NaNoWriMo 2011, Teil 4: Halbzeit!

Schnell, schnell, kein Zeit, keine Zeit, keine Zeit … Der NaNoWriMo nimmt mich in Beschlag, weswegen es diesen Monat weniger Blogeinträge gibt als üblich. Trotzdem will ich hier wenigstens kurz ein Zwischenfazit ziehen. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen, der sich auch gerade dem Schreibwettbewerb mit sich selbst aussetzt.

Folgende positive Entwicklungen habe ich in den letzten zwei Wochen dank des NaNoWriMo an meinem Schreiben festgestellt:

1. Produktivität

Ich bin so produktiv wie nie zuvor, obwohl ich gefühlt viel weniger schreibe als sonst. Die Statistik auf der NaNoWriMo-Website sagt aber etwas anderes. Und der Fortschritt meines Manuskripts auch. Für mich die erste wirklich positive Erfahrung des Wettbewerbs: Meine Produktivität wird mir dank der vielen Statistiken und der kleinen Widgets praktisch ständig vor Augen geführt. Das ist gleichzeitig Belohnung und Kontrolle. Ich werde das also in jedem Fall auch in Zukunft beibehalten und eine Art Schreibtagebuch oder so führen, mit klar definierten Zielen und Deadlines.

Ich hatte vor dem NaNoWriMo den Eindruck, das Schreiben nur dann sinnvoll ist, wenn ich mich mindestens eine Stunde in Ruhe irgendwo hinsetzen und ungestört arbeiten kann. Der NaNoWriMo belehrt mich eines Besseren: Produktivität kann in Minuten entstehen, auch zwischen Tür und Angel. Das Gefühl, es bis zum Ende des Monats schaffen zu müssen, verleitet mich dazu, auch mal nur drei, vier Minuten irgend etwas in den Computer zu hacken. Das sind dann zwar nur eine Handvoll Sätze, die ich hinkriege, aber immerhin. Besser als nichts. Eine wichtige Erfahrung.

2. Innerer Kritiker

Der enorme Zeitdruck bringt meinen inneren Kritiker hervorragend zum Schweigen. Ich achte kein Stück mehr auf die Qualität, sondern nur noch auf die Quantität. Wo ich sonst an einzelnen Sätzen, Formulierungen oder Wörtern hängen bleibe oder mir unendlich lange Gedanken zum Plot und dessen Plausibilität, Figuren, Dialoge usw. mache, schreibe ich nun einfach drauf los, was mir gerade einfällt (und natürlich abgeleitet von meinem Stufendiagramm). Am Ende soll ja kein perfekter Text stehen, sondern nur der Wordcount stimmen.

Wenn ich dann aber doch mal ein wenig überfliege, was ich bisher geschrieben habe, fällt mir nicht selten auf, dass das gar nicht so schlecht ist. Und überarbeiten muss ich den ersten Entwurf ja ohnehin. Wozu also lange mit Details aufhalten?

Sehr heilsam.

3. Gemeinschaft

Man ist nicht allein beim NaNoWriMo. Die Website, aber auch Twitter, geben mir das Gefühl, dass es vielen ähnlich geht wie mir. Weltweit. Sonst ist man als Schreiber ja ein einsamer Streiter. Ist schon toll, mal das Gefühl zu haben, an einer gemeinsamen Aktion teilzunehmen, auch wenn alles nur virtuell ist. Trotzdem: Wildfremde Leute ermutigen mich, wenn ich mal unzufrieden bin und gute Freunde ermahnen mich, weniger zu tweeten und mehr zu schreiben. Wunderbar!

Die Gelegenheit, an Write-Ins oder Schreibgruppen im Reallife teilzunehmen, habe ich leider verpasst, vor allem auch, weil mich der Job zu sehr einspannt. Aber nächstes Mal wird das vielleicht anders, ist jedenfalls mein Vorsatz.

Doch das bringt mich zum nächsten und letzten Punkt:

4. Vereinbarkeit von Schreiben und dem ganzen Rest

Wer kein hauptberuflicher Schriftsteller ist, muss das Schreiben ja irgendwie in seinen Alltag quetschen, der aus Millionen Dingen besteht, die (zumindest auf den ersten Blick) rein gar nichts mit dem Schreiben zu tun haben. Gerade dafür ist der NaNoWriMo gut, wobei hier für mich die Betonung auf NOvember liegt, für mich eine gute Übung, die ich mir auch ganz bewusst verordnet habe. Beruflich sind November und Dezember bei mir die anstrengendsten Monate, in denen mir die wenigste Zeit zum Schreiben bleibt. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätte ich ohne den NaNoWriMo das Schreiben in den letzten zwei Wochen ganz eingestellt.

Wenn ich es im November schaffe, habe ich auch für alle anderen Monate keine Ausreden für den Aufschieber in mir mehr. Und hier schließt sich der Kreis:

Ich stelle fest, dass alle von mir für ach-so-wichtig erachteten Rituale, Vorbereitungen, idealen Bedingungen und was auch immer, gar keine Rolle spielen, um voran zu kommen. Intensive Vorbereitungen, gute Recherche, Ruhe, viel Zeit am Stück, die Tasse Kaffe usw. – alles Müll. Zehn Minuten hier und da und das Ziel fest vor Augen ist schlichtweg alles, was es braucht, um zum ersten Entwurf zu gelangen.

Lies hier, welche Erfahrungen ich mit dem NaNoWriMo schließlich gemacht habe.

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4 Antworten auf “NaNoWriMo 2011, Teil 4: Halbzeit!”

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