zu wollen. Zumindest kommt es mir von Zeit zu Zeit so vor.

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        1. Der Plot ist wirklich nur das, was der Leser unbedingt sehen muss, um eine spannende Handlung zu erleben. Frage dich einfach bei jeder Info, ob sie absolut notwendig ist. Wenn nicht, gehört sie in die Biografie. Falls doch, dann gehört sie ins Stufendiagramm.

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  2. Huff! Noch ein Grund mehr für mich gar nicht erst wieder mit dem Plotten anzufangen. Die Arbeit mache ich dann doch lieber im Nachhinein und schaue, wo mich meine Charaktere und Geschichte hinführen. So wird mir wenigstens auch nicht langweilig beim Schreiben.
    Nun muss ich nur noch die letzten Kapitel schaffen und dann kann ich auch endlich überarbeiten und mir die ersten Kommentare anhören. Zumindest bei Kurzgeschichten weiß ich: beim Plotten kommt bei mir nur Mist raus. – Dennoch bewundere ich immer wieder die, die damit richtig tolle Romane hinbekommen. Meine Welt ist es allerdings nicht und ich finde es SEHR schade, dass dies in vielen Schreibratgebern nicht berücksichtigt wird und stets von einem MUSS des Plottens die Rede ist anstelle von „das kannst du machen – aber am Wichtigsten ist, dass du deinen Weg findest“.

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    1. Hallo,

      ich vermute, dass man auch als Discovery-Writer nicht um das Plotten herumkommt. Selbst als Outliner merke ich nach dem ersten Entwurf, dass es noch tausend Dinge gibt, die ich ändern muss, damit die Handlung stimmt. Ich vermute, dass das Problem für Discovery Writer noch viel drängender ist – nur dass das erste Plotten nach dem Schreiben des ersten Entwurfs beginnt.

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      1. Huhu,

        also bislang habe ich nicht das Gefühl. Ich brauche noch etwa 1/4 in meinem Roman (geschätzt natürlich) und habe bislang nur sehr, sehr grobe Eckpfeiler. Vor einem Kapitel ist mir wieder was neues dazwischen gekommen, was ich vorher nicht bedacht hatte usw. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich danach noch viel plotten werde, wenn alles fertig ist. Ich weiß, dass ich etwa drei Kapitel am Anfang etwas umschrieben muss. Die drei, weil sie eine andere Perspektive haben und in zwei oder drei Kapiteln muss ich zwei oder drei Szenen umschreiben, weil ich mich nun dafür entschieden habe, dass mein Hauptcharakter eine Person früher kennt, als geplant und somit die Handlung spannender wird aber es ansonsten passt – nur diese Anmerkungen müssen geändert werden. Ansonsten habe ich vor allem an der Sprache, Ausdruck usw. zu feilen. Natürlich auch ob etwas langatmig ist usw. Aber der Grundplot funktioniert bislang besser als ich je für möglich gehalten hätte und das gerade dadurch, dass ich einfach drauf los schreibe und nur irgendwo am Horizont ein Licht blinken sehe, auf das ich mich wahrscheinlich zu bewegen möchte, wenn mir unterwegs kein interessanteres Licht den Weg weist.

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  3. @Eluin: Ich gewinne den Eindruck, auch kein Plotter zu sein. jedenfalls scheint mir das Discovery-Writing“ näher zu sein. Oder ich bin einfach nur zu faul zum Plotten. 😉
    Worum’s mir geht: Ich glaube es schadet nicht, wenn man sich mit Plotten, Diagrammen, etc. beschäftigt. Obwohl ich denke, dass das nicht meins ist, denke ich, dass ich von all diesen Dingen etwas mitnehmen kann. Einfach nur schon zu wissen, was für unterschiedliche Möglichkeiten es gibt „den Stoff“ in den Griff zu bekommen empfinde ich als Gewinn. Ich würde all diese Möglichkeiten also nicht einfach abtun. Auch nicht unbedingt übernehmen, aber zumindest eines Blickes (oder deren zwei) würdigen.

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    1. Da hast du vollkommen Recht. Eigentlich geht es ja nur um eins: Der Leser muss am Ende ein strukturiertes Werk in die Hände bekommen. Alles andere langweilt ihn. Ob du die Strukturen nun vor dem Schreiben des ersten Entwurfs anlegst und dich dann nach ihnen richtest oder ob du erst drauflos schreibst, um dann hinterher das Geschriebene zu strukturieren, spielt eigentlich keine Rolle. Kennen muss man die Strukturen auf jeden Fall.

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      1. Japp. Ganz genau! Das finde ich ebenso wichtig. Wie soll ich meinen Weg schließlich finden, wenn ich nicht weiß, wohin die anderen Abzweigungen führen? Ich finde als einziges Schade, wenn in sämtlichen Schreibratgebern das Plotten (und alles was drum rum hängt) als einzige, wahre Möglichkeit präsentiert wird, so dass grade Neulinge das Gefühl haben so schreiben zu müssen und nicht abweichen zu dürfen. Natürlich sollte man diesen Weg ausprobieren, aber ich denke grade bei denen, wo es nicht klappt, sollte man auch darauf hinweisen, dass es andere Möglichkeiten gibt und diese nicht komplett verteufeln. Wie man dann am Ende schreibt bleibt dann ja jedem selbst überlassen. Wichtig ist eben das Ergebnis, da geb ich euch vollkommen recht.
        Nur ich habe bei mir selbst gemerkt, wie sehr ich mich grade durch dieses „du musst plotten“ selbst über Monate blockiert habe und nicht weiter kam, bis ich das begriffen hatte. Und ich denke das muss doch wirklich nicht sein. 🙂

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  4. „Frage dich einfach bei jeder Info, ob sie absolut notwendig ist. Wenn nicht, gehört sie in die Biografie. Falls doch, dann gehört sie ins Stufendiagramm.“
    So eine Art Ja-Nein Weiche für jede mögliche relevante Frage/Information wäre doch praktisch. Gibt’s irgendwo eine Liste mit solchen Ja/Nein Fragen? Dann könnte man die ja in ein Stück Software giessen. 😉 Ich meine fast es gibt sowas, angelehnt an die „verdammt guter Roman“ Bücher von Sol Stein. Aber in dieser Zen-artigen Klarheit und Einfachheit gibt es meines Wissens noch nichts.

    Oder stelle ich mir das zu einfach vor?

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    1. Ich könnte mir nichts in dieser Richtung vorstellen, da es einfach auch keine klaren Regeln geben kann. Vieles ist auch Geschmacksfrage. Vor allem aber ist die jeweilige Entscheidung viel zu stark an den konkreten Text gebunden. Lies einfach aufmerksam unter diesem Aspekt noch einmal dein Lieblingsbuch und frage dich, welche Informationen über eine Figur der Autor einbringt und welche nicht.

      Zweite Methode: Gib deinen Text Testlesern.

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      1. Eloin, das was du schreibst, erinnert mich stark an meine erste Erfahrung mit dem Romanschreiben. (Was nicht heissen soll, dass du das nicht besser hinkriegst als ich.) Ich hab damals an einem Schreibmarathon teilgenommen. Einfach drauflosschreiben. Das war ziemlich berauschend und hat echt Spass gemacht. Aber dann …
        musste ich umdenken. Wieso? Nun, weil die Tiefe fehlte. Die Geschichte war nicht dreidimensional. Ich hab sie mir dann selbst nicht abgekauft und den Figuren fehlte das gewisse Etwas.
        Wenn du deine Geschichte jedoch so – auf Anhieb – hinkriegst, dann gratuliere ich dir.

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  5. Hallo Marcus,

    ein eher technisches Detail zur Umsetzung mit dem geheimen Plot ist mir noch ein kleines Rätsel. Wie ausführlich wird das OFF beim Thrillerplotten im Stufendiagramm ausgeführt, auch wenn ich einzelne Schritte des Schurken dem Leser im offiziellen Plot zeige?

    In seinem Buch über den Detektivroman führt James N. Frey dieses OFF im Stufendiagramm sehr ausführlich und sehr detailliert aus. In seinem Buch über den Thriller erwähnt er es mal kurz und behandelt es eher stiefmütterlich. Er führt dort die Geschehnisse im OFF, in seinem beispielhaften Stufendiagramm, nur ein einziges mal an, und fährt dann den offiziellen Plot weiter, ohne noch einmal detailliert auf die Geschehnisse im OFF einzugehen.

    Darf ich die beiden Genres, Krimi und Thriller, in diesem Fall nicht vergleichen oder muß ich im OFF beim Thrillerplotten genauso detailliert vorgehen, wie im Detektivroman? Oder ist das beim Thriller nicht so detailliert notwendig, da ich sowieso einen zweiten Handlungsstrang mit den Taten des Schurken eröffne? Oder liegt das an mir, und ich habe irgendetwas nicht richtig verstanden?

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    1. Ich habe die Weisheit auch nicht mit Löffeln gegessen, aber ich denke, du hast recht mit deiner Beobachtung, dass der Krimi mehr Plot hinter dem Plot benötigt als der Thriller. Im Einzelfall kann es ausnahmen geben, aber im Prinzip ist das so.

      Eine Schreibdozentin von mir, die lange Zeit fürs Radio Krimis verfasst hat, meinte, dass in ihrer Redaktion immer zwei Teams an einem Krimi saßen: eines, das den Plot für den Mord ausarbeitet (also den Plot hinter dem Plot, den nie jemand zu hören bekommt) und eines, das die Krimihandlung ausarbeitet.

      Natürlich hat nahezu jeder Roman einen Plot hinter dem Plot, weil dem Leser ja nicht immer alles gezeigt wird. Aber im Krimi ist es auch noch mal wichtiger, diesen Plot auch wirklich auszuarbeiten, weil er halt wasserdicht sein muss und Material für den Plot, den der Leser sieht, liefert.

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      1. Bisher habe ich meine Projekte immer im Freestyle geschrieben. Einfach der Kreativität vertraut und später beim Überarbeiten dementsprechende Löcher gestopft, die mir noch aufgefallen sind. Den fertigen Text einem kritischen Leser gegeben…irgendwann war’s fertig.

        Die Konzepte in Frey’s Büchern haben mich neugierig gemacht und ich freue mich darauf, diese mal auszutesten. Ich denke die Praxis wird es weisen. Letztendlich werde ich das Ganze mit dem Stufendiagramm und dem geheimen Plot so konzipieren müssen, wie es für mich als Schreiber während dem Bearbeiten durchschaubar bleibt. Und später hoffentlich ebenso für den Leser.

        Wenn die Geschichte unter verschiedenen Schreibern aufgeteilt wird, wie jene Schreibdozentin die Du erwähnst, stelle ich mir das eher hinderlich vor. Viele Köche…usw. – aber man lernt nie aus 🙂

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        1. Klar, jeder muss seinen eigenen Weg finden. Es gibt bestimmt auch Autoren, die ohne den Plot hinter dem Plot auskommen.

          Bei Drehbüchern, bzw. Hörspielmanuskripten ist es durchaus üblich, dass mehrere Leute an einem Text arbeiten. Für Film, Fernsehen und Radio müssen arbeiten immer unter Zeitdruck geleistet werden. Das schafft dann einer allein meistens nicht.

          Abgesehen davon habe ich ehe die gegenteilige Erfahrung gemacht.

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  6. Dieses „Meta“-Plotting lässt sich vorzüglich mit dem Worldbuilding vergleichen. Selbst wenn man ins Detail ein Universum erschaffen hat, bekommt der Leser nur einen unter der Storylupe vergrößerten Teil des ganzen zu sehen, und dadurch wirkt es lebendig, nicht so wie das berühmte, zweidimensionale „Bühnenbild.“ Die gleichen Regeln gelten für das Plotten.

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