Wie man eine verdammt gute Science-Fiction-Story schreibt

Ähnlich wie mit dem Horror-Genre verhält es sich auf dem deutschen Schreibbuchmarkt mit Science Fiction. Während es im angloamerikanischen Sprachraum viele Werke über das Schreiben von SF und anderer Genres gibt, werden hierzulande bestenfalls Bücher zum Krimi- und Thriller-Schreiben veröffentlicht.

Deswegen habe ich mir aus verschiedenen Quellen einen eigenen kleinen Bauplan für eine verdammt gute SF-Story zusammengestellt und teile ihn hier gerne:

Science-Fiction-Geschichten sind Ideengeschichten

Mehr als in jedem anderen Genre, drehen sich in der SF die Geschichten um starke Ideen. Im Kern haben diese Ideen stets ein wissenschaftliches, meistens im weiteren Sinne philosophisches Thema. Was, wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten (Robert Harris, Vaterland)? Wie würde eine totaler Überwachungsstaat aussehen (George Orwell, 1984)? Welche Chancen und Gefahren lauern in dem Erschaffen von Menschmaschinen (Isaac Asimovs Robotergeschichten)? Welche Auswirkungen haben die neuen Technologien auf das Individuum und die Gesellschaft (William Gibson, Neuromancer)? Wie könnte ein erster Kontakt mit Außerirdischen aussehen (Arthur C. Clark, 2001)?

Die Idee muss dabei nicht unbedingt originell sein, aber doch einen neuen Aspekt behandeln. SF-Leser sind in der Regel Vielleser, die begeistert ihr Genre zelebrieren. Während z.B. Krimis, Fantasy oder Liebesromane durchaus ihre Gelegenheitsleser haben, ist das bei SF eher selten. Carl Sagans “Contact” beispielsweise behandelt das Thema der Begegnung mit Außerirdischen auf eine möglichst plausible, unspektakuläre Weise, anstatt die tausendste Alien-Invasion zu liefern.

World Building

Jede SF-Geschichte erfordert eine andere Welt. Es gibt auch SF, die mehr oder weniger auf unserem Planeten und in unserer Gegenwart spielt, doch auch dann ist diese vermeidliche Realität durch die starke Grundidee verändert. Ich muss mir also als Autor vor dem Schreiben intensiv Gedanken darüber machen, welche Auswirkungen die Idee auf die Welt hat, in der meine Geschichte spielen soll. Von diesem Grundgedanken aus muss ich eine (mehr oder weniger) plausible Welt entwickeln.

Sense of Wonder

SF-Leser lieben ihr Genre unter anderem für den “Sense of Wonder”, also das Staunen im Angesicht des Wunderbaren. Der Leser einer SF-Story will  von den Entwicklungen des Autors beeindruckt werden. Er will, dass seine Phantasie auf eine Weise angesprochen wird, wie es ohne die Hilfe des Autors nicht möglich gewesn wäre. Das können z.B. gigantische Raumschiff mit ausgefallener Technik sein, tolle Waffentechnologie, die Möglichkeit, zwischen Paralleluniversen hin und her zu springen, aber auch eine besonders interessante gesellschaftliche Entwicklung.

Hier schließt sich der Kreis, denn meistens entwickelt sich der “Sense of Wonder” aus der Grundidee.

Figuren

Wie in jeder Form der Literatur stehen die Figuren in der SF im Mittelpunkt. Ihr Schicksal bewegt den Leser, denn mit ihnen kann er mitfühlen. Das allein reicht bei einer SF-Story noch nicht.

Für den Science-Fiction-Autor ist es wichtig zu bedenken, dass der Leser durch die Augen seiner Figuren die Welt, die Ideen und den Sense of Wonder erfährt. Das macht sie in mehrfacher Hinsicht wichtig.

Es ist trotzdem kein Zufall, dass Figuren hier erst an vierter Stelle stehen. Während das Schreiben der meisten Geschichten anderer Genres mit dem Entwickeln der Figuren beginnen, sollte man bei der SF eine wesentliche bessere Vorstellung davon haben, worin die herausragende Idee der Story besteht, womit der Sense of Wonder ausgeübt wird und wie die Welt aussieht, in der sich die Figuren bewegen.

Besonders gründliche Gedanken muss ich mir auch über die Auswahl der Perspektivfigur(en) machen. Der Leser weiß in der Regel nichts über die Welt, in der meine SF-Story spielt, weil ich sie mir wahrscheinlich mehr oder weniger komplett ausgedacht habe. Er muss sie also durch die Augen der Figuren Stück für Stück erfahren.

Deswegen sollte wenigstens eine der Perspektivfiguren möglichst auf einem Kenntnisstand sein, der nur geringfügig höher ist als der des Lesers, ansonsten könnte es passieren, dass die Lernkurve zu steil ist und der Leser sich in der neuen Welt, die ich erschaffen habe, verliert.

Plots

Hier zeigt sich die absolute Stärke des Genres. Während in vielen Genres die Plotstrukturen relativ vorgegeben sind (wie z.B. im Krimi oder im Liebesroman), stehen in der SF einem Autor einfach alle Wege offen. Von der Heldenreise bis hin zur Detektivgeschichte, von der Romanze bis zum Kriegsdrama ist alles drin.

Es ist jedoch keine schlechte Idee, darauf zu achten, dass die Plotstruktur um so konventioneller gewählt wird, je abgefahrener das World Building ist. Es ist kein Zufall, dass George Lucas in Star Wars die Heldenreise nutzt und viele Märchenelemente verwendet. So hat der Zuschauer, bzw. Leser, etwas, woran er sich orientieren kann, während er die fremdartige Welt kennenlernt.

Show Don’t Tell

Für einen lebendigen, spannenden Schreibstil ist “Show Dont’t Tell” auch in der SF wichtig. Allerdings habe ich den Eindruck, dass das Verletzen dieser Grundregel in der SF etwas eher verziehen wird als in den meisten anderen Genres. Es ist durchaus üblich, hier und da ein bisschen Infodump zu betreiben und Details der Welt einfach zu erzählen, anstatt sie zu zeigen. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die meisten SF-Welten so komplex und so abgefahren sind, dass es einfach zu viele Informationen gibt, um sie zu zeigen.

Trotzdem sollte diese Tatsache keine Entschuldigung für einen schlechten Stil sein. Wann immer es möglich ist, Informationen zu zeigen, anstatt sie zu erzählen, sollte dies auch geschehen. John Scalzi hat beispielsweise in “Krieg der Klone” einen ganz guten Weg gefunden, sich ein wenig um “Show Dont’t Tell” zu drücken, indem er exzessiv einen unwissenden Ich-Erzähler benutzt.

Suzanne Collins macht das in “Die Tribute von Panem” ähnlich. Sie nutzt nicht nur eine Ich-Erzählerin, sondern wechselt auch noch die Zeitebenen, in dem sie das aktuelle Geschehen im Präsens, Rückblenden mit vielen Informationen im Präteritum erzählt. Dadurch wird den Rückblenden Einiges an ihrer “Trockenheit” genommen.

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Auch am Feiertag sind Marcus Johanus und Axel Hollmann Die Schreibdilettanten. In der 12. Folge geht es um Schreibziele:

Sollte man sich welche setzen? Wenn ja, warum eigentlich? Sollten Schreibziele eher quantitativ oder qualitativ sein, Wortmengen oder Stundenzahlen? Wie viel ist genug, wie viel zu wenig? Vor allem: Was tue ich, wenn ich meine Ziele verfehle?

Am Donnerstag, den 17.05.2012 erscheint die neue Folge auf dem Blog der Die SchreibDilettanten und natürlich auch auf iTunes.

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Wieso Disziplin nicht hilft

Jahrelang habe ich mit meiner Schreibdisziplin gekämpft. Die Vorstellung, einen Roman zu schreiben, fand ich toll. An Ideen mangelte es auch nicht. Ich habe mal hier und mal dort auch geschrieben, viel angefangen, aber nichts beendet.

Das Lob der Disziplin ist ja wieder in aller Munde. Vom Kita-Steppke bis zum Spitzensportler muss sich jeder disziplinieren, egal, ob es darum geht, überflüssige Pfunde loszuwerden oder etwas für seine Karriere zu tun. Also glaubte ich lange, mein Problem sei, dass ich zu undiszipliniert bin, um einen Roman zu schreiben.

In so einer Situation tut ein Mann, was ein Mann tun muss: Härte zeigen. Sofort. Ich kettete mich an den Schreibtisch für eine Stunde von Montag bis Freitag. Klappte natürlich nicht. Spätestens nach einer Woche war die Luft raus. Also tat ich erneut, was ein Mann in so einer Situation tut – mehr Härte zeigen. Ich erhöhte das Pensum und versagte mir alle Ablenkungen.

Ich dachte mir: Ist doch klar, ich bin zu weich. Die Verlockungen des Alltags waren zu groß, der innere Schweinehund zu mächtig. Da hilft nur Selbstdisziplin. Stark sein. Durchhalten. Jetzt also zwei Stunden pro Tag schreiben, jeden Tag, auch am Wochenende. Immerhin hinkte ich mit meinem Plan hinterher und musste die verlorene Zeit wieder reinholen.

Die Pointe ist absehbar: Ich verdarb mir die Lust am Schreiben. Es hat Jahre gedauert, um mich von dieser Selbstgeißelung zu erholen. Inzwischen schreibe ich sieben Tage die Woche, ohne mich zu disziplinieren, denn Schreiben ist für mich zu einer Gewohnheit geworden. Meistens habe ich sogar Spaß daran.

Was ist eigentlich Disziplin?

Der Duden definiert Disziplin unter anderem so: “das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen”. Kurz gesagt: Wenn ich mich diszipliniere, zwinge ich mich dazu, etwas zu tun, was ich eigentlich nicht tun will.

Es gibt Aufgaben, bei denen das zweifellos notwendig ist.

Ich bin inzwischen jedoch zur Überzeugung gelangt, dass das beim Schreiben eine ziemlich schlechte Idee ist.

Wenn ich mich zum Schreiben zwingen muss, wenn ich es eigentlich nicht tun möchte – warum soll ich dann überhaupt schreiben? Immerhin ist Schreiben nichts, was einen beliebt und reich macht. Eher im Gegenteil.

Wenn die Antwort lautet: Ich zwinge mich zum Schreiben, weil ich einen Roman veröffentlichen möchte, dann liegt hier der Fehler, den ich lange Zeit gemacht habe. Denn dieses Ziel ist für einen Schreibneuling viel zu groß und viel zu weit weg, als dass ich es mit Disziplin erreichen könnte.

Wieso funktioniert Disziplin auf lange Sicht nicht?

Um diese Frage zu beantworten, ist ein Beispiel hilfreich. Nehmen wir einmal an, ich muss einen Nagel in die Wand schlagen, habe aber keinerlei Übung darin, geschweige denn Lust dazu. Ich schnappe mir das Werkzeug, setze an und schlage mir auf den Daumen.

Verflixt. Das tut weh. Aber was soll’s, der Nagel muss ja in die Wand. Nächster Versuch. Allerdings: Ich war ja schon beim ersten Versuch ungeschickt. Jetzt bin ich genauso geschickt wie vorher, aber mein Daumen tut auch noch weh. Natürlich kann ich das als ganzer Kerl nicht zugeben. Ich ignoriere das Zittern, das heißglühende Pochen im Daumen, setze erneut an – und schlage mir natürlich wieder drauf. Da nicht sein darf, was nicht sein kann, lasse ich aber nicht locker, hole wieder aus …

Die Pointe dürfte klar sein. Ich lande früher oder später mit gebrochenem Daumen im Krankenhaus und werde nie wieder in meinem Leben einen Hammer anfassen.

Mit dem Schreiben ist es genau das Gleiche. Bin ich erst einmal in den Kreislauf aus Selbstgeißelung und Frust geraten, komme ich da schwer wieder raus und schmeiße bestenfalls alles hin.

Wie soll ich ohne Disziplin hochgesteckte Ziele erreichen?

Wenn Disziplin also nicht funktioniert – wieso erreichen dann manche Menschen trotzdem ihre hochgesteckten Ziele? Sind sie einfach Genies? Intelligenter und begabter als ich? Vielleicht, vielleicht auch nicht – auf jeden Fall sind das nicht die Gründe, aus denen sie erfolgreich sind.

Die magische Antwort ist die tollste Erfindung seit der Einführung des Gummihammers: Motivation. Wikipedia definiert Motivation so:

“Motivation bezeichnet das auf emotionaler und neuronaler Aktivität (Aktivierung) beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Motivation steigert die Handlungsbereitschaft und ist somit eine „Triebkraft“ für Verhalten.”

Mit anderen Worten: Wenn ich motiviert bin, strebe ich voller Freude und Ehrgeiz danach, meine Wünsche in die Tat umzusetzen. Klingt das nicht viel toller als “Ich zwinge mich dazu, etwas zu tun, was ich eigentlich nicht tun will.”?

Woher soll die Motivation kommen, wenn sie nicht “von alleine” da ist?

Ein fertiger Roman stellt eine ziemlich schlechte Motivation dar. Die Aufgabe ist zu langwierig (dauert Monate oder Jahre), kleinteilig (an jedem Wort, jedem Satzzeichen muss gefeilt werden) und komplex (Figuren, Plot, Recherche, Stil, Grammatik … o Mann, o Mann, o Mann …), um sie mit einer Augen-zu-und-durch-Mentalität zu bewältigen.

Wie also habe ich mich motiviert, um trotzdem durchzuhalten und sogar noch Spaß dabei zu haben? Die Antwort dieser Frage ist keine Hexerei. Hier in Kürze ein paar kleine Tricks, die sofort beim Motivieren helfen:

  • Nimm dir eine Teilaufgabe, die dir Spaß macht, und beginne mit ihr. Einen Roman zu schreiben, ist eine so umfassende Aufgabe, dass ich sie nur bewältigen kann, wenn ich sie in so viele kleine Teile wie möglich herunterbreche.
  • Belohne dich für jeden Schritt, der dir gelungen ist. Je unangenehmer eine Teilaufgabe ist, desto größer sollte die Belohnung sein.
  • Du bist nicht allein. Jeder Spitzensportler hat einen Trainer, jeder Virtuose einen Musiklehrer. Suche dir jemanden, der dich unterstützt, der dir helfen kann. Bestenfalls ist hilft dir ein Mensch. Wenn das nicht geht, suche dir ein Schreibbuch, das dir wirklich gut gefällt und in das du immer wieder einen Blick werfen kannst, einen Podcast, der dich begeistert oder ein Forum, in dem du dich mit anderen austauschen kannst.
  • Entwickle Routine. Setze dich jeden Tag zur gleichen Zeit an den Laptop. Am besten morgens, gleich nach dem Aufstehen, dann kommst du nicht in die Versuchung, etwas anderes zu tun. Zuerst für fünf Minuten, dann für zehn, dann für fünfzehn usw. Schreibe in dieser Zeit was – irgendwas. Bewerte am Anfang nichts, es geht nicht darum, genial zu sein, es geht darum, routiniert zu schreiben. Menschen sind so, dass sie gerne Gewohnheiten entwickeln. Aber das braucht Zeit.
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Perfekte Lektüre für Fans von Joss Whedons Avengers: The Ultimates

Wer wie ich nach Joss Whedons “Marvel’s The Avengers” begeistert aus dem Kino getaumelt ist, der will bestimmt mehr. Eigentlich kein Problem, denn es gibt haufenweise Avengers-Comics, mehr als ein Mensch in seinem Leben lesen kann.

Ich wurde allerdings mit den Comics nie so recht warm. Vor allem Captain America war für mich alten Wehrdienstverweigerer immer ein rotes Tuch. Und Hulk, Wasp, Ant-Man oder andere Mitglieder der Superheldenbande haben mich als B-Promies des Marveluniversums nicht begeistern können.

Doch nach Whedons herausragend verfilmter Superheldenklopperei war ich bereit, mal wieder einen Blick in ein  Avengers-Comic zu werfen und bin auch tatsächlich auf eine Perle gestoßen, die ich jedem Kinobesucher, der nicht auf Iron Man 3 warten möchte (geschweige denn auf Avengers 2), ans Herz legen kann: Mark Millars “The Ultimates”.

Nick Fury, Chef des militärischen Super-Geheimdienstes der USA S.H.I.E.L.D., will für alle Fälle gerüstet sein und ein Superheldenteam zusammenstellen, das in seinem Auftrag unterwegs ist. Für seinen Plan tut er sich mit Tony Stark, auch bekannt als Iron Man, zusammen. Nach und nach überzeugen die beiden Bruce Banner (Hulk), Henry Pym (Ant-Man) und seine Frau Janet (Wasp), mit ins Boot zu kommen. Kurzerhand tauen sie noch Captain America auf, der seit den 1940ern im Ewigen Eis verschollen war.

Nur Thor, der als Hippie-Aktivist die Menschen vor sich selbst bewahren will, weigert sich mitzumachen, wenn der Präsident (der mehr als eine leichte Ähnlichkeit mit George W. hat) nicht die Ausgaben für Entwicklungshilfe verdoppelt.

Doch das Team steht auf tönernen Füßen. So ganz grün sind sich die Individualisten nicht, weswegen Bruce Banner zu einer verzweifelten Maßnahme greift und sich das Supersoldaten Serum injiziert, das auch einst Captain America erschuf. Prompt wird er zum Mega-Hulk und beginnt damit, Manhattan in Schutt und Asche zu legen. Die Ultimates müssen ihn bändigen und haben so ihren ersten Einsatz, der sie als Team zusammenschweißt und pressewirksam die neuen Helden bekannt macht.

Klingt nach recht gewöhnlichem Superhelden-Garn? Nun ja. Was die Story für jemanden, der gerade “The Avengers” im Kino gesehen hat, so amüsant macht, sind die Details: Nick Fury sieht Samuel Jackson verflixt ähnlich. Wahrscheinlich haben es die meisten vergessen, aber eigentlich war Nick Fury in der guten alten Zeit ein muskulöser hellhäutiger Typ mit grauen Schläfen und Zigarre. In diesem Comic ist er das allererste Mal ein farbiger Glatzkopf.

Damit hören die Ähnlichkeiten zum Kinofilm nicht auf. Auch Tony Stark hat verblüffende Ähnlichkeit mit Robert Downey Jr., sowohl was sein Aussehen, als auch seine Attitüde angeht.

Der Humor im Comic ist nicht ganz der des Films, aber doch feinsinnig und pointiert. Er lässt die Story zu einem echten Lesevergnügen werden. Er glänzt vor allem in einer Sequenz, in der die Ultimates mit Nick Fury zusammensitzen und sich überlegen, welcher Schauspieler denn in einer Verfilmung ihre Teams die jeweiligen Rollen übernehmen sollten. Ein Schenkelklopfer!

Beim Lesen von “The Ultimates” schleicht sich das Gefühl ein, ein alternatives Drehbuch zu Joss Whedons “The Avengers” zu lesen. Dazu muss man wissen: “The Ultimates” ist zuerst 2002 erschienen, “Iron Man 1″ kam 2008 in die Kinos und präsentierte in der Szene nach dem Abspann der Welt einen Nick Fury, der von Samuel Jackson gespielt wurde.

All dies ist kein Zufall. Kevin Feige hat ganz offiziell “The Ultimates” zum Steinbruch für den “The Avengers”-Film erklärt. Trotzdem drängt sich der Eindruck auf, dass Mark Millar schon ein bisschen mehr über die Film-Pläne gewusst haben muss, denn die Ähnlichkeiten sind teilweise einfach zu verblüffend. Dank der Ironie und des feinen Humors wird diese Ähnlichkeit in eine Stärke verwandelt, die sonst leicht auch zur Langeweile hätte führen können.

Nun ist “The Ultimates” kein Geheimtipp, sondern ein Bestseller in der Szene, der schon eine Weile zurückliegt. Aber anlässlich der Verfilmung ist er auf entsprechenden Websites wieder in aller Munde.

Als etwas weniger versierter Comicleser wird man schnell mit einer Vielzahl von “Ultimate”-Titeln verwirrt, wenn man nicht richtig danach sucht. Also am besten ins Fachgeschäft gehen und nach dem Comic von Mark Millar und Bryan Hitch fragen oder bei der Suche im Netz wirklich darauf achten, dass auf dem Cover nur “The Ultimates Vol. 1: Superhuman” steht, NICHT so was wie “Ultimate Avengers”, “Ultimate Thor” etc. Leider gibt es beim deutschen Panini-Verlag eine Menge Comics mit “Ultimate” und “Avengers” im Titel, aber die haben alle nichts oder nur wenig mit der ursprünglichen Serie von Mark Millar zu tun. Man muss den Comic schon im Original lesen.

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Teaser: Die SchreibDilettanten, Folge 11: Genres

Marcus Johanus und Axel Hollmann sind Die Schreibdilettanten. In der 11. Folge geht es um Genres: Was gibt es für Genres? Wozu ist so was gut? Wie schreibe ich für ein bestimmtes Genre? Und vor allem: Wie verflixt noch einmal finde ich eins, das zu mir passt?

Am Donnerstag, den 10.05.2012 erscheint die neue Folge auf dem Blog der Die SchreibDilettanten und natürlich auch auf iTunes.

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