Wie viel Privatleben verträgt ein Thriller?

WievielPrivatlebenvertrgt-2Thriller sollen plotgetrieben Pageturner sein. Seine Merkmale sind Ereignisse, die sich überschlagen, temporeiche Verfolgungsjagden und Kämpfe, mysteriöse Rätsel und überraschende Wendungen. Doch damit der Leser mit den Figuren mitfiebern kann, muss er die Chance haben, eine Beziehung wenigstens zum Helden der Geschichte aufzubauen.

Ist weniger mehr, zu wenig oder doch zu viel?

Ohne Frage: Der Thriller ist nicht unbedingt die Romanform, in der Platz für lange Charakterstudien ist. Wie viel oder wie wenig das Privatleben eines Helden im Thriller gezeigt werden kann oder muss, hängt massiv von den Vorlieben des Publikums ab.

Manche Subgenres vertragen hier mehr Privatleben als andere. Der Mystery-Thriller, wie beispielsweise Gone Girl von Gillian Flynn dreht sich fast nur um die Figuren und deren “Privatleben”.

Andere populäre Beispiele der letzten Jahre – allen voran die Robert-Langdon-Romane von Dan Brown – verzichten nahezu völlig darauf, das Privatleben der Figuren zu beleuchten. Sie sind eher Spielfiguren, die der Plot hin und her jongliert, um den Leser bei der Stange zu halten.

Zwischen diesen Extremen das genaue Maß zu finden, mit dem man selbst das Privatleben seines Helden (und/oder Schurken) beleuchtet, ist vor allem eine Frage der Spannung. Wie viel muss der Leser von der Hauptfigur wissen, damit er die Handlung versteht und mitfiebern kann?

Nun ist dieser Gradmesser recht abstrakt. Zum Glück gibt es drei kleine Hilfestellungen, die einem die Entscheidung erleichtern.

Entscheidend ist – wieder einmal – die Prämisse

Die Prämisse eines Romans ist eine Aussage, die durch seinen Plot bewiesen wird. Mit ihrer Hilfe ist es relativ einfach zu entscheiden, was dem Leser gezeigt werden muss und was nicht.

Dient eine Szene dazu, die Prämisse zu entfalten und/oder zu beweisen? Dann muss die Szene im Roman enthalten sein. Spielt sie für die Prämisse keine Rolle, dann gehört sie gestrichen (oder bestenfalls erst gar nicht geschrieben).

Dabei spielt es eigentlich auch gar keine Rolle, ob es sich um eine Actionszene, einen Schwank aus der Jugend der Hauptfigur oder eine Familienszene handelt.

Nur eine Ebene sind mindestens zwei Ebenen zu wenig

Wenn die Szene aus dem Privatleben des Helden nur dazu dient, sein Privatleben zu zeigen, dann ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass sie den Leser langweilen kann.

Generell sollten Szenen eines Romans drei Ebenen besitzen: Plot, Figuren und Setting.

  • Wird der Plot vorangetrieben?
  • Lernt der Leser etwas über die Figuren?
  • Wird das Setting entfaltet?

Alle drei Ebenen müssen nicht immer gleich wichtig sein (und sollten es auch nicht). Aber wenn auf allen Ebenen wenigsten etwas geschieht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Leser diese Szene auch interessant findet.

Der Held in seiner Alltagswelt

Selbst wenn die Heldenreise nicht die Grundstruktur des Plots bildet, sollte der Held zu Beginn des Romans ein wenig Zeit in seiner Alltagswelt spendiert bekommen. Selbst Dan Brown nimmt sich dazu wenigstens ein paar Absätze Zeit. Sehr schön hat meiner Meinung nach Sebastian Fitzek dieses Prinzip in seinem letzten Roman “Passagier 23″ umgesetzt.

Aber auch hier gilt: Die Szene darf die Prämisse nicht ignorieren und sollte auf mehr als nur einer Ebene funktionieren.

 

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