Meine Schreibmusik-Charts

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich lieber mit Musik oder ohne schreibe. Mal stelle ich fest, dass Musik die Konzentration fördert und das Schreiben beflügelt, mal stört mich Musik und ich brauche die Stille. Wenn ich Musik beim Schreiben höre, stammen die Tracks meiner Wiedergabeliste in der Regel von diesen Alben:

10. Wendy & Lisa: „Heroes“

Ich kann nur wärmstens die Originalmusik zur TV-Serie (nicht den Pop-Sampler!) von dem von mir sehr geschätzten Duo Wendy Melvoin und Lisa Coleman empfehlen. In den 1980er Jahren starteten sie ihre Karriere in der Begleitband von Prince „The Revolution“ und haben seitdem einen weiten Weg zurückgelegt. Mit dem Soundtrack zu „Heroes“ ist ihnen ein wirklich meisterhaftes Album gelungen, das sich mit seiner meditativen Stimmung und ungewöhnlichen Instrumentierung deutlich von gängiger Filmmusik abhebt. Die verträumte Atmosphäre, die sich irgendwo zwischen Brian Eno, der Filmmusik zu Blade Runner und New-Age-Musikern wie Andreas Vollenweider bewegt, zwingt mich geradezu zum Schreiben.

9. Harry Gragson Williams: „Number 23“

Ein unterschätzter Film mit einem mittelmäßigen Soundtrack. Die Musik ist kein großer Wurf, klingt wie bei den meisten Psycho-Thrillern, aber eben das macht sie zum Schreiben so geeignet. Ein schöne Klangteppich, der nicht zu sehr ablenkt oder aufregt.

8. Hans Zimmer: „Sherlock Holmes“ und „Sherlock Holmes: A Game Of Shadows

Was Williams‘ „Number 23“ fehlt, besitzen Zimmers Sherlock-Holmes-Soundtracks im Überfluss: unverwechselbaren Charakter. Zimmers Soundtrack ist Programmmusik vom Feinsten. Mit jedem Moment spürt man die Straßen Londons, die Pubs, das viktorianische England. Die Musik ist gleichzeitig düster, spannend, abwechslungsreich, bewegt und auch komisch. Für mich eine perfekte Mischung.

7. John Adams und andere: „Shutter Island“

Neben Orchestermusik finden sich auf diesem Album Klangkollagen und sogar eine Ambient-Nummer von einem meiner Lieblingsmusiker Brian Eno. Deswegen ist „Shutter Island“ auch zum Schreiben nur in Teilen geeignet, denn das komplette Album ist einfach nicht homogen genug. Aber die Teile, die sich eignen, sind super. Der Soundtrack weist die düster-unheimlichsten Klangteppiche auf, die ich jemals in einem Film gehört habe. Für das Schreiben von Suspense, Mystery, Thriller oder Horror perfekt.

6. Marco Beltrami: „I, Robot“

Einer meiner geheimen Lieblingsfilme und auch Lieblingssoundtracks. Einige zu laute, bewegte Tracks kann man getrost weglassen, unterm Strich weist „I, Robot“ aber sehr atmosphärische, romantische und nicht zu düstere Musik auf, die sich wunderbar als Begeleitmusik zum Schreiben von Mystery und Crime Noir eignet.

5. Michael Giacchino und andere: „Fringe“

Die Soundtracks zur Fernsehserie „Fringe“ eigen sich in Teilen ganz hervorragend  als Untermalung zum Schreiben von Mystery, Krimi, Thriller und Horror. Die bewegten Tracks sind manchmal etwas nervig, aber die kann man ja auf der Wiedergabeliste einfach weglassen. Auf den Höhepunkten weisen die „Fringe“-Soundtracks einzigartige Klänge auf, die eine wunderbare, paranormale Atmosphäre verbreiten.

4. James Newton Howards: „Signs“

Knight M. Shyamalans Film ist eine Alfred-Hitchcock-Hommage. Und so ist das auch mit dem Soundtrack. Zum Schreiben von allem, was Mystery und Suspense beinhaltet, sehr gut geeignet, vor allem (aber nicht nur), wenn Aliens darin vorkommen.

3. Hans Zimmer: „Batman“ und „Batman: The Dark Knight“

Zwei herausragende Filme mit zwei herausragenden Soundtracks. Wie auch schon Zimmers Musik zu den „Sherlock Holmes“-Filmen ist seine Arbeit für beide „Batman“-Streifen keine leichte Kost und deswegen teilweise etwas zu anspruchsvoll um „nur“ nebenbei zum Schreiben gehört zu werden. Andererseits kann man sich auch gut von Nolans und Zimmers kombiniertem Genie inspirieren lassen. Ich fühle mich mit dieser Musik im Hintergrund und den dadurch wachgerufenen Erinnerungen an die Filme angespornt.

2. Michael Giacchino: „LOST Season 1 bis 6“

Es wird Zeit, mich als LOST-Fan zu outen. Und ja, das Serienfinale war vielleicht nicht das, was sich viele erhofft haben, aber ich fand’s okay und es kann vor allem nicht sechs Staffeln wirklich herausragendes Storytelling und grandiose Charakterentwicklung zunichte machen. Giacchinos Musik, die das Spekturm der Serie zwischen Romantik und Horror nicht nur abdeckt, sondern auch in weiten Teilen erzeugt, ist für mich perfekte Schreibmusik. Die Ukulelen mögen nicht jedermanns Geschmack sein und passen nicht zu jedem Schreibprojekt (zu meinem jedenfalls gar nicht), aber die zu hawaiiigen Tracks blende ich einfach aus. Es gibt noch genug andere auf insgesamt über sechs CDs.

1. Michael Giacchinos „Super 8“

Okay, es dürfte klar geworden sein, dass ich ein Giacchino-Fan bin. Über diesen wunderbaren Soundtrack habe ich schon eine längere Rezension geschrieben.

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