Top 10 Horrorfilme

Horror und Thriller liegen als Genres nahe beieinander. Und da ich ein Fan von Thrillern und Krimis bin, gefallen mir auch im Horror-Genre Romane am besten, die eher an der Grenze zum Psychothriller kratzen, und weniger mit Scharen von Vampiren, Werwölfen und Dämonen aufwarten. In diesem Sinne – viel Spaß beim Entdecken:

10. Das geheime Fenster

Mort lebt in Trennung, hat sich in ein abgelegenes Haus zurückgezogen und leidet unter einer Schreibblockade. Zu allem Unglück taucht der seltsame Fremde Shooter auf und beschuldigt ihn des Plagiats. Und um gleich deutlich zu machen, wie ernst es ihm ist, killt Shooter Morts Hund – der Auftakt einer Mordserie.

Stephen-King-Verfilmungen genießen einen schlechten Ruf. Das liegt an einigen wirklich schaurigen Beispielen, aber ich denke, dass gerade neuere Adaptionen zu pauschal abgekanzelt werden.

9. Rosemaries Baby

Man sollte misstrauisch werden, wenn die Traumwohnung billig zu haben ist.  Rosemarie und Guy beziehen sie trotzdem. Sie finden beunruhigende Nachrichten, die ihre Vormieter hinterließen und die Nachbarn sind so freundlich, dass es unheimlich ist. Nach einem Dinner bei den Nachbarn wird Rosemarie bewusstlos und träumt, dass der Teufel sie vergewaltige. Am nächsten Morgen gesteht Guy ihr, dass er mit ihr geschlafen habe, um ihren Eisprung zu nutzen, obwohl sie weggetreten war. Als Rosemarie schwanger wird, ist sie sich nicht sicher, von wem das Kind ist …

8. Shutter Island

USA, 1954: Marshal Daniels muss mit seinem Partner das Verschwinden einer Patientin aus der Anstalt für psychisch gestörte Schwervebrecher auf Shutter Island untersuchen. Bald findet er heraus, dass an den Patienten Experimente durchgeführt werden. Daniels fühlt sich an seine Zeit als Soldat im KZ Dachau erinnert. Aber je länger die Ermittlungen andauern, desto verwirrender wird alles. Am Ende ist nichts, wie es am Anfang zu sein schien.

7. The Blair Witch Project

Eine Gruppe Studenten begibt sich für einen Dokumentationsfilm in den Wald bei Burkittsville (ehemals Blair), Maryland, um über den Kult der Blair-Hexe zu recherchieren. Keiner von ihnen hat es aus dem Wald geschafft. Das später geborgene Filmmaterial ihrer Kameras zeigt, wieso.

Der pseudodokumentarische Stil des Films ist der Star. „Blair Witch Project“ ist nur Wirkung und besitzt im Prinzip keine Handlung. Die Darstellung der Angst und der Abwärtsspirale in den Wahnsinn sind der eigentliche Plot.

6. Das Ding aus einer anderen Welt

John Carpenters bester: Wissenschaftler einer Forschungsstation in der Arktis stoßen im ewigen Eis auf ein aggressives außerirdisches Wesen, dass jede Form annehmen kann und sich virusartig fortpflanzt. Es beginnt ein blutiges Versteckspiel, bei dem sich niemand sicher sein kann, wer die Guten oder die Bösen sind.

5. Alien

So gut James Camerons Fortsetzung „Aliens“ auch ist, der erste Film von Ridley Scott ist meiner Meinung nach der beste der Serie. Am meisten fasziniert mich die Langsamkeit. Die für das Genre wichtige überraschende Wendung des Films geht dem heutigen Zuschauer mutmaßlich verloren, denn sie besteht darin, dass Alien sich über weite Teile als SF-Film präsentiert und als Horrorfilm endet.

4. Memento

Leonard versucht den Mörder seiner Frau zu finden. Das allein wäre schon schwer genug. Aber Leonard hat sein Kurzzeitgedächtnis verloren. Um trotzdem Fortschritte zu machen, tätowiert er sich seine Erkenntnisse auf den Körper. Es versteht sich von selbst, dass das nicht lange gut gehen kann.

Die beklemmende Wirkung erzielt der Film vor allem durch seine Erzählperspektive aus Leonards Sicht. So leidet der Zuschauer zunächst unter dem gleichen Gedächtnisschwund wie die Perspektivfigur, bekommt aber schnell mit, dass Leonard manipuliert und in die Irre geführt wird.

3. The Sixth Sense

Der neunjährige Cole ist verhaltensauffällig, weswegen sich der Kinderpsychologe Dr. Malcom Crowe um ihn kümmern soll. Es stellt sich heraus, dass Cole glaubt, von Geistern terrorisiert zu werden, die ihren Tod nicht wahrhaben wollen. Am Ende muss Dr. Crowe lernen, dass an der Sache mehr dran ist, als ihm lieb ist und die Rolle von Arzt und Patient kehren sich um.

2. Psycho

Bemerkenswert ist der Alfred Hitchcocks Psycho, da in der Mitte des Plots die Perspektivfigur stirbt und von da an die Handlung aus einer neuen Perspektive erzählt wird – für einen kommerziellen Film ein Wagnis, das hier aber dank der gelungenen Umsetzung hervorragend funktioniert.

1. Shining

Vom Plot her eigentlich eine relativ simple Geisterhaus-Geschichte, erzählt“ Shining“ dank Stanley Kubrick die Geschichte einer Familie, die im abgelegenen und eingeschneiten Overlook-Hotel in den Wahnsinn abgleitet. Stephen King hat diese Verfilmung seines Romans abgelehnt, ich vermute, weil es Kubrick gelungen ist, besser den Kern dieser Geschichte zu treffen, als King selbst. Hauptsächlich bemängelt King, dass Kubrick den Fokus der Geschichte nicht auf das Hotel als eigentliche Hauptfigur legt, sondern auf Jack, den mit dem Wahnsinn ringenden Schriftsteller. Zu dem Zeitpunkt, an dem King den Roman schrieb, dürfte dies ein (unfreiwilliges?) Selbstportrait gewesen sein. Dass King sich dagegen sträubt, von Kubrick so vorgeführt zu werden, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich.

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32 Gedanken zu “Top 10 Horrorfilme

  1. Heda,

    ich finde es an deiner Liste so bemerkenswert, dass sie keine brutalen Splatter-Streifen enthält – sonst würden sie vermutlich „Hostel“, „The Hills Have Eyes“ und „From Dusk Till Dawn“ beinhalten. Einzig „Das Ding“ hat echt ekelig-glibberige Sequenzen, aber die sind selten.

    Mit „Shining“ als den mächtigsten Angst-Streifen von allen gehe ich völlig d’accord. Einer der besten Kubrick-Filme überhaupt.

    An „Alien“ finde ich so überaus faszinierend, dass er SOWOHL als Science-Fictioner ALS AUCH als astreiner Horror-Streifen funktioniert.

    „The Ring“ kann man dagegen schon nennen, wäre mir auch eingefallen
    .

    Was ich auf der Liste kaum nachvollziehen kann, ist „Memento“. Sicher, er würde als raffinierte Mystery durchgehen (und vermutlich der beste Film von Nolan – aus seiner Prä-Überblockbuster-Zeit), aber m.E. doch kaum als Horror nebst „Alien“ und „Das Ding“.

    Was ich noch in meine Liste aufgenommen hätte, wäre der kleine aber völlig zu Unrecht unterschätzte „Mächte des Wahnsinns – In the Mouth of Madness“ von John Carpenter – und „Das Omen“ – gnadenlos und extrem nachhaltig. „Halloween“ halte ich persönlich für sehr spannend, für viele ist er allerdings einfach nur langweilig. Wie sieht es aus mit „Angel Heart“ ?

    Der gruseligste Film, der MIR am allermeisten zu schaffen gemacht hat, (von dem ich tatsächlich am nächsten Tag [und in den Tagen darauf] kaum einschlafen konnte), wäre „Paranormal Activity“ – aus der selben Doku-Ecke wie „Blair Witch Project“, allerdings technisch ausgereifter. Allerdings hat BWP hier sicherlich die Pionier-Rolle. Hier sollte man aber bereit sein, sich auf einen Grusel dieser sehr, sagen wir, „subtil-verdeckten“ Art einzulassen, es gibt Leute, denen diese Dokus nur ein Schulterzucken wert sind.

    Was mir noch so generell einfällt:
    ich erinnere mich mal daran, in einem alten Filmanalyse-Buch gelesen zu haben, dass Horrorfilme – zusammen mit Pornofilmen – die einzigen Filme sind, die jeweils eine der beiden ur-elementarsten Basisreaktionen eines Menschen hervorzurufen in der Lage sind – den Fortpflanzungstrieb und Angst (=das Gefühl der Bedrohung durch eine bestimmte Gefahrensituation). Dieses Statement fand ich überaus interessant. Wie seht ihr das ?

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    • Ich stimme zu: „Memento“ hätte ich auch nicht als Horror erfasst; Mystery da schon eher. „Mouth of Madness“ ist einfach ein richtig gruseliger Film, der mir damals viele Alpträume bereit, mich aber auch ungemein fasziniert hat.

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    • Ich steh halt eher auf psychologischen Horror und weniger auf Splatter. „From Dusk Till Dawn“ fand ich beim ersten Mal Gucken im Kino ganz lustig, aber der Film hat gar keinen Wiederholungswert, wenn man die unerwartete Wendung erst einmal kennt.

      Stimmt, „In the Mouth of Madness“ ist ebenfalls ein toller Film. Würde ich rückblickend gegen Rosemaries Baby austauschen.

      „Memento“ würde ich als psychologischen Horror auf jeden Fall verteidigen. Wie Jakob und ich ja weiter oben schon festgestellt haben, hängt die Wirkung eines Horrorfilms auch vom Betrachter ab. „Memento“ ist für mich Horror, denn die Hauptfigur ist stark traumatisiert und in einer zunehmend verzweifelten Situation, die dadurch furchteinflößend wird, dass der Zuschauer aufgrund der Erzählweise des Films in den Abwärtssog der Hauptfigur mit hinein gezogen wird.

      „Halloween“ mochte ich nicht, ist aber auch schon Ewigkeiten her, dass ich den gesehen habe, vielleicht gucke ich ihn mir nach deiner Empfehlung noch einmal an. „Das Omen“ habe ich noch nicht gesehen. Aber der Tipp ist gut. Ist ne Lücke. „Angel Heart“ ist kein schlechter Film, hat mich aber nicht so nachhaltig beeindruckt.

      Um „Paranormal Activity“ habe ich bisher einen Bogen gemacht, da er mir von den Trailern her nur wie eine billige Kopie von „The Blair Witch Project“ vorkam. Aber wenn du ihn schätzt, werde ich ihn mir doch einmal ansehen.

      Was die Frage nach den Urinstinkten angeht: Bestimmt nimmt das Horrorgenre hier eine bestimmte Rolle ein, weil es ein ganz grundlegendes Gefühl anspricht. Aber die Komödie beispielsweise oder die Romanze zielen ja auch eher direkt auf das Erfüllen elementarer Bedürfnisse, genauso wie der Actionfilm, der Thriller oder der Krimi. Ich sehe das keine großen Unterschiede, außer vielleicht, dass ein Horrorfilm stets auf der Gefühlsebene funktionieren MUSS. Ein guter Krimi kann auch ausschließlich intellektuell funktionieren, indem er einfach ein spannendes Rätsel präsentiert. Es ist gut, wenn er zusätzlich noch starke Gefühle im Zuschauer oder Leser weckt, aber keine Bedingung.

      Ein Horrorfilm, der nicht das Gefühl der Angst im Zuschauer weckt, ist schlichtweg kein Horrorfilm. Eben das macht das Genre aber auch zu einem sehr schwierigen und, wie man an dieser kleinen Diskussion hier merkt, ebenfalls zu einer sehr subjektiven und individuellen Angelegenheit. Aber genau das ist es auch, was mich an dem Genre generell fasziniert.

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  2. „Aber die Komödie beispielsweise oder die Romanze zielen ja auch eher direkt auf das Erfüllen elementarer Bedürfnisse, genauso wie der Actionfilm, der Thriller oder der Krimi. “

    Hmmrhh…das sehe ich nicht so ganz so. Die Komödie unterhält durch Humor, die Romanze durch Liebesgefühle, der Actionfilm durch Sensationelles und Thriller/Krimi duch Kopfzerbrechen.
    Den Sexualtrieb und das Gefühl von Etwas bedroht zu werden, würde ich hingegen als Bestandteile des Freud’schen „Es“ einstufen – sie sind anders als die o.g. Emotionen sozusagen die Basis für die menschliche Natur. Ich meine jetzt nicht, dass alle Menschen am liebsten nur Horror- oder Pornofilme sehen würden. Ich will darauf hinaus, dass diese zwei Sorten von Empfindungen in jedem Menschen zu finden sind und dass sie stärker verankert sind als z.B. der Wunsch nach Adrenalin oder einer intellektuellen Herausforderung.

    Solche Aspekte wie Liebe, Moral, Gerechtigkeit, Logikrätsel, etc. würde ich als Teile des „Ich“ respektive „Über-Ich“ einordnen, sie kommen quasi auf das Fundament des „Es“. Du hast vollkommen recht, wenn du sagst, dass ein Horrorfilm (und vermutlich auch ein Pornofilm) zuerst das Grundbedürfnis der „Angst“ erfüllen muss (die mitunter auch Tiere empfinden – Fluchtverhalten) – sonst ist es kein Horrorfilm.

    Würdest du „Fight Club“ denn dann auch als Horror einstufen ? ist etwas far-fetched, aber… Er funktioniert ja auch mit einer ähnlichen Struktur, bei der sich nach einem Spiel mit Versatzstücken der Handlung am Ende herausstellt, dass nicht nur der Protagonist, sondern auch der Zuschauer in die Irre geführt wurde. In beiden Fällen wird dem betrachter Tüchtig der Boden unter den Füßen weggezogen.

    „Paranormal Activity“ würde ich als Variante von „Blair Witch Project“ empfehlen, man soll nicht viel mehr erwarten. Mich hat er deshalb so stark gegruselt, weil er Sachen abbildet, die um uns herum sind / ohne weiteres sein können. Ich finde nach wie vor, dass die stärkste „Supernatural“-Folge diejenige ist in der die Winchester-Brüder die Bloody Mary bekämpfen müssen, ein Geist, der aus einem beliebigen Spiegel erscheint, um seine Opfer zur Strecke zu bringen. Nun, da wir alle einen Spiegel daheim haben (oder einen Fernseher aus „The Ring“)…ist es etwas anderes als der Weiße Hai, der mich schlecht in meiner Küche überraschen kann 🙂

    — Was mir noch so dazu einfällt: ich habe vor kurzem „Salton Sea“ (2002) von D.J Caruso gesehen, mit Val Kilmer – hat mich stark beeindruckt. In der Exposition geht um einen Mann, der in einem Konzertfrack vor einem Geldhaufen in einer brennenden Wohnung sitzt und Natt King Cole-Melodien auf seiner Trompete spielt. Umso abgefahrener sind die ganzen darauffolgenden Elemente, aus denen der Film sich nach und nach zusammensetzt. Hier war irgendwie alles drin – Trainspotting, Fear and Loathing in Las Vegas, Memento, Requiem for a Dream, Traffic, The Departed. Das ist garantiert ein Thriller, der dir gefallen wird – viele tolle, bizarre Charaktere, gleich mehrere schöne unerwartete Twists und geschickte Verwebungen aller erzählten Geschichten miteinander. Soviele kultige Sachen und schöne Einfälle in EINEM Film habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Daher würde ich ihn in deinem Fall „Paranormal Activity“ vorziehen, wenn möglich. Als Mystery würde er immer noch locker durchgehen 😉

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  3. Nun ja, auf eine Freud-Diskussion möchte ich mich lieber nicht einlassen. Ich denke halt nur, es ist generell so, dass Filme stets die Gefühlsebene ansprechen. Gerade „Shining“ ist ja ein gutes Beispiel für einen sehr intelligenten Horrorfilm, der neben der reinen Angst-Ebene auch noch viele andere besitzt. Genauso spricht auch ein Krimi, wenn er gut ist, die Gefühle des Lesers/Zuschauers an. Ich kann da keinen besonders großen Unterschied erkennen.

    Ich erkläre die Dinge gerne von ihrer Wirkung her. Habe ich mich bei einem Film gegruselt (wohlgemerkt: nicht geekelt!), ist er für mich ein Horrorfilm. Das können andere Leute anders sehen – aber für wen ist das eigentlich interessant? Jede Diskussion über Kategorien und Genres ist doch eher akademisch. Gibt ja Menschen, die sich bei keinem Horrorfilm gruseln oder bei keiner Komödie lachen können. Das ist dann einfach so. Ich sehe mir ja beispielsweise auch keine Heimatfilme an, weil ich zu ihrer Gefühlswelt und Thematik keinen Zugang habe.

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  4. Also, nach dem Ansehen von Cabin in the Woods steht für mich unweigerlich fest : das ist definitiv ein Film für die Top 10 ! Hier gibbet es nicht nur (richtige!) Schockmomente, viel selbstironischen Humor, Mediensatire, sondern auch subtile Metakritik zur ollen Hollywood-Leier „Stangenware Horrorfilmchen“. Ach ja, und ein richtig spannender und überraschender Film (ähnlich wie In the Mouth of Madness, über den wir uns ja einig waren :o) ist es natürlich auch – Joss Whedon eben ! Anschauen ! Das ist eine kleine, feine Perle, die sich auf jeden Fall in den Kronenzacken des Genres verheddern wird, ob es den großen Studios passt oder nicht.

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    • Ja, ich habe mir schon vor einer Weile vorgenommen, meine Top-Listen auch mal zu überarbeiten. Vielleicht so in einem Abstand von einem Jahr. Erstens kommt viel Neues und zweitens fallen mir auch nachträglich häufig Dinge ein, die ich vergessen habe. Auf Cabin in the Woods bin ich ebenfalls sehr gespannt.

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  5. ‚Shining‘ muss man in der ungeschnittenen 143minütigen US-Langfassung gesehen haben, die deutsche Variante ist leider über 20 Minuten gekürzt und nicht so stimmig. Außerdem bin ich der Ansicht, dass zwar die Frau und das Kind ihre Rollen grandios spielen, NIcholson mit einem unseligen Hang zum Overacting in einigen Szenen jedoch nicht immer voll überzeugt.

    Weder Kubrick noch Carpenter noch Argento noch Polanski schaffen es in meine Horror-Top Ten. Dafür aber Regisseure unvergessener Genre-Klassiker wie Jacques Tourneur, Alberto Cavalcanti, Robert Siodmak, Robert Wise, Roger Corman, James Whale, Mario Bava…

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    • Ich muss gestehen, dass ich die deutsche Version von Shining gar nicht kenne, sondern nur den Director’s Cut. Habe den Film nie im Kino, sondern nur auf DVD gesehen.

      Leider musste ich auch in diesem Kommentar die Links aus urheberrechtlichen Gründen löschen.

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  6. Sehe gerade, dass ich ‚The Spiral Staircase‘ von Robert Siodmak oben versehentlich zweimal gepostet habe. Auf den noch freien Platz an Position 10 kann dann Hitchcocks ‚Psycho‘ oder die erste Dracula-Verfilmung von Terence Fisher aus dem Jahre 1958 mit Christopher Lee in der Hauptrolle nachrücken…. :->

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    • Bei Psycho sind wir uns einige. Was Dracula-Verfilmungen angeht … Hm, außer Coppolas Dracula konnte mich da bislang keiner überzeugen.

      Bitte sei auch in diesem Kommentar nicht böse, wenn ich deine Links aus urheberrechtlichen Gründen lösche. Ich freue mich wirklich sehr über deine vielen Tipps.

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  7. Sorry, ich wusste nicht, dass Youtube-Links hier nicht platziert werden sollen.

    Was Kubricks ‚The Shining‘ anbelangt: Im Grunde sind beides autorisierte Fassungen und sog. Director Cuts. Kubrick wollte, dass der Film in Europa ausschließlich in der Kurzversion auf den Markt kommt.

    Deshalb ist die 143 Minuten-Langfassung meines Wissens bis heute auch nur mit dem entsprechenden Regionalcode 1 verfügbar. Hierzulande gekaufte DVDs mit europäischem Code 2 enthalten (auch wenn da Director’s Cut draufstehen sollte) wohl nur die Kurzfassung.

    Falls du also die europäische PAL DVD besitzt und dir nicht in Übersee die NTSC-Version (oder das entsprechende US-Videotape) besorgt hast, besitzt du womöglich nicht die Langfassung …

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    • Kein Problem. Es hat mir nur ein bisschen leid getan, weil du dir so viel Mühe mit den Links gegeben hast.

      Schau einer an, dann habe ich also die Kurzfassung. Habe ich noch nie bemerkt. Man lernt nie aus.

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  8. Als Ergänzung zu den o. g. Filmen hätte ich noch Suspiria. Ein Film mit verstörenden Bildern und Musik die unter die Haut geht.
    Die Stimmung bei „Nebel des Grauens“ von Carpenter fand ich auch super.
    Horrorfilme dienen bei mir zur Katharsis um mit den eigenen Ängsten besser zurechtzukommen.
    Bei dem spanischen Film „Thesis“ könnte man sich wieder streiten, ob Horror oder eher Thriller. Spannend ist er auf jeden Fall.

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    Hier eine Liste vom renommierten Genrekenner & Regisseur Martin Scorsese, in der er die Top 11 der seiner Ansicht nach furchteinlößendsten Horrorfilme aller Zeiten vorstellt:

    http://www.thedailybeast.com/articles/2009/10/28/martin-scorseses-top-11-horror-films-of-all-time.html

    ‚Shining‘ hat es dort immerhin auf Platz 7 und ‚Psycho‘ auf Platz 11 gebracht:

    1. The Haunting (Robert Wise, 1963))
    2. Isle of the Dead (Mark Robson, 1945)
    3. The Uninvited (Lewis Allen, 1944)
    4. The Entity (Sidney Furie, 1982)
    5. Dead of Night (Cavalcanti & Co., 1945)
    6. The Changeling (Peter Medak,1980)
    7. The Shining (Stanley Kubrick, 1980)
    8. The Exorcist (William Friedkin, 1973)
    9. Night of the Demon (Jacques Tourneur, 1957)
    10. The Innocents (Jacques Clayton, 1961)
    11. Psycho (Alfred Hitchcock, 1960)

    Ich für meinen Teil halte ebenfalls einige der alten Schwarz-Weiß-Klassiker für gruseliger als viele neuere, nach 1970 entstandene Streifen.

    Insbesondere der von Scorsese erwähnte Episodenfilm ‚Dead of Night‘ (1945) sowie Jacques Tourneurs Kultklassiker ‚Night of the Demon‘ (1957) stehen weit oben in meiner Gunst.

    Beide Titel zählen auch zu den Lieblingen der Topkritiker bei Rotten Tomatoes:

    http://www.rottentomatoes.com/m/1005405-dead_of_night/

    Laut Chefkritiker Jeffrey Anderson ist ‚Dead of Night‘ „absolutely one of the spookiest films ever made“:

    http://www.combustiblecelluloid.com/classic/deadofnight.shtml

    Und Ken Hanke schreibt über ‚Night of the Demon‘:

    „As a horror film, there may never have been a better one….“

    http://www.mountainx.com/movies/review/night_of_the_demon_curse_of_the_demon#.UjGv1n-d_cs

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  10. ´

    Wirklich sehenswert ist meiner Meinung nach auch der oben in der Scorsese-Liste auf Augenhöhe mit ‚The Shining‘ platzierte ‚The Changeling‘ (dt. Titel ‚Das Grauen‘) von Regisseur Peter Medak.

    Im gleichen Jahr wie ‚Shining‘ entstanden und noch mit weiteren Parallelen:

    Lange zurückliegende, tragische Ereignisse lassen den Lebenden in ‚The Changeling‘ ebenfalls keine Ruhe. Oscar-Verweigerer George C. Scott spielt einen berühmten Komponisten, der sich nach dem Unfalltod von Frau und Tochter zum ungestörten Arbeiten in ein altes viktorianischen Herrenhaus in der Nähe von Seattle zurückzieht, in dem es offenslichtich spukt.

    Scott in der Rolle des Komponisten John Russell macht schließlich einen vor über 60 Jahren in dem Haus verübten Kindermord als Auslöser der Heimsuchungen aus. Ein Mord, der seinerzeit materiell motiviert war und einem noch lebendem einflussreichen US-Senator in den Folgejahren erst den Weg zu Reichtum und Macht geebnet hat….

    Wie auch ‚The Shining‘ ist ‚The Changeling‘ atmospärisch sehr dicht: getragen von subtilem, psychologischem Horror und stimmiger Musik; mit eindrucksvollen Kulissen und ziemlich unblutig, ohne plumpe Gewaltszenen und vordergründige Effekthascherei.

    Hier eine kurze Beschreibung mit dem Originaltrailer:

    http://www.avclub.com/articles/theres-more-than-grief-haunting-george-c-scott-in,100076/

    Zwar wurde ‚The Changeling‘ in der europäischen Fassung nicht derart gekürzt und verstümmelt wie hierzulande Kubricks ‚The Shining‘, dennoch fehlen in allen deutschen Ausgaben ein paar Szenen gegenüber dem US-Original.

    Deshalb sollte man hier unbedingt die 115-minütige amerikanische NTSC DVD (R-rated) wählen – erschienen auf dem Label HBO Homevideo und angeboten von diversen ausländischen Händlern auf den einschlägigen Internet-Verkaufsportalen….

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  11. ´

    Und unten eine detaillierte Analyse zu Scorseses-Spitzenreiter, dem auch von vielen Filmhistorikern geschätzten Spukhaus-Klassiker ‚The Haunting‘ (1963) von Robert Wise. Aus der Feder von Pam Keesey, Romanautorin und Mitherausgeberin eines amerikanischen Horrorfilm-Magazins.

    Nahezu überflüssig zu erwähnen, dass der deutsche Verleih hier einmal mehr einen eigenwilligen, unpassenden Titel gewählt hat: ‚Bis das Blut gefriert‘.

    Die seit Jahrzehnten bestehende Unsitte, den Originaltitel hierzulande durch vermeintlich originelle oder effekbetonende Abwandlungen zu ersetzen, betrifft leider rund 80 Prozent der mir bekannten (Horror-)Flme fremdländischer Produktion. Nicht zu reden von der oft mäßigen Synchronisation und teilweise erheblichen Laufzeitkürzungen. Alles Gründe, die zumindest bei englischen und amerikanischen Werken beim DVD-Kauf im Zweifel immer für die Anschaffung der ausländischen Originalfassung sprechen….

    http://www.monsterzine.com/200201/haunting.php

    Hier noch eine Seite mit stimmungsvollen Filmfotos aus ‚The Haunting‘:

    http://www.the-haunting.com/haunting_themovie.html

    PS:

    Es gibt ein ’99er Remake mit der adretten Catherine Zeta-Jones, welches jedoch nicht die Kraft und die beklemmende Atmosphäre des ’63er Originals besitzt.

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    • Über The Haunting habe ich jetzt schon viel gelesen. Bislang habe ich den Film trotzdem nicht auf dem Schirm gehabt, weil ich mich tatsächlich der Remake abgeschreckt hatte. Werde ich ändern. Vielen Dank.

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    In meiner Vorstellung oben von ‚The Changeling‘ / ‚Das Grauen (1980) ist mir ein Fehler unterlaufen:

    Ich habe mich hier auf die Händler- und Herstellerangaben auf dem Backcover meiner US-DVD verlassen. Die dort angegebene Laufzeit von 115 MInuten ist jedoch falsch.Tatsächlich läuft der Film nur 106 Minuten in der NTSC-Fassung – entsprechend rund 102 Minuten im europäischen PAL-Format.

    Die deutsche FSK 16-DVD in der KInowelt Edition ist also ungekürzt und besitzt zudem mehrere Tonspuren, kann also vorbehaltlos zum Kauf empfohlen werden:

    http://www.heise.de/preisvergleich/eu/das-grauen-the-changeling-a36689.html

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    ‚The Haunting‘ wurde in Deutschland zwar wie gehabt ebenfalls ein unpassender und das Original verfälschende Titel verpasst . Die 107minütige deutsche FSK 16 PAL-DVD mit verschiedenen Tonspuren ist jedoch auch ungekürzt und bei Ebay oder anderswo neu oder gebraucht recht günstig zu finden….

    http://compare.ebay.de/like/290899751875?var=lv&ltyp=AllFixedPriceItemTypes&var=sbar

    http://www.booklooker.de/Filme/Robert-Wise+Bis-das-Blut-gefriert/id/A000yLOS11ZZP

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    Eine deutsche Langfassung von ‚The Shining‘ auf DVD ist mir nach wie vor nicht bekannt. Eine Alternative zur US Code 1 NTSC-Ausgabe wäre jedoch die vor einigen Monaten erschienene und vom British Film Institute restaurierte 144 Minuten PAL-DVD mit dem kontinentalen Regionalcode 2:

    http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/films/news/heeeeeres-more-of-johnny-missing-24-minutes-of-the-shining-are-restored-for-british-release-8076861.html

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  13. ´

    Was ‚The Changeling‘ neben der Regie, bemerkenswerten Kamerafahrten, perfekter Schnittmontage, stimmiger Musik, guten Darstellern und beeindruckenden Kulissen weiterhin interessant macht:

    Die Vorlage zum Film lieferte der amerikanische Bühnenautor und Musiker Russell Hunter (1929-1996), der auch am Drehbuch mitwirkte. Mr. Hunter war zeitlebens an okkulten Dingen und paranormalen Erscheinungen interessiert. Und ‚The Changeling‘ verarbeitet Erlebnisse, die Hunter laut eigener Aussage teilweise selber erlebt hat.

    Und zwar in einem alten Haus in Denver, Colorado, welches sich seit Generationen im Familienbesitz befindet und in dem zuvor gar einmal der legendäre Edgar Allan Poe gelebt und geschrieben haben soll….

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    Die in Übersee recht bekannten Horrorbuch-Autoren Christopher Leppek & Emanuel Isler erinnern auf ihrer Online-Seite an Russell Hunter und die Vorgeschichte des Films ‚The Changeling‘:

    http://bloodontherainbow.com/the-remarkable-mr-russell-hunter/

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  14. Ist schon ein etwas älterer Eintrag, aber ich habe deinen Blog erst jetzt entdeckt 😉

    Dass im Laufe der Zeit viele weitere Filme hinzugekommen sein werden, wird sicher klar sein, aber darauf will ich auch nicht hinaus. Sondern auf deine Nummer 1: SHINING

    Stephen King hat sich nicht deswegen von dem Film so distanziert, weil er glaubte, Kubrick hätte „besser den Kern der Geschichte getroffen, sondern weil Kubrick einen fast vollkommen anderen Film draus gemacht hat!

    Das fängt schon bei den Darstellern an:
    Wendy ist im Original blond, in Kubricks Version hat sie schwarze Haare. Jack Torrence ist ein wirklich liebevoller Vater, das man auch von Beginn an spürt, der erst im Laufe der Zeit im Hotel „durchdreht. Jack Nicholson wirkt gleich von der ersten Sekunde an wie ein Psychopath (King war deswegen auch nicht mit Nicholson als Jack Torrance einverstanden), und Danny Torrance wirkt wie ein minderbemittelter, geistig gestörter Junge, wogegen er im Original ein sehr intelligentes Kind ist.

    Das geht weiter mit Setting des Hotels:
    Im Original gibt es keinen Labyrinth-Garten, und andere Details wurden auch sehr stark abgeändert.

    Und es Endet – ganz klar – mit dem Schluss:
    Kubrick lässt Jack Torrance einfach erfrieren, während im Original das Hotel explodiert und in einem Feuer zerstört wird.

    Nach diesem Film war King nur mehr mit Verfilmungen einverstanden, wenn er „mitreden“ durfte 😉

    Deswegen hat King auch eine eigene, als Fernsehfilm veröffentlichte Version viele Jahre später produziert. Und deswegen nennt sich der ursprüngliche Film auch „Stanley Kubrick’s Shining und nicht Stephen King’s Shining *g*

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