Top 10 TV Serien für Romanautoren

Nach dem Schreiben und dem Lesen ist meiner Meinung nach einer der besten Wege, seine Schreibmuskeln zu trainieren, das aufmerksame Sehen von qualitativ hochwertigen TV-Serien. Gut gemachte Serien, die staffel- oder sogar serienübergreifende Handlungsstränge und Figurenentwicklung haben sind nahe dran am Roman.

Außerdem prägen TV-Serien die Konsumgewohnheiten des Publikums, ob wir das nun gut oder schlecht finden. Wer als Romanautor also für ein breites Publikum schreiben möchte und sich im SF-, Fantasy- und/oder Horror-Genre zu Hause fühlt, kann zur Fortbildung einen analytischen Blick auf folgende Serien(-klassiker) werfen (und hat ganz nebenbei eine gute Ausrede, vor der Glotze abzuhängen):

10. Game of Thrones

Fällt mir bestimmt gerade ein, weil ich sie zuletzt gesehen habe. Viel muss ich zu dieser Adaption der „Das Lied von Eis und Feuer“-Romane von George R.R. Martin wahrscheinlich nicht sagen.

Ich muss gestehen, dass ich nicht so ganz damit warm werde, ähnlich wie mit den Romanen, obwohl ich alle anderen Werke, vor allem „Fiebertraum“ von Martin absolut grandios finde.

Trotz meiner Vorbehalte gegen diese epische Form der pseudohistorischen Intrigengeschichte (ich frag mich halt, wieso Martin nicht gleich einen historischen Roman über den Rosenkrieg geschrieben hat), hat die Serie einige lohnenswerte Aspekte. Die Figurencharakterisierung und die Plotentwicklung sind so herausragend, wie man sie von einem so guten Autor wie Martin erwarten kann. Auch die Drehbuchautoren haben daran nichts verschandelt und die Schauspieler geben allesamt ihr Bestes.

Die Produktion ist ein Genuss: Bühnenbauten, Kostüme und Special Effects sind kinoreif, der Soundtrack ist gelungen. Hier gibt es nichts zu meckern, wenn man halt das Genre mag. Dafür, dass die Serie nicht so ganz mein Thema ist, kann ja keiner was. Und ich habe trotzdem viel beim Gucken der Serie über Figurencharakterisierung und Plotten gelernt.

9. X-Files (Akte X)

Viele Folgen dieser 1990er-Jahre-Serie wirken heute ein wenig altbacken. Trotzdem beinhalten wenigstens die Staffeln zwei bis sieben geniale Folgen mit wirklich tollen Plots. Nahezu jedes Thema, das einen SF-, Mysrery- oder Horrorautor interessierten könnte, wird in Akte X wenigstens einmal aufgegriffen. Somit ist die Serie ein riesige Ideenpool für jeden Autor, der sich in diesen Genres tummelt.

Die Hauptfiguren Scully und Mulder sind sehr gut konzipierte Perspektivfiguren, die es sich zu analysieren lohnt, um herauszufinden, wieso sich die Serie immerhin neun Jahre lang gehalten und schon zwei Kinofilme hervorgebracht hat (und noch ist die Hoffnung nicht ganz vergebens, dass es auch noch einen dritten geben könnte).

Beachtenswert ist auch, dass X-Files gleichzeitig eine Figuren- wie auch Plotgetriebene Serie ist. Sogenannte Monster-of-the-Week-Einzelepisoden funktionieren genauso, wie die Folgen, die Puzzleteile im großen, Staffelübergreifenden Plot um die außerirdische Verschwörung sind. Jeder Autor einer Romanserie sollte hier einen Blick riskieren, um sich die eine oder andere Inspiration zu verschaffen. Am Serienfinale sollte man sich jedoch lieber kein Beispiel nehmen.

8. Twin Peaks

David Lynchs Ausflug ins Fernsehen kann man heutzutage nicht ganz würdigen, wenn man die Fernsehkultur der 1980er Jahre nicht erlebt hat. Lynch und seine Ko-Autor Mark Frost gelingt es hier, eine skurrile Parodie der Soap-Operas und Krimi-Serien dieser Zeit mit Gesellschaftskritik und einem spannende Mystery-Plot zu verbinden.

Diese Serie funktioniert auf so vielen Ebenen gleichzeitig, dass sie fast schon zu anstrengend ist, um Unterhaltung zu sein, aber gerade deswegen ist sie besonders lohnenswert. Auch hier ist das Finale der Serie das Uninteressanteste, was beweist, wie falsch es von den Studiobossen war, Lynch dazu zu verdonnern, einen Mörder zu präsentieren. Auf eindrucksvolle Weise bewies Twin Peaks bis zur zweiten Staffel, dass das Spannende an einem Krimi nicht das Enthüllen des Mörders ist, sondern die Suche nach Antworten und die Beobachtungen, die man auf dem Weg dorthin machen kann.

7. Heroes

Meiner Ansicht nach eine viel zu früh eingestellte und vollkommen unterschätzte Fernsehserie. Das Storytelling war zugegebenermaßen ab der zweiten Staffel ein wenig abgefahren, aber die Figurenentwicklung gelingt den Autoren über die gesamte Serie hinweg hervorragend. Der originellste Blick auf das Superheldengenre schlechthin, wenn man mich fragt, gleichzeitig spannend und auch ein wenig augenzwinkernd.

Aber Heroes ist nicht nur für Superhelden-Fans interessant, sondern (ähnlich wie „Game of Thrones“) für alle Autoren, die Interesse daran haben, große Plots mit vielen Figuren zu erzählen. Außerdem finde ich es sehr gelungen, wie zahlreiche Pop-Kultur-Regerenzen gelungen in die Geschichte teilweise sogar als zentrale Plot-Elemente eingebunden wurden.

6. Supernatural

Während die erste Staffel noch sehr episodisch ist, entwickelt sich auch in dieser Horror-Serie ein Metaplot, dem es sich zu folgen lohnt, weil er – neben vielen anderen gelungen Elementen – eine der spannendsten Figurenentwicklungen des Unterhaltungsfernsehens zu bieten hat. Schrittweise tauschen die beiden Hauptfiguren schrittweise ihre Rollen im Verlauf der Serie.

Während zu Beginn der Geisterjäger wider Willen Sam Winchester eine Ausgeburt an Pflichtbewusstsein und moralischer Korrektheit ist, verstrickt er sich mit der Zeit zunehmend in Widersprüche, die ihn auf die dunkle Seite der Macht wechseln lassen. Sein draufgängerischer Bruder Sam hingegen, der eigentlich die Grauzonen liebt, muss dadurch zunehmend vernünftiger werden, wodurch sehr interessante Konflikte entstehen.

Das Ganze wird so subtil und plausibel umgesetzt, dass man sich irgendwann die Augen reibt und gar nicht mehr so genau sagen kann, wie die Autoren das überhaupt gemacht haben, wenn man nicht sehr aufmerksam hinguckt.

Sehr gelungen sind auch die eher humorvollen Folgen, in denen Autoren, Regisseure und Schauspieler immer wieder die Metaebene suchen und nicht nur sich, sondern sogar die ganze Filmindustrie und das Geektum gleichermaßen liebevoll wie respektlos durch den Kakao ziehen.

5. Star Trek: Enterprise

Die diversen Star-Trek-Serien sind ja praktisch schon ein Genre für sich und auf ihre Art und in ihrer Zeit sind sie alle sehenswert. Mir persönlich hat Enterprise sehr, sehr gut gefallen, da hier an einigen Stellen ausgetretene Pfade verlassen wurden und trotzdem die klassischen Star-Trek-Elemente, wie moralische Dilemmata und das Behandeln grundlegender menschlicher Fragen, beibehalten wurde (ganz im Gegensatz zu den Behauptungen vieler Kritiker, die die Serie offensichtlich nie ganz gesehen haben).

Hinzu kommt das spannende Verhältnis zwischen Vulkaniern und Menschen, das die Serie leitmotivisch durchzieht und neue Perspektiven auf das Star-Trek-Universum eröffnet.

4. Smallville

Ich habe mich ja schon an einigen Stellen als Superman-Enthusiast geoutet. Smallville ist meiner Meinung nach die beste Fernsehserie, die sich je der Figur angenommen hat. Konsequent und vor allem sehr liebevoll arbeiten die Autoren hier die zentralen Themen der Comics heraus und verleihen ihnen durch eine Konzentration auf den Werdegang Clark Kents einen vollkommen neuen Glanz.

Vor allem die ersten Staffeln sind zwar massiv auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten und teilweise sehr comichaft. Beides muss man mögen. Kann man sich damit anfreunden, erhält man eine solide geschriebene Serie, in der es in zahlreichen Variationen darum geht, wie schwierig es ist, stets das Richtige zu tun. Eine kleine unterhaltsame Studie zum Thema Moral, wenn man so will. Und eine gute Quelle für Ideen und Themen für Autoren von Jugendbüchern.

Die Autoren der Serie nutzen den Kontrast zwischen Clark Kent und Lex Luthor, um das zentrale Thema um Macht und Verantwortung zu entwickeln. Ganz nebenbei kommt dabei einer der interessantesten Figurenentwicklungen des amerikanischen Unterhaltungsfernsehens heraus: Lex Luthors Abstieg zum Bösewicht ist eine lange Geschichte gescheiterter guter Absichten, die so geschickt geschrieben wurde, dass seine Handlung vollkommen plausibel erscheinen und man sich unweigerlich bei dem Gedanken ertappt: „Oh, Mann, an seiner Steller wäre ich auch zum größten Comic-Bösewicht aller Zeiten geworden.“

3. Alias

Tja, ich kann wohl kaum verbergen, dass ich ein Fan der Arbeiten von J.J. Abrams bin. Die Agenten-Serie „Alias“ bietet in den ersten vier Staffeln meiner Ansicht nach auf allen Ebenen hervorragendes und mordsmäßig spannendes Fernsehen. Normaleweise bin ich nicht so begeistert vom Superspy-Genre, aber Abrams und seinen Autoren gelingt es, auf dem schmalen Grat zwischen Mystery und Soap-Opera zu balancieren, um so rasante Agentenstorys mit ganz persönlichen Beziehungsgeschichten zu verknüpfen. Dank vieler einfallsreicher Action-Szenen ist eigentlich für alle was dabei.

Schade nur, dass man nach der vierten Staffel nicht den Absprung gewagt hat. Die fünfte ist nicht wirklich schlecht, kann jedoch mit der herausragenden Qualität der ersten vier Staffeln nicht mithalten. Eindeutig ist auch das Ende der vierten Staffel ein Serienfinale und die fünfte zieht sich in der Mitte ganz schön, um dann allerdings doch noch ein sehenswertes Serienfinale hinzulegen.

Studierenswert ist die Serie (neben den genannten Aspekten), weil J.J. Abrams der Meister der überraschenden Wendungen, Cliffhanger und des McGuffins ist. Praktisch jede Folge, aber auch der Metaplot der Serie liefert hier zahlreiche Anschauungsobjekte.

2. Fringe

Fringe hat es ja nicht leicht. In Deutschland scheint die Serie recht erfolgreich zu laufen, in den Staaten jedoch kämpft sie von Staffel zu Staffel ums Überleben. Oft wird sie als bloßer Akte-X-Nachfolger gering geschätzt. Als X-Files-Fan kann ich dazu nur sagen: So what?

Die Gemeinsmakeiten zur großen Mystery-Serie der 1990er besteht eigentlich nur darin, dass das FBI und Monster-of-the-Week-Folgen in Fringe eine Rolle spielen.

Gewährt man der Serie eine Chance, findet man viele eigenständige Ideen und Elemente, die diese SF-, Mystery- und Horror-Serie ausmachen. Fringe dürfte die zur Zeit wohl experimentellste Mainstream-TV-Serie sein, die mit großem Aufwand und Mut das Ungewöhnliche wagt.

Die eigentliche Stärke von Fringe liegt – wie bei den anderen J.J. Abrams Serien auch – in der Verknüpfung von persönlichen Geschichten und einem großen Mystery-Meta-Plot, der für den regelmäßigen Zuschauer eine starke Zugspannung entwickelt.

1. LOST

LOST ist eine epische Fantasy-, SF-, Horror-, Mystery-Soap-Opera-Geschichte und gleichzeitig so etwas wie eine ironische Antwort der Serienproduzenten auf das Dschungelcamp. Überhaupt ist es fast schon ein Erkennungszeichen von LOST, dass die Autoren fast in jeder Folge die Metaebene mitbedienen, sei es durch augenzwinkernde Kommentare, musikalische Anspielungen, philosophische Diskussionen oder Easter-Eggs.

LOST hat die wohl besten Drehbücher aller Zeiten, was die Figurenentwicklung, Erzählperspektive und Plotentwicklung angeht. Über die sechste Staffel kann man meinetwegen streiten, das Finale hat vielen die Serie verdorben, ich kann damit gut leben. Die zentralen Themen der Serie – Psychologie, Spiritualität und Wissenschaft – werden im Finale zusammengeführt, das hat sich von Beginn an angedeutet. Man kann das mögen oder auch nicht, letztlich ist es konsequent.

Die wesentliche Stärke von LOST liegt für mich in der Darstellung von Perspektiven. Die stärksten Folgen sind für mich jene, in denen die selben Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt werden und dem Zuschauer immer wieder eigene, neue Interpretationsmöglichkeiten eröffnen, ohne ihm eine Deutung als die einzig wahre aufzudrängen. Ein Erzählprinzip, das weit über die Konventionen des Mediums Fernsehserie hinausreicht und LOST viel mehr sein lässt als pure Unterhaltung.

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13 Antworten auf “Top 10 TV Serien für Romanautoren”

  1. Hallo Marcus,
    für mich als Gerne-Seriengucker und Möchtegern-Autor ein interessanter Artikel, den du da verfasst hast. Ich bin äußerst gespannt auf die ersten fünf Plätze. Die hier vorgestellten betrachte ich mit gemischten Gefühlen.
    Game of Thrones habe ich noch nicht gesehen, daher kann ich dazu nichts sagen. Ist aber auf der Festplatte und wird bei Gelegenheit nachgeholt.
    Akte X ist damals an mir vorbei gegangen, da ich Pro 7 zu Blütezeit der Serie nicht empfangen konnte.
    Supernatural habe ich nach einigen Folgen aus der ersten Monster-der-Woche-Staffel bleiben lassen. Mal sehen, ob sich da irgendwann ein neuer Einstieg bietet.
    Twin Peaks ist lange her, die Details sind etwas verschwommen, aber erzählerisch ist es sicherlich einer der Vorläufer der heutigen Serienlandschaft. Das Ende war tatsächlich enttäuschend.
    Aber Heroes? Die erste Staffel war super, aber danach ging es meiner Meinung nach rasant bergab. Es wurden doch erhebliche logische Streckungen in Kauf genommen, um die Figuren alle im Spiel zu halten. (Abgesehen von den interessanten, die man getötet hat.) Und mit Sylar hat man einen übermächtigen Gegner geschaffen, dem eigentlich niemand etwas entgegen zu setzen gehabt hätte. Ich denke, die Serie hätte viel gewonnen, wenn sie ihrem ursprünglichen Konzept gefolgt wäre, in jeder Staffel eine neue Gruppe von Heroes in den Mittelpunkt zu stellen.
    Mal sehen, ob ich mich bei den Top-5 eher deiner Meinung anschließen kann.
    Viele Grüße
    Merlin.

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    1. Ich weiß, ich weiß, viele können mt Heroes nichts anfangen. Deswegen wurde sie ja auch recht schnell abgesetzt. Ich mochte sie sehr gerne. Mir gefielen die Figuren und die etwas abgefahrene Story sehr gut. Gerade die vierte Staffel war super. Aber Geschmäcker sind halt verschieden.

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  2. Eine interessante Liste, die ich so erstmal unterschreiben kann. Bin gespannt, was noch kommt.
    Ich finde übrigens auch, dass man Heroes gesehen haben sollte. Die erste Staffel war natürlich genial, bis auf das vergurkte Finale. Die zweite Staffel litt unter dem Autorenstreik.
    Weshalb man Heroes aber wirklich gesehen haben sollte, weil die Serie perfekt zeigt, welche Fehler man als Fantasy/SciFi-Autor vermeiden sollte. Z.B.: Idioten-Plot, also ein Plot, der nur funktioniert, wenn die Handelnden sich wie Idioten benehmen. Peter Petrelli hatte viel zu starke Fähigkeiten, deshalb haben ihn die Autoren in der ersten Staffel unterirdisch dumm gemacht, in der 2. hatte er dann sogar Amnesie. (Das könnte ein guter Merksatz sein: Wenn man als Autor einer Figur Amnesie geben muss, hat man versagt.)
    In der 3. Staffel wurden dann seine Fähigkeiten endlich abgeschwächt – zu spät.
    Dann kann man an Heroes auch sehr gut sehen, wie man sein Publikum nicht dazu bringt, einen Furz darauf zu geben, was auf der Leinwand passiert. Irgendwann ging es um nichts mehr, weil alles reversibel war. Entweder war man in einem Paralleluniversum, bei einer Zeitreise, oder Toten wurde das Blut von Unsterblichen Injiziert – Nichts hatte mehr irgendeine bleibende Konsequenz. Ich glaube, die letzte Folge, die ich ganz gesehen habe, war die, in der eine der besten Figuren der Serie eine Kugel in den Kopf bekam und dann zehn Minuten später wieder aufstand – ein vermeintlich schwerwiegendes Ereignis, das für einen kleinen Knallefekt innerhalb einer Episode verheizt wird. Wie gesagt, bin gespannt auf die Top 5! LG

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  3. Schöne Idee und schöne Liste. 🙂 Twin Peaks, Fringe, X-Files und Star Trek (TOS, TNG und DS9) würden sich auch auf meiner Liste finden. Bei LOST bin ich allerdings irgendwann ausgestiegen. Und bei Supernatural muss ich die Einschränkung machen, dass die ersten beiden Staffeln zwar großartig waren – danach wurde dann aber diese Engel vs. Dämonen Hintergrundgeschichte zu übermächtig und langweilig für mich.

    Zu meinen absoluten Favouriten gehören noch Doctor Who (ab dem 9. Doctor), The Black Adder (alle Staffeln), Primeval (Staffeln 1, 2 und 3 mit Einschränkungen) und Criminal Minds. Und alle Welt schwärmt mir von Firefly vor, die kenne ich noch nicht – steht aber auf der To-Watch-Liste.

    Und Du hast schon wieder Recht (dauernd sage ich, dass Du Recht hast, ob Du jetzt meinen Blog kommentierst oder ich Deinen) – Lesen bildet, Schauen aber auch. Und gerade aus guten (!!!!) Serien und Filmen kann man sehr viel über Dramaturgie lernen. Vom Spaß mal ganz abgesehen. 😉

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    1. Lost verlangt einen langen Atem, aber ein wenig Geduld lohnt sich. Dein Firefly ist mein Dr. Who. Werde ich mir irgendwann noch ansehen. Black Adder ist der Hammer, aber Comedy hab ich hier absichtlich rausgelassen, genauso wie Krimiserien. Sonst hätten hier noch unbedingt The Big Bang Theory und Castle und The Mentalist reingehört und Sherlock und …

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      1. Big Bang Theory, natürlich, wie konnte ich das vergessen. 😀

        Bei LOST habe ich einfach irgendwann aufgehört zu glauben, dass es irgendwann eine Erklärung gibt. Aber wenn es sie gibt… vielleicht gebe ich der Sache doch nochmal eine Chance. Der Anfang war ja sehr vielversprechend.

        Da Du Sherlock nennst – und ich daher davon ausgehe, dass auch Kurzserien zählen – kennst Du „The lost Room“? Gute kurze Mysterie-Serie, allerdings ist das Ende etwas unbefriedigend.

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    Grundsätzlich bin ich kein fleißiger Serienschauer und ignoriere seit Jahrzehnten regelmäßig einen Großteil der deutschen und amerikanischen Fernsehproduktionen vorsätzlich.

    Zu den wenigen Ausnahmen zählt die vielschichtige US-Polizeiserie ‚The Wire‘ (2002-2008), die ich vor einiger Zeit bei ARTE sporadisch verfolgt und mir nun lückenlos auf DVD zugelegt habe.

    ‚The Wire‘ spielt in den Straßen, Docks, Schulen, Behörden und Gerichtssälen der Ostküstenstadt Baltimore, Maryland. Und ist eine werkgetreue Literaturverfilmung aus der Feder des hochgelobten Schreibers und ehemaligen Polizeireporters David Simon, gleichzeitig Co-Drehbuchautor der Serie:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/the-wire-ein-balzac-fuer-unsere-zeit-1581949.html

    http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1666019/David-Simon-der-amerikanische-Seriengott.html

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    Autor Simon kennt Maryland und vor allem die Elendsviertel von Baltimore, das Dealen in den Hinterhöfen, aber auch den verfilzten, oft korrupten oder machtlosen Polizei- und Verwaltungsapparat aus erster Hand:

    Machtkämpfe, Neid und Missgunst unter den Dezernaten – Sitte versus Drogen versus Mordkommission versus Wasserschutzpolizei. Bestechliche Beamte, überforderte Staatsanwälte & Richter; ein berechnender Polizeipräsident, ein opportuner Bürgermeister und ein geschmierter Senator…

    Zwei weitere deutsche Kritikerstimmen aus den verg. Jahren:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hbo-serie-the-wire-beste-show-in-der-geschichte-des-tv-1510388.html

    http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/gesendete-literatur

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    Da in den einzelnen Episoden und Staffeln nach und nach eine Vielzahl an Personen in mehr oder minder tragenden Rollen auftauchen, ist es – jedenfalls beim allerersten Anschauen – nicht immer einfach, komplett den Überblick zu behalten.

    Zur besseren Orientierung für Neueinsteiger deshalb unten auf der Serien-Homepage eine Übersicht über mehr als 80 Charaktere aus verschiedenen Lagern:

    http://www.hbo.com/#/the-wire/cast-and-crew/index.html

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    Zwar haben sich die Macher der deutschen Ausgabe durchaus bemüht und viel Zeit in die Synchro investiert:

    http://blog.babbel.com/die-worte-sollen-aus-dem-mund-purzeln-uber-die-synchronisation-der-serie-the-wire-ins-deutsche/

    Dennoch verliert die Serie im Hochdeutschen und ohne Originalton an Atmosphäre und Intensität. Und dies gilt nicht nur für den schwarzen Slang auf den Straßen, sondern auch für die vergleichsweise akzentfreien und oft derben Dialoge unter den weißen Polizeiermittlern. Die Originalstimmen sind meist deutlich markanter als die deutschen Synchronsprecher.

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    Mittlerweile finden sich alle fünf Seasons bundesweit recht günstig bei verschiedenen Händlern im Angebot.

    Zum Beispiel bei JPC, nur 9,99 pro Staffel (Neuware) , ab 20 Euronen versandkostenfrei:

    http://www.jpc.de/s/the+wire+staffel

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    In den Staaten genießt die Serie mittlerweile Kultstatus. Wohl in kaum einer anderen TV-Serie wurden sowohl die Hauptfiguren als auch kleinste Nebenrollen (Junkies, Polizeispitzel, Penner, anonyme Alkoholiker, Hafenarbeiter…) durch die Bank derart perfekt besetzt. Und auch die Dialoge sind – im US-Original – eine Klasse für sich: lebendig, geistreich, sarkastisch, zynisch, derb-vulgär….

    http://www.slate.com/articles/news_and_politics/the_big_idea/2006/09/the_wire_on_fire.html

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