6 Tipps gegen Infodump

6TippsgegenInfodump

Hintergrundinformationen zu Plot, Setting und Figuren eines Romans sind wichtig. Deswegen ist die Versuchung groß, diese Informationen dem Leser zu erzählen. Infodump nennen es Lektoren und Agenten, wenn zu viele Informationen zu plump und offensichtlich beim Leser abgeladen werden sollen.

Mit diesen Tipps kann es gelingen, Infodump zu vermeiden und somit spannender zu schreiben:

1. Nicht alles erklären

Leser sind klug, denken mit und können manche Leerstellen gut mit ihrer Fantasie füllen.

Erwähne ich zum Beispiel das Wort “Trenchcoat” hat jeder schon ein ziemlich genaues Bild im Kopf. Ich muss nicht auf Farbe, Form, Anzahl der Knöpfe usw. eingehen. Das muss ich nur tun, wenn es etwas Ungewöhnliches zu bemerken gibt, zum Beispiel, wenn der Trenchcoat eine seltsame Farbe oder einen Flicken hat.

Genauso verhält es sich mit Details zur Story und zu den Figuren. Der junge, ehrgeizige Reporter steckt seine Nase in jedes Geheimnis? Muss der Leser wirklich wissen, wie seine Neugierde durch Ereignisse in seiner Vergangenheit psychologisch begründet ist?

Hier ist manchmal die Frage des Genres entscheidend. In einem Psychothriller kann natürlich die psychologische Entwicklung einer Figur wichtig sein. In einem Action-Krimi interessiert das den Leser nicht die Bohne.

2. Details mitteilen – aber nur die wichtigsten

Es gilt also, unter den vielen möglichen Details aus der Hintergrundgeschichte des Romans die wenigen wichtigen hervorzuholen, die für die Handlung und das Zielpublikum von Interesse sein könnten.

Das Schlüsselwort ist hier: Detail. Informationen, die ich dem Leser präsentiere, müssen spezifisch und für den Plot entscheidend sein. Eine gutes Werkzeug, um herauszufinden, welches Detail wichtig ist, bildet die Prämisse.

Dient ein Detail dazu, die Prämisse zu beweisen? Falls ja, gehört es in den Roman, falls nicht, gehört es gestrichen.

3. Show don’t tell

Statt zu erzählen, wie denn die Eheprobleme des hartgesottenen Detektivs entstanden sind, die ihn zu einem einsamen Leben im Büro mit schwarzem Kaffee und einer Flasche Jack Daniels zwingen, kann ich auch einfach zeigen, wie bei einem Anruf seiner Frau zwischen den beiden die Fetzen fliegen.

4. Spät rein, früh raus

Es ist keine Schande, Infodump zu schreiben. Es ist eine Schande, ihn bei der Überarbeitung nicht zu löschen. In vielen Fällen reicht es, sich zu fragen, wo denn der Konflikt der Szene ist – um dann alles davor und dahinter zu streichen.

Ja, der Leser wird dann ein bisschen schlechter Informiert sein. Aber das, was noch übrig bleibt, hat in der Regel mehr Tiefe, als wenn ich die Informationen vor und nach dem Konflikt nicht geschrieben hätte. Die Arbeit ist nicht vergebens und der Leser wird es mir danken.

5. Sag’s ihm ins Gesicht

In einigen, wenigen Fällen kann es besser sein, die Informationen einfach direkt an den Leser zu bringen. Dann muss ich mich aber so kurz wie möglich fassen.

Es gibt auch Perspektiven, die Infodump eher verzeihen als andere. Der wortkarge Ich-Erzähler eines Hard-Boiled-Romans kann ruhig mal von seiner Vergangenheit plaudern. Treffe ich hier als Autor den richtigen Ton, kann das unterhaltsam sein.

6. Eine Frage der Überarbeitung

Letztlich gilt es, wie bereits erwähnt, Infodump nicht im ersten Entwurf zu vermeiden. Hier kann ich mich ruhig austoben und die Backstory ungefiltert einfließen lassen – wenn ich dann bei der Überarbeitung bereit bin, alles Unwichtige zu streichen.

Das wirklich Schwierige ist dann nur, die Lieblinge auch wirklich auszumerzen. Hier darf keine falsche Sentimentalität den Blick auf das Wesentliche trüben.

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Alfred Hitchcocks berühmter MacGuffin ist ein zweischneidiges Mittel, um Spannung zu erzeugen. Einerseits kann er sehr wirkungsvoll sein, andererseits besteht die Gefahr, den Leser zu vergraulen. Richtig angewendet kann er als Basis für einen extrem spannenden Thriller oder Krimi dienen. Weiterlesen

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