Michael Giacchinos „Super 8“ als Schreibmusik

Musikalische Untermalung beim Schreiben scheint ein wichtiges Thema zu sein, denn Autoren reden immer wieder darüber. Stephen King schreibt zu Hard Rock, Terry Pratchett mag Queen und Tracy Hickman stellt sich für jedes Kapitel sogar extra Soundtracks zusammen, die zu der Stimmung passen, in der er schreiben will.

Ich selbst habe schon alles Mögliche ausprobiert. Ergebnis: mal schreibe ich gerne mit Musik, mal brauche ich die Stille. Keine Ahnung, woran das liegt. Dabei greife ich, wenn ich denn Musik beim Schreiben hören will, in der Regel zu Film-Soundtracks, um das Kino im Kopf auch mit den passenden Melodien zu versehen.

Zur Zeit ist meine Lieblingsschreibmusik Michael Giacchinos Soundtrack zum J.J. Abrams-Film „Super 8“. Giacchinos Musik schätze ich nicht erst seit LOST sehr. Schon die Soundtracks zu ALIAS haben mich seinerzeit begeistert und seitdem hole ich mir so gut wie jedes neue Giacchino-Album.

Der Soundtrack zu „Super 8“ wird zumindest für die nächste Zeit andere Playlists bei mir ablösen. Schon im Kino hat mich die Musik begeistert. Nach dem intensiven Hören zu Hause hat sich diese Begeisterung verfestigt. „Super 8“ ist nicht nur einer der besten Orchester-Scrores seit Langem, die Musik für mich noch andere Vorzüge, die sie vor allem als Untermalung zum Schreiben geradezu ideal für mich machen.

Giacchino isr ein Ekelktiker mit einer eigenen Handschrift. Wie auch schon beim Soundtrack zu STAR TREK gelingt es ihm bei „Super 8“ die Schuhe seines Vorbilds – in diesem Fall John Williams – besser als gut zu füllen. Viele Anleihen an E.T., „Close Encounters“, „The Goonies“, „Jurassic Park“ und sogar „Der weiße Hai“ sind deutlich hörbar und teilweise auch mit einem kleinen Augenzwinkern eingebracht. Diese Reise durch die Film(-Soundtrack)-Geschichte beflügelt mich beim Schreiben ungemein, da ich mich in die Atmosphäre dieser großartigen Filme versetzt fühle.

Gleichzeitig besitzt aber Giacchino seine unverkennbare Handschrift, ist aber weniger bombastisch und melodisch als Williams. Auf starke Themen, wie den „Superman“- oder „Indiana Jones“-Marsch wartet man vergeblich. Zwar tauchen immer wieder Motive auf, doch sind diese eher unaufdringlich. Das macht den Soundtrack für mich ähnlich wertvoll wie Giacchinos LOST-Soundtracks, aber ergänzt um die würzige Prise der besten Blockbuster der letzten Jahrzehnte.

Ein weiterer Vorteil: Die meisten Tracks sind sehr kurz und homogen, so dass man sie auch als Loop abspielen kann. Außerdem arbeitet Giacchino so exzessiv mit stimmungsvollen Klangteppichen, dass das Wiederholen auch nicht langweilig wird. Und letztlich besitzt „Super 8“ eine emotionale Bandbreite, die alles abdeckt, von gruseligen Passagen bis hin zu romantischen Melodien.

Ich kann Michael Giacchinos Soundtrack zu „Super 8“ also nur jedem empfehlen, der gerne zu Musik schreibt und sich auch nur im Entferntesten in einem ähnlichen Genre bewegt.

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2 Gedanken zu “Michael Giacchinos „Super 8“ als Schreibmusik

  1. Ich habe eine ganze Zeit lang auch mit Musik geschrieben, zu verschiedenen Film Soundtracks, habe aber irgendwann festgestellt, dass es ohne besser ging. Jetzt brauche ich möglichst Ruhe, sonst klappt das mit der Konzentration nicht mehr – es blockiert mich einfach. Schon komisch, wie das unterschiedlich funktioniert.

    Der Soundtrack ist mir im Kino garnicht so aufgefallen, muss ich mal reinhören – eignet der sich für’s Rollenspielen? Da kann man immer was gebrauchen…:)

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  2. Wie gesagt, bei mir ist das unterschiedlich. Keine Ahnung, wieso, aber manchmal nervt es mich und manchmal hilft es.

    Für Rollenspielrunden gibt es meiner Meinung nach geeignetere Soundtracks, hängt aber davon ab, was du spielst. Wenn die Runde irgendwie im Genre des Films bewegt, kann man sie nehmen, denke ich. Höre wirklich mal rein, mir wäre sie für Spielrunden zu aufdringlich, aber auch das ist ja Geschmackssache.

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