Perfekte Lektüre für Fans von Joss Whedons Avengers: The Ultimates

Wer wie ich nach Joss Whedons „Marvel’s The Avengers“ begeistert aus dem Kino getaumelt ist, will bestimmt mehr. Eigentlich kein Problem, denn es gibt haufenweise Avengers-Comics, mehr als ein Mensch in seinem Leben lesen kann. Nach Whedons herausragend verfilmter Superheldenklopperei war ich bereit, mal wieder einen Blick in ein  Avengers-Comic zu werfen und bin auch tatsächlich auf eine Perle gestoßen, die ich jedem Kinobesucher, der nicht auf Iron Man 3 warten möchte (geschweige denn auf Avengers 2), ans Herz legen kann: Mark Millars „The Ultimates“.

Nick Fury, Chef des militärischen Super-Geheimdienstes der USA S.H.I.E.L.D., will für alle Fälle gerüstet sein und ein Superheldenteam zusammenstellen, das in seinem Auftrag unterwegs ist. Für seinen Plan tut er sich mit Tony Stark, auch bekannt als Iron Man, zusammen. Nach und nach überzeugen die beiden Bruce Banner (Hulk), Henry Pym (Ant-Man) und seine Frau Janet (Wasp), mit ins Boot zu kommen. Kurzerhand tauen sie noch Captain America auf, der seit den 1940ern im Ewigen Eis verschollen war.

Nur Thor, der als Hippie-Aktivist die Menschen vor sich selbst bewahren will, weigert sich mitzumachen, wenn der Präsident (der mehr als eine leichte Ähnlichkeit mit George W. hat) nicht die Ausgaben für Entwicklungshilfe verdoppelt.

Doch das Team steht auf tönernen Füßen. So ganz grün sind sich die Individualisten nicht, weswegen Bruce Banner zu einer verzweifelten Maßnahme greift und sich das Supersoldaten Serum injiziert, das auch einst Captain America erschuf. Prompt wird er zum Mega-Hulk und beginnt damit, Manhattan in Schutt und Asche zu legen. Die Ultimates müssen ihn bändigen und haben so ihren ersten Einsatz, der sie als Team zusammenschweißt und pressewirksam die neuen Helden bekannt macht.

Klingt nach recht gewöhnlichem Superhelden-Garn? Nun ja. Was die Story für jemanden, der gerade „The Avengers“ im Kino gesehen hat, so amüsant macht, sind die Details: Nick Fury sieht Samuel Jackson verflixt ähnlich. Wahrscheinlich haben es die meisten vergessen, aber eigentlich war Nick Fury in der guten alten Zeit ein muskulöser hellhäutiger Typ mit grauen Schläfen und Zigarre. In diesem Comic ist er das allererste Mal ein farbiger Glatzkopf.

Damit hören die Ähnlichkeiten zum Kinofilm nicht auf. Auch Tony Stark hat verblüffende Ähnlichkeit mit Robert Downey Jr., sowohl was sein Aussehen, als auch seine Attitüde angeht.

Der Humor im Comic ist nicht ganz der des Films, aber doch feinsinnig und pointiert. Er lässt die Story zu einem echten Lesevergnügen werden. Er glänzt vor allem in einer Sequenz, in der die Ultimates mit Nick Fury zusammensitzen und sich überlegen, welcher Schauspieler denn in einer Verfilmung ihre Teams die jeweiligen Rollen übernehmen sollten. Ein Schenkelklopfer!

Beim Lesen von „The Ultimates“ schleicht sich das Gefühl ein, ein alternatives Drehbuch zu Joss Whedons „The Avengers“ zu lesen. Dazu muss man wissen: „The Ultimates“ ist zuerst 2002 erschienen, „Iron Man 1“ kam 2008 in die Kinos und präsentierte in der Szene nach dem Abspann der Welt einen Nick Fury, der von Samuel Jackson gespielt wurde.

All dies ist kein Zufall. Kevin Feige hat ganz offiziell „The Ultimates“ zum Steinbruch für den „The Avengers“-Film erklärt. Trotzdem drängt sich der Eindruck auf, dass Mark Millar schon ein bisschen mehr über die Film-Pläne gewusst haben muss, denn die Ähnlichkeiten sind teilweise einfach zu verblüffend. Dank der Ironie und des feinen Humors wird diese Ähnlichkeit in eine Stärke verwandelt, die sonst leicht auch zur Langeweile hätte führen können.

Nun ist „The Ultimates“ kein Geheimtipp, sondern ein Bestseller in der Szene, der schon eine Weile zurückliegt. Aber anlässlich der Verfilmung ist er auf entsprechenden Websites wieder in aller Munde.

Als etwas weniger versierter Comicleser wird man schnell mit einer Vielzahl von „Ultimate“-Titeln verwirrt, wenn man nicht richtig danach sucht. Also am besten ins Fachgeschäft gehen und nach dem Comic von Mark Millar und Bryan Hitch fragen oder bei der Suche im Netz wirklich darauf achten, dass auf dem Cover nur „The Ultimates Vol. 1: Superhuman“ steht, NICHT so was wie „Ultimate Avengers“, „Ultimate Thor“ etc. Leider gibt es beim deutschen Panini-Verlag eine Menge Comics mit „Ultimate“ und „Avengers“ im Titel, aber die haben alle nichts oder nur wenig mit der ursprünglichen Serie von Mark Millar zu tun. Man muss den Comic schon im Original lesen.

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