Top 10 Superhelden

Comics waren meine erste Lektüre, als ich noch gar nicht in die Schule ging und richtig lesen konnte. Sie haben mich seitdem geprägt und begleitet, ja, ich vermute, sie haben mein Interesse an Literatur und am Schreiben überhaupt erst bewirkt. Die ersten Geschichten, die ich schrieb, waren von den Tarzan-Comics der 1980er inspirierte Kurzgeschichten, die ich als Grundschüler auf der alten Olymp meines Vaters tippte.

Synonym für Comics waren und sind für mich Superhelden-Comics. Und obwohl ich auch außerhalb dieses Genres las und lese (Sandman, Fables, Tim & Struppi, Gaston – um nur einige, wenige zu nennen), kehre ich immer wieder gerne zu den Highlights der Superhelden-Sparte zurück.

Weswegen ich die Geschichten gerne lese? Superhelden-Comics sind im Kern (wenn sie gut sind) Geschichten um Ethik, um die Definition der Grenzen zwischen Gut und Böse. Die Helden einer Geschichte stehen in den guten Werken vor einem moralischen Dilemma, den der Einsatz ihrer übernatürlichen Kräfte mit sich bringt.

Wie weit dürfen sie in die Geschicke der normalen Menschen eingreifen? Wie soll mit den Schurken umgegangen werden, die unfassbar Böses getan haben? Wie lassen sich die eigenen Gefühle nach Vergeltung, der eigene Sinn für Gerechtigkeit so umsetzen, dass nicht mehr Schaden angerichtet als verhindert wird?

Besonders interessant ist für mich immer das Konzept der Geheimidentität. Wie ergeht es einem Helden, der außerhalb aller Norm agiert, wenn er sich in die Niederungen des Alltags begeben muss? Welche Probleme muss er bewältigen, welche Dilemmata bringt sein Doppelleben mit sich und wie werden sie gelöst? Wie lassen sich grundlegende, menschliche Bedürfnisse nach Liebe, Familie und Freundschaft mit dem „Job“ vereinbaren?

Die frühen Erfahrungen mit Comics haben meinen Blick auf Literatur und mein Schreiben geprägt, meine Vorstellungen davon, was eine gute Geschichte ausmacht. Die Figuren aus den Superhelden-Geschichten sind ikonische Archetypen, extrem zugespitzt, aber eben deswegen auch gute Anschauungsobjekte für das Entwerfen von Figuren und dazugehörigen moralischen Fragen und Dilemmata, die eine literarische Gestalt interessant und damit lesenswert machen können.

10. Thor

Habe ich als Kind verschlungen, jahrzehntelang aus den Augen verloren und als Erwachsener erst kürzlich mit dem Film von Kenneth Brannagh wieder bewusst wahrgenommen. Ich mag die Verbindung des Superhelden-Themas mit der nordischen Mythologie. Im gewissen Sinne ist Thor für mich der ehrlichste Superheld, denn irgendwie sind doch alle mehr oder weniger die Kopie von mythischen Sagengestalten.

Der extreme Kontrast zwischen der Identität als allmächtiger Donnergott einerseits und als gehbehinderter Dr. Donald Blake andererseits ist eine tolle Prämisse für interessante Geschichten. Auch das Thema, des gefallenen Gottes, der sich durch das Befolgen menschlicher Tugenden als verantwortungsvoll erweisen muss, um die mächtige Waffe des Hammers tragen zu dürfen, damit er zu seiner wahren Identität zurückfinden kann, ist toller Stoff, vom hervorragend gestalteten Bruderkonflikt aus dem Brannagh-Film ganz abgesehen.

9. Daredevil

Ich mochte schon immer jene Superhelden gern, die möglichst nahe dran am normalen Menschen sind. Und Daredevil ist nicht nur kein Superman, er ist auch noch blind! Ein behinderter Superheld, das fand ich gerade als Kind extrem faszinierend. Ich trage eine Brille seit ich drei Jahre alt bin. Da fühlte ich mich von Superman immer ein wenig verschaukelt, denn er trägt die Brille als Clark Kent ja nur zur Tarnung. Aber Daredevil war als Gehandicapter für mich immer ein ganz besonderer Superheld, denn er hat nicht nur die Superschurken zu überwinden, sondern muss in seinem bürgerlichen Leben als Anwalt Matt Murdock auch noch mit seiner Behinderung kämpfen. Damit ist Daredevil für mich stets im doppelten Sinne ein Held.

8. Green Lantern

Ja, der Name ist bescheuert – und ja, der Ring und die Laterne sind irgendwie … skurril. Aber ich mochte schon immer gerne Science-Fiction-Geschichten, die sich wie Fantasy anfühlen, und in dieser Beziehung ist Green Lantern der beste Superheld.

Die jüngste Verfilmung ist ganz bestimmt nicht die Krönung des Genres, aber auch nicht der schlechteste Film aller Zeiten. Ich mochte, wie das Thema Angst und deren Überwindung verarbeitet wurde.

Legendär ist natürlich das Team-Up von Green Lantern und Green Arrow „Hard Travelling Heroes“ aus den 1970ern von Neal Adams und Dennis O’Neal, in dem die Gegner der Helden keine intergalaktischen Superschurken, sondern Drogensucht und Rassismus sind. Wunderbar, wie der konservative Green Lantern vom linkspopulisten Green Arrow in seinem Weltbild erschüttert wird. Sollte in jede Comicsammlung gehören.

7. Rorschach

Wer mag ihn nicht? Den grummeligen Psychopathen unter den Superhelden und den Star der Watchmen. Als er am Ende der Mini-Serie auch im Angesicht seines sicheren Todes bei seiner Überzeugung bleibt, ist mir das Herz stehen geblieben.

Und, hey, wahrscheinlich ist er wegen seiner moralischen Grundsätze, von denen er nicht abweicht, dafür verantwortlich, dass die Welt untergeht … Eine wunderbare, ironische Umkehrung des normalen Superhelden-Themas.

6. Iron Man

Ist mir erst durch die Filme, speziell durch den ersten, sympathisch geworden. Die Comics fand ich eigentlich eher fad. Aber Robert Downeys Interpretation hat mich davon überzeugt, dass der Stoff was hergeben kann.

Der Playboy und gewissenlose Waffenhändler, der dadurch geläutert wird, dass er am eigenen Leib spüren muss, welchen Schaden sein Tun anrichtet, ist doch eine wunderbare Figur, nach der wir uns alle ein bisschen sehnen.

5. Green Arrow

Der Sozialarbeiter unter den Superhelden. Und der politischste, damit eine Art Anti-Superman, was ich immer sehr reizvoll fand.

Man muss ihn lieben. Schon allein, weil er ein linker Batman ist, der aussieht wie Robin Hood. Köstlich. Okay, in seiner aktuellen Inkarnation ist der Spitzbart gestrichen und Oliver Queen wurde eine Verjüngungskur verpasst. Die „New 52“-Version habe ich mir noch nicht angetan, aber das werde ich bei Zeiten nachholen.

Bisher hat mir besonders der Reboot der Serie Ende der 1990er Jahre gefallen, dessen erste Nummern Kevin Smith geschrieben hat. Sehr guter Stoff, der sehr selbstironisch mit der Figur umgeht.

4. The Fantastic Four

Vergesst die Filme!

Ich mochte stets die Idee der Superhelden-Familie. Gerade als Kind hat mir dieser Aspekt besonders gefallen. Auch hier gibt es in der Serie dank Reed Richards und solcher Gegner wie Dr. Doom, Silver Surfer und Galactus viele Science-Fiction-Elemente und ich liebe den Zeichenstil von Jack Kirby.

Der Star der Familie war und ist für mich Benjamin Grimm, The Thing, der ebenso lustig wie bemitleidenswert ist. Großartige Figur, in der wie in keinem anderen Superhelden tragische und komische Elemente kombiniert werden. Ein Fels mit Herz.

3. Batman

Batman ist die Verkörperung der Selbstjustiz und der Frage, wie weit man gehen kann oder soll, um Verbrechen zu rächen. Natürlich liebe ich „The Dark Knight Returns“ von Miller und die Christopher-Nolan-Filme, in denen für Superhelden-Comic-Verhältnisse große Themen erstaunlich ernsthaft und komplex verarbeitet werden. Großartige Geschichten. Aber Batman selbst als Figur ist mir zu sehr auf das Thema Rache ausgelegt und gerade in den letzten 20 Jahren einfach zu düster geworden, um sich für Platz eins oder zwei zu qualifizieren.

2. Spider-Man

Der Underdog unter den Superhelden – und damit der größte Idealist, was für mich das Wichtigste an einem Superhelden ist. Während Batman als Bruce Wayne ja nun wirklich nichts zu jammern hat und Superman mit einem Fingerschnippen die Welt verändern kann, muss good old Spidey tagtäglich um die Miete kämpfen und bekommt für seine Heldentaten keine Anerkennung, sondern ständig eine reingewürgt. Und trotzdem zieht er sich jede Nacht sein Kostüm über und rettet zwar nicht die Welt, aber doch wenigstens Mary Jane davor, von finsteren Typen ausgeraubt zu werden.

Außerdem war Spider-Man für mich immer der Held mit den lustigsten Gegnern – Green Goblin, Sandman, Die Echse, Doktor Octopus, einfach wunderbar skurrile Typen. Und ich mag Humor in Superhelden-Comics, wenn er nicht ins Lächerliche abgleitet. Die Dark-and-Gritty-Welle ist nicht meine Leib und Magen Speise.

1. Superman

Ja, ich weiß, Superman ist die Bild-Zeitung unter den Superhelden. Keiner gibt zu, die Comics zu lesen, jeder lästert über die Filme, alle finden ihn „cheesy“ – aber irgendjemand muss die Comics ja doch kaufen und die Filme gucken, sonst gäbe es sie nicht bis heute in ständig neuen Inkarnationen. Und das meiner Meinung nach zu Recht.

Superman ist nicht nur der Vater des Genres, sondern eigentlich der einzig wahre Superheld, denn in ihm fokussiert sich das zentrale moralische Thema um Macht und Verantwortung und die Unmöglichkeit, den Job der Wahrung einer Geheimidentität und die Aufgaben eines Helden auf die Reihe zu bekommen.

Denn einerseits hat Supermans Macht kaum physische Grenzen (Hey! Er kann superschnell um die Erde herumfliegen und damit die Zeit vor und zurück drehen!), andererseits hält ihn in den guten Geschichten nicht nur Kryptonit in Schach, sondern vor allem sein eigener moralischer Anspruch, der Hüter und vor allem das Vorbild für die Menschen zu sein. Es ist eine Super-Gratwanderung (Sorry!), einerseits den Menschen ihre Freiheit zu lassen, was auch die Freiheit zu scheitern und Böses zu tun beinhaltet, andererseits aber für sie da zu sein und die Schwachen zu schützen – eine wahrhaftig heroische Aufgabe.

Ich finde Superman aus diesen Gründen grandios – wenn er nicht gerade unterwegs ist, um galaktische Bösewichte zu verprügeln oder Planeten zu verschieben, was leider in der fortlaufenden Serie viel zu häufig der Fall ist (Oder war. Auch hier scheint der Reboot der New 52 neue Schwerpunkte zu setzen, die vielversprechend sind.). Aber die kleinen Geschichten um Clark Kent und Lois Lane, wenn Superman mal wieder Jimmy Olsen retten muss und in seiner Geheimidentität so tun muss, als wäre er der größte Tölpel aller Zeiten, um nicht aufzufliegen, wenn er dank Mxyzptlk seiner Kräfte beraubt wird und zusehen muss, wie er als normaler Mensch klarkommt … herrlich …

Die besten Inkarnationen sind für mich der Superman aus der Mini-Serie „Kingdom Come“ und – wen wundert es – der junge Superman aus der TV-Serie Smallville. Hier werden alle großen Themen der Figur auch großartig in Szene gesetzt und im Wechselspiel mit dem jungen Lex Luthor der Kampf zwischen ungleichen Brüdern schon fast auf dem Niveau eines Shakespear-Dramas behandelt.

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20 Antworten auf “Top 10 Superhelden”

  1. Hallo Marcus,

    interessanter Artikel, vor allem, da viele gerade männliche Autoren tatsächlich den Zugang zu Geschichten über Superheldencomics gefunden haben (mich eingeschlossen). Wobei meine Liebe immer den „erwachseneren“ Marvel Comics galt. Neben The Thing (schönen Gruß an die Yancy Street) ist der Silver Surfer meine Lieblingsfigur, seine Tragik hat mich immer berührt, sein moralisches Dilemma: seine Heimat retten und dafür den hohen Preis zu bezahlen, seine Freiheit und seine große Liebe aufzugeben.

    Gruß

    Stephan Waldscheidt

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    1. Hallo, Stephan!

      Freue mich sehr darüber, dass du bei mir vorbeischaust, da ich deinen Blog auch sehr gerne lese.

      Ich bin tatsächlich eher der DC-Typ, mir gefällt gerade das etwas Künstliche, obwohl ich natürlich z.B. Spider-Man gerade durch seine „Realitätsnähe“ auch zu schätzen weiß (und The Thing rockt einfach). Silver Surfer ist unbestritten ein Highlight der Superhelden-Comics, ich finde nur, dass er die Grenzen des Genres eher sprengt als definiert.

      Wahrscheinlich liegt meine Vorliebe einfach an meiner „Sozialisation“. Aus irgendwelchen Gründen habe ich als Kind hauptsächlich Superman und Batman gelesen und Marvel erst sehr viel später als Jugendlicher entdeckt.

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  2. Ich bin ja eher der Marvel-Fan wenn es um Superhelden geht, aber bei Kingdom Come sind wir uns einig, die großartigste Darstellung Supermans aller zeiten, zumal es ihn auch sehr verletztlich zeigt WEGEN seiner Stärke.

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  3. Wunderbare Zusammenfassung des Genre Superheld … da kann ich nur vollends zustimmen. Gerade deine Sichtweise auf Batman und Spiderman trifft den Nagel auf den Kopf.

    Superhelden mit dem Bezug zum richtigen Leben des normalen Menschen sind viel interessanter. Wie gehen Sie mit Familie oder so alltäglichen Dingen wie Mietzahlung um? Das macht die Figuren erst realistisch und glaubhaft. Hier ist bei DC The New 52 die Figur des Animal Man besonders hervorzuheben. Momentan für mich die Pflichtlektüre überhaupt.

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    1. Danke für den Tipp. Um Animal Man hätte ich sonst einen Bogen gemacht.

      Inzwischen habe ich allerdings die New-52-Superman-Version des Action-Comics-Reboot gelesen. Mir gefallen das Design und die Neuausrichtung der Figuren ziemlich gut. Dabei kann es kein Zufall sein, dass der neue Clark Kent frappierend in Aussehen und Lebensumständen eher Peter Parker ähnelt. Eine Wendung, die mir gefällt, ebenso wie das neue Kostüm. Superman eher als Underdog auszurichten ist eine tolle Idee.

      Gibt es noch mehr Empfehlungen für The New 52?

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  4. Klasse Artikel. Echt lesenswert. Superhelden als Ansatz für die Entwicklung einer (Roman-) Figur: Gute Idee, werde ich im Auge behalten (Romanfigur mit oder ohne Cape / Strumpfhose, das ist hier die Frage… 😉 ).
    Natürlich dreht sich mir der Magen um, wenn ich Supermann auf Platz 1 und Batman auf Platz 3 sehe! Begründung: Batman ist ein reicher Schnösel.
    Okay, aber wie schafft es dann der „Mann aus Stahl“, der bei Bedarf aus den Briketts vom Ofen einen Diamanten presst, auf Platz 1? Und der ein moralisches Vorbild unter der Prämisse ist, dass er die Zeit zurück dreht, wenn ihm etwas nicht passt. Muss ich darauf hinweisen, dass Batman unter den Top 3 der Superheld ist, der keine Superkräfte hat?
    Jetzt wurde es ziemlich nerdig, oder? Schlussfolgerung: Superhelden bewegen die Fans emotional und mehr kann man von erdachten Figuren nicht erwarten. 🙂

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    1. Ja, ich habe mir schon gedacht, dass der erste Platz für Superman kontrovers kommentiert wird. Aber die Begründung hatte ja zwei Teile. Ich persönlich kann mich halt mir einem Milliardär weniger identifizieren als mit einem Reporter. Der zweite Teil der Begründung ist für mich allerdings der wichtigere: Batman verkörpert Selbstjustiz und Rache, Superman steht für mich für Erhabenheit und Moral. Mit Letzterem kann ich mehr anfangen.

      Und um bei deiner Argumentation zu bleiben: Eben, Superman könnte der reichste und mächtigste Mann der Welt sein, wird es aber nicht. Okay, und das mit dem Zeit-Zurück-Drehen war wahrscheinlich ein wirklich blödes Beispiel, hat Superman ja auch nur gemacht, um Lois Lane zu retten. Ist wirklich nicht einer der besten Momente.

      Und ja, die Diskussion ist natürlich vollkommen nerdig, aber wen interessiert’s?

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  5. Oh, etwas habe ich noch vergessen – Der beste Superhelden-Moment aller Zeiten: „The Dark Knight Returns“ Batman schlägt Superman zu Klump. Darauf haben die Comic-Fans seit Jahrzehnten gewartet. Mann, habe ich damals gefeiert! 😉

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    1. Nun ja, nichts gegen „The Dark Knight Returns“, aber die Darstellung Supermans als hirnloser Wachhund eines extremistischen Präsidenten ist ja auch so, dass man sich freut, dass er eine reinkriegt. So oder so sollte man, wenn wir schon über „The Dark Knight Returns“ reden, nicht den total durchgeknallten, einarmigen Green-Arrow-Alt-Hippy-Fanatiker vergessen 😀

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  6. Klar, Green Arrow war wirklich klasse! Schade, dass ich von ihm nie ein wirklich gutes Comic gelesen habe. „Longbow Hunters“ war aber wenigstens (damals) optisch sehr gelungen. Und da keine Bedenken gegen „Nerdigkeit“ bestehen noch einmal zu dem „Man of Steel“ (sorry, aber jetzt wo ich das schreibe, muss ich an die dunklen Ecken von Videotheken denken) vs. den „Dark Knight“: Klar, die Identifikation des Lesers mit den Figuren (ist ja ein Schreibblog) darf man beim Schreiben nicht aus dem Auge verlieren – und daher würde ich immer einen Batman und keinen Superman schreiben. Das mit dem Geld hin und her (siehe mein Diamantenbeispiel): Superman ist zu weit weg. Er ist ja noch nicht einmal ein Mensch. Für mich als Leser ist er mit seinen Fähigkeiten unerreichbar – da brauche ich mich gar nicht messen. Ich komme halt nicht von Krypton und wenn ein geliebter Mensch stirbt, kann ich nicht die Zeit zurück drehen.
    Batman hingegen ist ein Vorbild. Seine Kräfte sind ihm nicht durch Geburt zugefallen (und seine „Super“-Kraft ist nicht sein Reichtum, sondern sein Intellekt, seine Gewandtheit…). Für mich steht Batman auch nicht für Rache – sonst hätte er den Joker tausendmal ermordet – im Gegenteil, immer wieder überwindet er dieses Gefühl, auch wenn es jedes Mal ein Ringen ist.
    Egal, jeder sieht das für sich ein wenig anders und das ist ja auch völlig okay. Den Geschmack von allen, kann man eben nicht immer treffen…

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    1. Ja, hier liegt die Schönheit wohl im Auge des Betrachters. Dass Batman seine Rachegelüste stets überwinden muss, ist nur teilweise richtig (gerade in „The Dark Knight Returns“ oder im Tim-Burton-Film beispielsweise gibt er diesen Gefühlen ja schon nach). Aber ganz gleich, wie man das betrachtet, Rachegefühle, Vergeltungssucht bilden seine grundlegende Motivation, zusammen mit dem Anliegen, den (bösen) Menschen das Fürchten zu lehren.
      Superman hingegen will als leuchtendes Beispiel den Leuten voran gehen, um die positiven Eigenschaften der Menschheit zu betonen. Das finde ich prinzipiell einfach netter und erstrebenswerter. Vor allem gefallen mir die Geschichten, in denen herausgearbeitet wird, wie schwierig, teilweise unerreichbar, es ist, in einem Konflikt das Richtige zu tun, und welche persönlichen Opfer dafür gebracht werden müssen.
      Dass Superman letztendlich vom Krypton stammt und kein Mensch ist … Na ja, ich finde, dass das eigentlich keine große Rolle spielt, sondern eher im Hintergrund abläuft, als Erklärung für seine Kräfte.

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  7. Ach, nach der Top 1-Platzierung verstehe ich auch, weshalb „Superman Returns“ es so weit nach oben bei dir in die Filmcharts geschafft hat 🙂

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  8. Gerade weil Batmans Motivation aus Rache besteht liebe ich ihn einfach so sehr !
    Bruce Wayne hat mehr Probleme als man es anfangs glaubt. Er ist psychisch teilweise ein totales Wrack, das immer noch total traumatisiert ist, durch den Tod seiner Eltern. Er ist und war nie wirklich Glücklich.. Und das ist es, warum der Charakter so interessant ist. Dann seine Entwicklung zu Batman.. Einfach der Wahnsinn !!! Ich glaube man merkt ziemlich schnell das Batman mein Liebling ist ;P

    Superman wird leider von vielen nur oberflächlich betrachtet(was ich etwas unfair finde). Jeder der sich etwas mehr mit ihm beschäftigt, wird merken das er äußerst interessant ist.

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